Ausgabe 
26.11.1918
 
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fnrchkbrrreren G^cmken geben als bke Gefahr, dast Kl dem

Augenblick, wo sich draußen die staatliche Welt auf Grund des Nationalitätsprinzips neugestaltet, der Zusammenhalt des deutschen Nationalstaates bedroht sein konnte. Damit würde das deutsche Volt wiederum zum Aschenbrödel unter den Völkern werden. Die Nationalversammlung must beweisen, daß der Volksstaat der deutsche Nationalstaat ist, sonst sind die politiscksen, wirtschaftlichen, materiellen und ideellen Inter« essen eines jeden Deutschen schwer bedroht.

Tll. Der Berliner Lokalanzeiaer berichtet: Die Kampe- tenzstreitigkeiten, die zwischen dem Rat der Volksbeaustragten und dem Vollzugsrat des A.« und S.-Ratos bestanden haben, scheinen nunmehr durch ein Übereinkommen chre Regelung erfahren zu sollen. In politischen Kreisen begegnet man be­züglich der Ansicht auf eine baldige Lösung einem gewissen Optimismus. Jedenfalls hören wir, daß man sich auf ge­wisse Richtlinien <ut die beiderseitigen Aufgaben und Be­fugnisse geeinigt hat, daß ein Ausschuß eingesetzt wird, der die verschiedenen Zuständigkeiten abgrenzen soll. Die Frage der Einberufung einer Nationalversammlung ist immer noch nicht endgültig geklart. Jedoch scheint es, daß man sich im Vollzugsausschuß vorbereitet, in dieser Frage Entschlüsse zu treffen.

WTB. Bel Staatssekretär Scheidemann ist folgendes Telegramm eingetroffen: Der große Soldatenrat Kowno, Zentralrat der Ostfront »ahm tu der heutigen Delegierten­versammlung einstimmig folgende Resolution an und bittet Sie, dieselbe unverzüglich der Reichsreglerung bekannt zu geben: Der große Soldatenrat Korvno, Zentralrat der Ost­front, erklärt, daß er uneingeschränkt sich auf den Standpunkt der Ablehnung jeder wie auch immer gearteten Diktatur stellt und mit aller Entfchiedenhett die konstituierende Nationalver- sammlnng als verfassunggebende, einzig berechtigte Macht an- fieht, die geeignet ist, den wahren Willen des Volkes zum Uns- druck zu bringen.

WTD. Der Arbeiter- und Soldatenrat Bremen erklärt sich gegen die Einberufung der Nationalversammlung.

Die neue demokratische Partei«

WTB. Die Fortschrittliche Volksportei und ein erheb- Ncher Teil der Nationalliberalen haben sich mit den Unterzeicy- nern des demokratischen Aufrufes vom 16. 11. auf der Grundlage des Aufrufes vereinigt. Die große demokratische Partei ist damit ins Leben getreten. Sie führt den Namen deutsche demokratische Partei. Der Sitz des ln Bildung be­griffenen vorläufigen geschäftsführenden Vorstandes wird alsbald bekannt gegeben werden. Sobald es die Verkehrs- Verhältnisse gestatten werden, soll ein auf breitester demokra­tischer Grundlage gewählter Delegiertentag die Verfassung und die geschästsfübrende Leitung der Partei unter Derücksich- tigung aller deutschen Landesteile endgültig festlegen.

Eine ErNSkvng des ReichMgsnrWdentes.

Reichstagspräsident Fehrenbach, der nach Berlin zurück«

t ekehrt ist, hat nach Besprechung mit Parteiftihrern und dem llitgliedc der Regierung, Cbert, der Reichsleitung eine Er- klärung zugehen lassen, die besagt: Am 14. November 1918 habe ich telegraphisch angefragt, ob gegen eine auf die nächste Woche vorgesehene Einberufung des Reichstages Einspruch erhoben oder dagegen Maßnahmen getroffen werden sollen. Ich erhielt die telegraphische Antwort, daß nach Beseitigung des deutschen Kaisertums und des Bundesrats als gesetzge­bende Körperschaft auch der Reichstag nicht mehr zusammen­treten könne. Diese Anschauung vermag ich weder in chrem Inhalt, noch in ihrer Begründung als zutreffend anzuerken-. nen. Zwingende Rücksichten ans die gegenwärtige Lage ver­anlassen mich aber, zurzeit von der Einberufung des Rerchs« toqes «rbzufehen. Ich behalte mir diese jedoch ausdrücklich vor. Es können Verhältnisse eintreten, die sowohl der jetzigen als auch einer künftigen Reichsleitung den Zusammentritt des Reichstages als erwünscht, vielleicht sogar als notwendig er« scheinen lassen. Fehrenbrach, Präsident des Deutjchen Reichstages.

Amnestie.

WTB. Die Rerchsregierung hat sich kn ihrer l-hten Sitzung mit einer Reihe prakttfcher Fragen beschäftigt, die das politische Ergebnis der Revolution weiter entwickeln und sichern sollen- Auf wirtschaftlichem wie auf allgemein polt- tischem Gebiet bereitet sie positive Maßnahmen vor. Zu« nächst wird eine vollkommene Übereinstimmung ^ imt den Ressortvertretern der preußischen und der Reichsjustiz eine neue großzügige Amnestie für Verbrechen und Vergehen von Zivilpersonen und Soldaten den Sieg der Freiheit do­kumentieren. Es soll sich nicht nur um einen Straferlaß für kleinere Vergehen handeln, sondern es sollen auch m Sinne moderner sozialistischer Gerechtigkeit und Erzw- hungsauffassung denjenigen, die sich schwer gegen ihre Mit­menschen vergangen haben, die Möglichkeit gegeben werden, von weiterer Strafe frej zu bleiben, wenn sie fortan das soziale Zusammenleben nicht durch neue Verbrechen gefähr­den. Damit wird selbst den schweren Verbrechern, die m den Revolutionstagen die Freiheit bekamen, die Möglich­keit weiterer Freiheit gelassen. Eie sollen erst dann wieder zur Strafe herangezogen werden, wenn sie sich in einem be­stimmten Zeittaum erneut gegen die notwendigen Sicherun­gen sozialer Gemeinschaft vergehen.

MWeMMM.

Man schreibt uns: Nach den schweren Waffenstillstands- bedingrmgen, welche die Gegner dem Deutschen Reich aufer- leqen konnten, erleidet Westdeutschland jetzt und in der nach- sten Zeit ein schweres Schicksal. Es ist bis jetzt immer so dar- gestellt worden, als ob die Räumung des linken Rhemufers und die Überlassung der Brückenköpfe Mainz, Coblenz und Eöln nicht das Recht für den Gegner in sich schlössen, von dem ganzen geräumten Gebiet Besitz zu ergreifen. So bedau­erlich ev uns ist. das Gegenteil fcststellen zu müssen, so not-, wendig erscheint uns diese Aufklärung im Interesse des gan- zen Volkes. Macschall Foch hat bei den Waffenstillstanosver- Handlungen im französischen Hauptquartier, wie unser Der- liner Vertreter aus zuverlässiger Quelle erfährt, sich aus­drücklich Vorbehalten, alle Eisenbahnknotenpunkte und alle militärisch wichtigen Punkte zu besetzen. Cs handelt sich nicht nach Schätzungen von deutscher Seite, sondern nach den An­gaben des französischen Oberkommandierenden selbst um 50 Divisionen feindlicher Truppen, welche nach Westdeutschland geworfen werden, mit Ausschluß Elfaß-Lothringens. Im Waffenstillstandsvertrag ist aber bereits vorgesehen, daß so­wohl die nach Elsaß-Lothringen geworfenen feindlichen Trap- pen. wie die Westdeutschland besetzenden Armeen es wird, sich hier also um eine Million Mensck^en handeln von Deutschland ernährt werden müssen. Was diese Bedingung bei der schlechten Ernte des Jahres 1918, beim Fortbestehen der Blockade, beim Durcheinander auf den Eisenbahnen m folflc Riickflutens der deutschen Armeen und bei dem bevor- stet^nden Mangel an rollendem Eifenmaterial bedeutet, ver-

fetsr vernünftige Mensch. WessberEckHanb grchört

tn seiner Gesamtheit zum deutschen Volksstaat. So wenig, als man das Hochland der Auvergne aus Frankreim heraus­nehmen kann, so wenig kann man Westdeutschland aus dem Deutschen Reiche ausschließen. Ganz abgeschen von der voll­kommen völkischen Übereinstimmung zwischen Links-Rhein« ländern und Rechts-Rheinländern hängt wirtss^ftlich West­deutschland mit tausend Fäden nur mit dem großen Reich rechts des Rheines zusammen« Kein einziger bedeutungs­voller Faden führt über die deutsche Sprachgrenze nach We­sten. Diese Tatsache muß man im Rheinland sich immer wie- ver vergegenwärtigen. Es liegt absolut nicht so, als ofo jede französische oder belgische Propaganda nach der Besetzung ausgeschlossen werde. Wir haven hierfür ein klassisches Bei- spiel, das zur größten Aufmerksamkeit mahnt. Die franzö­sische Regierung hat bekanntlich für Elsaß-Lochringen Regie- rungskommissare ernannt. Diese Männer sollen also in die zivile Verwaltung der Reichslande eintreten. Natürlich wird die Verwaltung von diesen Herren, wie man sich an den Fin­gern abzählen kann, zum mindesten nicht in deutschem Sinne ausgeübt. Was bezüglich Elsaß-Lothringens erwiesene Tat- sache ist, kann nach unserem Empfinden für die Pfalz und oas Rheinland Möglichkeit werden.

Es empfiehlt sich daher ein doppeltes Verfahren. Die Bevölkerung in Westdeutschland muß so schnell als möglich klipp und klar erklären, daß sie unbedingt am Deutschen Reiche seschalten wird. Damit gräbt sie feindlicher Propa­ganda schon von Anfang an ein Grab. Ferner muß gegen den erwiesenen Fall völkerrechtswidrigen Gebahrens, wie es Frankreich in Elsaß-Lothringen plant, von Seiten der Be­völkerung und der Regierung aufs lebhafteste protestiert wer­dest. Ein Mittel besteht auch noch. Schweren Herzens spricht man davon. Auch die Staaten unserer Gegner von heute halben daran ein Interesse, daß ihre Truppen vollzählig^und in kurzer Zelt wieder in den öffentlichen > Betrieben, in den Fabriken oder in den Werkstätten erscheinen. Sie können deshalb es nur begrüßen, wenn die Besetzung Westdeutsch­lands, welche sie nun einmal vornehmen müssen, in nicht all­zu ferner Zeit zu Ende geht. Das liegt im Interesse unserer Feinde. Die derttsche Regierung kann dem wohlverstandenen veidersettigeNInteresses cm? besten dadurch dienen, daß sie den Abschluß des Präliminarfriedens möglichst rasch betätigt. Unsere Feinde werden dann kein großes Interesse mehr an der Besetzung haben. Sie haben das dann besorckers nicht, wenn wir ihre Entschädigungsansprüche in kurzer Zeit er­ledigen können. Aus diesem Grunde wäre eg sehr gut, wenn die gegenwärtige Regierung doch unter Zuhilfenahme des Reichstages sich einenFriedenskredit von einigen Milliarden aewahren läßt. Vielleicht kann dadurch das westdeutsche Problem, das wir heute haben, das ?Ä)en Deutschen mit ernster Sorge erfüllt, ln andere Bahnen gelenkt werden. Vielleicht läßt sich auch ein anderer Weg finden, um finan­zielle Ansprüche der Gegner zu befriedigen.

Das neue polusichr MiMerium.

WTB. Warschau, 21. No-v. Das neue polnische Ka­binett, das von Pilfudski eingesetzt worden ist, besteht vor allem ans Mitgliedern der polnischen sozialdemokratische". Partei und des Bauernbundes. Ministerpräsident ist d^r ehemalige Abgeordnete des österreichischen Reichsrates, Füh­rer der sozialistischen Partei tn Galizien, sowie Leiter meh­rerer Gewerkschaften. Andrzes Moraczewsli. Er übernimnrt ebenfalls das polnische Verkehrswesen Das Kriegsmini­sterium übernahm als Oberbefehlshaber Iossy Pilfudski selbst. Minister des Innern wurde Stanislaw Rhagutt, ein bekannter Statisttkeu. Einige Fachuünisterien sind mit Bürgerlichen besetzt.

Ein Merur aus dem BaltenlandZ.

WTD. Die baltische Landesvertrettmg richtete an die deuffche Negierung folgendes Telegramm: Die plötzliche Zu­rückziehung der deutschen Truppen aus den baltischen Lan­den, in Sonderheit aus Estland und Oesel, bringt das schutz­lose Land in die größte Gefahr und setzt es sicherer Verheerung vom Osten her aus. Im Interesse der Menschlichkeit bitten wir um Belassimg der deutschen Wehrmacht in allen Gebieten des Daltenlandes, bis anderweitige Hilfe in sicherer Aussicht stcht. Baltische Landesvertretung.

Krem ia den Händen der BoWervisten.

bb. Das ukrainische Pressebureau teilt mit: Nach har­ten Kümpfen mußte Kiew geräumt werden, weit von Norden starke bolschewistische Kräfte einmarschierten und von Sü­den aus der Astrachangegend monarchistische Truppen un­ter Führung des Fürsten Tountouff kamen. Die Regierung in Kiew wurde gestürzt und durch eine moskowitische er­setzt. Die Nationalversammlung floh nach Dila, wo sie ein Direktorium ernannte

Furchtbares ExplasionsungM ia Belgien.

WTB. Der Amsterdamer Telegraaf meldet aus Harmni in Belgien, daß dort ein Waggon eines Munitionszuges in Brand geriet und daß bei den darauf folgenden Explosionen 800 Menschen runs Leben kamen. Weiter wivd noch über die Explosion gemeldet: Die Explosion ereignete sich unge­fähr um 10 Uhr auf dem Bahnhof, wo ein deutscher Muni­tionszug stand. Dabei flog ein Waggon mit Granaten in die Luft, deren Splitter auf die Umgebung mederfielen. Die Umgebung des Bahnhofes war ein einziges Trümmermeer. Auf dem Dahnhof Händen auch 3 Lazarettzüge mit deutschen Verwundeten, die nuf den Transport nach Holland warteten. Diese Züge gerieten in Brand. Die Verwundeten fiüchteten. soweit sie dazu im Stande waren, aber 18 Schwerverwundete kamen in den Flammen um. Ein Lazarettzug konnte recht- zeitig in Sicherheit gebracht werden, nachdem die brennenden Wagen mit großem Heldenmut abgekoppelt waren. Er steht jetzt auf dem Bahnhof Dudel. Indessen ist man des Brandes Herr geworden. Der Anblick der Verwundeten, die über die Grenze kommen, ist unbeschreiblich. Während der Kata­strophe wagte sich niemand in die Nähe der Stridt. Die Zahl der Toten ist noch nicht genau festgestellt, sie muß sehr groß sein. In Hamend sind mehrere Häuser einqestürzt, wobei die Einwohner unter den Trümmern begraben wurden, über die Ursache des Unglücks läßt sich noch nichts bestimmtes sagen.

WTD. Nach den letzten Berichten ist das Unglück in Hamont entsetzlich. Die Zahl der Getöteten, meist Deutsche, wivd auf über 1000 geschätzt.

WTB. Von d«z, Lazarettzitgen. die von der Explosion bei Ham. ont betroffen wurden, sind zwoi durch Holland nach M.-Gladbach gebracht worden. Die Züge befinden sich in einem unbeschreiblichere Zustande; keine Fensterscheibe ist rnchr ganz, im Innern herrscht völliger Wirrwar. Die ge­retteten Soidaterr erzählen, daß ein dritter Lazarettzug volb ständig vcrbrarrnt sei. während von einem vierten Zuge nur ein Waggon heil davonkam. Die Anzahl der Getöteten wird

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daß ein Munitionszug in die Luft flog und dadurch die vier in der Nachbarschaft stehende Lazarettzüge fo fchro« oe» troffen wurden.

Aus «eftdElau».

Köln. 21. Nov. Die aus dem Westen kommenden Trnp» pentransporte werden von den Soldaten derart bestürmt und besetzt, daß bei der Fortdauer dieses Zustandes schwere Un» alücksfälle unvermeidlich sind. Die Soldaten lagern sich auf ven Bahnhöfen, besetzen die Tender und Lokomotiven und hindern so d!e Tätigkeit des Zugpersonals.^ Bei Call wurden eine Anzahl Soldaten von den Wagendächera abgestreift. Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt.

Düsseldorf, 21. Nov. Hier hat sich wtter dem DorsrJ Professor Dr. Schloßmann ein Ärzterot gebildet. Derselbe wird sich mit dem hiesigen Arbeiter- und Soldatenrat m Verbindung setzen. Auf der Postannahme in der Meich- straße unterschlug eine Postaushelferin 100 000 Mark in bar.

Duisburg, 21. Nov. 8 Todesopfer hat das Mitfcchren von Soldaten auf den Waggondachern der Militär- und ZivU» ritge, das man jetzt tagtäglich beobachten kann, auch hier ge^ fordert.

Hannover, 21. Nov. Durch bas Gericht des Arbeiter- und Soldatenrates Hannover find standrechtlich zum Tode verurteilt und am 15. bezw. 16. Rov. erschossen: der Gefan» gene Jasper wegen Raubens und Plünderns und Bkzefeld» webel Oskar Lünsmann aus Bremen wegen mrberechtigtep Erschießens dreier Personen.

Hannover, 21. Nov. Der deutsche Handwerks, und Ge* werbekamnlertag hatte vor Jahresfrist beschlossen, Grneralt feDmarschall von Hindenburg zum Ehrenmeister des derttschert Handwerks zu ernennen. Die Urkunde wird in diesen Tagen der Gattin des Feldmarscholls Überreicht, werden.

Aus Mr Wtil

Die Erlassungen ans dem Heetes-ieust.

WTB. Berlr^, 21. Sioo. (Amtlich.) Alle in der Heimat an ihrem Wohnort oder khrem Arbeitsort mit UrlaubsscheiB anwesenden Offiziere des Beurlaubteustaudes, Unteroffiziere und Mannschaften aller Jahrgänge, mit Ausnahme der Jahr­gänge 1896, 97, 98 und 99, sind bis zum 39. November d. I. aus dem Heeresdienst behelfsmäßig zu entlassen. Sie ermir. ken sich bei der nächste« militärischen Dienststelle eine» Ent» lassungssch-in. D?e gesetzlichen Bersorgungs- u. Eutlassungs anfprüche dieser behelfsmäßig au ihrem llrlandsort Entlasse» nen werden später durch die Bezirkskommandos und Melde» ämtsr geregelt. Urlauber, die sich vor dem 39. 11. bei ihreH Ersatzformütionen melden, werden dort mit ihrem Jahrgane ordnungsmäßig entlassen. Urlauber der Jahrgänge 96, Vl 98 und 99 begeben sich zur nächsten Erfatzformcttion. wenn sie ihren Truppenteil nicht erreichen könne». Der Kriegsministev Scheüch. llnterstaatsfekretär Goehre.

De Erhöhung der Soldatenlöhnung.

WTB. Die Ausführungsbestimmungen zu dem Erlast über die Echöhung der Soldatenlöhne werden vom Kriegs- minksterium noch gegeben werden.

Die Beerdigung dar Revoluttonsopfer.

Berlin, 21. Nod. Gestern mittag fand hier die Beer» digung der 9 bei der Revolution (Äfallenen statt. Hun. derttaufende folgten dem Zuge; eine Unmenge von Krär^» zen wurden von den verschiedenen Trägern getragen. Man sah im Zuge Soldaten aller Waffengattungen, Matrosen, französische und russische Kriegsefangene und Angehövige der großen Berliner Werke. Uber die Anzahl der Revo- luttonsopfer gehen die Meinungen der Bevölkerung stark auseinm»der. Amtlich scheinen bis jetzt nur 15 Todesfall« festgesirllt zu sein, einschließlich der Soldaten. Das Ge­rücht, es seien ihrer 60, ist falsch.

Deutschlands Berkuste.

TU. Eine Berliner Korrespondenz gibt auf Grund zu­verlässiger Unterlagen die Gesamtverluste Deutschlands Vis zum 31. Oktober 1918 genau an. Deutschland har 1580000 Tote zu bellagen. Als vermißt werden 260 000 Mann ge­meldet, wovon ebenfalls sin großer Teil nicht mehr unter den Lebenden weilen wird. Die Zahl der in Feindeshand befindlichen deutschen .Kriegsgefangenen betragt 490 000. Verwundet worden sind 4 Millionen Soldaten, wobei aber eine wiederholte Zahlung vorgekommen ist, wo ein Soldat mehrmals verwundet worden ist.

Uber 3 Millionen britische Brrluste.

bb. Im Unterhause teilte Unterstaatssekretar Manss- pferson unt, daß die Verluste der britischen Truppen mit Einschluß der irdischen Streitkräfte unter Ausschluß der Lufftreitkraste bis zum 10. November 1918 an Tvtcn, Ver­wundeten, Vcrurthten und Gefangenen 3 049 991 MauH betragen hätten.

Der nrue Oberbürgermeister von Polen.

WTD. Posen, 21. -7cov. In der Stadtoeroronetensitzung gab der neue Oberbürgermeister von Drewskt eins Erklä­rung ab, worin er u. a. ausführto: Ich I>abe das Amt unter den schwierigsten DerhLltnissrn übenwmmen. Ich zweifle aber 'keinen^ Augenblick, daß es uirs gelingen wich, die Kluft nationalen Gegensatzes zu Überdrücken. Die Verbiw» düng zwischen Berlin und Pose.', ist nicht mehr so, wie sie vo« der letzten Zeit war- Anordnungen von BerUrl aus konn­ten nicht mit der nötigen S<mrelligteiL getroffen werden. Es mußle dal>er sine Zwifchenstatton zwischen Berlin unb Posen geschaffen werden. Diese Statton ist das Proviw- zürl-ErnLhrungsamt. Zurmchst nmffen wir an unsere Pro» vinz denren, denn, wenn irgendwo Urcruhen entstehen, dann ist überlMtpt die dlnsftchr gestört. Es wird von nianchen Stellen eine Agitation getrieben. Man spricht z. B. von der Einrichttmg eines Heimatschutzes. Wenn sie wirklich ausgeführt werden sollte, dann befürchte ich das Schlimm­ste filr unsere Provinz, denn Nmn wird die Ausfuhr um oinfach ganz unmöglich gemacht. Ich gestehe es ganz offen, dann müssen wir eben als Promnz-Ernährungsamt un­sere Arbeit einstellen, denn dann sind wir nnichtlos. Unser« Bevölkerung würde eine derartige Bevormundung gar nicht lxv*teT f m, würde in der Hersendung der Truppen aus dem De. u nach dem Osten eine BenornrunLung erblicken.

Sorgen des amerikausischeu Kapttukisrnns,

WTB. DemNieuwe Rotterdamsche Eourcntt* zufolge meldetDaily Telegraph"' aus Nerupotk: Die Erklärung von Gonlpers, daß die amerikanischen Arbeiter nichts un­terlassen werden, um die jetzigen Wochen Löhne und ritr,;<n Arbeitszeiten beizubehalten. !wt das aru rik-"Hici»a Kapi. rl beunruhigt. Die verschiedenen G.-ssst . leuie we-?den > .h den Bestrebungen, die jetzigen Löhne und b -i«

zubehalten, ernstlich widersetzen.