Dss WeißimWfest.
Das fünfte Weihnachtsfest seit Beginn des Weltkrieges. Noch ist es Lein volles Friedens-Christfest, aber es sind doch Feiertage vor dem Frieden. Die Waffen schweigen und werden nach menschlichem Ermessen in diesem Kampfe nicht wieder sprechen. Freilich, weihevoller Friede auf Eidc-r st nimmer zu diesem Fest gekommen, kaum daß der dröhnende Schritt der Weltereignisse sich für Dieje tt;rze Frist verlangsamt. Damit müssen wir für jetzt zufrieden sein.
Wie anders haben wir in unseren Wünschen und Hoffnungen dies erste Chistsest nach der lung
der Feindseligkeiten uns ausgemalt, wir haben nur den Himmel offen gesehen in dem Empstaden frohen Wiedersehens und herzlicher Freude! setß Gott! Von überfchwenglichen Triumpsgejüh ,wie sie in den ersten Kriegsmonaten erklärlich waren, haben wir uns längst frei gefühlt, und gönnten allen Völkern den Rechts- und Bersöhnungsfrieden, den wir selbst uns wünschten. Wir waren nicht nn'ide zum ITn faden, aber die fünfzig Kriegsmonate hatten uns die Bedeulung des neuen Friedens neben den Drangsalen des Krieges erkennen lassen. So sollte dieses Weihnachtsseft ein rechtes fröhliches und seliges Fest sein, in dessen Errungenschaften auch die einen Trost fanden, die harte Opfer unter ihren Lieden für das Vaterland dahingegeben hatten.
So harrten und hofften wir, aber der Mensch denkt, und das Schicksal, das mächtiger ist, als aller menschlicher Wille, lenkt. Es ist anders geworden so sehr viel anders gekommen, daß wir noch immer fragen, und in diesem Forschen auch in den Feiertagen nicht verstummen werden, mußte sich alles, so gestalten, konnte es nicht doch noch zum Bessern sich wenden? Es ist undeutsch, nach einzelnen Männern als Schuldigen für das deutsche Unglück zu suchen, denn in dem Sinne, wie dies unsere Feinde schreien, sind es sie nicht.
Wir alle wissen, daß wir Jahre lang schon vor dem Weltkriege gestanden haben, bevor er begann, daß Jahre lang die Kriegslähmung auf der deutschen Arbeit lag. Als wir angegriffen wurden, haben wir uns in nationaler Einmütigkeit verteidigt und nach großen Erfolgen auf den Endsieg gehofft. Blieb der aus, so wurden wir doch nicht überwunden. Halten wir uns das gegenwärtig, so können wir auch über Jrrtümer, die jedem Menschenwerk anhasten, hinweggehen, denn es ist wohl keiner, der sagen kann, daß er in jeder Stunde des Krieges derselbe war.
Dieser Gedanke an deutsche Lotten und Größe ist es, der die Bitternisse von der Weihnachtsfeier fernhalten und uns einen Trank von ihrem Lebensquell darbringen soll, der uns Kraft und Festigkeit in ben Adern erhält. Denn ehrlich, wir sind nicht die zusammen- gedrochene Ration, als die wir vor die Welt hingestellt werden; ein Volk, das Deutschlands Erfahrungen erträgt, hat Mut in den Knochen und kommt auch' wieder zu anderen Tagen. Was heute unser Land erfüllt, ist ein Streit der Meinungen. Der kann nicht unser Dasein ausfüllen, denn davon können wir nicht leben. Existieren können wir nur durch den Wiederaufbau des einigen Deutschlands, das allein uns zu ernähren vermag, und dem darum unsere Liebe gehören muß.
Und kein Volk ist mehr als das deutsche imstande, an das Vaterland sich anzuschließen, denn nirgendwo ist der Familiensinn so entwickelt, als bei uns. Im Rahmen des Vaterlandes bilden wir alle eine große Familie, freilich in Gemeinschaft mit verschiedenen Neigungen uno Charakteren. Die Worte Familienhader und Parteihader klingen ähnlich, sie werden, da wir Menschen sind, auch nie verschwinden, aber wir haben die Gewähr, daß die Hadernden in der Minderheit bleiben, dagegen die, welche in den wichtigen Dingen einig sind, die große Mehrheit bilden. Und das ist weder eine Unmöglichkeit, noch ein Wunder, wenn die Liebe zum Vaterlande nur stark genug ist und stark genug bleibt.
Das Weihnachtsfest ist uns ein Feiertag des Körpers und der Seele. Wir wissen, daß ihm Sturm- und Drangtage, vielleicht sogar Not folgen werden. Das Volk, das sich jetzt selbst ein Führer sein soll, ist auch allein berufen, diese Aussichten zu bessern. Noch steyen w:c so da, daß wir Großes leisten können, und diese Fähigkeit wollen wir uns nicht nehmen lassen. Dre Frontsoldaten sind zum größten Teil wieder zu Haufe, aus ihrem Munde hört das Volk in den Festtageil in aller Ruhe, was im Schützengraben und im Sturmangriff möglich gemacht worden ist. Das zeigt allen, daß Härteres uns nicht anferlegt werden kann, Schwereres nicht zu überwunden zu werden braucht, wenn twr bekunden, was jene beseelt, die Liebe zum Vaterlande. Und diese Liebe sei unser Weihnachtsstern! Wm.
D elhnMeü u. LevjÄl n Mm»»
Von A. Kutsch bach.
Am Tage des heiligen Barsilrus ,Vasile. Sylvester- obenv) zündet der Rumäne, insbesondere der aus dem Lande eine Kerze aus jungfräulichem Bienenwachs vor den Heilrgenbildern in seinem Haufe an. um die bösen Geister die sich im Lause des Jahres eingeschlichen haben, zu verjagen Das Licht darf während der Nacht nicht verlöschen Zur Erhöhung der beabsichltgren Wirkung bestreicht man wohl auch die Türpfosten mit Knoblauch, auch hält man trotz oft grimmiger Kälte die Türen offen, damit, wenn das Glück in dieser Nacht vorüberschreitet, es offene Hauser findet.
Au Christabend und oft noch -inige Tage nachher durchziehen Gruppen von jungen Burschen die Straßen und Gedoste um die herkömmlichen Weihnachtslieder zu singen Sie führen einen großen mit einer Kerze erleuchteten buntbemalten Stern sowie ein Puopentbeater (Krippe) mit sich in welchem das Geheimnis von Vicleini (Bethlehem) enthüllt wird. Es nno in der Rege! ihrer acht welche zu einer solchen Gruppe gehören. Nachdem sie in das Gehöft oder das Haus getreten sind führen sie zunächst selbst eine TheaterszenL ju), die kurz folgenden Inhalt hat: Drei Welse aus dem Morgenlauve begeben sich, zu König Herodes. um ihm mttzutell-n. daß ein grö- f ßner Mann geboren worden sei als er, und daß dieser
von nun an die Welt regieren werde. König HerodeS will d'es nicht glauben iinö fordert die Werfen auf. das Gesagte zu beweisen. Sie tragen nun vor. wie Christus geboren wurde und wie sie ausgezogen seien den Knaben zu suchen Sie bringen Christus Herde! der dem Herodes wiiieilt raß er der Sohn Gottes sei rast er sterben, aber j wieder aüserstehen werde. Es erscheint nun der Höllen- j fücst gegen den die Anhänger Christi rümpfen. Sic siegen j über ihn Mid ihre Begleiter, wobei Heredes erstochen wird der dann aber wieder von dem Tod? oufersteht ! und nunmehr bekehrt ist.
In dem Puppentheater werden alsdann allerlei Szenen vorgeführt. Z B. erhält -in Jäger, oer in der ! Christnacht au; den Anstand geht, statt zu Hause zu blei* \ ben. von dem ihm begegnenden Chnstmann eine tüchtige j T rächt Prügel. Oder es tritt e:n Milchmann auf. der ! Milch ausrufl. Eine Bäuerin kommt und will bevor sie j lauft, die Mrlch kosten, was der Milchmann nicht erlaubt, da sie ai-e den; Munde rieche. Es entsteht darüber ern Streit, wodurch der Christmann knrbeigerusen wird, der beide verprügelt. Oder ein Trövelsunge scheut sich nicht, auch wah:rnd der Ehnstnacht seinen Haute« ;u betreiben, o-eshalb ti von dem Christmann ebenfalls eine Tracht Prügel n träft. Oder eine Amme, welche in der Nacht ein- geschlafen war und ihr Kino vergehen hatte das infolge dieser Vergeßlichkeit 11 tdjt nur ung.säugt geblieben, sondern auch aus dem Bett gefallen mar und Arme und Beine gebrochen hatte, kommt zum Popen und bittet ihn. das Kind wieder gesund werden zu lassen Ter Pope liest eine Meste und spricht die Amme von ihrer Sünde frei, da sie ihm aber nichts bezahlte, so jigt er sie um Teufel. Ueberhaupi werden in diesen Tachtellungen die Popen oft gar arg mitgenommen.
Am Ende einer jeden Vorstellung erscheint ein altes Weib und ein junges Mädchen. Die Alle klagt dem Mädchen ihr Leid, daß sie so arm sei unv bittet um ein Almosen. Dasselbe soll aber nicht eine Bezahlung für die Vorstellung. sondern nur für das alte Mütterchen bestimmt sein Tamil wird das Decorum für die Geldspende die die Gruppe erwartet, gewahrt. Vor Beginn dieser Vorführungen wird gefragt, ob dieselben mit )der ohne Vorhang stattfinden sollen. Wünscht man ohne Vorhang, so werden die Vorführungen mit Obszönitäten verbunden, die man kaum für möglich halten sollte, namentlich seitens jugendlicher Darsteller.
Wenn sich zwei solcher Gruppen begegnen, so muß diejenige welche weniger schön ausgestattet ist, sich vor der anderen dreimal verbeugen. Geschieht dies nicht, so fordert der Offizier der Leibgarde des Herodes den anderen zum Kampfe auf und das ist dann das Signal zu einer allgemeinen Prügelei.
Rudere herumziehende Gruppen, die nur einen Stern tragen und Weihnachlslieder (coliuba) singen müssen den ihnen begegnenden „Vicleims" ebenfalls Ehrenbezeugungen erweisen, andernfalls sie auch verhauen werden.
Am Neujahrslage ziehen Bauern .:tt nnem von Ochsen gezogenen, bunt geschmückten Pflug von Haus zu Haus um gegen eine Spende ein gesegnetes Jahr zu wünschen. Andere gehen mit einem bekränzten Schweins- köpf umher und heischen einen Bakschisch Auch wird man zu Hause oder auf der Straße mit einer Handvoll Weizen oder Rets beworfen und man empfängt dabei, natürlich ebenfalls gegen ein Trinlgelo den Wunsch: „Xu sollst leben und blühen wie der Apfelbaum, wie der Birnbaum Tu sollst gedeihen wie der reiche Herbst der uns nichts versagt!" Andere Banden von Kindern und Erwachienen ziehen mit der Sorkova herum. Tos ist ein mit papierenen möglich buntfarbigen Blumen umwundener Stab, mit dem man auf dre Schulter aeklopft wird, uno dabei das Sprüchlein gesagt erhält: „Sorkova.
Merrübr. du sollst leben, du sollst blühen wie der Apfelbaum. wie der Birnbaum, wie die Rose, stark wie das Eisen, scharf wie der Stahl, la multi ani (aus viele Jahre).-
Jn der Osternacht aber ertönen nach langem Gottesdienst. Schlag 12 Uhr allüberall dte Glccken rn Bukarest, dem Sitze des Metropoliten, werden sogar Geschütze abgefeuert und vor den Kirchen vielfach Feuerwerk abgebrannt Aus aller Mund erschallt das „Christas a invrat" ..Christus ist auserstanden-), man umarmt und küßt sich und nach vielwöchentlicher Fastenzeit ttlt man zu dem reichen Mahle, das zu Hause die Kirchengänger bereits erwartet und bei dem, und auch noch die folgenden Tage, die schön und kunstvoll gefärbten Ostereier eine wichtige Rolle spielen.
Are Vi-ziehLklßLN zum Volichew-smO.
Auf dem Rätekongreß ist von unabhängiger Seite ein Antrag eingebracht worden, sofort die diplomatischen Beziehungen zur SowejL-Negierung wieder aufzunehmen. Bezeichnenderweise ist dieser Antrag nicht mit Entrüstung abgelehnt, sondern der Negierung zur weiteren Behandlung überwiesen worden. So geschehen, wo die Sowejt-Regierung durch die Bolschewisten-Ban- den deutsche Soldaten bedroht und ihre Heilnkehr zu verhindern sucht, wo sie, noch nicht gesättigt von dem Blute der viereinhalb Kriegsjahre, ohne jeglichen Grund, aus reiner tierischer Mordlust, weiter Witwen, Waisen, trauernde Mütter schafft. Der Gedarrte daran hätte selbst Unabhängige verhindern sollen, in solchem Augenblick die Wiederaufnahme des Völkerver- kehrs mit Leuten zu fordern, die jeden Tag die Gebote des Völkerrechts und der einfachsten Menschlichkeit mit Füßen treten.
Aber der Antrag gewinnt noch eine andere, ernstere Bedeutung durch eine Tatsache, die die „Tägliche Rundschau" mitteilt. Danach ist £>err Radek alias Sobelsohn in Berlin und mit ihm der größte Teil des ehemaligen russischen Botschafterpersonals. Herr Radek ist, woran oer „Vorwärts' erinnert, oer ^ctter Sparlüttrs- vundes nno L :cf des boljchc. .tt.ßen Propaganda- oicnjics tu Rußland. Es scheint aljO ein sehr glücklicher ^:u,ü)istenaustausch zwischen uns und Rußland in die Wege gelerlet zu sein, Cohn nach Moskau, Radek nach Berlin. So kommt die Sache in Schwung.
Herr Räder ist aus einem Parteitag der Sozial- oemokraten von dem verstorbenen Bebel so abgemalt worden, daß dieser Mann auch für die Spartakus- Leute erledigt sein sollte.
Gin WeihnachisMnsch AndenßmgS.
Weiten Widerhall im deutschen Volle wird ein Aufruj Htndendurgs finden, der ans dem Großen Hauptquartier Wilhelmshöhe, Weihnachten 1918, datiert ist und u. a. besagt:
Das deutsche Heer ist dahin, zersetzt und aufgelöst, obwohl bis zuletzt gefürchtet und geachtet von den Feinden. Den Offizieren, hoch und niedrig, komme als Erziehern und Führern des Voltsheeres ein unbcst: ttt- bar hoher Anteil an dem Ruhme zu, und e fei kleinliche R. che, ihnen Abzeichen und Wasch,! azu- sprechen, sie als unfähig der Besehlsgewalt zu erklären.
Die Zerstörung der nationalen Kraft des deutschen Volkes von Grund auf sei die Absicht jener verneinenden und zersetzenden Geister, die am 'Werte seien, um die Neugestaltung des Reiches auf gesunder, püliti ...er und wirtschaftlicher Grundlage zu hemmen. Trotz der mancherlei Krankheitserfcheinungen, vereinzelter Fälle von Er dstsucht, Eitelkeit und Unwahrhafligkeit kehre das deutsche Ofsizterkorps gesund und stark ans dem Kriege zurück.
Das deutsche Ofsizierkorps sei kerngesund, seine Lebensaufgabe das Wohl der Gesamtheit, die Ehre des deutschen Namens und darum habe es sich auch in den Dienst der neuen Regierung gestellt, um den Zusamrnen- bruch unseres nationalen und wirtschaftlichen Daseins zu verhindern. Dabei muß es aber erbittern, wenn in kleinlicher Rache die Autorität im Heere untergraben wird. Alle jene aber, die sich als Schmarotzer im deutschen Ofsizierkorps gezeigt, sollten und müßten abgeschüttelt werden.
Der Ausruf schließt: Wenn ich als Oberl-esehlshaber des deutschen Feldheeres am Ende meiner wilittlristtt t Laufbahn d e Stimme erhebe für weine Kameraden und Untergebenen, meine treuesten Stützen in Kamps urrd Rot, so möge man darin auch ein heiliges Vermächtnis aus der Vergangenheit entnehmen für eine neue Zeit, für eine glückliche Zukunft unseres Volkes, für die Einheit der deutschen Stämme mit der alten Mahnung: „Was Du ererbt von Deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen."
Am im.
Deutsche Eisenbahner für Frankreich.
Die Entente hat in dem Waffenstillstandsvertrage verlangt, daß das deutsche Personal nicht nur im früheren besetzten Gebiet, sondern auch darüber hinaus, Dienst tun soll, mit der Beschränkung, daß die Linie Dijon-Paris—Le Havre im allgemeinen nicht überschritten wird.
Hierzu wird amtlich erklärt, daß den deutschen Eisenbahnern die Sicherheit für Leib und Leben be- stimnrt zugesagt ist, die belgische und französische Bevölkerung rjt durch die Tageszeitungen und durch Maueranschläge ans die Unantastbarkeit der deutschen Eisenbahner hingewiesen. Der Brief- und Paketverkehr ist gestattet. Die Bediensteten erhalten gleiche Armbinden wle die französischen Angestellten und die nötigen Ausweise. Die Gebühren sind vom 23. Dezember 1918 ab über die Sätze hinaus erhöht. Die Bediensteten erhalten ihr Heimatgehalt weiterbezahlt, ferner einheitlich für Führer und Heizer ein Mobilmachungsgeld von 300 Mark, soweit sie nicht früher ein solches schon erhielten.
Ein Notschrei der rechtsrheinischen Industrie.
Die nordwestliche Kruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrie beschloß, folgendes Telegramm an die Waffenstillstandskommission in Spaa zu senden:
Das Verbot jeglichen Güterverkehrs von dem lin s- rheinischen besetzten Gebiet in die neutrale Zone und das übrige Deutschland gefährden die rechtsrheinische Eisenindustrie und den Kohlenbergbau auss äußerste. Wenn nicht die Zufuhr der lothringischen Erze möglichst bald erfolgt, ist ein Erliegen der Hochosenindustrie und damit der Eisenindustrie überhaupt unausbleiblich, da die Vorräte für höchstens einen Monat reichen.
Weiter stockt seit der Besetzung die-Zufuhr an Erzeugnissen der linksrheinisch gelegenen Eisen- und Kohlengruben, auf die große rechtsrheinische Werke dringend angewic.cn sind. Diese stehen deshalb unmittelbar vordem Erliegen. Desgleichen ist die Zufuhr von linksrheinischen Braunkohlen zum rechtsrheinischen Gebiet, rnsvesondere dem Siegerland, unterbrochen, so daß die Siegerländer Stahlwerke seit Wochen stilliegen. Ebenso stößt die Kohlenförderung der rechtsrheinischen Gruben aus oie größten Schwierigkeiten, wenn die für sie linksrheinisch lagernden Materialien nicht unverzüglich abgefahren werden. Da
Arbeitslosigkeit von HnndertLausenden von Arbeitern droht, bitten wir, bei den Gegnern vorstellig zu werden, daß die Sperre zwischen dem besetzten Gebiet und der neutralen Zone ausgehoben oder ber Besetzung der neutralen Zone vom Brückenkopf Köln ab nach Norden zwischen dem besetzten Gebiet und dem übrigen Deutschland keine Berkehrsunterbre- chungen angeordnet werden.
Versenkung der deutschen Kriegsschiffe.
Die „Associated Preß" berichtet aus Paris: Die amerikanische Friedensdelegation werde die Forderung stellen, die ausgelieserten deutschen Kriegsschiffe zu ver- * senken, damit bei der Verteilung kein Streit unter den Alliierten entstehen.
Protest der deutschen Flüchtlinge.
Die nach Freiburg i. Br. geflüchteten Altdeutschen und Elsässer hielten eine sehr zahlreich besuchte Volksversammlung ab. Es wurde die Absendung eines telegraphischen Protestes an den Bolksoeanftragten Ebert beschlossen, in dem um Schutz gegen die unerhörten Vergewaltigungen, blutigen Mißhandlungen und öffentlichen Beschimpfungen wie sie bis jetzt bei den Abtransporten in Mülhausen, Colmar, Schletlstadt, Straßburg und Zabern stattgesunden haben, Einspruch erhoben wird.
Die Versammlung protestierte auch gegen die gewaltsame Zurückhaltung ihres Eigentums und gesamten Vermögens. Sofortige Schritte bei der Wassenstillstandskommission seien aufs dringendste erboten, wenn weitere Schmach verhütet werden soll.
An den Bundespräsidenten der Schweiz und den Präsidenten des Schweizer Roten Kreuzes wurden ähnliche Telegramme gerichtet


