Argen liegt, geholfen werden, wenn sie sich nur helfen lassen will. Und nun entsteht die persönliche Frage: Was soll ich denn mit Jesu tun? Pilatus wußte nicht, was er mit dem Angeklagten tun sollte. Zwar hätte er es wissen können. Seine Gattin hatte ihn diesbezüglich wohl unterrichtet. Auch war er im tiefsten Herzensgründe von Jesu Unschuld überzeugt. In großer Verlegenheit wollte er zunächst neutral sein, d. h. Jesuin schonen, ohne es mit irgendeiner Partei zu verderben. Zu einer unzweideutigen Enlscheidnng gezwungen, siegte jedoch die Menschenfurcht auf Kosten der Gerechtigkeit. Kein Mensch denke, Jesu gegenüber neutral bleiben zu können. Die Pharisäer und Schriftgelehrten wußten sehr gut, was sie mit Jesu tun wollten. Aus Haß und Neid ward Er von ihnen ans Fluch- holz geheftet. In der gegenwärtigen Weltzeit würden die Feinde des Kreuzes Jesu kaum anders haiideln. Was aber die Freunde Jesu, insonderheit seine Jünger, mit Ihn, getan haben, darüber geben uns die neutestamentlicheu Schriften klar und deut- lich Auskunft. Doch welche Bedeutung hat Jesus, der erhabene Gottessohn, für uns? Ist der Mann der Schmerzen, vor dem man das Angesicht verbarg, der Quell unserer Freude, der Stern unserer Hoffnung geworden? Haben wir in Seinem bitteren und schmachvollen Todesleiden die Herrlichkeit des Vaters entdeckt? Vielen ist die Martergestalt Jesu zuwider. Weil sie noch nie ihre Gedanken-, Wort- und Tat- jünden im Lichte des Wortes Gottes und der Ewigkeit erkannt haben, glauben sie, Jesum, den alleinigen Seligmacher der Menschheit, entbehren zu können. Lieber Leser, bist du sündenbeladen, reumütig und gläubig zu Jesu gekommen? Ist Er für dich der unentbehrliche Mann, dessen Gunst dir mehr gilt als alle Welthcrrlichkeit? CH. Th.
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Aür dich.
»Wir sterben, aber Deutschland ivird leben I" So schrieben tapfere Bayern an den Eisenbahn- wagen, in dem sie dem Feinde entgegensuhren. Für das teure Vaterland, für die Lieben in der Heimat starben unsere Krieger. Ihr Heldentod ivar ein Opfertod! Für uns! Für dich!
„Drum, die ihr uns liebt, nicht geiveint und geklagt; das Land ist ja frei, und der Morgen tagt, wenn wirs auch nur sterbend gewannen!" — Und von den einsamen Kreuzen auf den stillen Heldengräbern wandern unsere Gedanken nach jenem stillen Hügel, wo vor zwei Jahrtausenden ein Kreuz errichtet wurde, an dem der Erlöser der Menschen gehangen. Hinimel und Erde schauen zu. Die Welt hält den Atem an. Die Sonne verliert ihren Schein. Jesus ist von Gott verlassen. Unsere Sünden lagen auf Ihm und bildeten eine Scheidewand zwischen Seinem Vater und Ihm.
Dann, die schauerliche Stille durchbrechend, ruft der Erlöser aus: „Es ist vollbracht!" Es war auch ein Opfertod. Er war der Hejlige und Reine, Gottes Sohn selbst. Und starb für andere! Für uns! Sein Tod brachte uns das Leben.
Als unser großer Hoherpriester sitzt Er jetzt zur Rechten des Vaters im Himmel und vertritt uns, will uns durch Leiden und Trübsal näher zu Sich ziehen, in unsere Dunkelheit Licht bringen und sich der Mühseligen und Beladenen in besonderer Weise annehmen. „Weine nicht! Siehe, es hat überwunden der Löwe aus Juda!" Bei manchem, der erst beim Hinsterben seiner Lieben geklagt und geweint und Gott nicht mehr verstand, ging's durch Nacht zum Licht. Von den Gräbern der Lieben wanderten die Gedanken nach dem stillen Hügel Golgatha. Und durch den Glauben an den Gekreuzigten zog Frieden ein in die unruhige Seele, in das zerrissene Herz. Selig, wer sagen kann:
Ich lag in tiefer Todesnacht,
Tu wurdest meine Sonne.
Die Sonne, die mir zugebracht Licht, Leben. Freud' und Wonne.
O Sonne, die das werte Licht Des Glaubens in mir zugericht't,
Wie schön sind Deine Strahlen I
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Du ßtfft die Wulst!
Du hast die Wahl, zwei Wege stehn dir offen,
Zwei Reiche öffnen ihre Pforten dir;
Zwei Herren sind's, die deine Gunst erhoffen,
Tie bitten dich: „Geselle dich zu mir!"
Der eine bietet dir für dieses Leben
Des Glückes Gunst, der Freude süßen Wahn;
Der andre will dir ew'ge Kronen geben Für treuen Dienst auf schmaler Kreuzesbahn.
Du hast diö Wahl — rechts siehst du mächtig fluten Den breiten Ström, der rauschend abwärts fließt,
Der unaufhaltsam nach der Hölle Gluten Zum Strudel des Verderbens sich ergießt.
Doch während rechts bequem die Massen schwimmen, Schaut links dein Blick den schmalen, steilen Pfad, Ihn wandeln still, die lichte Höh'n erklimmen.
Die Sonnenhöh'n der ew'gen Lieb' und Gnad'.
Du hast die Wahl — entscheide dich noch heute, Verschließ dem Gnadenruf dein Herze nicht!
O bleibe nicht des bösen Feindes Beute.
Der nichts als Eitelkeiten dir verspricht!
Er hält die Menschen in des Geist's Umnachtung,
Er blendet sie mit leerem Gaukelspiel,
Er mästet sie bis auf den Tag der Schlachtung —
Der Feuerpfuhl — das ist ihr Reiseziel.
Du hast die Wahl! Mein Freund, so laß dich warnen, O täusche dich in falscher Hoffnung nicht!
Laß länger dich vom Satan nicht umgarnen,
Der oft erscheint als Engel rein und licht!
Er legt so gern nach seiner eignen Weise Ten Opfern seiner List die Bibel aus,
Er mengt sein Gift auch in die Seelenspeise Und lehret keck in Gottes Volk und Haus.


