Ausgabe 
29.8.1915
 
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Genuinscbaftsblatt für dessen.

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Nr. 35.

Sonntag, den 29. August 1915.

Redakteur: Stadtmissionar Herrmann-Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Strauß Leipzig u. d. Prediger d. Pilgermission. Druck v. I. G Onckeu Nachf., G. m. b. £>., Cassel.

8. Jahrg.

Der größte Schein­werfer.

Unser Bild zeigt uns den größten bisher von den Siemens-Schn ckert-Werken hergestellten Scheiniverfer mit 2 Meter Spiegel durch- messer. In dem modernen Kriege hat eine Festung nicht nur mit den Angriffen der Belagerungsarmee zu rechnen, sondern sind auch solche von feindlichen Luft­schiffen und Flugzeugen, die sehr oft unter dem Schutze der Dunkelheit er­folgen, abzuwehren. Um nun auch hier eine wirkungs­volle Beobachtung durch­führen zu können, sind die für diesen Zweck vorge­sehenen Scheinwerfer mit einem drehbaren Reflektor versehen, wodurch der Scheinwerferstrahl nach oben abgelenkt wird. Diese Scheinwerfer werden auch benutzt, den eigenen Flugzeugen die Nachllaudungen I zu erleichtern.

Am unentbehrlichsten ist der Scheinwerfer aber zweifellos während des Seekrieges für die Flotte. Hier ist denn auch das größte und bedeutungsvollste Verwendungsgebiet zu suchen.

Gott aber hat den bellen Scheinwerfer Seines : mächtigen Wortes gebraucht, um der finsteren Welt Licht zu geben als Er sprach:Es werde Licht." Doch nicht nur die Schöpfung war von der Finsternis bebeirscht, sondern auch der einzelne Mensch.

p Wie sehr dieses der Fall ist, zeigt sich deutlich darin, daß er dieses nicht erkennt und nicht zugeben will.

Er hat weder ein Ver­ständnis für Gottes Heilig, keit noch für seine Sünde und Schuld. Er wandelt auf dem Wege des Ver- derbens und sieht es nicht; er geht der ewigen Ver­dammnis entgegen wie mit verbundenen Augen. Durch die Sünde ist sein ganzer Zustand in Finsternis. Gleichwohl kann ein solcher Mensch weltlich weise, ge­bildet und tüchtig sein und was Religion angeht, für fromm gehalten und sich auch religiös erweisen und betätigen.

Doch wenn einmal das helle Licht des göttlichen Scheinwerfers in das Herz eines Menschen dringt, dann fällt olle Frömmig- keit, alle Religiosität wie ein morsches Gewand hin, dann erkennt man, wie groß und dick die Finsternis ist, in der man steckt. Aber Gott in Seiner Gnade zeigt nicht nur unsere Finsternis und Sünde, Er läßt auch Seine Scheinwerfer lenken auf das Kreuz von Golgatha. O, was ist das eine Gnade, wenn ein finsteres sündiges Menschenkind erkennen darf, daß Jesus als das Lamm Gottes die Strafe für seine Sünden auf Sich nahm, daß Er starb, damit wir leben sollten!

Einem Menschen, der zu dieser Erkenntnis ge- kommen ist, dem ist die Sünde ernstlich sündig, Gottes Wesen gerecht und heilig, Christus als Ei>

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