aber der Sieg kommt vom HErrn." Und damit kein Schweigen wäre vor dem HErrn bei Tag und Nacht, so hatte er Gebetszettel geschrieben, worauf für jeden der Beter seine besondere Gebetsstunde verzeichnet stand, und zwar so, daß in jeder Stunde bei Tag und Nacht mehrere Streiter Christi zu gleicher Zeit vor dem HErrn, der „der rechte Kriegsmann" ist, auf den Knien lagen und um Errettung aus der Hand unserer Dränger und Feinde zu ihm schrien. Und siehe, die Siegesnachricht kam alsbald vom blutigen Schlachtfeld von Großbeeren zu allgemeinem Jubel nach Berlin. Auch der König freute sich innigst. Er gab den hohen Offizieren eines Tages ein Siegesmahl. Als man zu Tische saß und aller- lei Gespräche im Gang waren, kam die Rede auch auf den bekannten Prediger Jünike an der Bethlehemskirche. Man brachte alte Spottgeschichten auf die Bahn, viele erhoben ein schallendes Gelächter. Da ergriff ein General das Wort und sprach: „Wer hat die Schlacht von Großbeeren gewonnen?" Da fielen verschiedene Antworten. Wenn dieses und das nicht geschehen wäre, so hätte man alles verloren . . . „Meine Herren," erwiderte derselbe fragende General, „ich will Ihnen die Antwort geben. Wir haben nicht gewonnen, wir haben nur gekämpft, der Mann, von dem Sie vorhin soviel Lächerliches erzählten, der hat die Schlacht entschieden. Der hat mit seiner Gemeinde Tag und Nacht auf den Knien gelegen und den HErrn, unseren Gott, den Lenker der Schlachten, um den Sieg angerufen. Und nun frage ich Sie, meine Herren, ob dieser Mann es verdient hat, daß man seiner spotte. Ist er nicht um seiner Frömmigkeit und Treue willen gegen den König und das Vaterland aller Ehren wert? Ja, Gott erhalte uns noch lange diesen Seinen treuen Knecht, damit wir als die Frucht seines Gebets den völligen Sieg davontragen mögen!" Da schwiegen die Spötter und mußten sich schämen. Treue Beter tragen den Sieg über die Spötter davon. O. D.
Wor 44 Zafiren und heute.
Es gibt manchen wichtigen Unterschied zwischen der Deutschen Wehrmacht im Jahre 1870 und in den Jahren 1914/15. Nicht nur ist das Heer, welches jetzt ins Feld rückte, mehr als viermal so groß und die Flotte mehr als zehnmal so stark wie damals, wir haben auch eine ganz andere Ausbildung, eine in weit höherem Maße kriegsgemäße Schulung der Armee, wir haben weit vollkommenere Waffen. 1870 gab es weder Maschinengewehre noch 42 cm-Mörser. Wenn man ferner an unsere Unterseeboote denkt, an unsere Luftschiffer und Flieger, an die Schnelligkeit unserer Mobilmachung, welche in wenigen Tagen anderthalb Millionen ausgerüstete Krieger an die Grenzen brachte, so liegt auf der Hand, wie ge
waltig Deutschlands Kriegsrüstuug gewachsen ist. Jedoch da ist noch ein Unterschied, von welchem die Welt nichts weiß, der schwer ins Gewicht fällt: die Zahl der betenden Kinder Gottes, der Bekenner Jesu Christi, ihres HErrn, ist in unserem Heere, unserer Flotte und unserem Volke erheblich gewachsen' In vielen Truppenteilen und auf fast allen Schiffen unserer Marine stehen Zeugen des Glaubens. Die Zahl der Glaubensgebete, die aus unserem Volke in Stadt und Land täglich zu Gott aussteigen um Sieg und Hilfe für unser Heer, Volk und Vaterland, um Segen, Bewahrung und Weisheit für unseren Kaiser, seine Heerführer und Ratgeber, mag wohl mehr als hundertmal so groß sein wie 1870 — Gott allein kennt und zählt die Gebete der Seinigen, deren Namen im Buche des ewigen Lebens stehen. Heute wissen und verstehen unzählige Menschen in Deutsch- laud, was ein bekehrter Christ ist. Vor vierzig Jahren wußten davon weitaus die meisten nichts.
Jüngst geschah es in einem Biwak im Westen, daß frühmorgens vor dem Ausbruch zum Gefecht drei Gläubige, die sich in einem Bataillon als Brüder in Christo kannten, zusammen in einen nahegelegenen Busch gingen, um dort noch einmal gemeinsam zu beten und die Knie vor ihrem HErrn zu beugen, in dessen allmächtiger Hand sie sich geborgen wußten. Als sie das' kleine Gehölz betraten, fanden sie dort sieben Kameraden von anderen Bataillonen betend auf den Knien. So waren es denn zehn Bekenner Jesu, welche gesegnet und zum Segen ihr Flehen um Sieg und Hilfe zu Gott ewvorsandten, und Gott erhörte.
Die betenden Christen sind nach Gottes Wort und Willen dazu auf ihren Platz gestellt, mitten hinein in das irdische Leben, damit sie ein leuchtendes Licht seien für die glaubenslosen, friedelosen, hoffuungs- losen Menschen, welche Gott und Sein Wort nicht kennen. Die Kinder der Welt wissen ja nicht, daß ihnen der rettende Heiland nahe ist, der für ihre Sünden am Kreuze starb. 8a, Er starb, damit sie zu Seinen Füßen Segen und Hilfe, Errettung und Frieden für Zeit und Ewigkeit finden sollten. Sie wissen nicht, daß, wenn sie mit den Lasten ihres Gewissens, mit der Schuld ihres Lebens aufrichtig den HErrn Jesum um Gnade anrufen, Er ihnen eine vollkommene Vergebung schenkt. Es soll den Menschen bezeugt werden von den Gläubigen: Das Tor der Gnade ist für alle weit geöffnet. Für jeden, der in Buße und Glauben die Gnade sucht, steht geschrieben: „Deine Sünden sind dir vergeben, dein Glaube hat dich errettet, gehe hin in Frieden." (Luk. 7, 50.)
Es ist überaus wichtig in unserer Zeit, in welcher die Gottentfremdung und die Abstumpfung gegenüber der Sünde so viele Gewissen verhärtet hat, daß die gläubigen Christen durch ihren Wandel, ihr Zeugnis und durch den Einfluß ihrer Person mahnend und warnend der Sünde wehren und die heiligen Gebote Gottes ihren Umgebungen bezeugen. Freilich,


