Ausgabe 
16.5.1915
 
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gebung seiner Sünden zu Christo, dem einzigen Mittler und Versöhner, gewandt. Auf Grund des Wortes Gottes ist er seiner Annahme bei Gott ge- wiß geworden. Er ist somit durch Jesum, der für ihn starb und nun zur Rechten Gottes ihn vertritt, zu Gott gebracht worden. Er hat Frieden mit Gott, Gemeinschaft mit Gott, ist ein Kind und Erbe Gottes.

Das Vorrecht der Gläubigen ist nun, Gott zu dienen, denn der Apostel Paulus schreibt an die jungen Christen zu Thessalonich (1 Thess. 1, 9. 10): Ihr seid bekehrt, zu dienen dem lebendigen und wahren Gott und zu warten Seines Sohnes vom Himmel. Hier haben wir ein hohes Vorrecht und zugleich eine ernste, verantwortliche Aufgabe, wozu wir täglich neuer Gnade von Gott bedürfen. Diese dazu nötige Gnade finden wir, wenn wir täglich mit Verlangen Sein teures Wort lesen und beachten, wenn wir es zu Herzen nehmen und erwägen, wenn wir uns davon nähren und es befolgen. Wir er- fahren dann, welche wunderbare Quelle der Kraft

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Dieses Forschen in der Schrift muß selbstver- stündlich mit ernstem Gebet zu Gott geschehen O, wenn wir nie versäumten, täglich mit Gebet und Lesen des Wortes unser Tagewerk zu beginnen I L>o werden nicht nur die kostbaren Beziehungen, die wir zu Gott haben, ivach und lebendig erhalten, wir werden auch kräftiger am inneren Leben, wir nehmen Gottes Wesen und Gesinnung völliger in uns auf.

Dieser Weg führt uns zu wahrer Gottesfurcht und zur Freude im HErrn.

Diese Furcht ist allerdings nicht die Furcht eines geangstigten Gewissens und eines noch unver- söhnten Herzens. Von dieser Furcht und Seelennot, die im Blick auf die Ewigkeit und auf Gottes ge° rechte Strafe das Herz beschwert, ist der wahre Christ befreit; er hat in Reue und Schmerz Ver­gebung gesucht und gefunden im Glauben an Gottes Wort, das ihm bezeugt, daß das kostbare Blut Jesu Christi, des Sohnes Gottes, rein macht von aller Sünde, il Joh. 1, 7.) Die Erkenntnis von Gottes Liebe die den Sohn für uns geopfert hat, schenkt dem Herzen Frieden; die einst wohlbegründete Furcht ist hin sie ist verschwunden mit der Schuld, die Gott dem Gläubigen bei der Rettung seiner Seele getilgt und auch vergeben hat. So steht geschrieben:Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht hat Pein Wer sich aber fürchtet, ist nicht vollendet in der Liebe." il Job 4, 18 .) [ ° y '

Aber eine andere Furcht ist mit dem göttlichen Frieden in das Herz eingezogen: die heilige Furcht des HErrn I Der Unbekehrte kennt sie nicht; sie ist ihm fremd. Aber sie ist der Weisheit Anfang.

Sie haßt das Böse und weicht der Sünde aus' sie sticht vor ihr, weil sie der Seele Verderben und für Gott der größte Schmerz ist. Auch mahnt der hohe Preis, den Gott in Seinem Sohn für uns gegeben hat, den Gläubigen stets zum Wandel in der Furcht des HErrn.

Hast du, teurer Leser, noch nicht das Recht, dich zu den Gläubigen zählen zu dürfen? O, dann bitte Gott um Licht über dich selbst, erkenne deine Sünden und wende dich in ernstem, tiefem Verlangen nach Vergebung deiner Sünden zu Jesu Christo, dem Heilano, welcher auch für dich am Kreuze starb.

O. D.

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Triumph.

(Ps. 68, 19.)

Jesus hat unsere Feinde, Hölle, Fleisch, Welt und Tod, so besiegt, daß Er über sie triumphieren kann. In Seinem Tode hat Er sie besiegt, in Seiner Himmelfahrt hält Er gleichsam den Triumph. Er geht nunmehr in den Himmel ein als der eioige Hohepriester, der alle die mit Gott versöhnt hat, die Ihm der Vater gegeben hat. Deshalb heißt es'nun für alle Sünder, die zu Ihm kommen:Wer zu Mir kommt, den werde Ich nicht hinaus­stoßen." Der zweite Segen, den uns die Himmel­fahrt Jesu spendet, sind die Gaben, die Er emp­fangen hat für die Menschen, wie unser Text sagt: Du hast Gabe» empfangen für die Men- schen." Die Hauptgabe, die Er ihnen gibt, ist Seine Gnade, die Gnade, vermöge der Er uns alle Sünden erläßt. Mit der sündenvergebenden Gnade sind alle anderen Gaben verbunden. Ihr geht voraus der Glaube, denn derselbe ist die Hand, womit diese Gabe empfangen wird; ihr folgt nach der Friede und die Freude im Heiligen Geist. Mit ihr ver- Kunden ist die dankbare Gesinnung des Menschen, der nun, nachdem ihm Barmherzigkeit widerfahren ist, alle seine Kräfte in den Dienst des HErrn Jesu stellen möchte. Mit dieser Gabe sind verbunden die neuen Kräfte des Geistes Gottes. Und wie der Hei- land gen Himmel gefahren ist, so haben durch Ihn die Gläubigen auch die Gabe, daß sie nach ihrem Tode das ewige Leben genießen werden.

_ Sehr tröstlich ist es, daß es in unserem Text beißt:Du hast Gaben empfangen auch für die Abtrünnigen, daß Gott dennoch daselbst bleiben wird." Aber für welche Abtrünnige allein hat der HErr Jesus Gaben empfangen? Nicht für die, welche in ihrer Rebellion, in ihren Sündenwegen beharren wollen, sondern für die Abtrünnigen, die sich aufs neue nach Gnade sehnen, die mit David beten:Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz, und gib mir einen neuen gewissen Geist!" für die, welche mit den