Wicht Untergang — Krweckung.
Als einst Jona in Ninive das Gericht ver- kündigte und sagte: „Es sind noch vierzig Tage, dann wird Ninive untergehen," da beugte sich der König von Ninive und tat Buße mit seinem ganzen Volk. Und Gott erbarmte sich über Ninive. Es gab keinen Untergang, es gab eine Erweckung.
So will Gott auch nicht unseres Volkes Untergang, Er will Erweckung! Das sagt uns sein Wort: „Aber mit dir will Ich es nicht ein Ende machen; züchtigen aber will Ich dich mit Maßen, daß.du dich nicht unschuldig haltest."
Noch halten viele sich für unschuldig. Noch suchen viele die Schuld an diesem Kriege in Rußland oder in Frankreich oder in London. Nein, wir haben diesen Krieg verschuldet, wir mit unserer Sünde!
O, wenn wir das erkennen und uns in Demut beugen vor dem lebendigen Gott, dem Vater unseres HErrn Jesu, dann werden wir es auch erfahren, wie es Ninive einst erfuhr: Nicht Untergang, sondern Erweckung!
Laßt uns nicht müde werden, Gott anzuflehen, daß Er den Geist der Buße durch unser Volk hindurchwehen lassen möchte, daß unser Volk sich nicht mehr für unschuldig halte, sondern erkenne, daß dieser Krieg eine Züchtigung ist, eine wohlverdiente Züchtigung, aber eine Züchtigung zu unserem Heil, nicht zum Untergang und zur Vernichtung, sondern zur Erweckung und zum neuen Leben! E. M.
Der Krieg.
Da ist ein reicher Bauer im Dorfe. Zu wohl ging's ihm. Alles glückte ihm, und so entstand in ihm die Überzeugung: „Ich kann alles, mit meiner Macht ist alles getan!" Und diese Überzeugung trug er immer auf der Zunge. „Ja, und Gott, der alte, graue Mann, wo ist Er denn?" so hat er einst dem Lehrer geantwortet, als er ihn darauf hinwies bei einer Ernte, wie reichlich Gott seine Arbeit gesegnet habe. Mit dem Nachbar lag er im Prozeß, und mit seinem einzigen Bruder war er bitter feind. So zog er stolz und sich selbst genug seine Straße. Da kommt die Mobilmachung. Auch der Bauer muß sich am fünften Tage stellen. Wie sie auf ihn gewirkt hat in der Stille, das wissen wir nicht. Aber als am Bettage, den der Kaiser dem Lande verordnet hatte, die Glocken läuteten, da stand plötzlich der Bauer bei seiner Frau, nahm sie bei der Hand und sprach zu ihr: „Frau, komm, wir gehen auch beten." Und mit lauter Stimme sang er in der gefüllten Kirche zum Himmel empor: „Aus tiefer Not schrei ich zu Dir." Still war er auf dem Heimwege und hielt seine Frau an der Hand. Und am letzten Tage, spät am Abend, da stand er vor seinem Bruder. Was er zu ihm gesagt hat, hat niemand gehört; aber als er von ihm ging, ries er noch einmal von weitem zurück: „Lieber Bruder, bete auch für mich!" Am frühen Morgen des Gestellungstages, da er seine weinende Frau im Hofe zurückgelassen hatte, da trat er zum Nachbar und sprach: „Sei nicht mehr feind. Steh meiner Frau bei und sei ihr ein guter Nachbar. Bete auch für mich." So sind viele gegangen. Ja, in guten Tagen vernehmen sie das Rufen und Grüßen unseres Gottes nicht. Erst die Not, der Krieg hat ihre Herzen geöffnet.
Versammlungs-Anzeigen.
(Versammlungen innerhalb
Bezirk Gietzen.
Stadtmisfion Gießen, Löberstr. 14.
Jeden Sonntag Vh Uhr: Sonntagsschule;
4 Uhr: Jungfrauenverein; 8*/* Uhr: Versammlung.
der Landeskirche.)
4'/, Uhr: Christlicher Verein junger Männer. Jeden Mittwoch 8*/» Uhr: Bibelstunde.
Jeden Freitag 8'/, Uhr: Gebetsstunde. Sonntag, den 24. Januar: Nordeck und
Wißmar.


