Ausgabe 
21.3.1915
 
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guter Rat zur rechten Zeit! Wie gut er war, sollte sich erst zeigen. Es»diente wirklich zu ihrer Rettung, wie Paulus betonte. Wunderbar, die Zuversicht des Mannes ist immer noch nicht gebrochen. Ja, er ist seiner Sache so gewiß, daß er versichert keinem von ihnen werde auch nur ein Haar vom Haupte verlorengehen. Welch ein Wort in dieser Stunde! Aber es bleibt nicht bei den Worten, er geht mit eigenem Beispiel voran. Alle Augen richten sich auf ihn, wie er ein Brot nimmt, mit lauter Stimme Gott dafür dankt ein Lobpreis der Güte Gottes im Toben der Elemente! das Brot bricht und zu essen beginnt. Diese Tat des Vertrauens wirkt auf der ganzen Linie, das Essen des einen steckt die anderen an; als alle satt sind, sinkt die Getreideladung ins Meer.

Inzwischen ist es heller Tag geworden. Das Land wird sichtbar, und das Schiff scheint gerettet. Aber ehe man sich's versieht, sitzt das Vorderteil auf einer Sandbank fest. Ein gewaltiger Stoß, unter dem die Steuerseite in Stücke bricht. Rette sich, wer kann! Aber die Gefangenen? Die Sol­daten wollen sie kurzerhand töten, damit sie nicht entfliehen. In dieser letzten Gefährdung greift der Führer ein, der nach allem, was voranging, begreiflich genug den Paulus retten will. Und wirklich, die Rettung gelingt. Alle 276, Mann für Mann, gewinnen das Ufer, schwimmend die einen, auf Brettern oder Schiffstrümmern die anderen. Genau so, wie Paulus es vorausgesagt, die Menschen alle gerettet, das Schiff verloren. Gott hat gehalten, was Er versprach, ihm aber ist geschehen nach seinem Glauben.

Und die anderen, mit denen er Gefahr und Rettung teilte? Sie haben im Sturm einen Mann gesehen, der in der Kraft seines Gottes im Sturm ein Mann blieb. Mußten sie nicht einen tiefgehenden Eindruck bekommen von der Wirklichkeit dieses Gottes? Mußte nicht Julius vor allem sein Ohr willig öffnen der frohen Botschaft, von der das Herz dieses Mannes voll war, wenn sein Mund auch noch nicht von ihr überfloß?Furche."

K

Siegen oder sterben.

Daß es in Deutschlands großem Kriege für die Streiter zu Lande und zur See heißt: Siegen oder sterben! das wissen alle, die draußen und die da­heim; wir alle glauben, daß wir durch Gottes Gnade siegen werden. Was hinter dem Siegen steht, wenn durch Gottes gnadenreichen Beistand unsere zahllosen Feinde niedergeworfen sein werden, darüber wird vieles geredet von denen, die da vergessen, daß man die Haut des Bären nicht teilen soll, ehe man ihn erlegt hat. Es ist gewiß anziehend, sich auszudenken, welche achtunggebietende Weltstellung nach dem Siege

Deutschlands Teil sein wird; wie Englands An­maßung und Tücke gebrochen sein wird; wie Frank­reichs Macht, in Stücke geschlagen, keine Drohung mehr bilden darf für Deutschlands Frieden; wie Rußlands Grenze nach Osten verschoben wird; wie Deutschland zu neuer Blüte sich entfalten soll; wie unsere Flotte der englischen mächtig über den Kopf wachsen soll; wie wir eine beherrschende Stellung an der Küste des Kanals gewinnen; wie Belgien uns den Kongostaat abtreten muß usw. das alles kann, wenn Gott will, hinter dem Siegen stehen. Aber was steht hinter dem Worte Sterben? Sicherlich, mancher bedenkt jetzt die Ewigkeit, der es zuvor nicht getan hat, mancher bereut seine Sünden, dem sie vorher gleichgültig waren. Aber wie viele sind derer, die mit einer klaren, unerschütterlichen Gewißheit und Hoffnung dem Sterben entgegengehen? Der Apostel Paulus schrieb unmittelbar vor seinem Sterben:Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Laus vollendet, ich habe den Glauben be­wahrt; hinfort liegt mir bereit die Krone der Ge- rechtigkeit, welche der HErr, der gerechte Richter, mir zur Vergeltung geben wird an jenem Tage." (2 Tim. 4, 7. 8.) Das wagen viele gläubige Christen nicht von sich zu sagen im Blick auf ihre mannigfaltige Untreue und Versäumnis. Aber es ist schon ein großes, großes Heil, wenn ein Mensch mit friedevollem Herzen im Blick auf sein Sterben sagen darf: Aus Gnaden errettet!

Kannst du es, mein Freund? v. V.

Stille im Sturm.

. Ein Schiff wurde vom Sturm gegen die Küste getrieben. Seine Anker waren zerbrochen, und es gehorchte dem Steuer nicht mehr. Nur noch einige Minuten, und es würde scheitern. Inmitten der herrschenden allgemeinen Bestürzung blieb ein einzelner Mann ganz ruhig. Er hatte alles, was in der Macht des Menschen stand, getan, um für das Schlimmste vorbereitet zu sein, und nun, wo der Tod anscheinend ihnen allen nahe war, wartete er ruhig auf den entscheidenden Augenblick. Einer seiner Freunde fragte ihn um die Ursache seiner Ruhe in- mitten der schrecklichen Gefahr.Weißt du nicht, daß der Anker verloren ist und wir den Klippen zu- treiben?" Seine Antwort war:Gewiß weiß ich das, aber ich habe einen Anker für meine Seele."

Wohl denen, die einen sicheren und festen Anker ihrer Seele haben, der auch hineingeht in das In- wendige des Vorhangs (Ebr. 6, 19), und die in der vor ihnen liegenden Hoffnung in Stille oder Sturm eine ewig sichere Zuflucht finden.