Ein Wort an die Kinleröliebenen gefallener Krieger.
Als Reserveleutnant mußte ihr Mann in den Krieg. Er ahnte wohl, daß er nicht wieder heim- kehren werde. Als er Abschied nahm von seinen Kindern, schaute er sie mit langem Blicke an. Dann sagte er: „Ich hätte sie so gern heranwachsen sehen!"
Dann waren noch etliche Briefe gekommen und dann die Nachricht: „Gefallen!" Im Schützengraben war er einen Augenblick aus der Deckung aufgetaucht, und da hatte er den tödlichen Kopfschuß empfangen.
Gefallen!
Ihr Lebensglück, ihr trautes Heim, alles war zerstört. Wie leer war ihr Haus nun geworden, wie leer ihr Herz! War ihr Mann doch ihr alles gewesen: Vater und Mutter, Freund und Bruder! Sie hatte ja niemand auf der Welt als nur ihn, niemand. Und dieser eine Mensch, der sie verstand, der sie liebte, für den sie lebte, — gefallen.
Das waren furchtbare Tage und furchtbare Nächte.^ Sie war auch vorher einsam gewesen, als er ins Feld gezogen war, aber nun lag die Einsamkeit auf ihrer Seele wie eine schwere Last.
Ist es dir auch so gegangen wie dieser lieben Frau? Hast du auch deinen Gatten verloren, den Freund deines Herzens, deinen Berater und Führer durchs Leben?
O, das ist schweres Leid, auch wenn du nicht so einsam bist wie diese teure Frau. Auch wenn du noch Eltern oder Geschwister hast, schweres Leid ist es doch, so einsam geworden zu sein und den Arm entbehren zu müssen, auf den du dich lehnen konntest in Freud und Leid, der dich stützte und hielt. Und wenn auch Kinder dich umgeben mit ihrer Liebe, wenn auch aus ihren Augen der Vater dich anschaut, einsam bist du doch im tiefsten Herzen, da du den Gatten verloren hast von deiner Seite. ^ Es ist dir auch nur ein karger Trost, daß Tausende und aber Tausende von Frauen in der gleichen Lage sind um du. Dein Herz ist einsam, dein Leben hat eine schmerzliche Lücke empfangen.
Und doch, teures Herz, da ist Einer, der wartet darauf, dir Seine Liebe zu offenbaren. Das ist Jesus. Nicht wahr, in den Jahren des Glückes und jetzt in den Wochen des Schmerzes hast du nicht viel an Ihn gedacht? Ihr wäret euch selber genug, du und dein Mann. Es gab auch soviel Arbeit mit den Kindern. Das Leben bot soviel Abwechselung und Zerstreuung Da war für den Heiland nicht viel Zeit. Vielleicht hast du dein Gebet getan, aber mehr aus Gewohnheit als aus innerem Bedürfnis. Zu einer wirklichen Lebens- und Liebesgemeinschaft mit dem HErrn Jesu war es nicht gekommen, nicht wahr?
Sieh, Er hat dich lieb. Er hat es am Kreuze auf Golgatha bewiesen, wie lieb Er dich hat. So I
wie dein Mann hinausgezogen ist, um das Vater- land zu verteidigen, um uns allen eine ehrenvolle Zukunft zu erkämpfen, so ging Jesus in die Schlacht von Golgatha, um als unser Stellvertreter Heil und Leben, Friede und Seligkeit für uns zu erstreiten. Und Er hat das Werk vollbracht. Er hat Sein Blut vergossen — zu unserer Erlösung, Er ist in den Tod gegangen, damit wir Leben hätten.
Warum hat Jesus das getan? Warum hat Er dies schwere, blutige Opfer gebracht? „Er hätte wohl mögen Freude haben," steht von Ihm geschrieben, „und doch erduldete Er das Kreuz und achtete der Schande nicht." Er konnte es nicht mit ansehen, daß die Menschen so friedlos und freudlos dahingingen. Er wollte ste so gern glücklich und selig machen in Zeit und Ewigkeit. Darum kam Er auf unsere schuld- und fluchbeladene Erde. Darum ging Er als das Lamm Gottes mit un- serer Sünde beladen ans Holz des Kreuzes.
Er möchte auch dich gern glücklich machen. Er möchte auch dein Herz füllen mit Friede und Freude. Er möchte deinem Leben Wert und Inhalt geben — Ewigkeitswert und Ewigkeitsinhalt. *
D komm zu Ihm, du müdes, armes Herz! Er wird dich trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Er hat es versprochen, die Mühseligen und Belade- nen zu erquicken Und das tut Er auch.
Ich bitte dich, komm zu dem Heiland! Bring Ihm deine Sünden, deinen Kummer, deine Sorgen, deine Kinder, bring Ihm alles, alles! Und Er macht auch dein Herz getrost durch die Erfahrung Seiner Gnade. E. M.
Z>er steröende Höerst.
Der Oberst eines Husarenregiments, der ein Leben ohne Gott geführt hatte, wurde ernstlich krank. Ein alter Offizier, der ein bekehrter Christ war, besuchte ihn und sprach mit ihm über den Tod und die Ewigkeit. Der Oberst, der sich in gesunden Tagen nicht um die Religion gekümmert hatte, ja, sogar ein Spötter gewesen war, fing nun an, nach- denklich zu werden, als der Offizier im Ernst, aber doch mit inniger Liebe zu ihm über das Gotteswort sprach: „Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht." jEbr. 9, 27.) Der Oberst sagte: „Ich glaube nicht, daß Gott es so genau nehmen wird. Ich war ein roher Mensch, habe manches Böse getan, doch ich habe auch gute Eigenschaften." Der Offizier ant- wartete: „Es gab eine Zeit in meinem Leben, wo ich genau so wie Sie dachte, aber ich habe meine Ansichten geändert. Einst führte ich ein Leben ohne Gott. Um meine Seele und um das zukünftige Leben kümmerte ich mich nicht. Ich dachte nur an dieses Leben, an Ehre, Genuß. Vergnügen. Endlich


