Sie Sozialisierung.
Den veutschen Nerven werden überaus harte Proben zugemutet: Der Krieg, der Waffenstillstand, die Revolution. ES soll weiter folgen die Sozialisierung. Verstaatlichung der wichtigsten Betriebsmittel. Der Plan besteht, und eine Kommission zur Prüfung der Einzelheiten ist eingesetzt worden. Es scheinen zunächst die Produktionsgruppen Kohle, Eisen, Chemische Industrie, Elektrizität in Betracht kommen zu sollen. Es wird aber auch vom Großgrundbesitz gesprochen. Tatsächlich liegt die Sache jo. daß, wenn mit dieser Sozialisierung ein Anfang gemacht wird, das Ende schwer abzusehen ist.
Die neue Regierung übernimmt damit eine sehr hohe Verantwortung. Schon der Plan schafft Beunruhigung und lähmt die Unternehmungslust, da seine Wirkungen auf die Gesamtheit der industriellen Betriebe. auch auf die, welche selbständig bleiben sollen, nicht leicht zu ermessen ist. Diese gedrückte Stimmung ist um so erklärlicher, als zugleich die Industrie den Erwerbslosen Arbeit geben, soll, und die Ernährungsschwierigkeiten bekannt sind.
Wir sind heute so .weit gekommen, daß wir so leicht nicht mehr vor irgend etwas erschrecken. Wir hatten im Kriege bereits die Rationierung der Lebensmittet und der wichtigen Rohmaterialien, aber der private Besitzer blieb doch unangetastet, wenn auch das Reich über sein Eigentum verfügte. Der Reichstag hat im letzten Sommer ebenjalls ein Stück Sozialisierung vollbracht: indem er das neue Branntweinmonopol genehmigte. Aber beim Branntwein kommt kein Fabrikat in Betracht, das unsere Welthandelsstel- iung wesentlich beeinflußt. Es wären auch wohl noch andere Monopole zur Erhöhung der Einnahmen erschienen, aber man würde kaum so weit gegangen sein, das gesamte industrielle und gewerbliche Leben vom Staate abhängig zu machen, wie es bei der Sozialisierung von Kohle und Eisen geschehen müßte. England plant ein elektrisches Strom- und Kraft-Monopol, will also auch nicht die Industrie als solche verstaatlichen, sondern hat nur den Steuerzweck im Auge.
Daß eine Verstaatlichung auch heilsam wirken kann, sehen wir bei der Eisenbahn und bei der Post. Aber auch hier ist der individuellen Tätigkeit des Einzelnen noch Spielraum gelassen, Kraftwagen und Schifffahrt machen der Eisenbahn noch Konkurrenz. Bei der Sozialisierung der Betriebsmittel haben wir aber mrt einer Belastung der Industrie zu rechnen, die das gesamte Ausland nicht kennt, die also die Fähigkeit unseres Wettbewerbs auf den Weltmarkt gefährdet. Und ein so guter Abnehmer seiner gewerblichen Fabrikate das deutsche Volk selbst ist, jetzt, nach dem Kriege wird es nicht die Kaufkraft entfalten können, die nötig ist, um die wesentlich gestiegenen Löhne der arbeitenden Bevölkerung aufzubringen. Wir müssen viel einnehmen, und dazu gehört großer Unternehmungsgeist und starke Produktion. Und dazu gebrauchen wir das Ausland, das durch kaufmännische private Tätigkeit neu gewonnen werden muß.
Noch zu erwähnen ist die Rückwirkung einer Sozialisierung auf die Tätigkeit der geistigen Arbeiter, die im Dienste der Industrie tätig sind und die wesentlich dazu beigetragen haben, sie groß zu machen. „Ohne Profit raucht kein Schornstein", hat schon vor Jahren selbst August Bebel gesagt. Wer sich müht, will auch davon etwas haben, und zwar so viel, als ihm sein Erfolg wert dünkt, nicht so viel, als ihm. der Staat zu zahlen für gut befindet. Darauf besteht schon der intelligente Landarbeiter, der in der SvzlckNsterung wohl eine Programmnummer, aber keine praktische Förderung seiner Interessen erblickt.
Die Unternehmungslust und der wirtschaftliche Wettbewerb brauchen Selbständigkeit, freie Sonne, Luft und Licht, damit sie sich natürlich entfalten können. Mit erheblichen Lasten können sie sich abfinden, aber nicht mit der Schaffung einer Existenz-Grundlage, welche die Konkurrenz nicht kennt. Und von einer internationalen Sozialisierung ist nichts zu merken. Wir säßen damit fest, wenn schließlich England und Amerika billiger die Produkte lieferten, als wir sie zu geben im Stande sind. Es gibt keine Unmöglichkeiten mehr, so kann man beinahe sagen.
Sie RepnM Wringen.
Don Rechtsanwalt Dr. Gutmann in Gotha.
Nur eine Stimme hört man darüber, daß die Thüringer Kleinstaaterei, die sich wie eine ewige Krankheit sortgeerbt hat, aufhören muß. Aber schon darüber gehen die Ansichten auseinander, ob man eine Republik Thüringen als Teil des Deutschen Reiches wünschen, oder ob man nicht besser für einen deutschen Einheitsstaat einrreren soll, in dem es keine Bayern, kerne Sachsen, keine Thüringer, sondern nur Deutsche gibt. Ob es überhaupt wünschenswert wäre, daß wir zu einem deutschen Einheitsstaat, zum Wegfall der Bundesstaaten gelangten, daran sind erhebliche Zweiter möglich. Der Süden Deutschlands hat zum Teil andere Lebensbedingungen als der Norden, der Osten andere als der Westen. Die Bevölkerung ist zum Teil verschieden geartet und hat noch manche Stammesergenarten. Die Einzelstaaten werden eine Garantie dafür bieten und darüber wachen, daß Ideen und der herrschenden Richtung nicht bequeme Bestrebungen nicht durch Gewalt oder Mehrheitsbeschlüsse willkürlich niedergehalten werden.
Wie es in den einheitsstaatlichen Demokratien aussieht, zeigen uns Frankreich und England, deren Hauptstädte Paris und London, obwohl ihre Bevölkerung nur ern Siebentel bis ein Zehntel des Landes ausmachen, doch ihr ganzes Schicksal beeinflussen und bestimmen. Ist es ein Zufall, daß die freiesten und blühendsten Republiken der Erde, die Vereinigten Staaten von Amerika, bundestaatliche Republiken sind? Dort gedeihen neben der Hauptstadt Washington Neuyork und San Franzisko, Chicago und St. Louis, neben Bern, Zürich. Gens und Basel und andere Städte, neben den industriellen auch die landwirtschaftlichen Staaten. Wird dort der Bundesstaat demokratisch regiert, so hindert nichts die Ernzelstaaten in Amerika, sich von der republikanischen Partei, in der Schweiz von der ^beraten oder sozialistischen beherrschen zu lassen.
Me sozialdemokratischen Landtagsabgeorßnelen der Thüringischen Staaten waren die ersten, Oie schon vor dem Umsturz in Konserenzen und Programmen für den Staat Groß-Thünngen eingetrelen sind. Jetzt ist die Zelt da, die Worte in die Tat umzusetzen. Da droht eine andere Gefahr: Koburg und Teile von Sachsen- Meiningen erstreben den Anschluß an Bayern, Teile von Sachfen-Altenburg und Reuß an das Königreich Sachsen. Teile von Sondershausen i nd Weimar an Preußen. Mögen einzelne abgelegene Teile und Enklaven zweckmäßig Anschluß bei den Nachbarstaaten ' suchen, die Republik Thüringen hat unbestreitbar ihre Berechtigung und ist lebensfähig. Unselige und unzählige Teilungen haben das ehemals einheitliche Thüringen zerspalten und zerrissen, das Gefühl der Zusammengehörigkeit in der Bevölkerung tonnten sie nicht brechen. Die ganze Kultur, Sitten, Gebräuche und Lebensgewohnheiten hat die Bevölkerung gemeinsam einschließlich der untrennbar zu Thüringen zählenden preußischen Kreise Schmalkalden, Schleusingen und Ziegenrück. (Bei den Kreisen Erfurt, Langen
salza und Mühlhausen mag das zweifelhaft, vielleicht späterer Feststellung und Beschlußfassung überlassen fern.- In einem stärkeren Maße haben sich gemein
schaftliche Einrichtungen trotz der bisherigen Schwierigkeiten durchgeseht: Universität, Oberlandesgericht.Oberverwaltungsgericht, Versicherungsanstalt, Oberversiche- rungsamt. Alle nicht bloß lokalen Vereine mit politischen, geistigen, sozialen, wirtschaftlichen und sonstigen Tendenzen haben ihren „Bezirksverband Thüringen". Geographisch, Verkehrs- und handelspolitisch bildet Thüringen ein Ganzes. Die Lebensfähigkeit unseres Thüringer? Staates ist bei dem Fortfall der vielen fürstlichen Zivillisten und Apanagen, bei dem Anfall der Domänen bezw. der Steuerpflicht der fürstlichen Güter, bei der Vereinfachung der Verwaltung außer allem Zweifel. Man darf annehmen, daß dieser Staat finanziell sogar günstiger dasteht, als die anderen Freistaaten des Reiches, jedenfalls als die meisten. Wer wollte da noch schwanken, ob sich ganz Thüringen zu einem Staat zusammenschließen muß, oder in der Deutschen Republik untergehen oder sich im Anschluß an die Nachbarstaaten zersplittern soll? Die Liebe zu unserem Volke, zu unserem Lande und zu unserem Thüringer Wald schmiedet uns zu einer Einheit zusammen. Wir wollen nicht Preußen, nicht Bayern, oder Sachsen werden, sondern bleiben, was wir waren: Thüringer.
Kaiser Wiihr'm «ni> Kr!eg-«bmch.
Professor ^Wegener, der bekannte Kriegsberichterstatter, hatte am Tage vor der Kieler Revolution eine längere Unterredung mit dem Kaiser. Wilhelm II. sagte u. a v :
„Die ganze Politik der letzten Wochen vor dem Krieg haben Bethmann Hollweg und Jagow allein gemacht. Ich wußte überhaupt nichts mehr davon. Sie haben mich ja durchaus wider meinen Willen nach Norwegen geschickt. Ich wollte die Reise nicht machen, da die Gespanntheit der Lage nach der Ermordung Franz Ferdinands auf der Hand lag, — aber der Reichskanzler sagte zu mir, Majestät müssen die Reise antreten, um den Frieden zu bewahren. Wenn Majestät hier bleiben, dann gibt es sicher Krieg, und die Welt wird Ew. Majestät die Schuld daran zuschieben. Ja, und da bin ich denn gereist. Und während der ganzen Zeit habe ich von meiner Regierung keine Nachricht über die Vorgänge mehr erhalten. Ich erfuhr eigentlich nur aus norwegischen Zeitungen, was in der Welt geschah, so auch über den Fortgang der russischen Mobilmachungs-Vorbereitungen. Als ich dann aber das Auslaufen der englischen Flotte hörte, da bin ich aus eigene Faust zurückgekehrt. Beinahe hätten sie mich noch abgefangen. Aus meinen Befehl sind auch noch die deutschen Schiffe, die in norwegischen Häfen lagen, zurückgekommen. Später wäre das nicht mehr möglich gewesen.
Gefordert und erzwungen hat den Krieg die russische Kriegspartei am Hofe. Die Vorbereitungen gingen ja schon bis in den Frühjahr 1914 zurück; schon seitdem wurden die sibirischen Regimenter etappenweise nach dem Westen gezogen. Man sprach ihnen selbst immer von Manövern. So kamen sie zuerst an die Wolga, dann weiter nach Westen, zuletzt waren sie in Wilna. Da erhielten sie plötzlich scharfe Patronen, und es wurde ihnen eröffnet, nun ginge es los. Tatsache ist ja auch, daß russische Truppen schon vor der Kriegserklärung unsere Grenzen überschritten haben."
Was die d.ulche Wähler n wissen muß.
Es gibt keine ttnterschiedc bei der Wahl.
Wenn früher Reichstagswahlen stattsanden, die für manche Hausfrau eine Qual stillen Aergers waren, weit der Hausherr von einer Wahlversammlung in die andere mußte, wurde oft daraus hingewiesen/ daß der deutsche Reichskanzler gerade ebenso seinen Wahlzettel abgede, wie sein Portier. Der Mann, der das Reich leitet, galt als Wühler nicht mehr wie der Mann, der auspaßte, daß keine unberufenen Persönlichkeiten ins Haus kommen.
So wird es nun auch bei den Wählerinnen sein. Ob Gräfin oder Kommerzienrätin, Bürgersrau oder Beamtin, Köchin oder Fabrikmädchen, alle haben sie er n Recht zum Wählen und etnen Wahlzettel.
Das mag nicht jeder Frau passen, aber wenn sie daran denkt, daß es früher unerhört schien, wenn die Minna aus der Küche bald ebenso modern gekleidet ging, wie ihre Gnädige, während heute das neuzeitliche Gejchäftsleben jeder neue Moden in den Schoß wirst, die sie bezahlt, so wird sie darüber lächeln. Die Nichtigkeit des Kleinlichen in allen seinen Einzelheiten und Schattierungen ist erkannt. ES ist äußerlich wie zeitlich alles anders geworden, und jetzt soll sich die Seele ändern.
Das will sagen: Das Bewußtsein der eigenen Tüchtigkeit soll groß werden, jo groß, daß es' auch Anderer Tüchtigkeit gelten läßt. Daher kann sich jede Frau mit dem neuen Wahlrecht absinden, wie sich jeder Wähler mit dem bisher geltenden Wahlrecht ab- gesunden hat.
Es ist richtig, nicht jede Wählerin ist tüchtig, aber eben deshalb müssen die Tüchtigen durch ihre Wahr beweisen, daß sie Recht und die Mehrheit haben.
i Zu beachten ist, daß dar gleiche Frauenwahlrecht . nicht Gleichstellung aller Personen bedeutet. Wir wer- ; den immer verschieden bleiben, weil wir verschiedene Neigungen und Charaktere haben. Die Ungleichheit I die das Geld hervorrust, ist viel weniger bedeutsam! j DaS haben wir schon im Kriege gesehen, das wird sich in Zukunft noch mehr zeigen. Bildung eint und sie trennt. Hohe Geistesbildung kann nicht jeder haben, wahre Herzensbildung steht höher. Herzen?oil- dung soll das weibliche Geschlecht vor den Männern voraus haben. Darum ist es auch eine stille Hoffnung, daß die Wählerinnen die Erbitterung des poluftchen Kampfes wohltuend beeinflussen werden, an Deutschland marschiert mit dem neuen gleichen Wahlrecht für Frauen und Männer allen Staaten von Bedeutung voran. Frankreich, daö bald fünf- -ig Jahre Republik ist, hat ein solches Wahlrecht heute noch nicht. Das parlamentarische, das heißt von der gewählten Volksvertretung regierte England wrli s .) ihm erst nähern. Auch in Amerika sind nur ei:zelne Staaten so weit. Deutschland muß also mtt seinem neuen Wahlrecht Ehre einlegen, Zeugnis ablegen für die Intelligenz seiner Bürgerinnen.
Niemand will nun auch das Leben und die Gewohnheiten der deutschen Frauenwelt durch die Einführung des Wahlrechts beseitigen, sie der eigentlichen Frauentätigkeit entfremden. Im Gegenteil wird die Bedeutung der Hausfrau gewaltig wachsen, und auch jedes Mädchen soll in der Vorbildung dafür ihre Meisterschaft suchen. Das Wahlrecht legt eine große Macht in die weiblichen Hände, die Frauenarbeit im Haus behütet einen großen Teil allen deutschen Eigentums. Wm
WEM. Vaufioffe.
Wandbekleidung aus Holzsohle«.
Der Ziegel- und Kohlenmangel hat dazu geführt, daß sich die Baumeister nach Ersatzmaterial umschauen, und da Not auch aus diesem Gebiete erfinderisch macht, gelangte man auch zu einem erfreulichen Ziel.
Das zeigt sich bei einem Gang durch die Ausstellung^ die der Reichsverband zur Förderung spar- sämer Bauweise im Berliner Zoologischen Garten veranstaltet. So stellte man aus Hochofenschlacke stein- harte Quadern her, die sich ganz vortrefflich für Unterbauten ergnen. Eine neue Wellpappe gestattet, daß sie von außen und innen mit Putz beworfen werden kann und die Ziegelwand tatsächlich entbehrlich macht. Auch vre Unmengen Sperrholz, die aus der Kriegsindustrie übrig geblieben sind, haben eine praktische Verwendung gefunden. Die in Unmengen fabrizierten Holzsohlen kommen für die Bedachung und Wand- öekleidung in Betracht. Die Ausstellung zeigt auch 0er den Hausbauten viel künstlerischen uno praktischen Sinn. Es sind einige ganz besonders schmucke Häuschen zu sehen, die teilweise ganz aus Holz, teilweise aus massivem Unterbau errichtet sind. Die heimkehrenden Soldaten, die sich ansiebeln wollen, und auf Wunsch der Regierung sich die Ausstellung ansehen werden, dürften sicher viel Anregung finden. Es soll auch versucht werden, die im Schützengraben erworbenen Handfertigkeiten systematisch auf den Selbstbau ordentlicher Häuser anzuwenden.
Znr Lage.
Die Heimkehr der Ostfront.
Im Osten sind die Räumungen und NücktranS- Porte unserer Truppen im großen Maßstabe eingeleitet. Zunächst werden Estland, Klein-Livland, das ganze Gebiet östlich der Linie Molodetschno—Baranowitschi— Taurien und die Krim geräumt. Wegen der großen Entfernungen und den mangelhaften Bahnen dauert die Räumung längere Zeit.
Die ersten kleinen Transporte sind in Ostpreußen angekommen. Durch die Verhältnisse in Polen werden die Räumungen zwar erschwert, aber nicht verhindert. Die .Heeresgruppe Mackensen befindet sich mit ihrer Hauptmasse im Raume zwischen Szeged und Kronstadt. (Sie wird nach den letzten Meldungen interniert. Die Rek.^ Kleinere Dransporte sind bereit in Bayern und in Schlesien angekommen.
Ein Gespräch mrt Hirrdenbnrg.
Reichstagsabg. Justizrat Tr. Ablaß berichtete in einer Rede folgendes über ein Gespräch mit Hinden- bürg: Hindenburg gab seiner Liebe zu Schlesien beredten Ausdruck und sagte: Früher habe er in seinem Lande etwas gegolten, heute sei das vorüber. Er habe aber das Empfinden, seine Pflicht getan zu haben. Im Osten habe er den Feind geschlagen, im Westen sei dieser serngehalten vom deutschen Boden. Mehr habe er nicht tun können. Daß es anders gekommen sei, „wer weiß, wozu das gut ist!"
Anmaßung der Tschccho-Slowakeu.
Die tschecho-slowalijche Regierung hat den deutschen Behörden alle Telegraphen-Leitungen nach Wien gesperrt. während sie ihrerseits die über Deutschland führenden Leitungen zur Uebermittlung ihrer Nachric!)- ten nach wie vor ausgiedig benutzt.
Ties muß aus die Dauer zu unerträglichen Zü- ständen führen.
Ter Rat der Volksbeauftragten wird sich mit der Frage beschäftigen, wie der tschecho-slowaci.chcn Regierung das Unzuläftige ihres Verfahrens durch W:e- dervrrgeltung zum Bewußtsein gebracht .werden kann.
Ausländische Pressevertreter in Wien.
Die in Wien eingetroffenen Berichterstatter feindlicher und neutraler Länder werden seit einigen Tagen von sachverständigen Sozialisten durch die Wiener Arbeiterviertel geführt, um sich ein Bild von der herrschenden Hungersnot zu machen. Nach der Schilderung der Wiener „Arbeiterzeitung" zeigten sie sich über das Elend, das sie zu sehen bekamen, ganz entsetzt.
Tie am.-narrische» Journalisten aus Berlin abbernse».
Die fünf amerikanischen Journalisten, die auf recht abenteuerliche Weise, im Flugzeug und mit Kraftwagen, nach Berlin gekommen waren, um sich über die Ernährungsverhältnisse in Deutschland zu informieren, haben von Amerika die dringende Aufforderung erhalten, Berlin bezw. Deutschland zu verlassen, und kehren sofort nach Frankreich zurück.


