jcbcn einzelnen unseres Volkes in das Licht Seiner Wahrheit und Gnade. Niemals sind wir so . gewaltig davon überführt worden, daß wir in einer Welt der Lüge leben wie in diesem Kriege. Schamlos, listig, raffiniert wird gelogen von den uns feindlichen Fürstenthronen und Ministersesseln, in den Parlamenten, in den Zeitungen, in Proklamationen und Telegrammen bis hin zu jenen erbarmungslosen Betrügern, die unsere treuen Soldaten mit Scheinfreundlichkeit in ihre Häuser ausnahmen, um dann den arglos Schlafenden die Gurgel durchzuschneiden oder auf ein gegebenes Signal die harmlos Vertrauenden niederzuschießen Vielen gehen die Augen darüber auf, wessen der Mensch fähig ist — und diese Verbrecher und schamlosen Lügner, Mörder und Betrüger nennen sich Christen. Vielleicht ist dies die frechste Lüge unter allen Lügen der Menschen. Aber nun richtet Gott an unser geliebtes deutsches Volk die Frage: Seid ihr Christen? Kennt ihr wirklich den gekreuzigten und auferstandenen Sohn Gottes als euren Erretter und Versöhner? Habt ihr euer Leben in Seinem Licht beschaut, habt ihr eure Sünden unter das Kreuz von Golgatha ge- bracht? Habt ihr glaubend in die Todeswunden des Sohnes Gottes geschaut? Hat wirklich das Blut und Opfer des Sohnes Gottes den Fluch von eurem Leben weggenommen und habt ihr gefunden Frieden mit Gott, die Gewißheit der Gnade, die Gotteskindschaft und das ewige Leben?
Erst wenn mau dies gefunden hat, ist man ein Christ. Erst dann wird der große Lug und Trug des Schein- und Namenchristcntums durchbrochen, und der begnadigte Sünder tritt in das Licht der Wahrheit.
Welch köstliches Vorrecht, Jesum zu erkennen, die Wahrheit und Wirklichkeit Seiner heiligen Gegenwart, Seines untrüglichen Wortes und die Wahrheit der glückseligen Hoffnung ewiger Herrlichkeit im Vaterhause droben! Dazu ruft Gott unser deutsches Volk. Sein Ruf ist deutlich. Gott schenke, daß ihn viele verstehen! v. V.
Gott redet.
Wie furchtbar ernst redet Gott in diesem Kriege zu den Menschenkindern I Es sind nicht mehr Tausende und Zehntausende, nein, es sind Millionen von Kriegern, die in den verschiedenen Völkern Europas verwundet, vermißt und gefallen sind. Ja, welch ernste Sprache redet Gott! Die Welt hat sie vielleicht noch nie in diesem Ernst vernommen. Und es sind gewiß auch schon Tausende, die als Krüppel und Gefangene von Herzen zu Jesu Christo, dem Heilande, geeilt sind, um nun durch Ihn ins ewige Leben einzugehen. Und wie viele mögen auch unter den Gefallenen noch von Herzen, im
Bewußtsein ihrer Schuld und Verderbtheit, zu Jesu Christi, dem Erlöser, sterbend ihren Glaubensblick erhoben haben und so zu Ihm ins ewige Leben eingegangen sein! Gott weiß es. Aber niemand warte bis zur elften Stunde mit seiner Bekehrung, denn wenn auch der Schächer am Kreuze noch Gnade fand und so noch gerettet wurde, so zeigt uns doch Gott in dem anderen Schächer, daß nicht jeder noch in der elften oder letzten Stunde Gnade findet und selig stirbt.
Ach, wir fürchten, daß viele Krieger, die an- gesickts des Todes ihr früheres Leben verurteilten und sich nun endlich bekehren wollten, schon wieder vergessen haben, was sie im Lichte Gottes und am Rande der Ewigkeit erkannt und gelobt haben. Viele Krieger, auch Verwundete in den Lazaretten beweisen uns dies. Ach, was wird ihr Ende sein? Sie erinnern uns an Pharao. Wenn eine Plage von Gott über ihn kam, so schrie er um Hilfe. Und nahm Gott die Plage weg, so war er wieder der alte Pharao. So verhärtete sich sein Herz. Und zuletzt raffte ihn Gott weg in seinen Sünden. Wie ernst aber, daß geschrieben steht: „Es ist
furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen!" (Ebr. 10, 31.) Der Krieg mag furchtbar sein, und er ist es wahrlich, aber er ist noch nicht die Hölle, obwohl mancher Kämpfer, der im mörderischen Feuer stundenlang aushalten mußte, ihn damit verglichen und ihn selbst so genannt hat. Nein, die Hölle ist der Krieg noch nicht. Er ist vielmehr für viele der Eingang in den Himmel geworden, indem sie hier den Heiland von Herzen suchten und fanden; und das wird von der Hölle nie gesagt werden können. Wie manche auch sind dort gefallen, die schon, ehe sie zum Krieg gerufen wurden, dem HErrn Jesu, dem Heiland, angehörten.
O teurer Leser, wie steht's um dich? Ob du im Felde bist oder daheim, ob Krieger oder nicht, du mußt Jesum Christum als deinen Erlöser und HErrn im Glauben ergriffen haben und besitzen, sonst hast du kein Teil bei Gott und in Seiner ewigen Herrlichkeit. Was immer du auch verloren haben magst an Blut und Gut oder teuren Angehörigen, laß es dir zum Segen, zum bleibenden Segen gereichen. Höre und bedenke, was Jesus Christus, der Sohn Gottes, von jedem Leiden sagt: „Es ist dir besser ... als hinabzufahren in die Hölle." Wisse, wer du auch seist, teurer Leser, liebes Menschenkind, Gott hat Gedanken des Friedens über dich; Er ist es, der so die Welt geliebt, daß Er Seinen eingeborenen Sohn für uns alle in Not und Tod dahingegcben hat zu unserem Heil, auf daß jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. G. B. d. F.


