so groß der Segen für unser Heer und Volk ist, de» die Gläubigen durch ihre Gebete und ihren Wandel bringen, es bleibt doch jedem einzelnen Menschen die Verantwortung, ob er sich mit seiner Schuld vor dem rettenden Heiland Jesus Cbristus beugt, ob er die Gnade aufrichtig sucht.
Du magst vielleicht treue und gläubige Vorgesetzte und Kameraden haben, das würde dir doch nicht helfen, solange du nicht selbst die Gnade er- greifst. Aber dann, wenn du mit der Last deiner Sünden zu Jesu gekommen bist, wenn du deine Be- gnadigung und Lebenserneuerung erlebt hast, dann stehst du selbst zum Segen auf deinem Platze, dann bist du selbst berufen, Licht und Salz zu sein, und darfst aus Erfahrung sagen: Jetzt weiß ich, wer >5esus ist, Er ist mein HErr und Erretter, mein Hirt und mein Freund. v. V.
K
Samuel kannte den Herrn noch nicht.
(1 Sam. 3, 7.)
Samuel mochte viel aus dem Leben und der Geschichte Abrahams, Isaaks und Jakobs gewußt und erfahren haben. Auch mag Samuel vieles von dem gewußt haben, was Gott durch Moses zum Volk Israel geredet hatte; auch kannte er Israels Füh- rung durch die Wüste unter der Wolken- und Feuersäule und die Eroberung des Landes Kanaans unter Josua durch Gottes starke Handx und große Kraft. Weiter mag Samuel genau gewußt haben, daß ^ehovah, der Gott Israels, ein allmächtiger, allgegenwärtiger, ein heiliger und gerechter, aber auch ein gnädiger, barmherziger und liebevoller Gott und Vater sei. Auch empfing er in diesem Sinne wohl eine fromme Erziehung, und was man nicht vergessen darf, hatte er ganz gewiß zu diesem Gott Israels beten gelernt, denn er war der Sohn der frommen Beterin Hanna. Und doch lesen wir: Samuel kannte den Herrn noch nicht.
In der damaligen Zeit, als Samuel den Dienst Gottes im Heiligtum des Tempels versah, war das Wort Gottes teuer geworden, d. h. man hörte wenig lebendiges Gotteswort; dagegen hatte ein böses, gottloses Treiben der Priestersöhne Elis Platz genommen. Es fehlten die treuen Gottesmänner in der damaligen Zeit, die dem Volke Israel den Willen Gottes hätten kundtun und entschieden Front machen sollen gegen alle Bosheit, die im Hause Elis und selbst unter Israel immer mehr um sich griff. Männer fehlten, die solch gottloses Verhalten mit scharfen Worten gestraft hätten, denn der Hohepriester Eli war leider machtlos geworden gegenüber seinen beiden Söhnen, die Israel verführten. Gott übersah bei Eli diese Schwäche nicht, weshalb Er ihm auch eine liebliche Gestalt in der Person Samuels gegenüber- 1 stellte, dessen Dienst Gott und den Menschen sehr angenehm war.
Samuel halte sich gelegt, und der HErr rief Samuel. Wir wissen, daß der HErr den Samuel viermal gerufen hatte, bis er endlich verstehen konnte, woher dieser Ruf kam.
Wie oft mag der HErr Jesus dich, lieber Leser, in deinem Leben schon gerufen haben durch Sein Wort oder auch durch irgendwelche Umstände und Verhällnisse sowie durch Seinen Heiligen Geist? Hast du dich zu Ihm hinziehen lassen durch Seine vielen Wohltaten, die Er dir täglich aufs neue bewiesen hat? Gott möge uns allen Gnade schenken, daß wir kräftig werden in dem heiligen Entschlüsse, unser ganzes Leben dem HErrn zu weihen und Ihm allein zu dienen nach Seinem Wohlgefallen.
Samuel ging dreimal in nächtlicher Stunde zu Eli, weil er glaubte, Eli habe ihn gerufen. So geht Samuel dreimal falsche Wege, weil er den HErrn noch nicht kannte, d. h. nicht wußte, wie Gott im alten Bunde mit Seinen Knechten verkehrte. Er hatte noch nie eine Gottesoffenbarung empfangen.
Samuel ging zu Eli. Wie oft sucht man da und dort Hilfe, Schutz und Rat bei den Menschen, die einem doch nicht helfen können! Wenn daher das Wort Gottes dich trifft, deine Sünden dich kränken, du nach Vergebung dich sehnst, o, dann gehe zu Jesu, Er ist dein Heiland, dein Erretter, gehe zu Ihm, sage alles Ihm allein, Er versteht dich am besten und gibt dir, was dir fehlt.
In jener Nacht, wo der HErr den Samuel vier- mal rief, hat er viel gelernt, er lernte seinen Gott kennen, nicht mehr vom „Hörensagen" oder von dem, was andere erlebt und weiter erzählt hatten, sondern er lernte Gott persönlich kennen als einen treuen Vater, der sich um ihn kümmerte, sich ihm offenbarte, mit ihm redete, überhaupt in persönliche, lebendige Gemeinschaft mit ihm trat.
Samuel kannte den HErrn schon vorher als den Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs und wohl auch als de» Gott seiner Mutter, aber er kannte Ihn noch, nicht als seinen eigenen persönlich er- fahrcnen Gott, und somit stand Samuel noch in keinem rechten Verkehr mit seinem Gott. Denn nicht der kennt wahrhaftig den HErrn, der nur aus den Reden anderer von Ihm weiß, sondern der Jesum aus Erfahrung kennen gelernt hat. Samuel tat einen großen Schritt in jener Nacht; aus dem angelernten Glauben kam Samuel durch die Gnade Gottes hinein in das persönliche und vor allem in das selbständige Glaubensleben. Es war höchste Zeit für Samuel, daß er diesen Schritt tat, denn an seinem irdischen Herrn Eli hatte er wenig innerlichen Halt und Festigkeit, und wer weiß, ob Samuel nicht durch den bösen Geist, der damals in >L>ilo herrschte, in das Tun und Treiben der Priestersöhne Elis wäre hineingezogen worden.
Muß nicht auch für einen jeden von uns, wenn wir wirklich zu einer lebendigen und selbständigen Glaubensstärke gelangen und festen Glaubensboden


