Ausgabe 
26.9.1915
 
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bif zu dem Bilde hinaufschauen, Hilfe und Linderung erwarten und ihre Hände nach Almosen denen enl- gegenstrecken, die durch das Tor ein und aus gehen.

O, wenn diesen Armen das klare, wahre Evau- gelium vom HErrn Jesu gebracht werde» könnte!

An Religion mangelt es nicht in dieser armen Welt. Aber wenige Menschen gibt es, die sich persönlich im Lichte Gottes als verlorene Sünder kennen gelernt haben und die dann ihre Zuflucht zu Jesu nahmen, der in die Welt gekommen ist, die Sünder zu erretten.

Gott verlangt nichts mehr von dem Sünder, als haß er von seinem bösen Weg umkehre, von Herzen gläubig werde an Ihn, der Seinen ein­geborenen Sohn in Tod und Gericht gab, und daß ' er dann mit seinem Munde Jesum als HErrn be­kenne. Aber auch nichts weniger als das ist genügend; nichts anderes kann Gott befriedigen. Darum, mein Leser, willst du errettet werden, willst du nicht für ewig verlorengehen, so mußt du zu Jesu kommen. Er hat gesagt:Niemand kommt zum Vater als nur durch mich." (Joh. 14, 6) Einen anderen Weg in den Himmel gibt es nicht. Was willst du nun tun?

Stütze dich nicht länger auf religiöse Gebräuche, erkenne deine Sünden und vertraue auf Christi Blut, auf Sein teures Opfer. O. D.

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I>ie Tochter eines reichen AabriKaiilen

schrieb von dem Institute aus, in dem sie zur Aus­bildung weilte, an ihren Vater, daß sie an der reichen Tafel des Königs aller Könige gesessen habe und der scheinbar üppige Tisch der Welt ihrem armen Herzen keine Nahrung mehr bieten könne. Der Vater ist erregt. Er ist unglücklich. Doch »ach reiflicher Überlegung steht ihm fest: die sonderbaren Skrupeln sind aus dem Gehirne meiner sonst so lebenslustigen Tochter leicht zu verscheuchen; nur ein Tanzkränzchen im engen Freundeskreise wird den Lebensmut der jetzt Weinenden und Trübsinnigen zurückrufen. Alles ist aufs beste vorbereitet: Gar wohlschmeckend ist das Mahl; harmonisch klingen die Weisen. Es ist keine schrille Tanzmusik, das Streich­orchester ist gut. Jetzt brechen die Herren und Damen auf zum Tanze. Nur eine läßt sich nicht in den Reigen führen. Es ist die früher so lebens­lustige Tochter des reichen Fabrikanten. Peinlich ist dies der Gesellschaft, besonders dem Vater. Nicht so lange, wie beabsichtigt, drehen sich die Paare. Man bildet einen Kreis, patriotische Lieder werden gesungen, auch Weisen, die da reden von Liebe, von Heimweh und Entsagung. Die Tochter des Hauses ist zum Sologesang wiederholt aufgefordert worden. Sie versteht den strengen Blick des ratlosen Vaters. Die Tasten des Klaviers bewegen sich, und mit klang­voller Stimme schallt es durch den Saal:

Mir -st Erbarmung widerfahren,

Äcbarmung, veren ich nicht wert;

Das zähl' ich zu dem Wunderbaren,

Mein stolzes Herz hat's nie begehrt.

Nun weiß ich das und bin erfreut Und rühme die Barmherzigkeit.

Dies laß ich kein Geschöpf mir rauben,

Dies soll mein einzig Rühmen sein;

Ans dies Erbarnien will ich glauben,

Auf dieses bet' ich auch allein,

Auf dieses duld' ich in der Rot,

Aus dieses Hofs' ich noch im Tod."

Sie hatte gesessen an dem reichgedeckten Tische ihres Gottes.

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Kins ist not!

(Luk. 10, 42.)

Freund, was dich bekümmert,

Was die Brust dir schwellt,

Was dir graut und schimmert

Alles ist der Welt;

Alles ist vergänglich,

Ist nur Staub und Kot,

Nichtig, unzulänglich

Eins ist notl

Hasche nicht nach Schatten,

Folge nicht dein Schein,

Greis nicht nach dem glatten Gold und Edelstein.

Was heut' glänzt und glühet Goldln, rosigrot,

Morgen ist's verblühet

Eins ist notl

Tn bist ganz umnachtet,

Und du fliehst das Licht,

Deine Seele schmachtet.

Und du nährst sie nicht,

Freust dich deines Lebens lind bist geistlich tot,

Ledig heil'gen Strebens

Eins ist notl

Täglich, stündlich wallen Menschen hin zum Grab,

Wie vom Baume fallen Blatt und Blülen ab.

Ach, wer weiß, wie balde Reicht auch dir der Tod Seine Hand, die kalte

Eins ist not!

Ach. das mnß zum Schaudern,

Zum Entsetzen sein.

Wenn der Mensch mit Zaudern Gehl zum Hades ein.

Wenn durch schwarze Wogen Sein zerschelltes Boot Schweigsam wird gezogen

Eins ist not l

Jesus nur kann geben Wahres Glück nnö Heil,

Jesus sei dein Leben Und dein bestes Teil.

Jelns, der das wilde,

Finstre Meer bedroht,.

Jesus mahnt so inilde:

Eins ist not!