Sie KneBdauer.
Der bekannte» Münchener Veröffentlichung, in der gesagt worden war, dem bayrischen E sandten von Lerchenfeld in Berlin sei Mitte Juli 1914 aus dem Reichsaint des Auswärtigen mitgeteilt, man wisse, daß der Krieg Zwischen Oesterreich- Ungarn und Serbien unvermeidlich sei, wenn das br absrchtigte Ultimatum von Wien nach Belgrad ergehe, hoffe aber, daß Rußland durch England und Frankreich von der Teilnahme am Kriege abgehalten werden würde, sind weitere beweiskräftige Dokumente für die Kriegsschuld nicht gefolgt. Es bleibt daher ime.u£väftigt, daß England die Ausschaltung Deutschlands als gleich- ^ berechtigte Seemacht plante und zur Erreichung dieses Zieles die französische Revanchesucht und die russische Ländergier benutzte. Dieser britische Gedanke ist es auch mit gewesen, der die verschiedenen Friedensanregungen während des Krieges vereitelte.
Dem deutschen Friedensvorschlage vom Dezember 1916 waren schon entsprechende Anregungen von seiten deutscher Heerführer vorausgegangen. Dag Kronprinz Nupprecht von Bayern bereits im Herbst 1916 einen dahingehenden Antrag unterbreitete, ist erwiesen, und dies Vorgehen hat auch wohl mit zu dem Schritt Kaiser Wilhelms beigetragen. Es ist nicht leicht, zu sagen, wie dem Feinde das Eingehen auf ernste Friedensverhandlungen mundgerecht gemacht werden sollte, denn im deutschen Volke wäre es wohl damals kaum verstanden worden, wenn der Friede mit der Hergabe von Elsaß-Lothringen und der deutschen Kolonien, sowie der Vernichtung der deutschen Flotte hätte erkauft werden sollen. Daß an der Westfront öfter Meinungsverschiedenheiten der obersten Heerführer untsreinandier und mit Ludendorff bestanden, haben wir nachträglich erfahren, aber diese Differenzen können nicht hemmend gewesen sein, denn sonst hätten wir nicht den großen Erfolg mit unserer Frühlings-Offensive von 1918 errungen. Fest steht, daß vor der August-Offensive, Mitte 1918, Hindenburg und Ludendorff den Wasfen- ftillstand angeregt haben. Die Höhe der feindlichen Forderungen scheint diese Anregung noch vertagt zu haben. Wer hierüber das entscheidende Wort sprach, ist bisher nicht gesagt worden.
Eine deutsche Verkennung der Verhältnisse liegt auch für Oesterreich-Ungarn nicht vor, denn man wußte schon vor dem Kriege, daß unser Verbündeter ein „kranker Mann" sei. Die totale Niederlage der Italiener im Herbst 1917 hat wohl bei uns wieder zu hohe Hoffnungen erweckt, die sich dann leider nicht erfüllt haben. Es hätte aber aus dem traurigen Stand der Tinge in Oesterreich doch die nötige Folgerung gezogen und im Reichstage Aufklärung gegeben werden müssen. War die habsburgische Monarchie schachmatt, dann konnten wir für die Truppenausstellung im Osten mehr an uns denken und zu große Verzettelungen verhüten. Die Divisionen im Osten hätten wir im Sommer 1918 sehr gut im Westen gebrauchen können. In Wahrheit hat doch nicht der bulgarische, sondern der österreichische Zusammenbruch uns den Abschluß des Waffenstillstandes nahegelegt.
Wir standen auf stolzer Höhe militärischen Ruhms, und es ist menschlich sehr erklärlich, wenn es unseren Autoritäten schwer wurde, durch das Joch der feindlichen Bedingungen zu gehen. Auch in der Bevölkerung würde die frühere Bekanntgabe der Tatsachen peinlich gewirkt haben Das erklärt vieles in der Dauer. Aber es mußte das Aufsuchen neuer Wege herbeisühren, die uns mehr Opfer erspart hätten. Wir haben viel für Oesterreich getan, wie es auch unsere Pflicht war. Berücksichtigt ist indessen nicht genügend die Beantwortung der Frage, ob diese Opfer bei der Sachlage in Wien und Budapest nicht zu groß wurden, und ob sie überhaupt deshalb noch angebracht waren. Diese nüchterene Rechnung ist nicht vollauf zur Geltung gekommen, und darin ist wohl der Hauptgrund für die Kriegsdauer zu suchen.
Ein bewegter Dezemberiag.
Straßenkämpfe i» Berlin.
Berlin war in den letzten 24 Stunden der Schauplatz erregter Szenen.
Zunächst fand vor dem ReichskanzlerpalaiS ettte Kundgebung
von Matrosen und Soldaten statt. Ihr Sprecher verbot es sich, daß der Vollzugsrat mit linkischen Künden in die Regierungsmaschine eingreife und rief kurzer Hand Ebert zum Präsidcnteu dcr deutschen Republik aus. Auf die Frage ,ob er diesem Rufe folgen wolle, erklärte Ebert, daß er sich vorher mit seinen Freunden in der Regierung besprechen müsse.
* Zu gleicher Zeit erschien im Abgeordnetenhaus ein größerer Trupp Soldaten mit Maschinengewehren und Flammenwerfern. jeder Mann mit 50 scharfen Patronen ausgerüstet, besetzten angeblich im Aufträge der Negierung Ebert- Haase die Ausgänge und verwehrten unter gleichzeitiger Vornahme einer Durchsuchung der Räume den Mitgliedern des Vollzugsrates das Verlassen des Gebäudes. Als sich später herausstellte, daß man die Namen Ebert-Haase mißbraucht hatte, zogen die Soldaten sofort wieder ab.
Ob es sich hier um einen mißverstandenen Befehl oder wirklich um einen Putsch gegen den Vollzugsrat gehandelt hat, konnte noch nicht festgestellt werden. Ter Führer der Verhaftsabteilung, ein junger aufgeregter Feldwebel machte ziemlich konfuse Angaben und befindet sich in Haft. Von verschiedenen Seiten wird das Unternehmen als Streich nach dem Muster des Hauptmanns von Köpenick angesprochen.
Die Kunde von diesem Vorfall kam bald zur Kenntnis dreier Versammlungen der „Frontsoldaten, Urlauber und Deserteure", die von den Spartakusleuten nach dem Norden Berlins einberufen waren.
Der Versammlungsteilnehmer bemächtigte sich sofort eine ungeheure Erregung. In den Germaniasälen schwang sich einer der Anwesenden auf die Bühne und rief in den Lärm: „Kameraden, rächen wir den Vollzugsrat. Laßt uns die Reichskanzlerbude stürmen und
Eberl au die nächste Laterne hängen.
Folgt mir Nach!"
Aus allen Versammlungssälen formierten sich Züge ! zum Marsch nach dem Abgeordnetenhaus. Der Zug aus ! den Sophiensälen mochte etwa 500—600 Mann stark sein, i auch einige junge Mädchen waren dabei. Ihm wurden ' »ine rot» Zahn» und mehrer» Plakats vorangetragsn, di» dt»
Aufschrift trugen: Wir fordern unser Recht! Nieder Mit Hindenburg! Heraus mit den Offizieren aus den Soldaten- r^ten.
Kurz hinter dem Oranienburger Tor erhielt der Zug die Mitteilung, daß an der Ecke der Jnvalidenstraße Soldaten mit Maschinengewehren sich ihm entgegenstellen werden. Trotzdem zog der Zug weiter, stockte dann kurz vor d«r Jnvalidenstraße angesichts des MtlttärkordonS abermals.
Angesichts des offenbar ganz
___ unerwartete» Ernste» der Situai.ou _
gatte sich inzwischen wohl die Hälfte der Demonstranten entfernt. Der Rest setzte sich schließlich abermals in Bewegung. Da ertönte aus den Reihen der Soldaten der Ruf:
„Halt, oder wir feuern!"
Auf diesen Ruf stürmten die beiden Haufen, der Zug aus den Sophiensälen und der aus den Germaniasälen, auf die Soldatenkette los. Ein kurzes Kommando: „Feuer" und in der Chausseestratze fing das mit der Mündung nach dem Oranienburger Tor aufgestellte Maschinengewehr an zu tackerr. Auch die Soldaten gaben Schnellfeuer in beiden Richtungen ab. Anderthalb bis zwei Minuten nur dauerte das Feuer. Unter furchtbaren Hilferufen und Schreien stob alles auseinander. Durch das die ganze Straße beherrschende Feuer versuchte sich zu retten, was noch nicht am Boden lag. In wahnwitziger Hast schob und drängte einer den anderen beiseite, der eine tiß im Fallen den anderen zu Boden.
Als Sanitätsmannschaften und Aerzte die Straße betreten konnte, fanden sie zahlreiche Tote.
Man spricht von 28 Toten und 40 Verwundeten.
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„Die ganzen überaus traurigen Vorgänge in der Chausseestraße erklären sich aus dem gewissenlosen Treiben der Spartakusleute und der ungeheuren Erbitterung von neun Zehnteln der Berliner Soldaten über dieses Treiben". schreibt der „Vorwärts". In der Tat, die Erbitterung nicht nur der Soldaten, sondern der gesamten ordnungsliebenden und arbeitenden Bevölkerung Berlins über das verbrecherische Treiben der Spartakusleute und ihrer Gefolgschaft von ,.Versprengten und Deserteuren", die ihre Standesinteressen" verteidigen wollen, ist aufs Höchste gestiegen. Bei allem Mitgefühl mit den unschuldigen Opfern (unter den Toten befinden sich ein Kind und ein junges Mädchen, eine Frau wurde im Straßenbahnwagen erschossen) wird es mit Genugtuung empfinden, daß es in Berlin noch Elemente gibt, die sich gegen eine gewissenlose ^traßen-Demagogie auflehnen.
Das Organ Liebknecht und der Rosa Luxemburg, die „Rote Fahne" gibt als Antwort für die ..Mörder" die Parole aus
Ruf zum Massenstreik.
Bisher hat es den Anschein, daß diese gewissenlose Parole bei der Arbeiterschaft keinen Widerhall finden wird. Bet den gewerkschaftlichen Instanzen fanden sich Vertrauensleute aus einzelnen Fabriken und erkundigten sich, was es mit der ..Weisung", in einen Generalstreik einzutreten, auf sich habe. Es wurde ihnen erklärt, daß die Gewerkschaften diesem Treiben vollständig fern ständen und daß es unbedingt notwendig sei, daß die Betriebe weiter arbeiten. Die Arbeiter haben sich darauf in ihre Betriebe begeben und werden in diesem Sinne unter ihren Kollegen wirken.
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Vor neuen ZusamMensiößen.
Auf der Kommandantur wurde erklärt, daß angesichts der Zuspitzung der Lage leider mit weiteren Zusammenstößen gerechnet werde« müsse.
Der Vollzugsrat hat daher angeordnet, daß die Truppen möglichst von der Straße ferngehalten werden sollen. Die republikanische Soldatenwehr von über 10 006 Mann steht geschlossen der Kommandantur zur Verfügung, um Ruhe, Ordnung und Sicherheit in Berlin aufrechtzuerhalten. Außerdem haben sämtliche Soldatenräte der Berliner Truppen einmütig erklärt, auf dem Boden der jetzigen Regierung zu stehen und mit allen erforderlichen Mitteln der Kommandantur zur Verfügung zu stehen.
Am Lage.
Verlängerung de» Waffenstillstandes.
Da» französische Oberkommando hat die »putsche Oberftr Heeresleitung um Bezeichnung von Bevollmächtigten zur Verlängerung de» Waffenstillstandes ersucht. Die Zusammenkunft könnte am 12. oder 13. Dezember vormittag» in Trier statifinden. Ter Vorsitzende der Waffenstillstand»« kommifsion. Staatssekretär Erzberger.
Der Stand des Rückmarsches.
Der Rhein ist jetzt überall überschritten. Die vorderste Linie der Heimat zu verläuft folgendermaßen: Ibbenbüren — Längerich-Lippstadt Salzkotten Brilon — Biedenkopf — Marburg — Gießen — Schotten Hauswurz — Gelnhausen — Epelbach — Aschassenburg — Wertheim — Osterburken — Heilbronn — Calw — Tübingen — Pfullendorf — Bodensee (nördlich Konstanz).
Ludwigshafen wurde am 5. Dezember von Franzosen besetzt. Es gehört in den Bereich der 8. französischen Armee.
Osten: Die englische Flotte hat Libau, in nördlicher Richtung fahrend, verlassen.
Die Vorbedingung des Friedens.
Rach Mitteilungen, die aus dem Ausland eingegangen sind, wird der Vielverband eine Rote an uns richten, in der er seinen Standpunkt dahin festlegt, daß er nur mit einer Regierung, die vom gesamten deutschen Volk getragen ist, Frieden zu schließen gedenkt.
Die Entente dürfte nach diesen Mitteilungen in der Frage der Arbeiter- und Soldatenräte ähnlich verfahren, wie es Wilson hinsichtlich der Abdankung des Kaisers getan hat. Man wird nicht direkt die Entfernung der Arbeiter- und Soldatenräte verlangen, wird aber den Frieden nur gewähren wollen, nachdem die Räte durch eine Nationalversammlung ab- gelöst sind, in der der Wille der Mehrheit des Volker ttar Zum Ausdruck kommen kann.
Daß Ende der Entente.
Even abgeschlossenen englisch-französisch-, italienischen Konferenz hat das Bündnis der Nationen dessen Zweck die Niederringung Deutschlands war, aufgehört zu existieren. Die Entente ist in drei Gruvpen ausemandergefallen. Die erste umfaß: England, Frankreich und Italien, die zwerte Amerika, die dritte die Kleinstaaten. Von einer Entente im bisherigen Sinne kann man nicht mehr sprechen. Das Ereignis kam v erwartet rasch. Ter Sonderbund zwischen Engla >o . nd Frankreich ist aber jedenfalls schon länger per.ek gewesen. Die Londoner Beschlüsse werden vorläufig geheim gehalten. Man will anscheinend Wilson nicht noch die Herausforderung fühlen lassen, die in einer vorzeitigen Veröffentlichung erblickt werden müßte. ' ie große Frage sei jetzt, ob Wilson Wilson bleiben werde, oder ob er den Sirenenklängen der Anglofranzvsen erlregen werde. 0
England fordert die allgemeine Abschaffung der Wehrpflicht.
, Li inc . r Rede in Dundee erklärte Churchill, die
orrtifcve Regierung würde auf der Friedenskon'^enz ore allgemeine und vollständige Abschaffung der'militärischen Dienstpflicht fordern. Lord Robert Cecil teilte in einer Rede mit, daß die Regierung ihn aufgefordert habe, Me Leitung des Teiles der britischen Friedens- delegarron zu übernehmen, die sich mit der Organisierung des Völkerbundes beschäftigen wird. Er habe die^e Einladung angenommen.
Elsaß-Lothringen
wird keine Programmnummer der bevorstehenden Friedenskonferenz bilden, obwohl in Wilsons 14 Punkten ausdrücklich Erwägungen darüber vorgesehen waren. Das Auftreten und die Anordnungen der Franzosen im deutschen Reichsland sind derartig, daß wir es aus unserem Eigenrum streichen können. Das fast ganz deutsche Gebiet wird auch sofort wieder französiert, und die deutsche Sprache wird wenig oder keine Freiheit behalten. Die französische Republik hat die Maske abgeworfen, Elsaß-Lothringen wird in eine französische Provinz umgewandelt und die Freiheit der Selbstbestimmung, die es bei uns hatte, muß es völlig ein- bützen. Gewalt wird auch dort vor Recht gehen, aber wir denken, die Proteste des Volkes werden das auch der Welt deutlich zeigen.
Das wird auch geschehen, wenn verräterische Elemente dem Präsidenten Poincare jetzt bei seinem Besuche in Elsaß-Lothringen zujubeln. Die Franzosen wollen die deutsche Kultur durch die welsche übertrumpfen. Sie sollen nur erst zusehen, daß sie es uns darin gleich machen. Das Deutschtum wird zwi. scheu Rhein und Mosel doch durch den fremden Firlefanz durchblicken.
Entscheidung der Kaisersrage nicht ohne Wilson.
Laut Meldungen des amerikanischen Auswärtigen Amtes werden sämtliche Schritte, die im Zusammen- hang mit den Anträgen, den Kaiser anszuliefern, auf- ' gehoben, bis Wilson in Europa angekommen sei. Vor seiner Abreise hat Wilson über diesbezügliche Pläne keinerlei Auskunft in seinen Regierungskreisen erteilt.
A.- und S -Rate bolschewistische Einrichtungen.
Pichon erklärte im Ausschuß für Auswärtiges. Frankreich sei unverändert der Auffassung, man dürfe nicht die Länder, in denen der Bolschewismus gezüchtet werde, auch noch mit Lebensmitteln versehen Die deutschen Soldaten- und Arbeiterräte seien aber keine demokratischen, sondern bolschewistische Einrich- Lungen.
Schutz für HeereScigcntum.
Um der unrechtmäßigen Veräußerung und Verschleppung von Kriegsmaterial entgegenzuwirken, hat der Arbeiter- und Soldatenrat in Magdeburg eine Vahnhofsüoerwachung eingerichtet, die sich glänzend bewährt und aNchahmung verdient. Ein einziger Vertreter dieser Bcchnhofswache hat bei der Bahnhofskontrolle die Verschleppung von Kleidungs stücken, Stiefeln. Pferden usw. im Werte von mehrereil hunderttausend Mark verhindert und dadurch die Allgemeinheit vor großem Schaden bewahrt. Vor Ankauf militärischen Eigentums wird neuerdings dringend gewarnt.
Befreite» Gesindel.
Wie jetzt festgestellt ist, sind in der Nacht des 21. November beim Sturm auf das Polizeipräsidium im ganzen 49 Personen von den Spartakisten aus dem Polizeigewahr- sain befreit worden. Darunter befanden sich 28 Diebe, Plünderer und Einbrecher, 5 Erpresser, 6 weitere wegen verschiedener gemeiner Vergehen Festgenommene, 3 Fahnenflüchtige. 1 wegen ungenügenden Ausweises Festgenommener, 3 Mann von der Schlvßwache. die auf Befehl des Ma- trosenrat? verhaftet waren, insgesamt 45 Personen.
Pensionierung der 60jährigen Beamten?
In Berliner Beamtenkreisen erzählt man sich, die jetzige Negierung habe vor, alle Beamten mit 58 Jahren zur Disposition zu stellen und mit 60 Jahren zu pensionieren.
Wir können uns nicht denken, daß eine solche Maßnahme, die in das wirtschaftliche Leben der durch den Krieg hart mitgenommenen Beamtenschaft so tief eingreist, von der Regierung auch nur geplant ist.
Umgehende Aufklärung der Regierung täte hier not.
Gegen die Alarm-Nachrichten.
Dcr Stellvertreter des Bayerischen Gesandten in Berlin teilt mit:
Im Interesse des geordneten Verlaufs der Revolution in allen Teilen Deutschlands liegt es, die vielen alarmierenden Nachrichten über das Verhalten der Besatzungen in der Bayerischen Rheinpsalz sowie im Rheinland, mit aller Reserve aufzunehmen. Die Meldung aus der Pfalz über die Vergewaltigung einer Reihe von Mädchen mußte schon dementiert werden. In Nachrichten aus dem Rheinland wird ein falscher Eindruck dadurch erweckt, daß die in Aachen. Jülich usw. ergangenen Erlasse als spontane Eingebungen des Kommandanten hingestellt wurden, während es sich doch leider nur um eine Wiederholung der Vorschriften handelt, die von der deutschen Besatzung in Belgien Frankreich, Polen usw. allgemein erlassen waren.
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Der in M.-Gladbach angeschlagene Befehl des belgischen Stadtkommandanten ist in einigen Punkten gegen die gleichen Erlasse in anderen Städten, die früher besetzt wurden, gemildert; so z. B. heißt es nicht, daß diejenigen, die mit» Waffen betroffen werden, erschossen, sondern verhaftet werden. Ferner ist der Zwang, di» Offizier» zu grüßen, fort-
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