Sünder an der Wende seines Lebens steht für ewig. Da trifft Gott den wunden Punkt im Gewissen und fordert: Brich mit der Sünde, brich zuerst und sogleich mit der Sünde, welche dich an ihrer Kette hält! Ob dies, wie bei Herodes und ungezählten anderen Menschen, die Sünde unreiner Fleischeslust ist, oder was es ist: dein Wille, dein Herz muß entschlossen sei», im Gehorsam gegen Gott mit der Sünde zu brechen. Die Kraft dazu gibt der HErr, welcher aufrichtiges Flehen erhört. Wenn du die Sünde festhalten willst, so ist es vergeblich, daß du Gottes Wort gern hörst und manches danach tust; das tat Herodes auch. Aber der Dienst der Sünde, der Ungehorsam machte das Wort Gottes kraftlos an ihm. Darum zog ihn der Feind an der Kette, von der er nicht befreit sein wollte, nach dem Abgrunde des ewigen Verderbens. O. D.
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Kenke an das Sterben.
Die vielen Todesnachrichten vom Kriegsschauplatz rufen uns mit erschütterndem Ernste zu: „Denke ans Sterben!" Und wir tun wohl daran, in dieser Zeit des großen Sterbens besonders die Bitte vor Gott zu bringen: „Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden!" sPs. 76, 12.) Das Sterben aber ist uns Gewinn, wenn Christus der Mittelpunkt unseres Lebens geworden ist. Und dazu eben will Christus, der für uns alle gestorben ist und dem vom Vater alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden, auch durch das viele Todesleid dieser ernsten Kriegszeit viele Menschenherzen bringen: Er will viele durch das Todesleid au Sich ziehen nach Seiner Verheißung: „Wenn Ich erhöht werde von der Erde, will Ich sie alle zu Mir ziehen." Er, der arm geworden ist um unsertwillen, damit wir durch Seine Armut reich würden, will alle unsere Verluste in Gewinn verwandeln, und nach Seinen hohen Friedensgedanken sollten alle unsere Verlustlisten zu Gewinnlisten werden. Auch das Sterben teurer Angehöriger auf dem Schlachtfelde will Er für die Hinterbliebenen zum Gewinn machen, indem Er selb st in die eiitstandenen Lücken tritt und Sich selbst mit Seinem einigen Heil denen schenkt, welche Ihn noch nicht hatten, und Sich noch völliger schenkt denen, welche Ihn haben.
Wenn du zu den vielen Trauernden gehörst, die durch eine Todesnachricht vom Kriegsschauplatz betrübt worden sind, bleibe nicht bei deinem Schmerze stehen. Sieh hinweg von dem Schlachtfeld, wo der Teure siel und ins Grab gebettet wurde, auf den Kampfplatz, wo für ihn und für dich das ewige Heil erkämpft worden ist. Laß dich durch den Opfertod unserer Helden, welche durch ihr Sterben uns das irdische Glück und
teilweisedas irdischeLeben g e re t te t h a b e n, erinnern an jenen einen heiligen Opfer- tod, durch welchen uns allen das ewige Leben erworben worden ist. Blicke auf den einen Gerechten, der für die Ungerechten starb, auf Jesum Christum, den ewigen Sohn Gottes, der als das Lamm Gottes am Kreuze der Welt Sünde und auch deine Sünde trug. Und nimm Ihn an als deinen Retter, danke Ihm, daß Er auch für dich ge- storben ist, rufe Ihn, den auferstandenen und zur Rechten Gottes erhöhten HErrn, an als deinen HErrn, bekenne Ihm deine Sünden, gib Ihm dein Herz und lege dein Leben in Seine Hand. So nimmt Er dich an, nimmt dir deine Sünden ab und gibt Sich dir durch Seine» Heiligen Geist; und du bist ein Kind Gottes, bist reich in Gott, hast das ewige Leben und darfst dich auf das Wiedersehen in der himmlischen Friedensstadt mit allen denen freuen, ivelche vor dir im Krieg oder Frieden im Glauben an Jesum Christum heimgegangen sind. E. W.
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Zweierlei Sterben.
Es ist nun bald 100 Jahre her, da lag eine berühmte und geistreiche Frau auf dem Sterbebette. Sie hatte im Leben allezeit einen starken Geist gehabt und konnte über allerlei Dinge sehr klug reden; über Politik und Moral, über Kunst und Wissenschaft hatte sie ihre Ansichten und wußte sie in feiner Weise den Leuten kundzutun. Sie lebte immer in den schönsten Idealen und ließ sich darin nicht gern stören. Da wurde sie krank, und die Krankheit war zum Tode. Die hochfliegende Frau lag auf einmal in der tiefsten Tiefe. Noch nicht ganz fünfzig Jahre war sie alt und sollte schon sterben?! Das fand sie entsetzlich, furchtbar, grausam! Sie schrie ihren Arzt an: „Retten Sie mich, ich gebe Ihnen mein ganzes Vermögen, denn mir graut vor dem Tode!" Aber der Arzt stand machtlos der töd- lichen Krankheit gegenüber, er mußte seine Patientin ihrem Elend überlassen. Ach, wie schwanden doch angesichts dieser furchtbaren Realität des Todes all die Ideale der feingebildeten Frau, die das höchste und beste Ideal nicht kannte, die Jesum nicht ihren' Heiland nannte I —
Komm mit mir an ein anderes Sterbebett, lieber Leser! Da liegt ein Familienvater fast ohne Besinnung. Frau und Kinder umstehen in großer Trauer sein Lager. „Vater, kennst du mich?" so fragt eins von den Kindern, aber er gibt keine Ant- wort. Weinend beugt sich seine Gattin über ihn: „Erkennst du mich?" Nur ein starrer Blick, kein Zeichen der Teilnahme und Liebe mehr! Da naht sich ein alter Freund und fragt den Sterbenden: „Denkst du au Jesum Christum?" Und stehe, die erstorbenen Züge verlieren ihre Starrheit, es folgt ein helles Aufblitzen, ein freundliches Lächeln, und


