Frieden, keine Kapitulation.
Die Kriegsgenossen des Präsidenten Wilson sollen sich leb. Haft danüt besoffen, die Bedingungen des Waffenstillstands zu erörtern; es verlautet, daß demnächst uns diese Bedingungen mitgeteilt werden sollen. Zuvor war es wohl notwendig, daß Deutschland dem Präsidenten Wilson nochnrals antwor- tete und ihm zugleich mitteilte, daß es bereit sei, die Waffen. siillstvndSbodingungen entgegenzunehmen. Zugleich war eine Frage des Präsidenten zu beantworten. Der Präsident wollte wissen, ob die neue deutsche Negierung auch von Dauer sein würde und ob er wirtlich in allen Stadien der Verhandlungen es nur mit der deutschen Demokratie zu tun haben würde. Wir haben daraufhin, ohne in Einzelheiten uns einzulassen, den Präsidenten auf die bedeutsamen Verfassungsänderungen, die wir während der letzten Wochen vorgenommen haben, hin- gewiesen. Der Präsident wird selbst einzuschätzen wissen, was bicfe Verfassungsänderungen bedeuten, und wie sie in der Tat ein unbedingtes Mittel sind, um die junge deutsche Demokratie für immer zu verankern. Nunmehr aber, da hüben wie drü- ben eine Volksregien'.ng steht, wird der Präsident, so möchten wir wenigstens meinen, die Gelegenheit wahrnehmen und gleich von vornherein sein Ideal der Völkerverständigung zu verwirklichen suchen. Er wird dabei auch berücksichtigen müffen, daß ein Volk, bas sich seine innere Verfassung von Grund auf neu geschaffen Hot, unmöglich mit gefalteten Hän- den sich äußern Mächten crgebn kann. Gerade die deutsche Demokratie kann und wird nicht blindlings sich in den Ab- grund der Vernichtung stoßen lasten. Und so wundert es uns denn auch gar nicht, daß gerade während der letzten Wochen der Widerstand unserer Front so gewaltig zugenommen hat, daß sogar die Gegner ibn anerkennen. Die englischen und französischen Zeitungen oringen täglich Berichte über die verblüffende Tapferkeit und den ja nicht zu verkennenden An- griffsgeift der deutschen Truppen. So schrieben die „Times": „Die Kanadier haben noch niemals so heftigen Widerstand gefunden." Und die „Pall Mall": „Es steckt noch viel Kampfesmut in den Deutschen .... Es wäre Wahnsinn, zu glauben, der Sieg sei schon erfochten". So ist es: Das deutsche Heer ist noch immer eine beachtenswerte Macht. Es kann noch auf lange hinaus den Kampf führen. Dennoch will es den Frieden. . Doch darf dieser Frieden, der zugleich allen Völkern die langersehnte Ruhe bringen wird, dem deutschen Volke nicht um den Preis einer schimpflichen Kapitulation zugemu- iiet werden.
Was die Feinde fordern.
WTB. London, 29. Okt. (Reuter.) Daily Mafl hofft, daß die Alliierten die Bedingungen des Waffenstillstandes nicht sofort bekanntgeben werden. Die deutsche Antwort erwidert die Fragen Wilsons nicht. Die deutschen Militärbehören mö- gen zu politischen Konzeffionen bereit sein, aber es ist noch kein Anzeichen vorhanden, daß die Soldaten bereit sind, ein Opfer von irgend welchem militärischem Wert zu brinaen. Bis die Deutschen Bereitschaft zeigen, indem sie die Bedingungen Fochs annehmen, sind wir der Ansicht, daß der König von Preußen noch immer die Macht in Deutschland in Händen bat. — Die Times schreibt: Die deutsche Rote versucht den Alliier- .ton die Initiative ihrer Vorschläge vom Waffenstillstand auf- zueclrgen und zeigt damit eine falsche Auffassung der Sach- läge. Die Korrespondenz ist geschlossen. Jetzt'müssen die .Deutschen an die Führer der Heere und Flotten, insbesondere on Fach v.nb Beaty, mit einem formellen Ersuchen um einen Waffenstillstand herantreten. Die Bedingungen des Waffen- stillftandes und des Friedens müffen von uns selbst unabän- derlich geregelt werden, ehe wir mit dem Feinde verhandeln.
TU. Die „Morningpost" berichtet: Die voraussichtlichen Schadenersatzforderungen der Alliierten an den Feind wer- den zwisck>en vierzig und fünfzig Milliarden betragen, einschließlich Belgiens. Auch hierüber müssen Garantien vor dem Friedensschluß gegeben werden. — Die „Times" meldet aus Paris: Der alliierte Kriegsrat von Derfailles hat feine Derq. langen beendet. Die Beschlüsse gingen bereits den alliierten Regierungen zu. Für Dienstag darf jedenfalls auf die Der- öffentlichung der Waffenstillstandsbedingungen gerechnet werden.
TU. In ben französischen Handelskammern mackst sich eine Bewegung für die Besetzung des Ruhrbeckens bemerkbar, wel- ches die Kohlenbedürfniffe Frankreichs solange decken soll, bis die Bergwerke des Pas de Calais und des Nordens wieder xroduktionsfählg sind.
Die elsaß-lothringische Frage.
TU. Straßburg, 29. Okt. Die Straßburger „Reue Zeitung veröffentlicht eine Unterredung mit dem Reichstagsab^eordne- ten H-mß, dem neuen Staatssekretär für Elsaß-Lothringen, über die elsaß.lothringische Fraae, in der es heißt: Bei der letzten Besprechung sämtlicknr elsaß-lothringischer Abgeordne- len im Rekchstage.an der ich teilnahm, wurde eine Erklärung vereinbart und festgelegt .welche für das elsaß-lothrinaische Volk auf Grund der Selbstbestimmung auch das Dolksre- ferendnm verlanat. Ich bin der Überzeugung, daß das elsaß- lothringische Volk dieses Recht der Sekbstbcstimmun" unbedingt für sich beansprucht und die Entscheidung über sein Schicksal nicht, wie Herr Dr. Nicklin behauptet, der Friedenskonferenz oder Wilson überlassen will, sondern erwartet, daß die Friedenskonferenz die von ihm selbst getroffene Enffcheidung rati. fixieren wird. Das ist die Grundlage meines Programms über die Zukunft des Landes. Ich bin gewiß, daß der elfaß-lothrin- 'gische Landtag, welcknr ja allein in authentischer Weise den Polkswillen zur Geltung bringen kann ,diefern Programm zu>
,stimmen wird.
Lloyd George und Balfour ln Frankreich.
WTB. Lloyd George und Balfour sind in Begleitung von See- uni> Landoffizieren nach Frankreich abgereist.
Japan zur letzten Wttson-Rote.
DTB. Reuter meldet aus Tokio vom 26. Oktober: In etlichen Kreisen wird Wilsons Antwort an Deutschland un» .eingeschränkte Bewunderung gezollt.
Kardinal Sarlmann an den Papst.
Nach der „Köln. Volkeztg." verlautet, daß Cr-blschof Kardinal von Hartmann im Namen der Bischöfe der Fuldaer Bi- schosstenfcrenz den Heiligen Vater um feine Vermittlung gebeten hat, damit unsere Feinde, die allem Anschein nach die deutsche Nation in ihrem Vesta-,d bedrohen, von ihrem Plane, Deutschlene zu vernichten, abstestrn. Der Papst wurde gebeten, seine Antorltät einzusetzeu, barnkt ?ln Friede zustande komme, .der der Gerechtigkeit und Billigkeit entspricht, und der eine Versöhnung der eatzwcitev Nationen anzubahnen qe lgnet ist.
ö!terreich5 Antwort a» Wllon.
WTB. Der Minister des Äußeren Graf Andraffy beauftragte gestern den Ssterrclchisch.ungarlschc't Gesandten in Stockholnr. die Kgi. schwedische Regierung zu ersuchen, der Re- gierurrg der IWrrinlgMn Staaten Amerikas nachstehende Aut. jpogt au l Engt $ut4 Mn LH. Oktober zu Übermitteln:
„In Beantwortung der an die österreichisch- ungarische Regierung gerichtete Note des Herrn Präsidenten Wilson vom 18. ds. Mts. und infolge des Beschlusses des Herrn Präsidenten, mit Österreich-Ungarn gesondert über die Frage des Waffenstillstandes und die Frage des Friedens zu sprechen, beehrt sich die österrelchisch-ungarische Regierung zu erklären, daß sie ebenso wie mit den früheren Kundgebungen des Herrn Präsidenten auch feiner ln der letzten Note enthaltenen Auffassung über die Rechte der Völker Östrreich-Un- garns, speziell über die der Tschecho-Slowaken uud Jugoslawen zustimmt. Da somit Lst'rreich sämtliche Bedingungen angenommen hat, von welchen der Präsident die BerkHandlungen über den Waffenstillstand und den Frieden abhängig gemacht bat, steht nach Ansicht der österreichisch-ungarischen Regierung dem Beginn von Verhandlungen nichts mehr im Wege. Dir österreichisch.ungarische Regierung erklärt sich dalrer bereit, über einen Frieden zwischen Lsterrrich-Ungarn und den gegnerischen Staaten und über einen sofortigen Waffenstillstand an allen Fronten Österreich-Ungarns einzutreten und bittet den Herrn Präsidenten, die diesbezüglichen Einleitungen treffen zu wollen.
Ohne Zweifel gehen wir schicksalsschweren Ta^en enrae- oen, denn wir müssen damit rechnen, daß Öfterreich-Ungarn Eonderverhandlungen mit den feindlichen Mächten führen wird, nachdem es mit der vorstehenden Rote sich fast bedingungslos der Entente überläßt. Ob Österreich bei diesem Bor. gehen besser fährt, ist zu bezweifeln, doch durfte die Regierung den Einflüssen der einzelnen Nationalitäten machtlos gegen- über gestanden haben und zu diesem Schritt gezwi'-ngen worden sein. Jedenfalls wäre ein geschlossenes Auftreten der Bundesgenossen auf der Friedenskonferenz sowohl den In- teressen Österreichs wie auch Deutschlands dienlich oeweien, und wir sind überzeugt, daß große Teile unseres Volkes den Schritt der Donauregierung verurteilen, aanz besonders auch deshalb, weil auch Deutschland in Verhandlungen mit der En- tente sich befindet. Immerhin werden wir nun auch von manchen Rücksichten entbunden, und die Interessen der Stammes- genossen in Österreich treten für unsere weiteren politischen Überlegungen in den Vordergrund. Das erste jedoch ist, daß wir die gefahrvolle Lage, in der wir uns heute befinden, mit aller Schärfe vor Augen halten. Auf sich allein oestellt. muß Deutschland aus die feste Haltung aller Dolksschicblen rechnen. Die Mahnung zur Vermeidung jeden inneren Zwistes und zur entschlossenen Unterstützung der Volksregierung in ihrer schweren Aufgabe ist das Gebot der Stunde.
Österreich-Ungarn wird dir Waffen nlederleaen und Frieden schließen, ganz gleich, ob Deutschland die Waffenstillstands- bedingungen annehmen wird oder nicht. Österreich-Ungarn meint, in seiner Notlage zn.r selbständigen Handlung gezwungen zu sein. Der Traum vom Föderativ-Staate ist ausgeträumt. — Die Germania stellt nicht ohne Bedauern fest, daß Österreich-Ungarn denselben Weg beschritt, den Bulgarien gegangen ist. Die Zersetzung des Reichs und besonders die Vorgänge in Ungarn dürften zu dem Entschluß geführt haben. Unsere Lage wird durch den Abfall Österreich-Ungarns noch schwerer als bisher. — Die Kreuzzeitung ist völlig unzufrieden mit der nervenschwachen Negieru.ng. Sie schreibt u. a.: Gewiß wollen wir nicht verkennen ,daß ein Ausscheiden Österreich. Ungarns aus dem Bunde für uns ein schwerer Schlag sein würde. Aber das rechtfertigt noch nicht, daß der Vorwärts dem ganzen Ton nach diese Verschlechterung unserer Lage mit einer Art von Genugtuung begrüßt. Es sei doch von einem von der Regierung inspirierten Platt nicht geradezu klugTdie neue Lage möolichst schwarz zu malen. Es werde immer klarer, daß die Sozialdemokratie ihren des öfteren betonten Standpunkt, daß sie eine Kapitulation nicht mitmachen würde, immer mehr aufgibt. - Was sagen die bürgerlichen Mitalieder der neuen Negierung dazu, insbesondere die Nationalliberalen?
Die Freisinnige Zeiti'.ng meint: Es erscheint uns sehr fraglich, ob Österreich-Ungarn wirklich dabei besser fährt, als wenn es gemeinsam mit Deutschland in Friedensverhandlun- gen einaetreten wäre. — Der Lokalanzeiger sagt: Wir sind der altmodischen Meinung, daß ein geschlossenes und darum festes Auftreten der Bundesgenossen auf der Friedenskonferenz den beiderseitigen Interessen dienend gewesen sein würde. Da es nicht sein sott, hoffen wir von unserer Negierung, daß sie nun die Rücksichten, von denen Österreich-Un- gorn uns selbst entbindet, mich in unserem Interesse weniger betont und daß sie darüber hinaus die Interessen unserer Stammesgenossen gegenüber den Ansprüchen der ihnen feindlichen Nationalitäten mehr in den Vordergrund stellt. — Im Börscnknrier heißt es: Die deutsche Eiche wurzelt fest und tief im Voden ,eine Königin des Kontinents, wie Thomas Earlyle sie einst nannte, und spottet den ohn mächtigen Arthieben. Ein paar schmerzvolle Toge stehen bevor, aber aus der Verstrickung von Schuld und Schicksal wird uns ein neues Leben erblühen. — Die Heimat sorge dafür, sagt die Tägliche Rund- schau, daß das Ausland jetzt zum Ende des Krieges die Tapfer, keil des Heeres nicht veraesse. — In der Rordd. Allgem. Ztg. liest man über die Pflicht der Stunde: Weiche Resignation und rückwärts gewandte Trauer sind nicht am Platze. Wer dem nachgoben wollte, schaltete sich aus und wirft sich felftst zum alten Eisen. Deutschland aber braucht jetzt Kraft und jeden Arm. Darum vorwärts zu neuen Zielen.
Die angeblichen Bedingungen für Österreich.
TU. Unter den Österreich-Ungarn aufznerlegenden Waf- fenftillstandsbedingungen vermnten Pariser parlamentarische Kreise die Verteilung der Geschütze der Handwaffen und anderen Materials an dle von dem Ranbverbande aberkannten bezw. anzu er kennenden Staatsorganismen. Diese Ans- teilung soll unter einer Kontrolle erfolgen, deren Ginzelbei- ten noch festznlegen waren. Ein gleiches gilt von den Was- fenstlllstandsbürgschaften bezüglich der Adriahäseu.
Die Deutschen ln Österreich.
TU. Ans Wien wffd mitoeteilt: Mährend dis Rote des Grafen Andrassy, in der dem Präsidenten ein Sonderfrieden mit Wilson ana^boten wird, für die nickstdentsckren Nationen eine gewisse Klärung der Lage brachte, die in Prag zu einer Beflaqgunq der Stadt führte, hat uns das Sonderangebot der Deutsch-Österreicber in dle größte Verwi"rnng verseht. Welche Beschlüsse der Vollzugsausschuß der deutschen Nationalver- sammiung fassen wird, steht noch n.lcht fest. Es ist aber damit zu rechnen, daß in kürzester Zeit eil. Kundgebung .rssolgt unh daß di- Note, die der Bollzugsausfchnß im Namen der deutschen Nationalversammlung an Wilson schicken will und die bereits feit Montag fertig ist, sofort oe^össeutli^t werden wird.
TU. Der Haager Nieuwe-Eouront schreibt, daß die öster- reichisch-ungarisck.e Regierung außer Stande sei, einen anderen Weg al? den der Kapitulation zu betreten. Die Donaumo- narchie könne nicht warten ,bis Deutschlands Enffchluß ae- ,'aßt sei. Tatsächlich könne die österreichisch-ungarisck)e Regierung nur formell im Namen der Monarchie sprechen, als eine Instanzregicrung, welche, sobald der Waffenstillstand geschlossen sein wird, die Friedensverhandlnug selbst der» Räten der Botlona.itüten wird überlassen müssen.
VerhsudruApen der Xßttef Mit der mmm
WTB. Der Konstantinopeler „Akscham" meldete gestern' von berufener Seite, daß offizielle Verhandlungen der Türkei mit der Eutrute begonnen hätten. Delegierte seien mit de« General Towsend abgereist.
Das nm DmtWimd.
j’ v " Gedanken eines Parlamentariers.
Dle friedliche Revolution im deutschen Reiche kann im Grunde als vollzogen gelten. Es ist ein Beweis für die Reife des Volkes, daß die Umwälzung in Ruhe erfolgte. Wohl blei- ben Reformen auszubauen, zu verankern und Unklarheiten zu sichten, sie können dem ganzen Gefüge aber keinerlei Rück- fchläge mehr zufügen. Am Scheidewege deutscher Geschichte zeiat der Wegweiser der Zukunft auf eine Demokratie, die in Wirklichkeit ober auch eine A'tokratie ist: die Autokratie der Gesamtheit des deutschen Volkes.
Es lohnt sich, an diesem Scheidewege, vor diesem Wegwes. ser Aalt zu machen und von den Höhen, auf welche die Re. gierung der Hohenzollern das deutsche Volk aeführt hat. einen Blick über das Gelände streifen zu lassen. Da ist zunächst der gute Dille, der gute Glauben nicht zu bestreiten, der unsere Führer veranlaßte, das aanze Schwergewicht für Deutschlands Zukunft auf die Kraft feiner Waffen zu legen und rwar. well Deutschland. das Herz Europas, zufolge seiner Lage nur die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten bat: entweder in Europa eine vorherrschende Stellung zu haben, oder sich unter den Stiefeln fremder Scharen, die sein Land als Durchgangs, straßen und Markt benutzen, zertreten zu lassen. Die'e Sucht der Nachbarvölker, namentlich der Oststaaten. Deutschland zu zerstampfen, ist unausrottbar; sie steht in unzertrennlichem Zusammenhänge mit dem Kindekreichtum jener Völker, d'e pro Familie 6 bis 10 Kinder haben gegenüber 2 bis 4 Rach- kommen in deutschen Familien. Diese Gefahr der Nberwr- ch-'rung der deutschen Bnrggemäuer von frenldem Evheu. das sich in das Gefüge der Oua dern ein frißt, es lockert, das die Fenster der Burg verdunkelt, den Einwohnern Licht und L>>fr beeinträchtigt, wäre auch dann bestehen geblieben, wenn unser Herrscher mit Hülfe seiner Diplomaten mit allen Nachbarn die vorzüglichsten wirtlich freundschaftlichen Drziehurzgen aufrecht hielt.
Roch ist Deutschland groß und stark. Wenn man nun ein gleiches von Österreich nach Abfall 'aller Nichtdeutschen nicht behaupten kann, so besteht hoffentlich die Möglichkeit, daß die deutsch.österreichischen Landesteile mit ihrem König zum deut« schon Reiche übergehen. Sollte Kaiser Karl durch den Abfall Ungarns die Kaiserkrone verlieren, so bleibt er als König von Deutsch Österreich ein Faktor, der seitens des Deutschen Reiches mit offenen Armen empfanden würde. Wenngleich Deutsch-Österreich nur mit einem kleinen Streifen an das adriatische Meer grenzt, so ergebe die Vereiniaung ein Reich von der Nord- und Ostsee bis zur Adria. „Mittel-Europa^ war ein Traum. „Deutsch" heißt die Parole.
Der Dundesrat für dle Verfassungsänderungen.
WTB. Der Bundesrat stimmte dem Entwurf eines Go, festes zur Abändening der Reichsoerfassuns in der vom Reichstag beschlossenen Fassung zu.
Ltübere Staarsmanner vor dem ßtants« gerichlsdoj?
bb. Der interfraktionelle Ausschuß des Reichstages hat sich,
der „V'ri. Lokal.-Anz." bört, bereits mit der Frage de« schäftigt, ob dle früheren leitenden Staatsmänner, denen man eine Schuld an dem Scheitern der angeblichen Friedensver« mittlungsverfnche Ende 1916 und Anfang 1917 zuschreibt, zur Rechenschaft gezogen werden sollen. Bestimmte Anträge in dieser Frage liegen nicht vor. Beschlüsse konnten aiso auch noch nicht gefaßt werden. Jedenfalls dürste die Angeleoenheit weiter verfolgt werden.
Der deyWe Wendbericht.
DTB. B e r l i n , 28. Okt., abends. Amtlich.) Keine größeren Kämpfe. Südlich der Schelde, am Oife-Kanal vnd am Souche-Atsschnltt scheiterten heftige Teilangrifse de» Gegners.
lSrstze Schlacht zwischen Brerrta und Piave.
WTB. Wien, 28. Okt. (Amtlich.) Italienischer Kriegs, schauplatz: In den Sieben Gemeinden blieb die Kampftätig« keit des Gegners auch gestern auf einzelne Vorstöße beschränkt, die abgewesen wurden. Östlich der Brenta tobt auf 60 Klio» Meter Frontbreite eine große Schlacht. Im Gebirge zwilchen Brenta und Piave scheiterten wieder alle Anstürme des Feindes. mochten sie mit noch so starken Kräften geführt sein. Die südlich des Fontona Secca an die Italienier verlorene Stern- kuppe wurde im Gegenangriff wieder .zurückerobert, wobei ein großer Teil der Besatzung in die Hand unserer Braven blieb. Unter unseren tapferen Truppen zeichneten sich de- sonders ovs die Infant.-Regimenter Rr. 7 (Kla^enfurt), Nr. 39 (Debreczin), dir. 47 (Marbu.rg), Nr. 49 (St. Poelten). Rr. 13 (Jäger), Rr. 120 (Westgalizicmer), Rr. 189 (neues ungarisches Regiment), das ungarische Sturmbataillon Rr. 17, das kroatische Rr. 42. das Wiener Schützenreaiment Rr. 1 und das lroatische Landwchrreaiment Nr. 28. Neuerliche Anerkennung verdienen wieder die Artillerie- und unsere Infanterie, und Schlachtflieger. An det Piave setzte nach heftigster Artillerievorbereitung in der Nacht zum 27. Oktober ein Ententean- griff ein. Bei Valdobbiadane vermochten schwächere feindliche Abteilungen das linke Ufer zu gewinnen. Sie wurden z«m größten Teile znrückge-drückt. Bei Bigolino und Vidvr wurden Übergangsversuche durch unser Abwehrfeuer zum Scheitern gebracht. Abwärts von Didor gelang es dem Feinde, mit stärkeren Kräften den Uberg-ang zu erzwingen. Unsere Truppen warfen sich ihm im Gegenangriff entgegen. ^Abends wurde bei den Dörfern Moriago und Sernoglia gekämpft. Gegenüber dem Nordostufer des Montello blieben Übergangsversuche der Italienier ohne Erfolg. Von Papadopoli aus stießen die Engländer bis Tezze und San Polo di Piave vor. Die bis drei Kilometer tiefe Eiubruchsstelle wurde durch unsere um jeden Fuß breit Boden tapfer fechtenden Truppen in den Flanken abgeriegelt. Rene Kämpfe sind seit heute früh an der Piave im Gange. — Baltan-Kriegsscl>auv!atz: Bei Alesffv an der albaniscl-en Küste Nochhntkämpfe. An der mittleren Drlna kam es zu Zusammenstößen zwischen unseren Siche- rungstruppcn und starken Banden. Das ^Znrücknehmen unserer Truppen in Serbien erfolgte ohne Störung durch den Gegner. Gefechtssühlung bestand gestern nur nördlich ten Kraaiffemie.
Zurücknahme der österreichischen Truppen aus Palen.
TU. Wien. 28. Okt. Die östcrreichisch.-ungarlschcn Truppen sind aus der» polnischen besetzten Gebieten zurückgezogen worden.
Die polnischen Abgeordneten.
db. Drut Berliner Loknlan^eiger «ranken dH» paftckschen Reichsm^-.mt>,eori'neren den wei t e r « » Reich^LHg»oerhtuU>ü«' ge» nrchr dEtjruvohcnr».


