Der Betrogene.
Als ich in Boston arbeitete, kam ein junger Mann in die Versammlung. Er schaute die Besucher an und dachte: Ihr seid doch alle Narren, habt gute Kleider, habt Arbeit und Verdienst und setzt euch nun hier hin, um den Mann anzuhören. Er war ein armer Vagabund, der kein Unterkommen hatte, und er kam Abend für Abend, um für etliche Stunden im Warmen sitzen zu können. Wie aber Leute in guter Lebensstellung sich stundenlang hinsetzen konnten, um Gottes Wort zu hören, konnte er nicht begreifen; dies schien ihm doch nur Torheit zu sein.
Eines Abends, nachdem er schon 14 Tage lang immer gekommen war, sprach ich über den Selbstbetrug. Ich ivaudte mich nach der Richtung, in welcher er saß, und sprach: „Jüngling, ich warne dich vor Selbstbetrug! Laß dich nicht betrügen, weder von deinem eigenen Herzen noch von dem alten, bösen Feind." Und siehe, Gott benutzte dies Wort als einen Pfeil. Der junge Mann dachte nach über sich selbst. Seine Gedanken wandten sich rückwärts, und es fiel ihm ein, wie oft er schon betrogen worden war Einst hatte er eine gute Stellung ge- habt in Boston, hatte viel Geld verdient, war angesehen gewesen im Kreise seiner Bekannten und hatte viele Freunde besessen.
Und wie stand es nun heute mit ihm? Seine Freunde hatten sich von ihm gewandt. Sein Geld war weggerollt. Die gute Stellung hatte er ver- loren, und seine guten Kleider waren verschlissen. Er war ein Ausgestoßener, ein armer Lump, mit welchem niemand gern zu tun haben mochte. „Ja, ich ,bin betrogen," sagte er zu sich selbst. Gott hatte Seine Hand auf ihn gelegt und ihm den Schleier von Sen Augen gezogen. Er erkannte seinen verlorenen Zustand und ivandte sich zum HErrn. Der nahm '.hn auf wie der Vater den verlorenen Sohn und vergab ihm alle ferne Sünden. Und nun ging es ibm wie einstens Nebrrkadnezar. Er fand wieder
Freunde, wurde in eine ordentliche Stellung gebracht und kam mehr zu Ehren, als er vordem gewesen war. O, wie viele lassen sich betrügen von dem Gott dieser Welt! Moody.
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Ist) 6in nicht imstande, Hott zu Neben.
Eine Dame wurde beunruhigt über das Heil ihrer Seele. Sie betete und bemühte sich mit allem Ernste, Gott zu lieben, damit sie die Vergebung ihrer Sünden erlangen könnte. Aber trotz alledem schien sich ihr Herz immer mehr zu verhärten.
Zu jener Zeit wurden in der Gegend christliche Versammlungen abgehalten, und eines Abends -sagte der Prediger: „Manche Leute bilden sich ein, Gott »erlange, daß sie Ihn lieben müssen, ehe sie errettet werden können. Sie prüfen ihre Herzen und finden, daß nicht eine Lpur von Liebe zu Gott darin vor- Händen ist. Wenn wir nun aber nicht errettet werden könnten, ehe wir Ihn lieben, so würden wir über- Haupt nie errettet." Aber die kostbare Wahrheit ist: „Er liebt uns." Darinnen besteht die Liebe; nicht daß wir Gott geliebt haben, sondern daß Er unS geliebt hat und gesandt Seinen Sohn zur Versöhnung für unsere Sünden." (1 Joh. 4, 10.)
In demselben Augenblick, als jene Dame ein- sah, daß Gott sie also liebte, so daß Er Jesum als Sühnung für unseie Sünden gab, erfüllte Friede und Freude ihr Herz, und sie mußte Ihn lieben, der soviel für sie getan hatte. „Wer nicht lieb hat, der kennt Gott nicht, denn Gott ist die Liebe." (1 Joh. 4, 8.) Versuchst du Gott zu lieben, damit du errettet weröen kannst? Wenn das der Fall ist, so höre auf damit. Es ist wahr, du solltest Gott lieben, aber solange du unbekehrt bist, liegt es nicht in deiner Kraft. Denke an Seine Liebe zu dir, und du wirst imstande sein, zu sagen: „Wir lieben Ihn denn Er hat uns zuerst geliebt." (1 Joh. 4, 19.)
Versammlungs-Anzeigen.
Bezirk Gießen. Stadtmission Gießen, Löberstr. 7 4.
Jeden Sonntag 1 ’A Uhr: Sonntagsschnle; 4 Uhr: Jung- srauenverein; 8'/- Uhr: Versammlung; 4'/- Uhr: Christlicher Verein junger Männer.
Jeden Mittwoch, abends 8'/- Uhr: Bibelstunde.
Jeden Freitag 8'A Uhr: Gebetsstunde.
Sonntag, den 29. August: Nordeck und Wißmar, abends 3 Uhr: Grimberg; 31.: Altenbuseck; 1. September: Klein- linden, Frauenstunde.
Versammlungen für Lrauen und Jungfrauen
durch Schwester Anna.
Sonntag, den 29. August: Fauerbach bei Ostheim und ttiederweisel.
Anzeigen für die Nummern 37—40 bis zum 29. August ds. Is. erbeten.
Sonntag, den 5 September, nachmittags: Großenlinden abends: Leihgestern; Montag, den 6.: Münchholzhausen Dienstag, den 7.: Hörnsheim; Mittwoch, den 8.: Kinzenbach Donnerstag, den 9.: Allendorf.
Bezirk Bellnhausen.
Sonntag, den 15. August, nachmittags 2 Uhr: Ver sammlung in Bellnhausen.
Sonntag, den 22. August: Versammlung im Freier in Odenhausen.
Sonntag, den 29. August, den 5. und 12. September, nachmittags 2 Uhr: Versammlung in Bellnhausen.


