Ausgabe 
14.2.1915
 
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Der Hauptmann blickte den Mann erstaunt an und fragte:Wie, warum »verloren« und »nicht bereit, Gott zu begegnen«?"

Kaum halte der Hauptmann seine Fragen be- endet, als ein anderer Wehrmann vortrat, ein Freund des elfteren, und sagte:Herr Hauptmann, ich bin bereit, lassen Sie mich für meinen Kame­raden gehen!"

Der Hauptmann blickte nun noch mehr der- wundert und erstaunt auf die beiden Männer. Er fragte:Also Sie gehen nicht »verloren« und sind »bereit, Gott zu begegnen«? Wie kommt das?"

_ Der Gefragte antwortete kurz:Ich habe einen Heiland; ich glaube an Ihn und weiß, daß der HErr Jesus für meine Sünden am Kreuze gestorben ist. Wenn ich falle, so gehe ich darum zu Ihm in den Himmel!"

Der Hauptmann und die ganze Kompagnie hörten dieses freimütige Bekenntnis des gläubigen Mannes in lautloser Stille an. Es war, als ginge ein Engel durch die Reihen. Dann mußte unser Freund aber mit den übrigen, die zu dem Gang bestimmt waren, hinaus in die dunkle Nacht, um den Befehl ihres Hauptmanns auszuführen. Gott wachte über die wackere Schar. Sie kamen alle unversehrt zurück.

Das treue Zeugnis des Wehrmanns blieb nicht ohne gesegnete Frucht: sein Freund, der dem Haupt- mann erklärt hatte, er gehe verloren, wenn er falle, fand in derselben Nacht noch Frieden im Glauben an das vollbrachte Werk Jesu Christi. Obwohl er vordem gleichgültig gewesen war im Blick auf Tod, Gericht und Ewigkeit, so war er doch vor einigen Tagen durch Gottes Wort und Geist aus dem Todesschlaf aufgeweckt worden. Und nun, da er im lebendigen Glauben auf das Werk Jesu Christi und auf die Aussprüche des Wortes Gottes sein Heil gründete, nun hatte er Frieden in seiner Seele. Er war errettet, wie geschrieben steht:Durch die Gnade seid ihr errettet mittels des Glaubens, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es." Und weiter:Jetzt seid ihr in Christo Jesu, die ihr einst fern wäret, durch das Blut Christi nahe geworden, denn Er ist unser Friede." (Eph 2, 8. 13.) Und auch der Hauptmann hatte tags darauf noch eine längere gesegnete Unterhaltung mit dem gläubigen Landwehrmanne.

Gottes Wort ruft jedem Menschen, nicht nur den Kriegern zu:Schicke dich an, deinem Gott zu begegnen!" Wie ernst und wichtig ist aber dieses Wort gerade in dieser furchtbaren Kriegs- zeit, wo der Tod nah und fern Tag für Tag solch große Ernte hält! Du weißt, mit dem Tode ist nicht alles aus. Das sagen uns Gottes Wort und das eigene Herz und Gewissen. Die Heilige Schrift sagt:Es ist dem Menschen gesetzt, einmal zu sterben, danach aber das Gericht." jEbr. 9, 27.) An diesem Gericht des gerechten I

Gottes führt auch der eigene Heldentod noch nicht vorüber. Nur der Heldentod des Sohnes Gottes auf Golgatha kann deine Sündenschuld sühnen. So steht geschrieben:Christus ist gestorben für unsere Sünden." (1 Kor. 15, 3.)Wer an Ihn glaubt, wird nicht gerichtet." (Joh. 3, 18.) Zu Ihm muß darum ein jeder Einzelne für sich mit dem reumütigen und unum- wundenen Bekenntnis seiner Schuld und im leben- digen Glauben sich wenden. Und wie gut, daß Er sagt:Wer zu Mir kommt, den werde Ich nicht Hinausstoßen!" Und weiter:Wahr- lich, wahrlich, Ich sage euch: Wer an Mich glaubt, hat das ewige Leben."

E. D.

K

Aas Seöet in der Schlacht.

Ein Feldpostbrief von einem, der in einer Schlacht verwundet wurde:

. . . Ich ging unter dem Dröhnen der Kanonenschläge ganz ruhig in die Schlacht. Ich fühlte mich meinem Gott so sehr nahe. In stillem Gebet hatte ich mich Ihm fest verbunden. Ich wußte: Was auch kommen mag, ich bin, tot oder lebendig, wohl geborgen in Ihm, dem ewigen Gott, der durch Jesum Christum mein lieber Vater ist.

Als wir aus dem Walde heraustraten, hatten wir uns gegenüber eine bewaldete Höhe, wo die Russen in großartiger Verschanzung lagen und be- ständig Jnfanteriefeuer und Maschinengewehrsalven auf .uns abgaben. Unser Regimentskommandeur, Oberstleutnant Freiherr von . . ., fiel etwa dreißig Schritte links von mir; rechts sah ich, wie unser Flügel in weitem Bogen zurückging. Da sagte ich mir, das darf nicht geschehen, sprang auf und riß die mir zunächst liegenden Mannschaften mit mir. Da, den Degen in der rechten Faust, die rechte Schulter nach vorn, bekomme ich plötzlich einen heftigen Stoß in die Schulter Ich laufe noch bis zur nächsten Liegestation. Da sagt ein Mann hinter mir: »Herr Leutnant, Sie find verwundet!« »Ich weiß schon,« erwidere ich ihm, und schon spüre ich den Blutverlust; und je länger ich liege, desto schwerer wird mir mein rechter Arm, so daß ich ihn nicht mehr heben kann. Als ich so längere Zeit im Feuer gelegen, meldet sich hinter mir ein Mann, der ins Bein geschossen ist. Er sagt, ich solle doch etwas zurückkriechen, weil da etwas Deckung ist; er will mir auch eine kleine Vertiefung für den Leib ausheben, dann schneidet er meinen blutigen Rock und mein Hemd auf und legt das Verbandspäckchen aus meine Wunde. Ich liege nun kampfunfähig da, und doch kann ich etwas tun, und zwar etwas sehr Wichtiges: »Ich aber bete« für den Sieg unserer Truppen, für unser Volk, für mich und meine Lieben. Dabei pfeifen die Kugeln