Ausgabe 
2.5.1915
 
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nahm ich meinen Abschied aus dem kaiserlichen Dienst. Da ich ein Liebhaber der Musik war, be­schäftigte ich mich viel mit dieser Kunst. Bücher fielen in meine Hände, die mich anregten, über re- ligiöse Dinge nachzudenken. Einst besuchte ich eine Kirche, in der ein ergrauter Pastor predigte. In schlichten Worten redete er von der Menschwerdung des Sohnes Gottes, von Seinem schweren Seelen­leiden in Gethsemane, von Seinem Kreuzestode und behauptete, daß das Blut Jesu Christi rein macht von aller Sünde. (1 Joh. 1, 7.) Keine Sünde sei zu groß. Jesus mache frei. Der Prediger sagte, daß man der Vergebung seiner Sünden gewiß sein könne. Er schloß die ernste Predigt mit der köstlichen Einladung Jesu: »Kommt her zu Mir alle, die ihr müh- selig und beladen seid; Ich will euch er­quicken.« (Matth. 1, 128.) Das Wort hatte mein Herz getroffen. Ich konnte es nicht wieder los werden. Als ich nach Hause gekommen war, fiel ich auf meine Knie nieder und betete zu dem mir un­bekannten Christus: Ist es wahr, daß Du Sünder annimmst und Dein Blut für mich vergossen hast, so gib auch mir die Gewißheit der Vergebung meiner Sünden I Bald wurde ich innerlich überzeugt, daß Jesus auch mich angenommen habe, so daß ich jubeln konnte:

Jesus nimmt die Sünder an!

Mich auch hat Er angenommen

Und den Himmel aufgetan.

Daß ich selig zu Ihm kommen

Und auf den Trost sterben kann:

Jesus nimmt die Sünder an!

Jesus hat mein Herz mit einem tiefen Frieden erfüllt, mich froh, frei und wahrhaft glücklich ge- macht. Vor dem Tode brauche ich mich nicht zu fürchten, denn ich weiß, daß ich selig werde." Der sterbende Oberst hörte ergriffen zu.Also Sie glauben, daß ich nicht so, wie ich bin, selig sterben kann?"Nein," war die Antwort des Offiziers, Sie müssen zu Jesu kommen. Ihm Ihre Sünden

bekennen und glauben, was Joh. 3, 16 geschrieben steht: »Also hat Gott die Welt geliebt, daß Er Seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß alle, die an Ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.«" Sterbend rief der Oberst Jesum um Gnade an. Er versuchte im Glauben auf den gekreuzigten Heiland zu blicken und bekam die Ge- wißheit:Dir sind deine Sünden vergeben."

Lieber Leser, kannst du selig sterben?

ZK

Wer so stirbt, der stirbt wohl.

Der Missionszögling F. D., Sanitätssoldat im Reservelazarett zu Badenweiler, hat einem Freund kürzlich folgendes geschrieben:. . . . Ein seliges Sterben durfte ich hier erleben bei einem unserer Tapferen, der in meinen Armen sein Leben aus- hauchte. Er war ein Württemberger und Christ. Der Arme war mit Wunden, die ihm ein Schrapnell gerissen, über und über bedeckt; doch die Wunden wären geheilt worden, hätten nicht die tückischen Keime des Starrkrampfes Eingang bei ihm ge­funden. Ein Stadtmissionar E. aus Basel war sein Wärter. Mit hingebender Treue war er Tag und Nacht um den Verletzten besorgt. Am letzten Tage mußte ich ihn ablösen, da er der Ruhe bedürftig war. Wie hat sich der Kranke stets gefreut, wenn er Gläubigen die Hand drücken durfte. Gut vor­bereitet sah er seinem Heimgang zum Vater ent­gegen. Kurz vor seinem Ende sang er noch einmal mit lauter Stimme, so daß es viele im ganzen Hause hörten:Großer Gott, wir loben Dich." Immer wieder glaubte er gerufen zu werden; er wollte ausstehen und mit fortgehen. Im Geiste war er bereits auf dem Wege zum Vater. Indem ich ihn in seinen letzten Lebensaugenblicken in meinen Armen hielt, ging er ruhig heim."

Vers ammlungs-Anzeigen.

Bezirk Gießen. Sladtmiffion Gießen, Löberstr. 14.

Jeden Sonntag 1» s Uhr- Sonntagsschule: 4 Uhr: Jungfrauen« verein . 8'/« Uhr ^Versammlung 4'/« Uhr: Christlicher Verein junger Männer. Jeden Mittwoch, abends 8'/» Uhr: Bibelslunde Jeden Freitag 8'/« Uhr: Gebetsstunde.

Sonntag, 2. Mai.- Nordeck und Wißmar; abends 8 Uhr: Grünbera - 4. Altenbuseck.

Bezirk (ich.

Lich, Vereinshaus: Jeden Sonntag 12"/« Uhr: Sonntagsschule; 4 Uhr - Jungfrauenverein: 8'/, Uhr abends: Versammlung. Jeden Dienstag und Freitag: Kriegsgebetsstunde.

2 Mai Hol',heim: 4 und 25: Dorfgill: 6 und 27.: Längs« dorf; 11.: Ettingshausen: 12.: Oberbessingen: 13. (Himmelfahrt): Burkhards­felden; 17. Wohnbach: 18.: Villingen; 20.: Watzenborn.

Bezirk Niederweisel.

In Niederweisel jeden Sonntagnachmittag 3 Uhr: Sonntagsschule, abends8Uhr: Versammlung, jeden Donnerstagabend - Bibelstnnde. In Kirche g ö n s jeden Sonntagnachmittag '/, 4 Uhr: Versammlung In B u tz b a ch jeden Montagabend Uhr Versammlung In Fauerbach - 28. April, 2. Mai, uachlnittags 3 Uhr, 11. Mai, 16 Mai, nachmittags 3 Uhr. In Gambach: 4 und 18. Mai. In Münzenberg: 5. und 19. Mai Außerdem: Am Himmelfahrtstage 3 Uhr nachmittags in Nieder­weisel Gemeinschaftskonferenz. Text: Kol. 8, 117.

Bezirk Sellnrod.

Sellnrod, jeden Sonntag, 12 Uhr: Sonntagsschule; abend» 8 Uhr:

Versammlung; jeden Abend: Gebetsstunde.

Sonntag, 2. Mai, 2>/i Uhr: Sellnrod: GcmcinschaftsLonferenz (Text: Offb. 8, 18-291 Abends 8 Uhr Unter-Seibertenrod u Ruhher- tenrod; 4.: Ober-Seibertenrod: 8.: Groß-Eichen: 7.: Wohnseld.

Anzeigen für die Nummern 2124 bis zum I. Mai Ss. Is. erbeten.