Doch wie wunderbar, auch der Mensch kann sich 1 desselben erfreuen und zwar in einer weit tieferen ! Weise als die Engel. Sein Lob und seine Anbetung gründen sich auf die Erkenntnis der Liebe Gottes, auf das, was Gott ist und was Er durch Jesum vollbracht hat.
Eph. l, 3 ist ein solch herrlicher Lobgesang. Das Herz des Apostels ist voll, und er gibt seinen Gefühlen Ausdruck, indem er sagt: „Gepriesen sei Gott und der Vater unseres HErrn Jesu Christi!" Woher kommt dieses Lob? Paulus denkt an Ihn als den Schöpfer, den Allmächtigen, den Aller- höchsten, als den Ewigen und Unveränderlichen. Aber er denkt weiter au Ihn als den Gott, der Seinen^ingeborenen Sohn gab. Paulus denkt an den Sohn Gottes, welcher ihn geliebt und Sich für ihn dahingegeben hat, und welcher damit sein Herr geworden ist. Er denkt an Jesum und sieht Ihn, wie Er hienieden wandelte in vollkommenem Gehorsam und Hingabe an Gott; er sieht Ihn, wie Er Gott allezeit vertraute, ja, dessen Vertrauen und Hingebung selbst dann nicht wankten, als Er am Kreuze ausrufen mußten „Mein Gott, Mein Gott, warum hast Du Mich verlassen?" Der heilige, ge- rechte und barmherzige Gott ist durch Jesum ver- herrlicht worden. In Jesu sehen wir einen Menschen, welcher in Wirklichkeit und in vollkommener Weise sagen konnte: „Ich sage von Jehovah: Meine Zuflucht und meine Burg; mein Gott, auf Ihn will ich vertrauen." (Ps. 91, 2.) Er war „der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schob ist", auch in der Zeit, als Er auf der Erde ivandelte. Er redet von dem Willen Seines Vaters; Er enthüllt Dessen Gnade und Liebe; Er ehrt Seinen Vater im Gehorsam, und Sein Vater verherrlicht Ihn; Er wirkt nur in Gemeinschaft mit Seinem Vater; Er empfängt alles von Seinem Vater, und Er freut Sich, zu Seinem Vater zurückzukehren. Und als in Gethsemane der bittere Kelch vor Ihm stand, nahm Er ihn aus der Hand Seines Vaters. Und nachdem Jesus am Kreuze durch die Stunden des Verlassenseins gegangen war, wo das Angesicht Seines Gottes sich vor Ihm verhüllte und Er den Kelch der Leiden geleert hatte, wandte Er Sich wieder an Seinen Vater: „Vater, in Deine Hände befehle Ich Meinen Geist!"
Paulus hatte Gott kennen gelernt, und er wußte, daß der Gott und Vater unseres HErrn Jesu Christi auch sein Gott und sein Vater war. Und Gott sei gepriesen, Er ist der Vater aller, welche Jesum - Christum als ihren Erlöser, Erretter, Heiland und Herrn erkannt haben.
Hast du, teurer Leser, das hohe Vorrecht, vor Gott deine Knie zu beugen und sagen zu dürfen: Abba, Vater, Du Gott und Vater meines HErrn Jesu Christi, Du bist auch mein Vater!? Ol D.
Zeitiges Mahnen.
Dem Heiligen Geiste, der gnädig dich straft Und sich am Gewissen bez.uget mit Kraft.
Dem sollst du nicht länger, o Mensch, widerstehn Versäumst du die Gnade, ist's um dich gescheh'n
Und bist du bekehret von Sünden und Tod Zu Jesu, dem Heiland und Retter in Not,
So werde voll Geistes, betrübe Ihn nicht,
O folge Ihm stündlich und wandle im Licht.
Oft wird man im Laufe so müd' und so matt, Daß manchmal die Seele kaum Leben mehr hat, Da braucht's neue Flammen von oben herab: Drum dämpfe den Geist nicht, daß Er dich erlab'!
Th. K.
3>tc wichtigste Arage.
Viele ernste Fragen beschäftigen gegenwärtig die Genlüter. Doch die wichtigste unter allen ist unstreitig die Geioissens- und Herzensfrage: Was soll ich denn mit Jesu tun, den man Christus nennt? Matth. 27, 22.) In dieser ernsten Zeit drängt sie sich uns mit Macht auf. Wie wollen wir sie beantworten? Wer ist Jesus Christus? fragen ivir zunächst. Ec ist der menschgewordene Gottessohn, der Erretter und Seligmacher der Menschen, der Gesalbte Gottes. Er ist größer an Macht und Liebe, Heiligkeit nnd Gerechtigkeit als alle 300 Name» und Titel, welche Ihm die alitestamentlicheu Seher und Propheten beigelegt haben. Je und je sind Philosophen, Künstler und Gelehrte aufgetreten, die ihr Wissen und Können in den Dienst der ent- wickelungsfähigen Menschheit gestellt haben. Nie aber hat ein Mensch solch einen Einfluß auf die Sünderwelt ausgeübt wie Jesus Christus — hoch- gelobt in Ewigkeit. Hat Er nicht das Dunkel gelichtet, das große Rätsel unserer Erlösung gelüst, den Weg zum Vaterherzen Gottes gebahnt? Wer außer Ihm hätte es wagen dürfen, der leidenden Menschheit zuzurufen: „Kommt her zu Mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch er- quicken!" Nur Cr, der ewige Gottessohn, konnte mit göttlicher Autorität sagen: „Ich bin der We;z und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch Mich." Sein Erlösungswerk als vollgültiges Opfer für die Sünden der ganzen Welt steht unvergleichlich da in der Geschichte. Christus ist unserer Seele Licht und Leben, unsere Gerechtigkeit und Heiligung, der Anfänger und Vollender unseres Glaubens, die göttliche Fülle der Kraft und Gnade, aus der wir in Ewigkeit schöpfen werden.
Wer nur immer die Gnade Gottes sucht, erfährt die Wahrheit des Wortes: „Wo Jesus Christus ist der Herr, wird's alle Tage herrlicher." Ist nun Jesus für alle Menschen gekommen, so kann der ganzen Welt, die gegenwärtig mehr denn je im


