Stirb der ifiel; und suche Teilten ero'flctt Schatz,
Sonst im Lebensbuche Ist für dich kein Platz,
Laß dich neu verklären Durch den Geist aus Gott,
Tann wird Er dich lehren:
Eins ist not! L, K,
»
Saat und Ernte.
Wenn ich einem Menschen begegne, der lächelnd und tänzelnd bösen Samen sät, so zittere ich sür ihn. Es dauert nur kurze Zeit, bis er gezwungen ist, zu ernten, was er gesät hat. Da hat's dann ein Ende mit dem Scherzen, Tändeln und Spotten, Da ist's bitter, sehr bitter ernst, Wie mancher Mörder hat es verstanden, der Hand der irdischen Gerechtigkeit zu entrinnen; wie mancher Geizige versündigte sich an seinen Mitmenschen, ohne daß irgendein Richter ihn fassen konnte, und toic mancher Lüstling hat das Leben Unschuldiger vergiftet, ohne daß ihm der gerechte Lohn seiner Taten ausgezahlt worden iväre! Aber denkst du, daß schon das letzte Work über solche ungestrafte Sünden geredet worden sei? Weit gefehlt. Als Kain seinen Bruder Abel erschlug, gab es niemand, der ihn seiner Missetat hätte überführen können. Da gab es keinen Zeugen, keinen Ankläger und keinen Richter, Kein menschliches Auge hatte die böse Tat gesehen, aber Gott stellte den Mörder und richtete ihn. Ich bin überzeugt, daß Kain nun schon seit 6000 Jahren die Früchte seiner Tat geerntet hat.
In der französischen Geschichte lesen wir von einem Könige/ der ein neues Züch- tigungsmittel für die Verbrecher in seinen Gefängnissen eingeführt wissen wollte. Einer seiner Höf- liuge schlug ihm vor, eine Zelle bauen zu lassen, die so kurz sei, daß der Verbrecher nicht gerade liegen, und so niedrig, daß er nicht gerade stehen könne. Sein Rat fand Anklang, und es wurde eine solche Zelle gebaut. Aber siehe, nicht lange nachher verlor er des Königs Gunst, und nun wurde er selbst in seine eigene Zelle geworfen und mußte vierzehn lange Jahre darinnen zubringen. In wenigen Minuten hatte er seinen gottlosen Plan vollendet, aber vierzehn Jahre lang mußte er nun selbst die Frucht desselben essen.
An einem Sonntagabend
predigte ich in Chikago, Am Schlüsse der Versammlung kam ein Mann zu mir mit dem Wunsche, mich allein zu sprechen. Wir gingen miteinander in ein Zimmer. Als ich die Tür verschlossen hatte, legte er den Kopf gegen meine Schulter, während er am ganzen Leib zitterte. Die Tränen flössen über seine Wangen, und er schluchzte wie ein Kind, Ich ließ ihn eine Zeitlang ruhig weinen und forschte
dann so nach und nach nach der Ursache seines Kummers. Endlich erfuhr ich denn seine Geschichte, ein Stück nach dem anderen. Ach, und was für eine Geschichte! Er war ein höherer Staatsbeamter, der von Jugend auf in Üppigkeit und Überfluß gelebt hakte. Er hatte eine sehr schöne und gebildete Frau geheiratet, welche drei lieblichen Kindern das Leben schenkte. Da er das Sparen nicht gelernt hatte, überstiegen bald seine Ausgaben seine Einnahmen. Da betrat er den unsicheren Weg des Börsenspiels, Anfangs hatte er Glück und gewann größere Summen, Um sich in den Besitz größerer Mittel zu setzen, fälschte er sür 160000 Att, Schatzan- Weisungen und verkaufte dieselben in acht Teilen, hoffepd, sie gelegentlich zurückkaufen zu können. Es ivar die alte Geschichte, Er spekulierte weiter, halte Verlust über Virlust, und als er dann einsah, daß er sich nicht mehr zu halten vermochte, ergriff er die Flucht, „Vier Monate," so fuhr er fort, „habe ich mich nun hier verborgen gehalten, Meine Frau weiß nicht, wo ich mich aufhalte, und ich habe ihr noch nicht geschrieben aus Furcht, mich zu verraten. Der Gouverneur hat einen Preis auf meine Ge- fangennahme gesetzt. Es ist schrecklich, ein solches Leben zu führen, wie ich jetzt tue, und ich würde mich selbst schon lange freiwillig gestellt haben, wenn es nicht um meiner Frau und Kinder willen wäre. Es ist mir schrecklich, daß die Unschuldigen nun meine Schande tragen müssen,"
Wenn ein Mensch allein ernten müßte, was er gesät hat, so wäre das schon schwer, aber es ist schrecklich, daß Vater und Mutter, Weib und Kind, Bruder und Schwester mit hineingezogen werden in die Leiden, die der Sünde folgen. Müssen nicht die Angehörigen des Spielers die Früchte seiner Leidenschaft mit ihm teilen? Zieht nicht ein verlorener Sohn oder eine verlorene Tochter die Angehörigen mit hinein in Schmach und Schande? O, welch ein bitterer Feind ist doch die Sünde! Helfe Gott einem jeden von uns, der Sünde den Rücken zu kehren für immer!
Der Mann wollte nun meinen Rat hören. Ich sagte ihm, ich würde die Angelegenheit dem HErrn im Gebet darlegen, und wenn er mich am folgenden Mittag um zwölf Uhr noch einmal besuchen wolle, würde ich ihm sagen können, was ich für recht er- kännte in seinem Falle.
Als er am anderen Tage zu mir kam, sagte er, noch ehe ich ihni ein Wort sagen konnte: „Ich will Sie nicht länger mehr beniühen; die Sache ist mir klar, Ich kann nicht auf Gnade und Vergebung rechnen, wenn ich nicht hingehe, um die gerechte Strafe für meine Sünden zu empfangen, Mein Entschluß ist gefaßt, ich reise noch heute ab, um mich selbst anzuklagen." Ich betete noch mit ihm, während heiße Tränen seine Wangen feuchteten. Dann nahm er bewegt Abschied und ging gleich zum Zuge, um in seine Heimat znrückzukehren. Als er noch Hanse


