winzige Kartoffelfelder zu beiden Seiten aufweist. Auch Klee, Hafer und (Reiste, sowie Grasflächen, auf denen Schafe und Ziegen weiden, findet man auf dem Oberlande.
Seit dem 10. August 1890 weht auf Betreiben unseres weitsichtigen geliebten Kaisers dort die deutsche Reichsflagge. Für den Erwerb dieses besonders jetzt in kriegerischer Beziehung so ganz außerordentlich wichtigen Stützpunktes für unsere Flotte mußte das Reich einige Gebiete in Ostafrika an die Engländer abtreten. Damals haben nicht nur kurz- sichnge Deutsche gemurrt, sondern auch ebensolche Engländer heimlich gelacht. Jetzt ist das anders. Die Bedeutung Helgolands tritt jetzt erst recht in die Erscheinung.
Ja, wie viele Deutsche sprachen vor 25 Jahren mit Verachtung von dem kleinen Helgoland, und wirklich, es ist klein. Aber wie oft haben kleine Ding ein dieser Welt große Bedeutung! Den Spott, ein großes Stück Land für einen solch kleinen Fleck Erde gegeben zu haben, hat damals unser teurer Kaiser willig ertragen.
Und wenn wir heute zurückblicken, so erscheint uns in der Regierung Wilhelms II. auch dieser Tausch als eine Führung Gottes. Gott war mit unserem Kaiser, weil er sich vor Ihm beugte. Wieviel Ursache haben wir während dieses jetzigen Krieges, Gott zu preisen, daß Er uns einen solchen Kaiser gegeben hat!
Aber du, teurer Leser, kennst du auch etwas von Beugung vor Gott? Verstehst du, weißt du aus Erfahrung, was es heißt, wenn ein Sünder sich wegen seiner Übertretungen vor Gott beugt? Wenn wir unsere Sünde» bekennen, so ist Er treu und gerecht, daß Er uns unsere Sünden vergibt.
Sein Sohn hat am Kieuze dafür gelitten, ist deshalb gestorben, daß wir durch Ihn selig werden sollen.
Diese Weisheit, nicht gleichgültig mit seiner Seele umzugehen, sondern Vergebung der Sünden in dieser Gnadenzeit zu suchen, ist bedeutungsvoller und weit wichtiger für jeden Menschen als alle anderen Dinge, mögen sie groß oder klein scheinen.
O. D.
Warum dieser Weltkrieg?
Gott hatte in 43 gesegneten Friedensjahren an das deutsche Volk eine gnadenreiche Predigt gehalten über das Wort: „Oder verachtest du den Reichium Seiner Gütigkeit und Geduld und Langmut, nicht wissend, daß die Güte Gottes dich zur Buße leitet?" jRöm. 2, 4.) Aber unser deutsches Volk öffnete dieser göttlichen Predigt nicht das Ohr. Da begann Gott in Seiner wunderbaren Gnade durch den Schlachtcndonner dieses Weltkrieges eine andere Predigt an unser Volk zu richten, an jede
Familie, an jedes Gewissen über das Wort: „O Land, Land, Land, höre das Wort Jehovahs!" Wunderbar vermag Gott zu predigen, daß es durchdringt bis in die Schlösser der Hohen und die Hütten der Armen, in die Universitäten, Schulen, Kasernen, Fabriken. Wo ist ein Haus in Deutsch- land, wo eine Familie, da man nicht gehört hätte, daß Gott zu unserem Volke redet? Aber Er hat es bis jetzt nicht getan mit jener Flammenschrift, die einst erschien auf dem Kalk der Wand im Königssaal zu Babylon. Dort lautete die Botschaft des Gerichts: „Gewogen und zu leicht be- fundenl" und die Ausführung des göttlichen Ur- teils folgte der Gerichtsansage auf dem Fuße noch in derselben Nacht. (Lies Dan. 5, 1—30.) Wie ernst ist es, wenn der allmächtige Gott einem Reiche ansagt, daß die Gnadenzeit zu Ende ist! Dies ist nun — Gott sei dafür gepriesen — nicht die göttliche Botschaft an unser deutsches Volk, sondern der Ruf Gottes ist ein Ruf der Gnade zu Buße, Schuld- bekenutuis, Umkehr.
Viele weinende Mütter, Frauen, Schwestern, Bräute heften ihr tränendes Auge auf das Bild des gefallenen oder an seinen Wunden gestorbenen teuren Menschen und fragen ihr klagendes „Warum?". Da ist ein alter Vater, der seine vier Söhne auf dem Schlachtfelde fallen sah, und ein anderer, der drei dem Vaterlande geben mußte. Da ist eine Braut, deren heldenmütiger Bräutigam nach heißem Kampse mit seinem Schiff auf den Grund der Nordsee sank. Wer könnte all das Weh beschreiben und die Tränen zählen um zerbrochene Hoffnungen und begrabenes Glück? Wer Gottes Wege in Demut ehrt, der lernt aus dem Worte Gottes mit Hiob sprechen: „Jehovah hat gegeben, und Jehovah hat genommen, der Name Jehovahs sei gepriesen." (H>ob 1, 2l.) Glückselig, ja, wahrhaft zu beneiden sind die, welche ihre Geliebten nicht nur auf den Altar des Vaterlandes mit stiller Entsagung legen dürfen, sondern die das unaussprechliche Vorrecht genießen, ihre Heimgegangenen geborgen zu wissen für Zeit und Ewigkeit an dem Herzen Jesu, ihres großen Erretters. Von den Kindern Gottes dürfen ihre Angehörigen sagen: Im HErrn entschlafe nl Gott beantwortet für diese alle jedes klagende „Warum?" mit der Gewißheit, daß Seine Liebe alles wohl- gemacht hat, und über allem Vermissen während der Erdenzeit leuchtet die glückselige Gewißheit des Wiedersehens beim HErrn.
Gott aber will die Frage „Warum?" nicht aufwecken im Blick aus die Toten, sondern im Blick auf die Lebenden, auf die wunderbar Bewahrten.
Für alle diese und ihre Angehörigen und für die große Zahl derer, die heute noch gesund im Felde und auf den Schiffen steht, schreibt Gott durch Seine gnadenreichen, ernsten Fübrungen dies Wort vor ihr Auge und will es in ihr Gewissen


