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A «angelhaft deutsch sprach und verstand, vorgenommen. Er verwehte den Gefangenen, wenn einmal eine Antwort ausblieb.
^ Ohrfeige.,, ließ einzelne bis aufs Hemd sich entkleiden und miß. ^handelte sie durch Faustschlage ins Gesicht. Stockschläge und Fußtritte. bedrohte sie auch mit dem Revolver. Die Vegleitkavallerle | ließ die Leute auf dem Transport neben der Landstraße durch tiefen Schmutz marschieren, ohne jemandem Zeit zum Austreten zu geben. Wer im Schlamm feine Schuhe verlor, mutzte in Strümpfen weiterlaufen. Im Sammellager zwang man sie, (eine volle Woche unter freiem Himmel zu kampieren, ohne Gelegenheit zum Sitzen oder Liegen. Viele brachen zusammen.
(einige wurden irrsinnig. Das erste Essen gab es erst am dritten Tage der Gefangenschaft: 300 Gramm Weißbrot und einen hal- ^ben Trinkbecher voll Kaffee! Ein Feldwebel, der sich über die ^mangelhafte Ernährung beschwerte, wurde vom französischen Sergeanten mit Fußtritten und Sockschlägen zurückgewiesen.
! Damit zum Zwecke einer Filmaufnahme der Zug der Gefangenen recht groß erschien, mußten alle Kranken, die noch laufen konnten, sowie alle, die keine Fußbekleidung mehr hatten, mit' marschieren. Hinterher wurden bei einer erneuten Leibesuntersuchung nur Rock, Hose, Hemd und Schuhzeug den Aermsten gelassen; auf vre Bitte des Gefreiten G.. ihm ^die Photographie seiner Fra» zurückzngeben. erhielt einen Fußtritt als Antwort, ttm Mitternacht wurden sie geweckt, bekamen einen Becher voll Kaffee ut& mußten Bohlen, Draht, Gleise und Flechtwerk durch t s deutsche Artilleriefeuer bis in die französischen Reservestel- l ngen vorschaffen, wodurch viele Verluste eintt'icn; die etwa K ) Monn starke Kompagnie hatte 70 Tote und Schwerverwun- t i. Weigerte sich ein Gefangener, so wurde ihm mit Erschie- s. : gedroht; meldete sich jemand krank, so wurde er untersucht, s 5 gesund befunden, und zur Arbeit zurückgcschickt; zur Strafe c.' Mg man ihm zudem noch das Brot. Drei Entwichene wurden z rückgebracht und mußten den ganzen- Nachmittag in der Sonnenhitze sttllstehen. Als einer schlapp wurde, erhielt er Kol- .Lenstöße und Fußtritte und wurde als Simulant bezeichnet. Dann wurden die Drei an eine Kette gelegt und mußten vier Nächte nn Freien liegen; die Kette war an einem Kübel fest, gemacht, in dem die Gefangenen ihre Notdurft verrichteten. Nach vier Tagen erhielten sie je 50 Tage strengen Arrest; nach Ab- (lauf dieser Zeit wurden sie abtransportiert zur Arbeit in einem ^Bergwerk oder auf einem Schiff .... Französische Ritterlichkeit!
, Nachschrift der Schriftleitung: Wiederum vernehmen wir ' hier durch die eidliche Aussage deutscher Gefangener, die derHölle ider französischen Gefangenschaft entfliehen konnten, mit welcher vusgeklügelten Brutalität unsere Heute gepeinigt werden. Und wiederum muffen wir ftagen, hat unsere Regierung kein Mittel, tun den Franzosen zu zeigen, daß wir es nicht nöttg haben, unsere nach offenem Kampfe in Gefangenschaft geratenen Helden- j söhne der Willkür französischer „Kultur" auszusetzen. Wir ifragen: Wie lange noch soll das anhallen?
Imialkin in ..christlichen" Müden.
Y In seiner von uns im Auszug mitgeteilten Rede erklärte der Papst noch, daß „der Jahrhunderte alte Wunsch unserer Ahnen jetzt erfüllt sei; das hei ige und verehrte Land, in dem das Blut vergossen wurde, durch das^wir erlöst sind, sei von neuem dem christlichen Glauben wieder- i gegeben worden. Jerusalem richte an Gott einen Hymnus der Dankbarkeit und der Liebe. Diese Worte mögen von dem Standpunkt des Papstes aus verständlich sein; ob sie aber in dieser Form irgendeine Allgemeingültigkeit beanspruchen dürfen, ist uns sehr fraglich. Das Reich Gottes ist bekanntlich nicht von dieser Welt. Vom katholisch-kirch'ichen Standpunkt aus' mag man es vielleicht begrüßen, daß Jerusalem von den Heeren eines „christlichen" Staates be- ' tzt worden ist. Vom christlichen Standpunkt aus aber muß . .an vor allen Dingen auch der tiirkischen Verwaltung Gerechtigkeit widerfahren lassen. Das türkische Regiment hat s.ch in jeder Weise durch weitgehendste Toleranz ausgezeich- ret; es ist dem christlichen Glauben in jeder Weise ent- negengekommen, unü die christ ichen Missionen erfreuten sich kn Jerusalem unter türkischer Herrschaft einer weitaus größeren Bewegungsfreiheit als etwa die christlichen Missionen in Madagaskar unter der französisch-christlichen Verwaltung Augagneurs oder die christlichen Missionen in Aegypten unter der englisch-christlichen Verwaltung. Bekanntlich hat dort die englische Herrschaft, um der mohammedanischen Vevö kerung entgegenzukommen, die christlichen Schulen einfach ausgeliefert, eine Erscheinung, die doch wohl über dein Jubel in Rom nicht vergessen werden dürfte. Gewiß spielen sehr bedeutsame Gefühlswerte mit, wenn der Papst erklärt, daß nun Jerusalem dem christlichen Glauben wredergegeben sei Aber schließ ich ich auch der ckwistliche Glaltbe nicht allein aus Gesiihl gestellt, sondern hält sich an die gegebene Wirklichkeit; und auch der Christ ist der Obrig. keit untertan, denn „die Obrigkeit ist von Gott". Cs ist nicht angängig, in der Rede des Papstes eine Verbeugung vor der Entente zu sehen, ob sie aber einen freundlichen Akt gegen die Katholiken Oesterreichs und Deutfchlands darstellt, scheint uns zweifelhaft.
ES dürfte auch in Rom bekannt sein, daß England eine mohammedanische Vormacht ist und daß schon ans diesem einfachen Grunde — Jerusalem ist auch für die Türken eine he' ige Stadt — eine wirkliche Aenderung der Verhältnisse nickck eintreten kann. Im Gegenteil, es ist einerseits möglich, daß, falls die Stadt in englischein Besitz bleiben sollte, sich dort dieselben Zustande entwickeln wie in Aegypten, nämlich Begünstigung des Islams durch die Engländer. Auf der anderen Seite ist es ebenso denkbar, daß bei dem exklusiven Charakter des „englischen Christentums" man gerade in
nicht allzuviel Freude daran haben dürste, daß ^Jerusalem dem christ lickten Glauben wiedcrgegeben" Wochen sei. In London selbst wird man zweifellos diese christ- luhen Gefühle transparentartig aufzumachen versuchen. Im Vordergrund steht aber zweifellos das politische Moment der Herstellung einer Landbrücke zwischen Aegypten und Indien, ^sstu sich damit noch moralische Eroberungen verbindeu, um
besser. Wir betrachten deshalb auch die Eroberung Jerusalems durch die Engländer vom rein politischen Stand- Punkt aus. Die Zurückdrängung der Türken an dieser Stelle der Front war vorauszusehen und ist in Deutschland muh mit der nötigen Kühle ausgenommen worden, mit der Kühle, die aus dem Bewußtsein entsteht, daß über Jerusalem noch nicht das letzte Wort gesprochen worden ist und daß die englische Eroberung keine türkische Niederlage, sondern ledig- lich eine englische Truppen- und Materialüberlegenheit darstellt. In Deutschland ist man überzeugt, daß die Türkei ihre Bundespflicht unbedingt erfüllt hat und weiter erfüllt. Gerade angesichts des Verlustes Jerusalems sei daran er- innert, daß die Türkei ihre besten Truppen an die galizische Front abgegeben hat in dem starken Bewußtsein, daß die Entsck'eidungen nicht an der asiatischen Stelle der großen Front liegen. Die leitenden Männer in der Türkei wissen, daß die Fronten eine Einheit darstellen und da.ß,' was auf dem Hauptkriegsschauplatz geschieht, nicht ohne Einwirkung auf den Nebenkriegsschauplatz bleiben kann. Die Stimmung in türkischen Kreisen ist denn auch keineswegs gedrückt, man weiß, daß, über das Schicksals Jerusalems der Ausgang des ganzen Ringens entscheiden wird. Vom christlichen Standpunkt aber sei gesagt, daß wir Jerusalem immer noch lieber in den Händen eines Volkes sehen, das die heilige Stadt, um Zerstörungen zu vermeiden, kampflos räugzt, als in den Händen derer, für die es einen Spott bedeutet, Bomben auf den Oe'berg zu werfen. «
Michers |#”f ans dem Grabe.
Wann seid ihr Federfuchser Vom Streit müd und lahm?
In längst verklungenen Tagen Als ich den Feind geschlagen Habt ihr verpfuscht den Kram.
Verfluchte Federfuchser, ' »
* Von Satan angeführt!
Als ich den Feind bezwungen,
Habt ihr, was ich errungen, dem Franzmann offeriert.
Hoho, ihr Federfuchser,"
Ihr sinnt auf dunkle Tat.
Roch tobt's an allen Flanken,
Und ihr weilt in Gedanken Beim Vaterlandsverrat.
Jetzt treibt ihr gleichen Frevel,
Jetzt zwischen Not und Tod Mißgönnt ihr uns das Siegen?
Dann sollt ihr alle kriegen Die große Schwerenot.
Die Denjahrspttro!e in Polen.
Warschau, 1. Jan. (WTB. Nichtamtlich.) Am Neujahrstage, vormittags 11 Uhr, fand in Warschau auf dem Sachsen- Platze große Paroleausgabe statt. Generalgouverneur von Bese- ler v:ttas den kaiserlichen Befehl an Armee und Flotte. Anschliefend hieran hielt er eine Ansprache, in der er betonte, da» Ziel des deutschen militärischen Wirkens fei, einen ehrenvollen, dauerhaften und auch für das Land, auf desien Boden wir stehen, gesegneten Frieden zu erreichen. Der Generalgouverneur schloß seine Ansprache mit einem dreimaligen Hurra auf den Deutschen Kaiser, die Verbündeten des Deutschen Reiches und die Regenten des Königreichs Polen. Danach folgte im Stadtschlosse der Neujahrsglückwunsch seitens des Generalgouverneurs und der Spitzen der deutschen Behörden, mit dem Regenten und den Mit. gliedern dar polnischen Regierung.
Ans
der
eimot.
FC. S.blvfr Philippseich bei Offenbach a. M. 2. Fan. Im Alter von 85 Jahren verstarb in München Graf Konstantin Zu Asenbu^g und Büdingen-Philippseich k. und k. Rift- meifter a. D., ein Vetter des hiesigen Schloßherrn, des Grafen Ferdinand. Der Verstorbene war seit 1875 mit Anna von Mayer in kinderloser Ehe vermählt.
FC. Usingen, 1. Jan. In das Lager der Kreislebensmittelstelle dahier wurde nachts eingebrochen und Waren im Wette von 4700 Mark gestohlen. Von den Dieben fehlt jede Spur.
Usingen, 1. Jan. Das Fest der Goldenen Hochzeit begehen am 7. Januar die Eheleute Emil Reinhard dahier.
Ans Starkcnburg.
FC. DLrmsiadt, 2. Jan. Die Enteignung über das Kupferdach der hiesigen russischen Kapelle ist ausgesprochen und soll die Abnahme demnächst llattsinden. Die Glocken der Kapelle sind vor einigen Tagen abgenommen worden.
Ans Hessca.Naiiuu.
FC. Wie:baden, 1. Jan. Der berüchtigte Einbrecher Montreal, der vor kurzem aus dem Hofe des Polizeigefängnisies durchging, wurde hier, nachdem er wieder verschiedene Einbrüche ver- übt, wieder dingfest gemacht.
FC. Aus dem Regierungsbezirk Wiesbaden. 30. Dez. In der letzten Vorstandssitzung der diesseittgen Landwirtschaftskammer wurde mitgeteilt. daß sich der Vorstand des Viehhan- delsverbandes für den Regierungsbezirk Wiesbaden auf die Eingabe der Kammer wegen einer Beihilfe zur Förderung der Viehzucht bereit erklärt hat, die gleiche Summe, die der Kam- mer als staatliche Beihilfe zur Förderung der Schafzucht überwiesen worden, seinerseits zur Verfügung zu stellen, und zwar tn Höhe von 20 Ü00 Matt. Wegen der von der Kammer mehr geforderten Summe von 10 000 Mark hat sich der Viehhandelsverband mtt dem Landesfleischamt tn Verbindung gesetzt und um die Genehmigung ersucht, auch diesen Betrag zu dem genannten Zwecke der Kammer überweisen zu dürfen, ebenso wegen der für dir Durchführung von Ftttterungsversnchen mit Strohkraft-
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futter geforderten 10 000 Mark. Im weiteren erachtete es bet[ Vorstand des Viehhandelsverbandes für unbedenklich, daß dia Landwittschaftskammer die ihr früher gewährten Beihilfe«' von 5000 Matt für Schweineweiden und 5000 Mark für die Anstellung von Schweinehirten zur Bewilligung von Prämie» für die Durchhaltung von Zuchtsauen verwendet.
FC. Wetzlar. 27. Dez. Zum besoldeten Beigeordneten der Stadt Wetzlar wurde Regierungsbaumeister a. D. Dr. Formar, Vorstand des Stadterweiterungsamtes in Königsberg, gewählf.
FC. Weilburg, L Jan. Der Weilburger Anzeiger besteht heute 70 Jahre als amtliches Kreisblatt.
FC. Aus Rasfan, 30. Dez. Vor 50 Jahren? Am 31. Dezem. bei 1867 erstattete der am 2. März genannten Jahres zum Prä- sidenten der Regierung in Wiesbaden ernannte frühere Land rat des Wetzlarer Kreises. Grkstav von Diest, den ersten sogen. Zeitungsbericht an den König. Aus dem großen Inhalt dieses ersten langen Berichtes vor nu.nmehr 50 Jahren sei folgendes hervorgehoben: Die Aufregungen, welche die Wahlen zum
Reichstage des Norddeutschen Bundes und zum Abgeordneten- Haufe hervorgebracht hatten, sind einer ruhigeren Stimmung gewichen. Preußenfeindliche Bestrebungen sind dabei nur in de-- Stadt Frankfurt am Main zu Tage getreten. Dort herrscht eine zähe antipreußische Stimmung und eine traurige Beharr- lichkeit in der Negation den neuen Verhältnisien gegenüber. Sonst schroff geschieden in einzelne Klaffen, ist die große Mehr, zahl der Bewohner der Stadt Frankfurt am Main einig in der Feindseligkeit gegen das preußische Regiment. Der früher sehr bevorzugte Kaufmannstand sieht seinen Einfluß schwinden, die Arbeiter schieben alle Arbeitsstockungen auf die neuen Verhält- niste, und dabei läßt sich nicht in Abrede stellen, daß die ver- zögerte Auseinandersetzung zwischen Staat und Stadl und di« augenblickliche Auflösung der Gemeindebehörden stets neuen Stoff geliefert haben und noch liefern, das herrschende Mitzver- gnügen noch zu nähren. Mtt Ausnahme der Frankfurter zeigt« sich im übrigen die Bevölkerung des Regierungsbezirks Wies- baden nicht nur willig und fügsam der preußischen Regierung, sondern es herrscht auch im allgemeinen eine mehr oder minder freudige Zustimmung zu den Verhältnissen, welche die Ereig- niste des Jahres 1866 geschaffen haben. Es ist dies um so höher anzuschlagen, als der Uebergang in ganz neue Formen der Verwaltung, der Rechtspflege. Gesetzgebung vsw. manche Unbequemlichkeit mit sich führen muß, und als di« demokratisch- fortschrittliche Pattei hier besonders tiefe Wurzeln in den ver. gangenen Jahren hat schlagen können. Aber schon hat sich der Einfluß dieser Partei sehr vermindert. Euer Majestät Ver- weilen in Ems und Wiesbaden hat sichtlich lebhafte und dauernde Sympathien für Euer Majestät Person und Regie- runA wachgerufey^— Ucber Kirchen, und Schulwesen wurd« sodann berichtet, daß innerhalb der evangelischen Kirche Nas- sau's wenig reges kirchliches Leben zu finden fei. da. daß hier und da. besonders auf dem Lande, die Geistlichen dem weit- gehensten Rationalismus huldigten, daß dagegen im nördlichen Teil des Regierungsbezirk» das kirchliche und religiöse Leben ein lebendigeres fei. wenn auch fteilich dott leider in manchen Gemeinden die Sektlererei blühe. Die Schuten feien im allge- meinen in einem guten Stande, aber auch hier mache sich rnam nigfach ein negativer Einfluß geltend, die Religion trete vielfach bei dem Unterricht in den Hintergrund und namentlich in verflacht — eine Folge der gesetzlichen Konfessionslosigkeit der konfessionell gemischten Orten sei der Religionsunterricht sehr hiesigen Schulen.
FC. Aus dem Rheingau. Das Weinjahr 1917 brachte im Rheingau stellenweise einen überaus reichen Ertrag, während in manchen Lagen wiederum kaum eine Drittel-Ernte erzielt worden ist. Der Grund zu dieser Erscheinung war schon im Februar 1917 gegeben, wo heftige Kältezug«, die eine Tempe- ratur bis zu —20 Grad Celsius brachten, an den in den östlich im Rheingau gelegenen Weinbergen und in den Niederungen bedeutende Frostschäden verursachten. Die kahlen Stöcke mit unzählich erfrorenen Augenknospen trieben nur spärlich aus und diese Triebe waren zumeist ohne Gescheine. Erst mit der Zeit er- holten sich diese Stöcke, wurden zwar reichlich belaubt, blieben aber ohne Trauben-Ansätze. Außerdem ttaten später die Pere» nospora und der Trabenschimmel in verschiedenen Gemarkungen hinzu und verursachten große Schäden, während in einzelnen Weinbergen der Gemarkung Eltville der Rebstichler in solchen Mengen wie me zuvor, auftral und große Verheerungen am richtete. In den Weinbergen der Gemattung. die von dem Schädling verschont blieben, konnte der Winzer jedoch drei Viertel bis zu einem vollen Herbst einheimsen. Der Verlauf der Witterung des ganzen Sommers war derart, daß die Trauben nicht jenen Grad von Reffe erreichten wie in sonnigen sehr guten Weinjahren. Namentlich hat der Oktober dieses Mal versagt, so daß die erstklassigen Weingüter des Rheingaus Heuer keine Ausleseweine erzielen konnten. Trotzdem ist die Oualität der 17er Weine ein« sehr gute. Die kleinen Winzer, die meist dt« reich tragenden, früh reifenden Traubensorten, besonders Oester- reicher und Kleinberger kultivieren, haben 1917 sich einer reichen Ernte erfteuen können. So haben die Weinberge in der Gemarkung Lorch diß größten Ertrage aufzuweifen. sodann die. die in den Gemarkungen des Kreises St. Goarshausen gelegen sind. (Also: eine sehr gute Ernte und trotzdem Weinnot. Es wird Zeit, daß ein Forscher geboren wird, der den Wucherbazillu, endgültig beseitigt. D. Red.)
Aus Kurbesie«.
Kastel. 1. Jan. Nach Verübung von 150 (!) Einbrüche» sind hier zwei gemeingefährliche Verbrecher, die gleichzeitig auch Schleichhandel tm großen Stil betrieben, von der Kriminal- Polizei unschädlich gemacht worden. Die Burschen, der Ivjährige Schloster Gustav Sarickter und der 23jährige Kellner Julius Siegelen, waren in einem ersten Hotel als Fahnenjunker ab» gestiegen. Die Deute ihrer raffinierten Raubzüge, bei denen sie Gesichtsmasken und Verkleidungen anlegten. verkauften sie im Schleichhandel zu Wucherpreisen. Beide find geständig.
Verantwortlich für den politischen und lokalen Leii: Otts H i r sche l. Jnedberg; für den Anzeigenteil: 9t. $enn erj Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen TQgcS-ertmv^» ^ A- G., Friedberg 1$, * * v ^


