Ausgabe 
12.12.1915
 
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sanierie heranstürmt, dann gilt es: Sein oder Nicht- ! sein! Siegen oder sterben! Gott sei gepriesen dafür, daß viele Gewissen aufgewacht sind und viele Herzen zu dem Bekenntnis gekommen sind: Ich muß seiend, flehend meine Hände nach Gott ausstrecken, ich kann allein so nicht weiter!

Wahrlich, der Krieg ist eine wunderbare Gebets­schule für sehr viele. O Freund, erfasse dies: Wenn du nicht glaubend im Gebet die Hand Gottes faßt, so stehst du innerlich unglücklich im Angesicht des Todes, auch wenn du noch so tapfer bist. Du weißt, daß du keine Hoffnung hast jenseits dieses Lebens, daß deine Schuld zwischen dir und dem gerechten ! Richter steht, vor dem du erscheinen mußt. Dein tiefstes Herz weiß es: Die Sache ist mit dem Sterben nicht aus, es kommt noch eine Abrechnung. Was willst du tun? Suche den Gott aller Gnade! Suche Jesum, Er allein ist der Versöhner! O lerne beten! Rufe Gott an, aufrichtig! Sei überzeugt, Jesus wartet auf dein Rufen; Er­wirb Sich deiner erbarmen. Er hat gesagt:Wer zu Mir kommt, den werde Ich nicht hinausstoßen" sJoh. 6, 37), und Er hält Wort.Sucht Jehovah, während Er Sich finden läßt; ruft Ihn an, während Er nahe ist. Der Gesetzlose verlasse seinen Weg und der Mann des Frevels seine Gedanken, und er kehre um zu Jehovah, so wird Er Sich seiner er­barmen, und zu unserem Gott, denn Er ist reich an Vergebung." ö. V.

Das Keöet einer Mutter.

H. T., in einer frommen Familie aufgewachsen, versuchte als junger Mann in den Fußstapfen seiner Eltern zu wandeln und ein frommes Leben zu führen. Da es ihm aber mißlang, sich selbst gutzumachen, fiel er ins andere Extrem und gab sich allerlei Zweifeln hin. Als seine Mutter einmal eine Zeit­lang von Hause abwesend war, überfiel sie plötzlich eine große Sehnsucht nach ihrem Sohn. Sie ging in ihr Zimmer und rang im Gebet mit Gott, daß Er doch ihren Sohngerade jetzt" retten möchte. Endlich triumphierte ihr Glaube, und sie stand in voller Gewißheit auf, daß alles in Ordnung und daß ihr Sohngerade jetzt" gerettet sei. Und was machte ihr Sohn zu dieser Zeit? Da er gerade eine halbe Stunde Zeit hatte, ging er in seines Vaters Biblio hek und nahm gedankenlos ein Buch nach dem anderen in die Hand und blätterte nach irgendeinem interessanten Abschnitt, der seine Ge­danken zerstreuen sollte. Doch er fand nichts, was ihn fesselte. Er suchte nun nach irgendeiner Er­zählung und ergriff, ohne es zu wissen, ein Predigt- buch. Als er es aufschlug, fiel sein Blick auf das Wort:das vollendete Werk Jesu"; und fast in demselben Augenblick, in dem seine Mutter seine Seele von Gott forderte, kam Licht in sein Herz

> Er erkannte auf einmal, daß nur das vollendete Werk Jesu ihn retten konnte; er kniete in der Bibliothek seines Vaters nieder und suchte und fand das Leben aus Gott.

N

Kin wunderbarer Iischzug.

In dem alten Dorfe Hant's Harbour auf Neu­fundland herrschte vor Jahren allgemeine großo Niedergeschlagenheit; denn die Einwohner, die nur vom Fischfang und der Verarbeitung der Kabeljaue zum Stockfisch leben, hatten in jenem Jahre über­haupt noch nichts gefangen. All ihr Arbeiten und Mühen war umsonst gewesen. Drei Viertel der Fang­zeit war bereits verstrichen, und vor ihnen lag der Winter. Hunger, ja, völliger Untergang warteten ihrer, denn die Geschäfte wollten den armen Leuten jetzt schon keinen Kredit mehr gewähren. Ihre Lage war in der Tat sehr ernst.

Da setzte der Pfarrer der kleinen Gemeinde für den nächsten Mittwochabend eine Gebetsversammlung an.Laßt uns," so sagte er,in unserer Zeit der Not zu Gott gehen und Ihn um Hilfe anflehen!"

Die Kirche war an dem bestimmten Abend ge­drängt voll. Viele mußten draußen stehen. Nach Verlesung einiger passender Schriftstelle» und einige» Worten des Pfarrers erhoben mehrere der Anwesenden ihre Stimme zu Gott. Sie klagten Ihm die Not des ganzen Dorfes und baten Ihn, ungeachtet ihrer großen Unwürdigkeit, ihnen aus ihrer Bedrängnis zu helfen.

Nach Schluß der Stunde ging man in geho­bener Stimmung auseinander. Doch am nächsten Morgen trat die alte Mutlosigkeit wieder ein. Nur ein einziger Fischer, der auch in der Gebetsstunde gewesen war, fuhr mit seinem Knecht hinaus zum Fang. Es war Jabes Pelly, ein durch seinen Un- glauben im ganzen Ort bekannter Mann, der es laut als eine Torheit bezeichnet hatte, um Fische zu beten. Heute wollte er beweisen, daß es nichts zu fange» gäbe. Doch was geschah? Kaum hatten die beiden, die mit Spott und Staunen bemerkten, daß ihr Segel sich als einziges auf dem Wasser zeigte, ihre Netze ausgeworfen, als sie auch schon Fische in Menge fingen. Nach Verlauf von zwei Stunden kehrte der ungläubige Fischer in den Hafen zurück. Sein Boot war voll der schönsten Fische. Mit Windeseile verbreitete sich die Nachricht von dem wunderbaren Fischzug unter der Bevölkerung im Ort, und schon nach einer halben Stunde war der Hafen von Fahrzeugen aller Art belebt. Jedes kehrte an dem Tage schwer beladen aus der See zurück, und so blieb es bis zum Ende der Jahres­zeit. In keinem Jahre hatte man so viele und so vorzügliche Fische gefaugeu. Der bisherige Verlust wurde reichlich ersetzt, und aus vielen Herzen wurde dem HErrn Dank dargebracht.