Ausgabe 
21.3.1915
 
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Der Kaiser rief."

Ter Kaiser rief, da kamen wir alle

Und nahmen die Waffen für ihn in die Hand,

Zu schirmen, zu schützen vor feindlichem Frevel Der Heimat Gestade, sein Volk, unser Land.

Da wurden wir Brüder im liebreichsten Sinne,

Aus jeder Partei Haß und Feindschaft entschwand, Ein Ziel nur im Auge, ein Wunsch nur im Herzen, Den Feind zu besiegen, das ward unser Band.

Der eine steht dicht vor des Feindes Geschossen,

Mit feurigen Sinnen, das Herz so voll Mut,

Ein andrer steht wachend vor feindlichen Toren,

Im Auge dieselbe geheiligte Glut.

Und hier muß ein dritter das Schwerste vollbringen, Bezwingen im Herzen die gärende Wut,

Muß fern von dem Ruhme, dem Schlachtengetöse Verwalten, behüten manch notwendig Gut.

So wirken und schaffen sie alle, die vielen,

Für Kaiser und Reich, verschieden im Rang, Verschieden an Bildung, doch gleich in der Treue Und gleich in dem einen pulsierenden Drang:

Das Reich zu erhalten, dem Kaiser zu dienen,

Wo immer auch hinführt ihr blutiger Gang.

O Vater im Himmel, Du,wollest der Treue,

Wo immer sie blüht, gewähren den Dankl

Ch. F.

Kin köstliches Erlebnis.

Ein Student bekam nach gut bestandener Prüfung von seinen: Vater das Geld zu einer Schweizerreise. Nach seiner Rückkehr fragte der Vater:Nun, Friedrich, sage uns, was war das Schönste, das du gesehen hast?"

Friedrich antwortete:Die Seen waren über- raschend schön; herrlich war das Alpenglühen, und unbeschreiblich war das Empfinden, das ich beim Anblick der ausgehenden Sonne hatte, als die Berges­spitzen wie in ein Feuermeer getaucht schienen. Doch

war das nicht das Schönste, was ich in der Schweiz gesehen habe. Nicht weit von (Aindelwald an einem sehr heißen Tage war es, da ich großen Durst empfand ging ich in eine kleine Hütte und bat um einen Trunk Wasser. Das alte Mütterchen reichte mir das er- quickende Naß, und ich sagte: »Besseres Wasser habe ich nie getrunken.« Dazu bemerkte die alte Frau mit einem verklärten Gesicht: »Ich habe schon besseres Wasser getrunken und zwar das Wasser des Lebens, welches mir Jesus reichte und das mein Herz mit Freuden und Seligkeit erfüllte. Nicht wahr, Kaspar?« sagte sie, indem sie ihren im Bett liegenden kranken Mann anredete. »Ja,« antwortete dieser, »das Wasser des Lebens, das uns Jesus gab, stillt den Durst der Seele.« »Auch Sie haben einen Durst nach Glück, nach völliger Befriedigung,« fügte das Mütterchen zu mir gewandt hinzu. »Glauben Sie,« fragte ich, »daß es einen Menschen auf Erden gibt, der völlig glücklich ist?« »Ja,« erwiderte die Frau, »das sind wir. Wir hatten einen einzigen Sohn, er war einer der besten Führer in der Alpenwelt, und eines Tages, als er von einem Schneesturm überrascht wurde, fiel er in einen Abgrund und wurde nicht wieder gesehen. Das war ein furchtbarer Schlag für uns alte Leute. Aber wir bekamen doch Kraft, sagen zu können: ,Der HErr hat ihn gegeben, der HErr hat ihn ge- nommen/ und wenn auch mit gedämpfter Stimme, so sagten wir doch: ,Der Name des HErrn sei ge- priesen/ Trotz Armut und Krankheit sind wir glücklich, weil wir Jesum haben.« Vater, das war das Schönste, das ich in der Schweiz sah. Später, als ich durch die Straßen Berlins ging, erhielt ich eine Einladung zu einer Versammlung. Ich ging hin und hörte eine Ansprache über Jesum mit dem samaritischen Weibe, dem Er das lebendige Wasser, Sich selbst, anbot. Jetzt erkannte ich Christum; ich fühlte Seine Nähe, Seine Gnade, ich beugte mich und nahm Ihn an Das war die herrlichste Erfahrung, die ich aus meiner Reise und in meinem Leben gemacht habe."

(Der Gärtner.)

Vers ammlnngs-Anzeigen.

Bezirk Gießen.

Stadtmisfion Gießen, Löberstratze 14.

Jeden Sonntag l l /s Uhr: Sonntagsschule: 4 Uhr: Jungfrauen» verein; 8*/4 UhrVersammlung 4 l /a Uhr: Christlicher Verein junger Männer.

Jeden Mittwoch, abends 8'/, Uhr: Bibelstunde.

Jeden Freitag 8'/, Uhr: Gebetsstunde.

Sonntag, den 28. Februar Nordeck und Wißmar, abends 8 Uhr: Grünberg: 2. März: Altenbuseck: 3 Kleinlinden: 7 : Beuern und Alten buseck: abends 8 Uhr: Grünberg: 9 - Wieseck. II : Beuern: 14 Nordeck und Wißmar: abends 8 Uhr: Grünberg: 16. - Altenbuseck: 17.: Klein- Süden, Frauenstunde: 21/ Beuern und Altenbuseck: abends 8 Uhr: Grün- berg; 28.: Wieseck, Frauenftunde; 25.: Beuern.

Bezirk Lich.

tich. Vereinshaus: Jeden Sonntag 12 3 /i Uhr: Sonntagsschule 4 TUft Jungfrauenverein; 8 Uhr abends: Versammlung.

Jeden Dienstag und Freitag: Kriegsgebetsstunde. 2. März: Dorf gill; 4.: Langsdorf: 7.: Holzheim: 9.: Ettingshausen: 10 : Oberbessingen. 11.: Burkhardsfelden; 16 : Villingen: 17.. Wohnbach: 18 : Watzenborn. 23.: Dorfgill: 25.: Langsdorf: 30.: Ettingshausen, 31.: Oberbessingen: 1. April: Burkhardsfelden

Bezirk Schotten.

28 Februar: Evangelisationsversammlungen in Schotten um 8 Uhr und abends Vs 9 Uhr Versammlungen in Lißberg um 3 Uhr, in Nidda abends 8 Uhr. 2 März: Nidda: 5.: Betzenrod.

7. März: Versammlungen in Schotten abends l /t9 Uhr, in Betzen­rod um 8 Uhr 9. März: Nidda: 10. Ranstadt; 11.: Lißberg.

14. März: Versammlung in Schotten um V»4 Uhr, in Nidda abends 8 Uhr, in Ranstadt nachmittags 3 Uhr 16.: Nidda; 19. : Betzenrod

21. März: Versammlung in Schotten abends >/,9 Uhr.- in Lißberg nachmittags 3 Uhr. 23.: Nidda; 24.: Ranstadt; 25.: Lißberg.

Anzeigen für die Nummern 1316 bis zum 14. März ds. Js. erbeten.