Ausgabe 
3.1.1915
 
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Das ist's, was Er will! Friedenshunger will Er wecken, Hunger nach Jesu.

Das will Er bei unseren Soldaten da draußen im Felde. Das will Er auf dem Schmerzenslager im Lazarett. Das will Er im Witwenstüblein und im leer gewordenen Elternhause.

Weil Er Frieden geben wollte in eine friede­lose und friedeleere Welt hinein, darum gab Er seinen Sohn dahin in Not und Tod, ans Holz des Fluches, ans Kreuz von Golgatha. So sehr sehnte sich Gott danach, uns diesen Frieden zu geben, daß Er Seines eigenen Sohnes nicht ver­schonte, sondern Ihn für uns alle dahingab.

Jesus ist unser Friede.

0 mein teures Herz, kennst du diesen Frieden, diesen Frieden, von dem Paulus bezeugt:Nun wir denn sind gerecht geworden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit Gott durch unseren HErrn Jesum Christum"? Kennst du diesen Frieden durch eigene Erfahrung, durch seliges Erleben? E. M.

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Aürstenmord und Weltkrieg.

Die Bombe und Revolverschüsse von Sarajevo haben die schlagenden Wetter, die seit lange über Europa lagerten, zur Explosion gebracht; und der Weltkrieg ist gekommen. Wie und wann mag der Krieg enden? Wir hoffen und flehen zu Gott, daß Er der gerechten Sache den Sieg verleihe; und wir hoffen und flehen vor allem, daß Er als der Gott des Friedens, der nicht den Tod des Sünders will, in diesen schweren, ernsten Zeiten, in dem furchtbaren Kriege noch viele, viele Seelen ewiges Heil und Frieden finden lassen möge, und zwar nicht nur in Deutschland und dem Ver­bündeten Österreich, sondern in ganz Europa und auf der ganzen weiten Erde. Noch währt ja der Tag des Heils; noch ist die Zeit der Gnade da. Darum bitten wir alle Leser, die noch unbekehrt sind, an Christi Statt:Laßt euch versöhnen mit Gott!"

Der Fürstenmord in Bosnien mit seinen schreck­lichen Folgen erinnert uns an eine noch weit furcht- barere Bluttat, die furchtbarste, die je die Welt gesehen: an die Ermordung Jesu Christi auf Gol­gatha. Er ist der Fürst des Lebens und der Fürst der Könige der Erde, der HErr der Herrlichkeit, der Sohn Gottes, der umherging heilend, lehrend, segnend, rettend. Und siehe, Er,der Gerechte", wurde getötet, und Sein Blut wurde hier vergossen.

Die weitgehenden furchtbaren Folgen des Fürstenmordes in Österreich legen es uns nahe, an die weit größeren und ernsteren Folgen der Er­mordung des Friedensfürsten Jesus Christus zu denken. Sie sind um so viel größer und ernster, als die Person des Herrn Jesu Christi unendlich größer und höher ist als die eines jeden Menschen, auch

des edelsten Fürsten auf Erden. Denn alle Menschen, auch die Hohen der Erde, sind im besten Falle nur arme Staubgeborene und sindallzumal Sünder". Das sagt uns die Heilige Schrift, das untrügliche Wort Gottes; das sagt uns die Erfahrung und die Geschichte. Jesus Christus aber,der Sohn des Menschen", ist der Sohn Gottes.

Bei dem Morde des Erzherzogs Franz Ferdi- nand und seiner Gemahlin befleckten sich nur die Hände einiger Gesellen mit Blut, allerdings in Ber- bindung mit verschiedenen Vertretern des Großserben, tums und des Panslawismus. Wie viele aber machten sich schuldig bei der Verwerfung und Kreu- zigung Jesu Christi? Wir müssen sagen: d i e g a n z e Welt. Die Juden, die Vertreter der religiösen Welt, denen Gott SeineAussprüche", d. h. die schriftlichen Zeugnisse Seiner Offenbarung, anvertraut hatte (Röm. 3, 2), und die Römer, die Vertreter der politischen Welt, denen Gott die Macht und Weltherrschaft anvertraut hatte, vereinigten sich in der Verwerfung und Kreuzigung des HErrn der Herrlichkeit. Wohl hörten wir nur die Juden rufen:Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!" aber die ganze Menschheit hat gleichsam mit in diesen Ruf eingestimmt und steht mit ihren Sünden unter der großen Schuld, die der Apostel Petrus und Stephanus, der erste Blutzeuge Christi, der Menge vorhielt:den Fürsten des Lebens habt ihr getötet";den ihr ermordet habt"; dessen Verräter und Mörder ihr geworden seid". (Apg. 3, 15; 5, 30; 7, 52.)

Aber nun stehe und staune, teurer Leser, über den wunderbaren und ewig herrlichen Gnaden­ratschluß Gottes in Verbindung mit dem Kreuzes- tode Jesu Christi! Gott hat die furchtbarste Bluttat, deren die blinde Welt sich überhaupt schuldig machen konnte, in Seiner unergründlichen Weisheit und Barmherzigkeit zur Grundlage unseres ewigen Heils gemacht! Gott hat gerade am Kreuze, wo der Mensch seinen größten Haß gegen Gott geoffen- bart hat, seine unendliche Liebe zu den Menschen enthüllt und zugleich unsere Schuld in Gerechtigkeit gesühnt. Während das Blut Abels, der als erster Mensch auf Erden erschlagen wurde, zu Gott um Rache ruft, wie auch die Bluttat von Sarajevo, da ruft Christi Blut wenigstens solange die Zeit der Gnade währt und der Tag des Heils für die Sünder, die da in Aufrichtigkeit Buße tun vor Gott, um Gnade. (Ebr. 12, 24.) Ja, ge­rade dieseskostbare Blut Jesu Christi", wie die Heilige Schrift es nennt, das unsere große Feind- schaft wider Gott bezeugt, dessen Vergießen unsere Schuld vor Gott voll gemacht, ja,das Blut Jesu Christi, Seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde!" (1 Petri 1, 18. 19; IJoh 1, 7.) Wie wunderbar! E. D.