Ausgabe 
28.11.1915
 
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- Nach jetner Verwundung wurde er zurückgctrageu nach der Bruchmühle und dort in der Kammer der Müllerburschen gebettet. Dort lag er still in seinen Schmerzen; Gottes Frieden war sein Teil. In der Morgenfrühe des 7. August entschlief er und wurde an demselben Vormittage von seinen treuen Kameraden unter einem großen Nußbaum in der Nähe der Mühle bestattet.

Er hatteden au> vollendet. den Glauben be­wahrt; fortan liegt ihm bereit i e Krone der Ge- rechtigkeit, welche der HErr, der gerechte Richter, ihm zur &'.. . ltung geben wird fr jenem Tage; nicht allein aber ihm, jonueu; auch allen, die Seine Er­scheinung lieb haben". (Lies 2 Tim. 4, 7. 8.) Dies war einer von den Christen, welche sich selbst als verlorene Sünder erkannt haben, Jesum aber als ihren Retter und Freund, einer von den treuen Be- kennern Jesu mit Wort und Leben. v. V.

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Walentin Burke.

In der amerikanischen Stadt St. Louis gab es vor einigen Jahrzehnten einen berüchtigten Verbrecher, Valentin Burke mit Nameu. Seine Photographie war in dem Verbrecheralbum, welches alle ameri- konischen Polizeibehörden in Händen hatten. Schon zwanzig Jahre der verschiedensten Gefängnisstrafen hatte der baumstarke Mensch mit den eisernen Ge- sichtszügen, der so furchtbar fluchen und lästern konnte, hinter sich. Er befand sich wiederum hinter Schloß und Riegel in Untersuchungshaft, als der Evangelist Moody nach St. Louis kam Eine weitverbreitete politische Zeitung beschloß, Moodys tägliche Predigten wortgetreu zu veröffentlichen. So wurde eines Tages in die Gefängniszelle Burkcs ein Zeitungsblatt ge­worfen, welches die fettgedruckte Überschrift trug: Die Gefangeuuehmung des Gefängnisaufsehers zu Philippi." Burke begann mit Eifer diesen Artikel zu lesen; da es in Nordamerika auch eine Stadt Philippi gibt, wo er schon gewesen war, so erwartete er, von einer Empörung im dortigen Gefängnis zu lesen, bei welcher die Verbrecher den Aufseher ge- fangen nahmen. Aber er las etwas anderes, er las von Sünde und Gnade, von Buße und Glauben, von der Errettung eines verlorenen Sünders durch das Blut Jesu. Das Wort Gottes wirkte auf diesen schuldbeladenen Verbrecher so erschütternd, daß er noch in derselben Nacht Jesum im Glauben ergriff. Da lag der riesenstarke, trotzige Mann in der einsamen Zelle vor Gott auf seinem Angesicht unter Seufzen und Schluchzen. So fand er in jener Nacht aus den Tiefen seines verlorenen Lebens volle Gnade durch das Blut Jesu Christi.

Als der Morgen anbrach, war alles neu ge- worden; bald weinte, bald jubelte der gefürchtete Verbrecher vor überströmender Freude. Die Ge­

fängnisbeamten trauten ihren Augen und Ohren nicht, als sie diese unglaubliche Verwandlung erlebten. Aber Burkes ganzes Betragen, seine Demut und Sanftmut erwies, daß es echt war. Wunderbare:- weise wurde er kurz darauf in der Gerichtsverhavd- lung sreigesprochen und entlassen. Da >iand der Manu mit dem Verbrechergesicht ohne Arbeit, ohne Brol auf der Straße. Er war mit göttlicher Energie ent­schlossen, lieber auf der Straße zu verhungern, als noch einmal seine Hand nach fremdem Gut aus­zustrecken. Als er merkte, daß sein Außeres ihn so abschreckend machte, daß niemand ihm traute, flebte er zum HErrn:HErr, man mag mich nicht und weiß es nicht, was Du an mir getan hast; gib mir ein freundlicheres Antlitz!" Der HErr erhörte ihn; seine Gesichtszüge wurden so verwandelt, daß der innere Friede daraus widerstrahlte. Während er monatelang in St. Louis und Neuyork vergeblich feste Arbeit suchte, ließ ihn die Polizei scharf be­obachten. Sein Leben war so tadellos, daß der Polizeidirektor in St. Louis beschloß, ihn anzustellni. So fand Burke plötzlich, was er von Gott erbeten hatte, ein ehrliches Brot, und verherrlichte Jesum durch seine Treue so, daß er das völligste Vertrauen der Behörde erwarb. Als einige Jahre später Moody wieder nach St. Louis kam und von Burke und seiner Bekehrung vernahm, suchte er ihn im Polizei- gebäude auf. Da fand der Evangelist den ehemaligen Einbrecher, wie er gerade während einer Gerichis- verhandlung einen Beutel mit Edelsteinen bewachte im Werte von einer Viertelmillion. Kaum konnte die völlige Verwandlung eines schuldbeladenen frechen Sünders treffender erwiesen werden als dadurch, daß die Polizeibehörde den vielbestraften Verbrecher als Vertrauensmann zu solchem Dienste auserwählte.

Ja, es ist Wirklichkeit: Keiner ist zu schlecht, keiner zu tief gefallen, Jesus kann und will ihn er- retten, wenn nur der Sünder mit dem aufrichtigen und tiefen Bekenntnis seiner Schuld und Not diesem gnadenreichen Heiland naht.

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In der Mot.

In einer Stadt Deutschlands lebte ein frommer Prediger und ein gottloser Advokat. Dieser lästerte und verfolgte jenen unaufhörlich. Der Prediger hin­gegen betete für ihn zu Gott, Er möchte doch auf irgendeine Weise veranlassen, daß der Advokat be­kehrt werde. Da entstand eine große Teurung, die besonders in jener Stadt eine Hungersnot nach sich zog und den Advokaten in die größte Armut brachte. Seine Kinder, die schon einige Tage gehungert hatten, schrien jämmerlich um Brot.Liebe Kinder," sprach der Vater,mein Geld, mein Silberzeug, alles ist weg; ich kann euch nicht mehr helfen, doch will ich für euch beten." Er ging dann zur Stadt hinaus.