Ausgabe 
14.3.1915
 
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Erscheint wöchentlich einmal.

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Verlag der Buchhandlung der Pilgcrmisslon Siehe».

Redakteur: Stadtmissionar tzerrmann Gießen. Mitarbeiter: Pfarrer Sperber-Cassel, Pfarrer Strauß-Leipzig u. d. Prediger d. Pilgermission. Druck v. I. G. Oncken Nachf., G. m. b. £>., Cassel.

Nr. 11.

Sonntag, den 14. März 1915.

8. Jahrg.

Arisch errichtete Massengräber.

Immer wieder drang der Feind auf die Grenze ein, immer wieder versuchte er in unser Land einzu­brechen. Die Übermacht des Feindes war groß, rind nur dem beispiellosen Mut unserer Truppen ist es zu danken, daß wir nicht zum zweiten Male wieder eine ebenso furchtbare russische Verwüstung erlebt haben als damals im August, ehe die Schlacht von Tannen­berg die russischen Horden aus der Provinz Ostpreußen vertrieb.

Aber wieviel Opfer hat es uns gekostet? Todes­mutig drangen unsere Trup­pen vor, die Russen zielten gut. Es galt, die Heimat zu schützen; da setzten sie alle ihr Leben opferfreudig ein, und am Abend des hin und her wogenden Kampfes war der entscheidende Sieg auf unserer Seite.

Nun sind die Tapferen zur Ruhe gebettet, die den Sieg mit ihrem Leben bezahlt haben. Mann an Mann, dicht nebeneinander, so wie sie kämpften, ruhen sie nun auch im Grabe. Ein Tannenbäumchen, ein Kreuz aus Brettern zusammengejchlagen, darauf ein Helm als Kampfeszeichen, das ist nun der Schmuck, den die Hand der treuen Kameraden den Gefallenen als letzten Gruß bereitet hat. Die Arbeit ist getan; sie gehen davon, nur einer bleibt noch zurück; er hat den Bruder hier zur letzten Ruhe ge­bettet, den geliebten älteren Bruder, der ihm so manches Mal von Jesu gesprochen hat. Auch vor­gestern, bei ihrem letzten Zusammensein, da hat sein Bruder ihm die Hand beim Abschied auf die Schulter

gelegt, hat ihm so ernst, so bittend und liebreich in die Augen geblickt und tief bewegt zu ihm gesagt: Karl, gib dein Herz unserem Gott, werde ein Eigen­tum Jesu; nimm an, was Jesus am Kreuz für jeden von uns erworben hat; schieb es nicht auf, deine

Sache mit Gott in Ordnung zu bringen, wir wissen nicht, ob wir morgen noch am Leben sind! Solange ich lebe, wird dies meine Bitte an dich sein, du ge- liebter Bruder, daß du zur Heilsgewißheit durch- dringst!" Und heute? Heute steht er am Grabe dieses geliebten, ältesten Bruders, - und hat ihm ein Kreuzchen aufs Grab gesetzt. Er steht und sinnt, er denkt der letzten Worte, die der Bruder zu ihm sprach; Tränen verdunkeln ihm den Blick.Herr, nimm mich armen Sünder an, ich will Dir nicht mehr länger aus dem Wege gehen!" andächtig spricht er es leise vor sich hin, dann macht er kehrt und eilt rasch den Kameraden nach, die schon zum Weiter­marsch rüsten.

Lieber Leser, auch du hast vielleicht jetzt einen