Ausgabe 
10.1.1915
 
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Wir lesen:Manasse erkannte, daß Jehovah Gott ist." Daß aber Manasses Bekehrung zu Gott wahr und echt, und daß seine Erkenntnis eine heil­bringende war, das zeigt uns der Rest seiner Tage. Er brachte die Früchte einer wahren Bekehrung und des neuen Lebens hervor. Er wurde noch ein treuer hingebender Knecht und Anbeter Gottes.

Nun, teurer Leser, gehst du noch deinen Weg ohne Gott durch diese finstere Welt? Oder hast du dich, wie König Manasse, vor Ihm gedemütigt und Ihn von Herzen um Gnade und Vergebung angerufen?

Das Evangelium verkündet dir, daß Gott dir auf Grund des Opfertodes Jesu eine vollkommene Erlösung, eine ewige Errettung anbietet.

Jesus starb, um dich zu erretten. Beachte Gottes Gnadenruf, und du findest Heil und Frieden. Gehe nicht weiter in Satans hartem Joch, denn Gottes Gnade und Barmherzigkeit hat alles getan, was sie zu tun vermochte, um dich zu retten und zur ewigen Herrlichkeit zu führen.

Wende dich jetzt zu Jesu, der Sein Blut für dich vergoß und dich rein macht von aller Sünde.

O. D.

Sein oder Nichtsein.

Es geht um Sein oder Nichtsein." Oft ist in jetziger Zeit dieses Wort gefallen in bezug auf unser Vaterland und seine Zukunft. Und wahrlich, wenn es unseren Feinden gelingen würde, über uns den Sieg zu erringen, wäre es mit der Herrlichkeit und Größe unseres Deutschen Reiches und auch unseres Verbündeten an der Donau gewiß für immer vorüber. Sie haben es ja schon vor Beginn des Krieges unter sich geteilt und nur wenig davon übrig gelassen. Ja, um Sein oder Nichtsein kämpft unser Volk voll stürmischer Begeisterung, voll hehrem Opfermut in noch nie dagewesener Einigkeit aller Parteien und Stände. Daß wir aus solchem Kampfe siegreich hervorgehen werden, dürfen wir mit der größten Zuversicht erwarten.

UmSein oder Nichtsein" handelt es sich da- bei freilich auch für viele Tausende unserer kämpfenden Brüder und Söhne. Reiche Ernte hält der Tod, und unsägliche Trauer bringen die täglich erscheinenden Verlustlisten in die Familien derer, deren Angehörige man im Feindeslande in die kühle Erde bettete.

Wie mancher unter ihnen hat noch vor etlichen Wochen im entferntesten nicht an den Tod gedacht I Die Zukunft, das Leben lag rosig und glückverheißend vor ihm, und er fühlte die Kraft in sich, den Wider- wärtigkeiten des Daseins siegreich zu begegnen und Freude und Glück dieses Lebens an seine Seite zu zwingen. Und nun? Wie oft werden sich in dieser Kriegszeit die Worte des alten Rciterliedes als Wahrheit erweisen:

Kaum gedacht, kaum gedacht.

Wird der Lust ein End' gemacht.

Gestern noch auf stolzen Rossen,

Heute durch die Brust geschossen,

Morgen in das kühle Grab."

Es wird angesichts der Todesgefahr im sprühenden Kugelregen, oder im Anschauen der das Schlachtfeld bedeckenden Toten, oder in stiller Nachtstunde auf Vorposten, oder schlaflos auf der kalten Erde liegend mancher wohl über dieses Sein und Nichtsein, über den Wert des Lebens und über den Tod und was danach folgt, Nachdenken und gewißlich ganz andere Gedanken darüber haben als noch kürzlich daheim im Frieden, wo er vielleicht oft unter den Spöttern gesessen und deren Weisheit sich aneignete, daß mit dem Tode alles aus sei und hinter dem Sterben dasgroße Nichts" folge, wo niemand danach frage, was einer im Leben getan habe. Da wird manches schlummernde Gewissen aufwachen und Gott im Schlachtendonner oder danach im hilflosen Zustande des Verwundetseins mit manch einem reden von seiner Sünde und seinem verlorenen Zustand, und tausendmal oft wird der Schrei leise und laut zum Himmel dringen:Mein Gott, erbarme Dich über michl" Denn jedem Menschen ist, auch wenn er es lebenslang zu bestreiten sucht, die Ewigkeit in das Herz gelegt. DasNichtsein" nach diesem Erdenleben bezieht sich nur aus unsere sterbliche, der Verwesung anheimfallende Leibeshülle. Unserer Seele aber ist ein ewiges Sein beschieden, und wohl dem, der sie, auch wenn es noch kurz vor dem Tode wäre, in Reue und Buße und kindlichem Glauben an Jesu Blut befiehlt, dessen Gnade allein sie einführen kann und gern einführen möchte in die herrlichen Gefilde ewigen Lebens und ewiger Seligkeit! G. H.