Unser sind mehr!
In 2 Kön. 6 sehen wir, daß Israel von dem mächtigen Nachbarvolk der Syrer bedroht wird. Sie haben ihren Einfall schlau erdacht, es soll ein erfolgreicher Überfall sein. Aber der Gott Israels wacht! Trotz vielem Abfall unter Seinem Volk bleibt Er doch treu und meldet durch Seinen Propheten Elisa den bösen Plan der Feinde an den König in Sa- maria. Dieser macht seine Vorkehrungen, und das Unternehmen mißlingt. (Wer denkt da nicht an den geplanten Durchbruch unserer Feinde durch das Belgierlandl) Ein neuer Plan wird ersonnen, aber auf gleiche Weise durch den „Boten" des Herrn bekanntgemacht und vereitelt. Dieses wiederholt sich so oft, daß der König der Syrer voll Unmuts im Kreise der Heerführer ausruft: „Wer ist denn unter uns der Verräter, der dem König von Israel alles überbringt?" Einer unter ihnen macht es dem König kund, daß der Prophet Elisa kraft göttlichen Wissens dem König von Israel stets offenbare, was der König in seinem Geheimkabinett plane und sich vornehme.
Statt nun die Hoffnungslosigkeit seines Tun einzusehen und den Krieg einzustellen, fragt er, wo dieser Prophet sich befände. Er schickt eine Heeresmacht nach Dothan, wo der Prophet sich befindet. Sie kommen des Nachts, und der früh aufgestandene Diener des Propheten sieht auf einmal das kleine Städtchen von einer großen feindlichen Schar belagert. Er eilt nach Hause, botschaftet es alles seinem Herrn in Angst und Erregung und fragt: „O weh, mein Herr, wie wollen wir nun tun?" Aber der Pro- phet sprach: „Fürchte dich nicht, denn der ist mehr.
die bei uns sind, denn der, die bei ihnen sind."
Herrlicher Aufschluß! Unser Herr ist der Gott „Zebaoth", das heißt, der Gott, der unzählige, himmlische Heerscharen zur Verfügung hat. Wie sollten Gottes Leute und Volk sich dann noch fürchten und zagen! Elisa bebte nicht, sondern stärkte sich in Gott und ging getrost zu den Feinden hinaus.
Aber, sagst du, wo sind denn die himmlischen Heerscharen? Ich sehe und merke nichts davon. — Ja, so ging es dem Diener des Propheten auch.
Der hatte nur seine gewöhnliche Gefichtskraft, mit der er dazu nur die große Macht des Feindes besah. Deshalb betete der Prophet für seinen Diener, daß ihm doch die inneren Augen aufgetan würden und er die nahe himmlische Schutzmacht schauen möchte.
Gestützt auf diese Tatsache, verhandelt der Pro- phet mit den Feinden, sagt ihnen, daß sie nicht am rechten Ort wären (der Prophet wohnte nämlich sonst in Samarien), führt sie — wie die Lämmer — nach der Hauptstadt, wo sie auf einmal inne werden,
daß sie jetzt ganz in der Macht des Königs von
Israel und seines Propheten sind.
So wollten sie den Propheten Elisa fangen und sind gefangen, wollten Beute machen und sind zur Beute geworden. Der König von Israel will nun alle umbringen, aber der Prophet fragt zu Recht, ob man denn „Gefangene" umbringen soll. Man sollte sie recht speisen und tränken und zu ihrem Herrn zurückkehrcn lassen, welches auch geschieht, und zwar mit solchem Erfolg, daß sie sich schämten, auf solche Weise wieder nach Israel zu kommen. „Seit der Zeit kamen streifende Rotten der Syrer nicht mehr ins Land Israel."
Zur gefälligen Kenntnisnahme.
Von Nr. 1 ab wird nun, wie schon bekanntgegeben, dies Blatt vierzehntägig versandt. Wir haben ein besseres Papier gewählt und eine Veränderung des Formats vorgenommen an Stelle des bisherigen, das wir ursprünglich etwas vergrößern wollten. Wir hoffen, daß dies unsere lieben Leser zu fleißiger Werbe- und Missionsarbeit für unser Blatt veranlassen wird. Der Herausgeber.
Versammlungs-Anzeigen.
(Versammlungen innerhalb der Landeskirche.)
Bibelkurs in Gießen.
Bcreinshaus, Löberstrnße lt
Sonntag, den 10. Januar, nachmittags 3 Uhr:
Die Bereitschaft der Jünger Jesu.
Referent: Herr Pfarrer Wittekind.
Abends: Evangelisation.
Montag, vormittags 9—9^/« Uhr: Gebetsvereinigung. 10 bis 1 2 Uhr: Das prophetische Wort, eingeleitet von Herrn Pfarrer Knipp. Nachmittags 2—4 Uhr:
Die Bereitschaft der Jünger Jesu. Referent: Herr Pfarrer Wittekind.
Dienstag: Fortsetzung der Themen in derselben Reihenfolge. Aonr 11.—17. Jan. wird HerrPfr. Knipp Evangelisationsvorträge halten. Wir laden in dieser so großen, ernsten Kriegszeit zu diesen Glaubensversammlungen ganz besonders ein.
Bezirk Friedberg.
3. Januar, 3 Uhr: Leidhecken; 4. Januar: Vilbel; 5. Januar: Assenheim; 6. Januar: Leidhecken: 7. Januar: Friedberg; 8. Januar: Nauheim.
Bezirk Nicderlreisel.
Sonntag, den 3. Januar, nachmittags: Fauerbach; abends: Niederwcisel. Deklamationen von Kriegsgedichten; 4. Münzenberg; 5. Gambach; tt. Fauerbach; 7. Niederweisel: 8. Butzbach.
Bezirk Schotten.
Sonntag, den 3. Januar, abends 8'/* Uhr: Versammlung in Schotten; 5. Nidda; 6. Ranstadt; 7. Lißberg.


