Ausgabe 
24.1.1915
 
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Wege des Verderbens, der Gewalt eines erbarmungs- losen Feindes verfallen und mit Sündenwunden be­deckt, die uns den ewigen Tod bringen mußten. Niemand konnte sich befreien. Da kam der Retter aus den Himmeln, die Liebe Gottes in Person! Er kam, um den Fluch unserer Schuld, die Lasten unseres Gewissens auf sein schuldloses Haupt zu nehmen und als unser Bürge in das Gericht Gottes zu gehen an unserer Statt. In Seinen Todeswunden ist Heil und Versöhnung für jeden Glaubenden. v. V.

Muße.

Von der großen Weltstadt Ninive steht ge- schrieben, daß ihre Bosheit hinaufgestiegen war vor Gott. Gott sandte einen Boten, den Propheten Jona, nach Ninive und ließ der Stadt ansagen, daß sie in vierzig Tagen untergehen sollte. Eine wunderbare Wirkung trat ein. Die Leute glaubten Gott und taten Buße vom König bis zum Bettler, Reiche und Arme. Und was tat Gott, als Er diese aufrichtige Buße sah? Das Wort Gottes berichtet:Und Gott sah ihre Werke, daß sie von ihrem bösen Wege umgekehrt waren; und Gott ließ sich des Übels gereuen, das Er geredet hatte, ihnen zu tun, und tat es nicht." Die Predigt des Propheten war nicht vergeblich gewesen. Es war nicht vergeblich gewesen, daß Mann und Weib, alt und jung Herzen und Knie vor Gott beugten, ihre Sünden bekannten, von ihrem bösen Wege und von ihren Sünden umkehrten. Gott erbarmte sich über dies Volk, Gott wendete das wohlverdiente Strafgericht ab, Gott ließ Seine Gnadensonne von neuem scheinen.

Es war in unserem Volke vielerorts, vor allem in den Großstädten, ein schlimmer Zustand geworden durch Gewissenlosigkeit und Gottesleugnung. Da hat Gott uns einen mächtigen Prediger gesandt: den großen Krieg. Nicht Gott, aber viele Menschen, Kaiser, Könige, Minister, Generale hatten beschlossen und verkündigt, Deutschland soll nun untergehen I Aber Gott hat Gedanken der Gnade, Er ruft unser Volk zur Buße.

Können wir, die Einzelnen, etwas dazu tun, daß dieser Krieg gewendet werde zu Sieg und Segen für unser Vaterland? Sicherlich! Jeder einzelne sollte auf zweifache Weise dazu Mitwirken. Erstens durch ein tägliches heißes Flehen des Glaubens, daß der allmächtige Gott unseren Heeren und unserer Flotte den Sieg gebe; daß Er von oben her unserem Kaiser und seinen Feldherren die rechten

Entschlüsse gebe; daß Er unseren Truppen einen un­beugsamen Mut, ein zähes Durchhalten, eine sieg­reiche Entschlossenheit gebe; daß Er unsere Feinde entmutige, in die Flucht jage. Wir dürfen dies kindlich mit allem Ernst und aller Zuversicht bitten. Aber zugleich sollen wir alle, jeder einzelne es machen wie die Leute von Ninive. Wir sollen uns mit dem Bekenntnis unserer Schuld vor Gott in den Staub beugen, von allen bösen Wegen und Werken umkehren, mit allem brechen, was wir als Sünde erkannt haben. Dies ist eine Entschließung der Einzelnen. Unseres Volkes Sünden sind unsere Sünden; jeder einzelne von uns hat sich darüber vor Gott zu beugen. Keiner darf sagen:Der traurige Zustand unseres Volkes geht mich nichts an." Aber natürlich liegen meine Sünden in ganz besonderer Weise auf meinem Gewissen, es sind eben meine Sünden, und deine Sünden sind deine Sünden; sie stehen auf deinem Schuld­konto in den Büchern Gottes. Dein Gewissen be­zeugt dir: Es gibt eine persönliche Abrechnung zwischen dem heiligen Gott und dir, dem schuldigen Sünder. Denke nicht, daß deine Sünde so ein un­bestimmtes Ding wären, daß man nicht näher be­schreiben könnte. Nein, deine Sünden sind sehr bestimmte Dinge. Prüfe einmal ernstlich dein Leben an folgenden sieben Sünden: Gleichgültigkeit und Undank gegen Gott; Lüge; Zorn; Unredlichkeit; Unkeuschheit; Fluchen und Mißbrauch des Namens Gottes; Selbstsucht, Härte und Unbarmherzigkeit gegen andere Menschen. Man könnte schnell noch zehn andere solche große Sündenkapitel nennen. Stelle dein Leben ins Licht der Ewigkeit. Wenn du dann überführt bist von deiner riesengroßen Schuld, dann blicke auf zum Kreuz und fasse die wunderbare Botschaft, daß der Sohn Gottes alle deine Schuld auf Sein dornen­gekröntes heiliges Haupt nahm, um deine Schuld und deinen Fluch zu tragen im Gericht Gottes. Rufe glaubend Seinen heiligen Namen an und ergreife dann die große Gnaden­botschaft:Deine Sünden sind vergeben, dein Glaube hat dich errettet, gehe hin in Frieden." (Luk. 7, 49. 50.)

Wenn du dieses erlebt hast, bist du ein neuer Mensch geworden, ein Kind Gottes. Dann hast du das Recht, zu dem ewigen Gott zu sagen: Abba, Vater!" Dann darfst du von Ihm Sieg und Segen für unser Vaterland glaubend erflehen. Dann bist du aber auch o vergiß es nicht! ein Zeuge Jesu Christi, der zum Segen in unser deutsches Volk hineingestellt ist, um deinen HErrn und Erretter Jesus zu bezeugen, in welchem allein das Heil ist. Willst du das?