Ausgabe 
28.3.1915
 
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mir jemand das Kreuz Jesu, so führt er mich in die Finsternis und in die Verwirrung. Und in der Tat leben jetzt viele in völliger Verwirrung und wissen nicht, wie aus noch ein.

O, welche Freude ist es, wenn ein Mensch, der bei Jesu dem Gekreuzigten Leben und volles Genüge gefunden hat, solchen Heimwehkranken begegnen und ihnen den Weg zeigen darf zum Kreuze des Hei- lands! ' E. Sch.

Aas Opfer für uns.

Das Lamm Gottes nahm unsere Sünden willig auf Sich und trug sie hinauf auf das Fluchholz. Ja, Christus gab Sein Leben hin zum Schuldopfer, wie Jes. 53, 10 gesagt wird, und bezahlte damit die Sündenschuld der ganzen Menschheit.

Sünde tragen, ihre Folgen tragen, die Strafe derselben tragen, das ist etwas ganz anderes, als andere Lasten tragen. Welten konnte der Heiland in Seiner Hand tragen, und sie mögen in derselben nicht schwerer wiegen als ein Staubkörnlein in unserer Hand; aber die Sünde, die uns Menschenkindern leicht erscheinen kann, sie drückte des Heilands Schultern als eine schwere Last, preßte Ihn nieder zur Erde mit ihrer furchtbaren Schwere und trieb Ihm das Blut aus den Poren. Wie blind ist doch das Menschcnherz ohne das Licht des Heiligen Geistes in bezug auf die Strafwürdigkeit der Sünde nach dem Urteil Gottes! Ja, die Sünde in ihrer wahren Gestalt lernt man auch erst erkennen durch die Predigt vom Kreuz Christi.

Sehen wir im Garten Gethsemane das ge- marterte Opferlamm an. Da liegt es, Blut schwitzend, in Betrübnis der Seele bis an den Tod. Denken wir an Ihn in des Hohenpriesters Palast und wie Er von Pilatus verspottet und von Herodes ver- höhnt wird. Und dann sehen wir nach dem Hügel Golgatha.

Ob dich Jesus liebt von Herzen.

Kannst du dort am Kreuze seh'n;

Schau, wie alle Höllenschmerzen

Ihm bis an die Seele gehn.

Fluch und Schrecken Ihn bedecken.

Höre doch Sein Klaggetön.

Und möchten wir in voller Erkenntnis unserer Sünden und mit Verständnis für Sein Werk weiter sagen:

Das sind meiner Sünden Früchte.

Die. mein Heiland, ängsten Dich;

Dieser Leiden schwer Gewichte

Sollt' zum Abgrund drücken mich.

Diese Nöte, die Dich töten.

Sollt' ich fühlen ewiglich.

Doch Du hast für mich besieget

Sünde. Tod und Höllenmacht.

Du hast Gottes Recht genüget.

Seinen Willen ganz vollbracht

Und mir eben zu dem Leben

Durch Dein Sterben Bahn gemacht..

Ja, das war cs allein, was Ihn in Leiden und Tod getrieben hat; Sünder, Er starb für dich! Weißt du auch, daß du ohne das Blut dieses Gotteslammes von Gott um deine Sünden und um deines Unglaubens willen ewig verworfen wirst? Und wenn du dir die größte Mühe geben würdest, wohlgefällig vor Gott zu leben, wenn du alle deine Habe den Armen gäbest, wenn du in Bußübungen viel aufzuweisen hättest, wenn du aber nicht er­kennst die Gnade unseres HErrn Jesu Christi und dessen Blutgerechtigkeit, so wirst du trotz allen deinen Tugenden verlorengehen, wirst beladen bleiben mit deiner Sündenlast, und diese Last wird dich zermalmen und ohne Gnade hinabziehen in den Abgrund der Verdammnis.

Aber Gott sei dafür gepriesen, Christus ist gestorben, nicht für Seine Sünden, die Er begangen hat, denn der Sohn Gottes warheilig,, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert". (Ebr 7, 26.) Niemand konnte Sein Leben nehmen. jJoh. 10, 18.) Das Wort Gottes sagt:Denn Christus ist für die Gottlosen gestorben." (Röm. 5, 6.) Ergab Sein. Leben zu einer Erlösung für mich". (Matth. 20, 28.)Christus ist gestorben für unsere Sünden, nach der Schrift." (1 Kor. 15, 3.) Sein Tod war kein gewöhnlicher; es war nicht der Tod eines Märtyrers, aber es war ein Opfer.Als wir noch Sünder waren, starb Christus für uns." (Röm. 5, 8.) Was kann der Tod Christi dir geben? Durch Seinen Tod hat Er das Heil vollendet, hat Er Frieden geschaffen. Übergib dich Ihm in völligem Vertrauen auf Sein Opfer, und du bist errettet. O. D.

L

Ilm deinetwillen.

Aus dem Stadttor von Jerusalem kommt in der Frühe des Tages der Kreuzigung ein trauriger Zug: Jesus wird zum Richtplatz geführt!

Die schwere Last des Kreuzes liegt auf Seiner Schulter.Und Er trug Sein Kreuz," schreibt der Evangelist Johannes.

Aber der Heiland kam nicht weit mit dem schweren Kreuzesbalken, den man Ihm ausgebürdet hatte. Er brach zusammen. Er sank zu Boden.

Warum?

O, was hat Er zu leiden gehabt in den letzten Stunden! Was hat Seine Seele für eine Arbeit getan in Gethsemane! Was war das für ein Seelen- kampf, den Er dort kämpfte! Ein Mal über das andere ries Er in der Angst Seiner Seele:Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser Kelch von mir!" Sein Schweiß fiel in blutigen Tropfen auf die Erde, so bedrückte Ihn die Last der Sünde der Welt, die Last auch deiner und meiner Sünde I

Und dann sieh, wie Er geschlagen und miß­handelt wird! Sieh, wie die Soldaten ihren Mut­willen mit Ihm treiben, wie sie Ihm die Kröne von