Hiob.
(Hiob 33, 23. 24 )
Die Armut und die Leiden Hiobs sind sehr bekannt. Aber was Hiob durch seine Trübsalswege lernen sollte und gelernt hat, verstehen nur die, welche sich ernstlich mit Gott und Gottes Wort beschäftigen.
Die Heilige Schrift sagt uns klar, daß unser Herz böse ist von Jugend auf, und daß wir alle abgewichen sind und alle gesündigt haben.
Ja, weil unser Inneres sündhaft ist, weil der Stamm, unsere Natur, durch die innewohnende Sünde verderbt ist, deshalb ist auch unser äußeres Leben, sind unsere Worte und unsere Werke nicht rein vor Gott
Dieses zu erkennen, wurde dem Hiob schwer, und das ist auch heute keine leichte Lektion.
Doch die innewohnende Sünde soll uns jetzt nicht beschäftigen, sondern wir wollen uns daran erinnern, daß Gott allen Menschen zeigen will, daß wir durch unser Tun und Lassen vor Ihm Sünder und Schuldner sind.
Um die Menschenkinder davon zu überzeugen, führt Gott oft ernste Leidenswege, denn der HErr Jesus sagt doch selbst: „Es ist besser, als ein Krüppel oder lahm oder einäugig in das Leben entgehen, als mit zwei Händen oder Füßen oder Augen in die Hölle geworfen zu werden."
Aber wenn Gott in Seiner ewigen Liebe Trübsal und Leiden sendet, wie oft geschieht es dann, daß das Herz des Menschen erbittert wird gegen Gott, anstatt sich zu beugen! Und dann jucht Gott Boten, Gesandte, wie die oben angeführte Schriftftelle im Buche Hiob sagt. Gott sendet solche Boten, die selbst aus der Finsternis in das Licht gekommen sind, die selbst ihre Sünden erkannten und die Gnade und Liebe Gottes verstehen, die solchen Gebeugten die Gedanken des Heils verkündigen, die ihnen die Botschaft von Jesu dem Gekreuzigten bringen.
Bist du, teurer Leser, einer von den Leidenden? Hast du selbst durch den gewaltigen Krieg schwere oder leichte Verwundungen erlitten? Oder ist dein teurer Gatte, dein Vater, dein Sohn oder dein Bruder auf dem Schlachtfelde gefallen? Dieses Blatt will dir ein göttlicher Bote sein und dir Zurufen: „Latz dich versöhnen mit Gott!" Es will dich erinnern an die Nichtigkeit des Lebens, das so schnell vorüberzieht, und an die endlose Ewigkeit, der wir alle cntgegeneilen. Ja, Sein Wort sagt: „Schicke dich an, deinem Gott zu begegnen!"
Und wenn du denkst: „Wie kann ich mich dazu schicken und zubereiten, Gott zu begegnen?" so wisse, daß Gott über uns Sein Erbarmen groß gemacht und eine Sühnung gegeben hat. Am Kreuze litt Jesus, der vielgeliebte Sohn Gottes, als der Gerechte für die Ungerechten. Dort hat der Sohn Gottes für uns Sein Blut
vergossen, das rein macht von aller Sünde. Und damit hat Er eine vollkommene Sühnung zu- wege gebracht und eine ewige Erlösung er- funden (Ebr. 9, 12) für alle, die vor Ihm in aufrichtiger Reue ihr Tun und Lassen beklagen und bekennen und in Jesu offene Arme eilen, zu Ihm vertrauensvoll ihre Zuflucht nehmen. Von ihnen sagt das Wort Gottes: „Ihrer Sünden und ihrer Ungerechtigkeiten will Ich nicht mehr gedenken." (Ebr. 10, 17.)
Gott sei gepriesen für Seine unergründliche, ewige Liebe, daß die Versöhnung durch Jesu Opfertvd nicht für einige, sondern für alle Menschen vollbracht ist.
Nun lege dieses Blatt nicht schnell weg, sondern denke ernstlich darüber nach, ob du schon durch Sündenerkenntnis und Vertrauen auf Jesu Blut zum Frieden mit Gott gekommen bist.
O. D.
Wirkung von Siegen.
„Allo half der HErr Israel an dem Tage von der Ägypter Hand, lind sie sahen die Ägypter tot am Ufer des Meeres, und die große Hand, die der HErr an den Ägyptern erzeigt hatte. Und das Volt fürchtete den HErrn und glaubten Ihm und Seinem Knecht Moses. Da sang Moses und die Kinder Israel dies Lied dem HErrn und sprachen: Ich will dem HErrn singen, denn Er hat eine herrliche Tat getan."
2 Mose 14, 30-15, 1.
Welch eine erhebende Stunde war es doch in Israel, als sie die Heeresmacht Pharaos tot am Ufer des Roten Meeres liegen sahen! Moses beschreibt den Untergang jener Armee mit den Worten: „Der Feind gedachte: Ich will nachjagen und erhaschen und den Raub austeilen und meinen Mut an ihnen kühlen; ich will mein Schwert ausziehen, und meine Hand soll sie verderben. Da ließest Du Deinen Wind blasen, und das Meer bedeckte sie, und sie sanken unter wie Blei im mächtigen Wasser." (2 Mose 15, 9. 10.) Aus diesen Worten sehen wir, daß Gedanken der Habgier, des Übermutes und der Grausamkeit die Ägypter erfüllten, als sie Israel zum Roten Meere nachjagten. Sie hatten Israel gründlich berauben, recht übermütig behandeln und aufs grausamste niederwerfen wollen. Statt dessen lag nun die stolze Armee mit ihrem König tot am Meeresnfer. Welch ein Anblick!
Welche Wirkung hat nun dieser ohne Schwert- streich durch Gottes Hilfe erlangte Sieg gehabt? Wir können von einer doppelten Wirkung reden: Zuerst von einer niederschmetternden auf alle Feinde Israels. Diese beschreibt Moses mit den Worten: „Da das die Völker hörten, erbebten sie; Angst' kam die Philister an; da erschraken die Fürsten


