Ausgabe 
28.3.1915
 
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Dornen aufs Haupt drücken, daß das edle Angesicht von Blut überströmt wirdl

Sieh, wie die unbarmherzigen Geißelhiebe auf Seinen Rücken niederfallen, bis der ganze Rücken eine einzige blutende Wunde ist! Siehe, wie sich eine blutige Lache bildet, wo das Lamm Gottes steht, wie eine blutige Spur den Weg bezeichnet, den Er gegangen ist!

Jst's da ein Wunder, daß Jesus, erschöpft durch so großen Blutverlust, ermattet durch so schweren Seelenkampf, unter der Last des Kreuzes zusammen- bricht?

O, was hat Er ausgestande.n! O, was hat Er gelitten!

Und für wen? Für mich und für dich! Ich mutz mit dem Dichter sagen:

Ich, ich und meine Sünden,

Die sich wie Körnlein finden Des Sandes an dem Meer,

Die haben Ihm erreget Das Elend, das Ihn schlaget,

Und das betrübte Marterheer."

Kannst du das auch sagen? Weißt du das auch?

O, daß du dich unter das Kreuz stelltest und daß du da unter dem Kreuze erkenntest deine Schuld und Seine Huld, deine Sünden und Seine Gnade! O, daß dir der Gedanke an die Kreuzigung gesegnet sein möchte! Daß du sprächest von Herzensgrund:

Ach, was Du, HErr, erduldet,

Ist alles meine Last,

Ich Hab' es selbst verschuldet,

Was du getragen hast!"

O, wie würde dir daun der Segen des Kreuzes zuteil werden!

Komm, liebes Herz, komm nach Golgatha im Geiste und sieh, was dort geschehen ist! Es geschah um deinetwillen! ®. M.

Krieg oder Friede auf Krden!

Wo ist der verheißene Friede auf Erden? Redet nicht stärker denn je der eherne Mund der Kanonen? Und fordern nicht alle Völker der Erde ihr Recht unter dem Schlachtendonner der Geschütze? Mähen nicht die Streiter im Krieg sich gegenseitig nieder mit der Sense des Todes, als wären sie Gras? Hat nicht jedes Volk alljährlich schier un> erschwingliche Summen ausgegeben, um die mörderische Sense scharf und blank zu halten? Und will nicht selbst jede derchristlichen Mächte" die schärfste Sense in Händen haben?

Ach, es ist so! Aber dennoch ist Jesus der ewige Sohn Gostes,

der Friedefürst.

Auch hat Er das Werk vollbracht, das Gott Ihm gab zu tun, und inmitten einer gottentfremdeten, gottfeindlichen Welt hat Er Gott verherrlicht und

geoffenbart. Er hat es selbst bezeugen können, als Er die Welt verließ und zu Gott, dem Vater, betete:Ich habe Dich verherrlicht auf der Erde; das Werk habe Ich vollbracht, welches Du Mir gabst, daß Ich es tun sollte." (Joh. 17 - 4 .)

j > So hat Jesus Christus auchden Rat des ' Friedens" ausgeführt, der zwischen beiden, dem Vater und dem Sohne, beschlossen war. (Sach. 6, 13.) Er hat Frieden gemacht durch das Blut an Seinem Kreuze." (Kol. 1, 20.) Und Er selbst hat den Frieden zuerst verkündigt. Mit dem GrußeFriede euch!"Friede euch!" trat der Auferstandene, der Sieger über Satan, Sünde, Tod in den Kreis der Seiniqen. (Job. 20, 19. 21.)

Aber die Welt als solche hat weder Ihn erkannt und angenommen, noch Sein wunderbares Werk. Wir lesen:Er war in der Welt, und die Welt ward durch Ihn, und die Welt kannte Ihn nicht. Er kam in das Eigene (das Bundesvolk Israel), und die Eigenen nahmen Ihn nicht an." (Joh. 1, 11.) Jesus Christus ist verworfen worden und Sein Werk. Sie haben gerufen:Wir wollen nicht, daß dieser über uns herrsche!" Als der Wahlruf hieß:

Christus oder Barabüas?"

da haben sie gerufen: Gib uns Barabbas! Sie haben Barabbas erwählt, einen Mörder und Räuber.

Während nun, infolge der Verwerfung Jesu Christi und Seines Werkes, nicht Friede auf Erden zu finden ist, vielmehr Krieg und Blut- vergießen, läßt Gott in Seiner großen Gnade und Langmut den armen, betörten Menschenkindern noch immer nah und fern Seinen Frieden verkündigen. Und wenn auchdas Wort vom Kreuze denen, die verlorengehen, Torheit ist," so ist es doch denen, die errettet werden, Gottes Kraft". (1 Kor. 1, 18.)

Wer kennt die Zahl der Menschenkinder, die im Lauf der Jahrhunderte aus allen Völkern der Erde Frieden in Christo gefunden haben? Es sind Tausende und Zehntausende, aus hoch und niedrig, alt und jung, gelehrt und ungelehrt, die Heil und Frieden in Jesu fanden oder noch auf Erden sind und mit dem Apostel bezeugen können: Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir

Frieden mit Gott

durch unseren HErrn Jesum Christum." (Rom. 5, 1.)

Vielleicht ist mein Leser schon längst mit dieser Frage, der ernstesten und wichtigsten aller Fragen, beschäftigt und fragt darum wahrhaft heilsoerlangend:

Wie erlangt man Frieden?