Ausgabe 
14.2.1915
 
Einzelbild herunterladen

darauf cm, ob du dein Herz und Leben dem König Jesus weihen willst. Er hat ein Anrecht auf dich; du gehörst Ihm an. Mit Seinem teuren Blute hat Er dich erkauft zum Eigentum. O weigere dich nicht länger! Wer dem Ruf des Königs nicht folgt, gilt als fahnenflüchtig; und ein Fahnen- flüchtiger muß in ständiger Furcht leben. Er darf nie in das Heimatland zurückkehren. Im Krieg wird Fahnenflucht sogar mit dem Tode bestraft. Das wird auch dein Los sein, wenn du dem Liebes- werben des Heilandes nicht folgst. Darum komm zu Jesu! Folge Seinem Ruf!

Wer will ein Streiter Jesu sein Und nicht ein Widerchrist,

Der stell' sich auf dem Kampfplatz ein,

Wie er berufen ist!

Die Kreuzesfahne weht;

Wohl dem, der bei ihr steht l Drommeten schallen weit und breit:

Frisch auf, frisch auf zum Streit I" W. G.

&

Heldentum.

Die Treue gegen Kaiser und Reich, die freudige Hingabe von Blut und Leben ist eine kostbare Gabe für unser Vaterland in dieser großen Zeit. Irdischer Heldenmut ist allen menschlichen Dankes und alles irdischen Lobes wert. Wir lesen von Familien, die schon drei, vier, fünf und mehr Söhne hingcben mußten für das Vaterland. Wir hören aus anderen Familien, daß Vater und Sohn gefallen sind. Manche Braut und manche Witwe und manche Mutter geht im Trauerkleide sie haben ihr Liebstes gegeben für das Vaterland. Das ist auch Heldentum, ohne Klage im Kampfe des Erdenlebens weiterzugehen, wenn der fortgerafft wurde, der Stab und Hoffnung sein sollte für die kommende Zeit. Welches Heldentum ist größer: sich todesverachtend aus den Feind zu stürzen, ja, in den sicheren Tod zu gehen, oder das andere, wenn ein Weib mit zerrissenem Herzen, mit gebrochenen Erdenhoffnungen ohne Klagen und Zagen vorwärtsschreitet, nachdem der Mann oder der Sohn durch den Tod weg­genommen wurde? Wer will das entscheiden?

Die Frage ist jedoch für die Gefallenen und für die Hinterbliebenen, ob sie den HErrn Jesum kennen, ob sie Ihm gehören. Von allen, die Jesum nicht als ihren HErrn und Erretter kennen, wie menschlich verehrungswürdig sie sein mögen, sagt das Wort Gottes:Keine Hoffnung habend und ohne Gott in der Welt." (Eph. 2, 12.) Und von solchen Hinterbliebenen sagt die Schrift, daß sie trauern alsdie, welche keine Hoffnung haben" (1 Thess. 4, 13 ) Aber von wahren Christen steht geschrieben:Denn keiner von uns lebt sich selbst, und keiner stirbt sich selbst. Deitii sei es, daß wir leben, wir leben

dem HErrn, sei es, daß wir st erben, ivir sterben dem HErrn. So sei es nun, daß wir leben, sei es, daß wir sterben, wir sind des HErrn." (Röm. 14, 7. 8.)

Ein Rittmeister schreibt:Wir sahen auf dem Gefechtsfelde manche Tote liegen, welche sterbend ihre Hände gefaltet hatten, und auch einige, neben denen das ausgeschlagene Neue Testament lag, ans welchem sie sterbend Worte des ewigen Lebens ge­lesen hatten." Da waren also etliche unter den Gefallenen, welche noch etwas anderes kannten als nur das irdische Vaterland, seine Erhaltung und seine Ehre. Da waren auch solche, welche hinaus­schauten in eine ewige und gewisse Hoffnung der Herrlichkeit, in ein unvergängliches Vater­land, wo Friede ist für ewig. Welch ein Unterschied, ob ein solcher Streiter für sein Vater­land fiel, der als ein Kind Gottes entschlief, ge­waschen von allen Flecken der Sünde in der Ge­wißheit der Hoffnung ewigen Lebens, oder ob er hinüberging als ein unversöhnter Mensch, von dem der Dichter sagt:

Das Grab ist unter ibm erschlossen,

Doch über ihm der Himmel nicht."

Beide hatten eine volle Liebe und Treue für ihr irdisches Vaterland, beide waren todesmutige Männer, beide waren von ihren Angehörigen geliebt, geschätzt. Aber nun, da aus ihren Todeswunden des Lebens letzte Kraft zur Erde floß, gab es einen gewaltigen, ewigen Unterschied: Ein Kind Gottes wird von Jesu allmächtigen, treuen Händen durch das Tal des Todesschattens getragen und erfährt zuletzt:

Du kannst durch des Todes Türen

Träumend führen

Und machst uns auf einmal frei."

Ein Gläubiger darf unter den Schrecken des Schlacht­feldes im Frieden Gottes entschlafen. Aber das kann ein unversöhnter Mensch nicht er muß sterbend vor dem gerechten Richter erscheinen.

v. B.

&

Moch nicht öereit.

Freiwillige vor!" so rief ein Hauptmann vor der Front seiner Kompagnie. Es galt, einen gefahr­vollen nächtlichen Patrouillengang auszuführen, aber kein Mann trat vor aus den wackeren Wehrmännern. Dachten sie vielleicht an Frau und Kinder daheim? Denn wie oft geschieht es, daß von einem so ernsteii Erkundigungsgang nicht ein einziger Alaun zurück- kebrt. So war' der Hauptmann gezwungen, sich diesmal seine Leute auszusuchen. Da trat ein Mann aus den Reihen hervor und sagte beklommenen Herzens:Herr Hauptmann, geben Sie mich heute von dem Gange frei; wenn ich falle, so bin ich verloren: ich bin noch nicht bereit, Gott zu begegnen."