„Es ist alles aus, es ist alles aus!" stöhnt der Vater vor sich hin — trostlos, ohne Hoffnung.
Ja, nun ist es vorbei mit seiner Kraft und Zufriedenheit, nun hat er keinen Trost; denn er trauert ja wie die, die keine Hoffnung haben, fl Thesf. 4, 13.) Er starrt finster vor sich hin, er merkt kaum, daß oft die Tochter hinter ihn tritt, liebkosend die Hand ihm auf die Schulter legt und leise über sein Haar streicht, — dunkel und trostlos ist's in ihm und um ihn l
Und du? Wenn dir dein Liebstes genommen ist, oder dir genommen werden würde, weißt du, daß der HErr es vorausnimmt in die Herrlichkeit, und wird dein Herz und Sinn dadurch völliger „nach oben" gezogen? Gönnst du dem geliebten Vorangegangenen, daß er nun schon schaut, was er und was du geglaubt?. Ja, wohl uns, wenn wir nicht zu trauern brauchen wie die, die keine Hoffnung haben! I. v. Hindenburg.
K
Aefaü'en!
Gefallen! — Gefallen? Es kann ja nicht sem!
Mein starker, stattlicher Krieger —
0 Gott vom Himmel, sieh Du darein! —
Er kehrt nimmer heim als Sieger?
Wie war es? Wer half ihm in letzter Not?
Wohin kann zum Grabe ich wallen?
Mein großer, sonniger Junge tot? —
„Zurück. Adressat gefallen."
Gefallen für Heimat und Vaterland,
Nicht gefallen in Sünde und Schande.
Gefallen als Kind, seinem Gott wohlbekannt —
Ruh friedlich in Feindeslande!
Gott, der ihn gegeben, jetzt nahmst Du ihn mir, Verbirg nicht vor mir Deine Gnade!
Unerforschlicher Gott, dennoch danke ich Dir,
Zu Dir führt das Kreuz unsrer Pfade.
Wermißt.
Unsere Verlustlisten sind dicke Bücher mit vielen Namen. Jeder Name bedeutet einen geliebten Menschen — einen Sohn, den die Mutterliebe begleitet, oder einen Gatten und Vater, nach welchem Weib und Kinder ausschauen. Jeder einzelne dieser Tausende von Namen wurde von liebenden Augen und Herzen in der Verlustliste gesucht und endlich ge- sunden. Bei manchem Namen steht: „tot!" und das bedeutet, er kommt nicht wieder. Wenn die nassen Mutteraugen das lesen, ist er längst in fremder Erde gebettet. Da steht: „verwundet!" und das bedeutet Schmerzen und Lebensgefahr, vielleicht Arbeitsunfähigkeit. Da steigen viele Fragen auf: Was für eine Wunde hat er? In welches Lazarett wurde er gebracht? Hinter all diesen Fragen steht die Hoffnung und der sehnsüchtige Wunsch: Wir werden ihn Wiedersehen! Aber dann
kommt ein anderes Wort, das heißt: „vermißt". Man weiß nicht, wo dieser Mann geblieben ist.
Das siegreiche Gefecht war vorüber. Es war Abend. Die Truppe sammelte sich.
Der Feldwebel verliest die Namen nach der Stamm- rolle in seiner Brieftasche. Bei manchem Namen wird ge- rufen: Hier! Bei einem anderen Namen lautet die Antwort, aus der Front gerufen: Tot, liegt am Wald- rande! Beim dritten wird geantwortet: Ist verwundet, konnte noch allein zum Verbandplatz gehen! Wieder ruft der Feldwebel einen Namen auf: Keine Ant- wort. Nieniand weiß, wo der Aufgerufene ist.
Welch ein Vorrecht, wenn der Vermißte ein betender Christ war, der seinen Heiland kannte, der im Frieden Gottes hinausging in den Krieg! Welch ein Vorrecht, wenn diese Mutter, diese Frau Zuflucht hat zu dem ewigen Gott als zu ihrem Vater, wenn sie ihren Mann oder ihren Sohn ge- tragen weiß von den ewigen Armen, von denen ge- schrieben steht: „Unter dnr sind ewige Arme!" (5 Mose 33, 27.) Auch dann freilich gibt's Tränen und bitteres Weh bei diesem Vermissen, aber es gibt auch Einen, der die Tränen trocknet, der die Herzen tröstet, dem man alles sagen, dem man alles in die treuen Hände legen darf, der da gesagt hat: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet." (Jef. 66, 13.) Das ist Jesus! Er hak gesagt von den Seinigen: „Ich habe keinen verloren von denen, die Du Mir gegeben hast." (Joh. 17, 12.) Ja, von den teuer erkauften Schafen des guten Hirten wird droben keins vermißt werden.
Nun, Freund, ob du draußen bist oder daheim — du brauchst für dein ganzes Leben in Kriegsund Friedenszeit diesen Helfer, öu brauchst Jesum! Er kam für dich aus den Himmeln, Er ging für dich aufs Kreuz. Er belud Sich mit deiner Schuld und litt deine Strafe im Gericht Gottes, damit du die Gotteskindschaft, die Gnadengewißheit fändest, indem du glaubend dich Ihm anvertraust. O fasse diese wunderbare Tatsache und Wirklichkeit, daß der Herr Jesus dir nahe ist und dir die Hände entgegenstreckt, weil Er dich erretten möchte aus Schuld, Sorge und Bedrängnis!
Wenn du dich dem Herrn Jesu anvertraust. Ihm dein Leben in die Hände legst, so trägt und bewahrt Er dich durch alles hindurch mit vollkomme- ner Macht und Treue. Kampf und Krieg wird vorübergehen, auch des Lebens Not und Sorgen, Lust unö Last. Gott gab dir dies irdische Leben, diese schnell dahineilende Gnadenzeit, damit du die Heimat finden solltest im Lande des ewigen Friedens, die Krone des Lebens im Vaterhause Gottes. Jesus ruft dir zu: „Ich bin die Tür; wenn jemand durch Mich eingeht, so wird er errettet werden und wird ein und aus gehen und Weide finden." (Joh. 10, 9.)
Bist du durch die Tür der Errettung gegangen? v. V.


