Ausgabe 
16.5.1915
 
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sie Seine Predigt in der Schule zu Kapernaum über das Essen Seines Fleisches und Trinken Seines Blutes eine harte Rede genannt hatten (Joh. 6, 60 ff.), sprach Er zu ihnen:Ärgert euch das? Wie, wenn ihr dann sehen werdet des Menschen Sohn auffahren dahin, da Er zuvor war?" Und der Magdalena sagt der Auferstandene:Ich fahre auf zu Meinem Vater und zu Eurem Vater." (Joh. 20, 17.) Nun war das Wunderbare geschehen; Er war ihren Blicken ent- schwebt, und in menschlich natürlicher Weise sind aller Augen noch an die Stelle gebannt, wo sie die heilige Gestalt zuletzt geschaut haben.

Wie bei Jesu Geburt und Auferstehung treten hier Engel in die Erscheinung. Die Jünger sehen zwei Männer in weißen Kleidern, welche sagen:Ihr Männer aus Galiläa, was steht ihr und seht gen Himmel? Dieser Jesus, welcher von euch ist ausge­nommen gen Himmel, wird kommen, wie ihr Ihn gesehen habt gen Himmel fahren." So natürlich dies Schauen nach dem Himmel ist, so darf die natürliche Regung der Gefühle doch nicht die Herr­schaft behalten, sie muß der Pflichterfüllung weichen. Pflicht aber ist es, das Gebot des Meisters zu er- füllen wie Knechte, die auf das Kommen ihres Herrn warten. Für die Elf galt als nächstes Gebot, bis zur Geistesofsenbarung in Jerusalem zu bleiben. Darum wandten sie auch gehorsam um, gen Jeru­salem, von dem Berge, der da heißt der Olberg, welcher ist nahe bei Jerusalem, und liegt einen Sabbater- weg. davon.

Also in sichtbarer, erkennbarer Gestalt wird Er wiederkommen, so wie die Jünger Ihn sahen gen Himmel fahren? Ja, so sagt es der Engel Wort, so stimmt es auch mit anderen Zeugnissen der Schrift. Mögen wir nun dafür sorgen, daß Er uns wachend stndet, indem wir treu das tun, was Er uns in unserer alltäglichen Lebensaufgabe oder durch be- sondere Lebensführungen als Pflicht anweist im Aufblick zum HErrn, der, nach dem Schluß der Offenbarung, zeugt:Ja, Ich komme bald. Amen, ja, komm, HErr Jesu!"

K

Du öist in die Köye gefahren

und hast das Gefängnis gefangen; Du hast Gaben empfangen für. die Menschen, auch die Abtrünnigen, auf daß Gott der HErr daselbst wohne." (Ps. 68,19.)

Am Himmelfahrtsfeste feiern wir die Heimkehr unseres Königs Jesus. Er hat im Feindeslande den Kampf ausgenommen mit dem Fürsten der Welt. In heißer Schlacht hat Er ihn bezwungen und ihm seine Macht genommen. Nun kehrt Er in die Hei- mat zurück, aus der Er Weihnachten ausgezogen. Die Legionen heiliger Engel stehen zum Empfange des Königs bereit, der heimkehrt ans Kampf und

Sieg. Sie wollen Ihn grüßen mit ihren Jubelchören, so wie sie einst Seine Menschwerdung begleiteten mit ihrem Lob in heiliger Nacht. Aber sie ver- stummen mit ehrfürchtigem Schweigen grüßen sie den König: sie schauen die Wunden, die Er mit- bringt aus dem Kampfe. Sie schauen die zerrissene Stirn, sie schauen die durchbohrten Hände, die durch- nagelten Füße. O, wie groß, wie schwer ist das Opfer gewesen, das der König gebracht hat! O, wie groß ist Seine Liebe!

Aber nicht nur Wunden bringt Er mit! Er ist in die Höhe gefahren und hat das Gefängnis ge- fangen. Wie einst ein römischer Feldherr die be- siegten Könige an seinen Triumphwagen spannte, wenn er in die Stadt Rom Einzug hielt nach be^ endetem Feldzuge, so führt auch Jesus die Macht- Haber der Unterwelt gefangen. Mit ihrer Gewalt ist es vorbei.

O Tod, wo ist dein Stachel nun?

Wo ist dein Sieg, o Hölle?

Was kann fortan der Feind uns tun,

Wie grimmig er sich stelle?"

Geschlagen! Besiegt! Und nun freue dich, liebe Seele, jetzt teilt der Sieger Seine Gaben aus. Was Er errungen und erstritten in heißem Kampf, das hat Er für dich erkämpft!Er hat Gaben empfangen für die Menschen." Gelobt sei Gott da- für! Nun brauchen wir keine Sklaven der Sünde mehr zu sein; wir brauchen nicht mehr im Kerker zu schmachten, gebunden und gefangen. Jesus gibt uns die Freiheit, die herrliche Freiheit der Kinder Gottes! Nun brauchen wir uns nicht mehr zu fürchten vor den Nachstellungen des Feindes und vor der Größe unserer Aufgaben: Er gibt uns Seinen Geist, der als Kraft aus der Höhe uns er­füllt und beseelt zum Krieg und Sieg

Er hat Gaben empfangen nicht für Sich, o nein! Nie hat Er etwas für Sich behalten, für Sich gebraucht. Alles stellt Er in den Dienst der Menschen, auch der Abtrünnigen, auf daß Gott der HErr daselbst wohne, auf daß Gott zu Seinem Rechte komme!

Bist du vielleicht auch so ein Abtrünniger? O öffne Herz und Hände für die Gaben des Königs, damit du auch mit einstimmen und jubilieren kannst: Du bist in die Höhe gefahren und hast das Ge­fängnis gefangen; Du hast Gaben empfangen für die Menschen, auch die Abtrünnigen, auf daß Gott der HErr daselbst wohne!" E. M.

K

Der Kläuöige.

Der Gläubige war einst, wie alle Menschen, durch seine Sünden von Gott getrennt und ohne göttliches Leben. Aber er hat dies erkannt und hat sich mit ernstem und tiefem Verlangen nach Ver-