„Ich war ganz besonders hingenommen von einem Ereignis, das ich drei oder vier Tage nach diesem furchtbaren Bombardement beobachtete. Schon verschiedene Nächte vor der Einnahme wurde die Dunkelheit fortwährend von dem Feuern der Geschütze blitzartig erhellt, während das Donnern der Kanonen, das Knattern uftb Prasseln der morde- rischen Kartätschen die Herzen der Menschen in beständigem Schrecken erhielt. Helles Licht zeigte nur zu deutlich, daß die Bomben nicht umsonst in die geängstete Stadt gesandt wurden, denn Paläste und Hütten standen in Flammen, und der rote Schein strahlte vom Himmel zurück auf das Wasser, auf welchem ein Wall von Schiffen schwamm, deren Mannschaft das Zerstörungswerk betrieb. Die Belagerung ging fort; Tag und Nacht stieg das Ent- setzen, bis Kopenhagen zuletzt übergeben wurde und diejenigen der Einwohnerschaft, die am Leben geblieben waren, wieder aufatmen konnten. So sehr mich der Anblick alles Elends ergriff, so konnte ich es doch nicht unterlassen, die Unglücksstätten zu le- suchen, und so ging ich eines Tages, von Wehmut erfüllt, auf einen der am meisten vom Brande hcimgesuchten Plätze und blieb bei dem Trümmerhaufen stehen. Da lagen die schwarzen Überreste der Häuser, der Warenlager, der stolzen Wohnungen der Reichen wie die niedrigen Hütten der Armen. Alles war dahin, und nichts als verkohlte, verbrannte Überreste zeugten von dem früheren blühenden Zustande. Aber was erblickte man denn da, ganz mitten zwischen allen Trümmern? Ich traute meinen Augen nicht, denn völlig unversehrt, als ob der Krieg vor dem kleinen, netten Häuschen plötzlich innegehalten hätte, stand eine einzige, ganz unzerstörte menschliche Wohnung.
»Wem gehört diese Wohnung?» fragte ich mit Staunen.
Die Antwort lautete: »Es ist das Haus eines Mannes, der nicht aus seinem Hanse fliehen wollte. Während des ganzen Bombardements hat er sich
mit seiner ganzen Familie hier betend unerschrocken aufgehalten.«
»Jawohl,« dachte ich, »der HErr behütet di» Gottesfürchtigen, Er ist ihr Schild im Streit.« Und ich beschaute mir noch einmal das Häuschen, das die Flammen nicht verzehrt hatten und das da- stand als ein Denkmal der Gnade."
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Auch 'in Jode getrost.
.Der Gottlose besteht nicht, in seinem Unglück; aber der Gerechte ist auch in seinem Tode getrost."
Spr. 14, 32.
Bleich und zitternd liegt im Unterstand ein tapferer Soldat. Der Befehl zum gefährlichen Sturmangriff ist gekommen. Nun geht's mit ziem- licher Sicherheit in den Tod. Der brave Krieger hat sich immer durch seinen Heldenmut ausgezeichnet. Als Zeichen der Anerkennung seiner Vorgesetzten schmückt das Eiserne Kreuz seine Brust. Aber jetzt ruft ihn der heilige Gott vor Seinen Thron. Da Hilst kein Heldenmut. Wird er vor Gott bestehen? In seinem Leben hat er wenig nach Gott gefragt. Schwer legt sich die ganze Schuld eines Lebens ohne Gott auf seine Seele. Es ist ihm klar: „Ich kann vor Gott nicht bestehen! Wer hilft mir zu einem getrosten Sterben?" Da hört er neben sich einen Kameraden laut beten: „HErr Jesu, ich danke Dir, daß ich in Dir Frieden habe, denn Du hast mich erkauft mit Deinem teuren Blut zu Deinem ewigen Eigentum." Der geht also getrost in den TodI Und siehe, der Jünger Jesu darf durch Gottes Gnade noch in letzter Stunde seinem suchenden Kameraden ein Führer zum Heiland werden. Er ergreift die starke Hand Jesu,. der durch Tod und Todesnot sicher zum ewigen Leben hindurchführt.
Th. H.
Versammlungs-Anzeigen.
Bezirk Gießen. Stadtmission Gießen, Löberstr. 14.
Jeden Sonntag 17» Uhr: Sonntagsschule: 4 Uhr: Jungfrauenverein; 87» Uhr: Versammlung; 47» Uhr: Christlicher Verein junger Männer.
Jeden Mittwoch, abends 87» Uhr: Bibelstunde.
Jeden Freitag 87» Uhr: Gebetsstunde.
Sonntag, den 14. November: Beuern und Altenbukeck; abends 8 Uhr: Grüuberg (Versammlung); 87» Uhr: Wieieck (Frauenstunde); 18. November: Beuern.
Bezirk Bellnhausen.
Jeden Sonntag, nachmittags 2 Uhr: Versammlung im Vereinshaus.
Bezirk Alsfeld.
Sonntag, den 14. November, nachmittags: Maar und Lauterbach; abends: Alsfeld; 15.: Eifa; 16.: Schwarz;
Anzeigen für die Nummern 49—3 2 l
17..- Lingelbach; 18.: Alsfeld; 19.: Kirtorf, durch Schw. Luise-Gießen.
Sonntag, den 28. November, nachmittags': Maar und Lauterbach; abends: Alsfeld; 29.: Eifa; 30.: Schwarz;
1. Dezember: Lingelbach; 2.: Alsfeld; 3.: Kirtorf, durch Br. Keller-Bad Nauheim.
Bezirk Lich.
Lich, Vereinshaus: Jeden Sonntag 12'/« Uhr: Sonn- tagskchule; 4 Uhr: Jungfrauenstunde; 8 Uhr abenvs: Versammlung. Jeden Dienstag und Freitag Kriegsgebetsstunde.
9. und 3». November: Dorfgill; 11. November und
2. Dewmber: Langsdorf; 16. November: Ettingshausen; 18.: Burkhardsfelden: 23.: Villingen; 24.: Wohnbach; 25.: Watzenborn; 14.: Schotten, Erntedankfest; 21. November: Gemeinschaftskonferenz in Nidda. Text: Ebr. 10, 32—39.
s zu in 20. roDcmbcr ds. Hs. erbeten.


