vierteljährlich 2,40Mk., vorauszahlbar, frei ins Haus. Ab geholt in unserer Expedition oder in den Zweigausgabestellen vierteljährlich 1,80 Mk. — Erscheint Dienstag, Donnerstag u. SamStag. — Redaktionsschluß früh 8 Uhr. — Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verlag der „Gicßcuer Zeitung", Gießen.
Nr. 88 . Telephon Nr. 362.
Expedition: Südanlage 21
Donnerstag, den 31. Oktober 1918.
die 44 mm breite Petitzeile, für Auswärts 36 Pfg. Die 90 mm breite Reklame-Zeile 100 Pfennig. Extrabeilagen werden nach Gewicht und Größe' berechnet. Rabatt kommt bei Ueberschreitung desZahlungs- zieles (30 Daae), bei gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs in Wegfall. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit.
Druck der Gietzencr Verlagsdruckerei, Albin Klei«.
Telephon Rr. 363. 31. Jühtg.
Große Opfer unter Ser belgischem ZivWevöiEcrrmc durch Entente-Ar rtterir.
Heftige Angriffe Ser Franzosen gesch-iiert. I» Flauveru erfolgreiche Abwehr.
Jlimucbe dentfche Qgezvericdlr.
wtd. Großes Hauptquartier, 29. Okt. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
In der Lys' Niederung wiesen wir Teilangriffe des Gegners be: Olene ab. Stärkere feindliche Abteilungen, die nordwestlich von Conde das östliche Schelde- Ufer zu gewinnen suchten, wurden im Gegenstoß zurück' geworfen. Südlich der Schelde drangen starke englische Angriffe bet Famars vorübergehend in unsere Linien ein. Das Infanterie'Regiment Nr. 176 unter Hauptmann Preußcr warf den Feind völlig zurück. Die 7. Batterie Feldartillerie - Regiments Nr. 71 und die Infanteriegeschütz - Batterie Nr. 38 trug in vorderster Llnie wesentlich zum Erfolge bei. Oestlich von Actres wurden Teilangriffe des Gegners abgewiesen. Der Feind setzt die Zerstörung der Ortschaften in und östlich der Schelde Niederung fort. Auch Balenctcuncs lag unter starkem feindlichen Feuer.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Angriffe der Franzosen gegen den Oisekanal zwischen Etreux und Lesquiellcs scheiterten in unserem Zusammen- gefaßten Altilleciefeuei. Schwache Teile, die-über den Kana! vorftießen, wurden im Gegenstoß zurückgewocfen. Westlich von Guise kamen feindliche Angriffe in unserem Feuer nicht voll zur Entwicklung. Am Souche - Abschnitt beiderseits der Straße Laon-Mario wiesen posensche und weflpreußische Regimenter am frühen Morgen starke Angriffe des Gegners ab
Heeresgruppe G a l l w i tz
Zwischen Arre und Maas zeitweilig auflebende Artillerietätigkeit.
Wir schossen in den beiden letzten Tagen 49 feindliche Flugzeuge und drei Fesselballone ab.
Der Eh f des Gene^alstabcs des Feldheeres.
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Berlin, 29. Okt. abends. Teilkämpfe südlich der Lys und südirch Le QueLnoy. Zwischen Nuizyckc-Comte und der Aisne scheiterten in den Nachmittagsstunden sehr heftige Angriffe der Franzosen.
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der Schelde-Niederung forderte wiederum erhebliche Opfer unter der Zivilbevölkerung.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Am Oise-Kanal scheiterten am frühen Morgen heftige feindliche Angriffe. Nach starkem Artilleciekampf nahm der Franzose zwischen Nizy-le-Comte und der Aisne unter Einsatz zahlreicher Panzerwagen seine Angriffe wieder auf. Die in den schweren Kämpfen der letzten Tage bewährten Truppen der Armeen der Generale v. Eberhardt und v. Below haben auch gestern wieder einen vollen Erfolg in der Abwehr errungen. Sie schlugen den Feind auf der 18 Kilometer breiten Angriffsfront völlig zurück. In den Kämpfen am Nocd- rande von Klein - Quentin zeichneten sich das branden- bucgische Leib-Grenadier-Regiment Nr. 8, östlich von Benogne das westfältsche Infanterie-Regiment Nr. 53 und auf den AtSnehöhen das mecklenburgische Füsilier- Regiment Nr. 90 besonders aus. Teile der Stellung nordwestlich von Herpy die vorübergehend verloren gingen, wurden im Gegenangriff wieder genommen. In den Abendstunden stieß der Feind wiederholt zu heftigen Teiiangnffen vor, die überall vor unseren Linien scheiterten.' Der Franzos, hat gestern schwere Verluste erlitten ; zahlreiche Panzerwagen wurden zerstört. Beiderseits von Bouziers und östlich der Aisne zeitweilig Artilleriekampf.
Wir schossen gestern 27 feindliche Flugzeuge und sechs Fesselballone ab. Leutnant Doecr errang in den letzten Tagen seinen 31. bis 34., Leutnant Fxommherz fernen 30. Luftsieg.
Der Chef des Generalstabes des Feldheeres.
Berlin, 30. Okt. abends. An der Oise find heftige Angriffe der Franzosen gescheitert. An der übrigen Westfront keine größeren Kämpfe.
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Im September 440600 Kr.-Ueg T vernichtet
Im Monat September haben die Mittelmächte rund 440,000 Biuttorcgistertonnen dks für unsere Feinde nutzbaren Handelsschiffsraums vernichtet. Nach neuen Nachricht!n find außerdem weitere 36,000 Brutto- registertonnen Schiffsraüm durch unsere kriegerischen Maßnahmen schwer beschädigt in feindliche Häfen ein
kleinen Verwaltungsbezirke und der Gemeinden unerläßlich. Es sind für diesen Zweck bereits am 1. Dezember 1916 und am 5. Dezember 1917 allgemeine Volks- Zahlungen vorgenommen worden. Die im Lause eines Jahres eintretenden Verschiebungen und Veränderungen im Bevölkerungsstand der einzelnen Gebietsteile find aber so erheblich, daß die im Dezember 1917 ermittelten Zahlen nicht mehr als zuverlässige Unterlagen für die Verteilungsmaßnahmen des nächsten Jahres angesehen werden können. Daher ist auch in diesem Jahre die Vornahme einer Volkszählung wieder notwendig. Der Bundesrat hat dementsprechend angeordnet, daß am Mittwoch, den 4. Dez mbec 1918, eine solche Zählung vorgenommen werden soll. Die Zählung soll in gleicher Weise wie im vorigen Jahre durchgeführt werden. Sie dient nur statistischen und wirtschaftlichen Zwecken. Für die Durchführung der Zählung wird wieder auf die freiwillige Beteiligung geeigneter Personen als Zähler zurückgegriffen werden müssen. Bei der hohen Bedeutung der Zählung liegt cs im Interesse jedes einzelnen, daß die Zählung ein möglichst zuverlässiges Ergebnis liefert, so daß wohl erwartet werden darf, daß alle Bevölke-. rungskceise bemühtZ'ein werden, die Durchführung der Zählung nach Kräften zu unterstützen und zu erleichtern.
Anfrage zu den bessiscften Reformen.
Die Abgeordneten Reh und Henrich haben für die Revission der Bersassungsurkunde und des Wahlgesetzes eine Reihe von Anträgen eingereicht, die u. a. verlangen: Beschränkung des Rechtes der Krone auf eine, rein repräsentative Betätigung; Beseitigung der Borrechte des Adels und der Standesherren, die sich auf Geburt und Besitz stützen; Aushebung der Familien-.Fideikommisse sowie des Familieneigentums des großherzoglichen Hauses; Beseitung der bisherigen Ersten Kammer; Schaffung eines Stimmrechtes für die Frauen; Beseitigung aller Beschränkungen des passiven Wahlrechts; gleich, mäßige Erneuerung des gesamten Landtags alle drei Jahre. _
Mm Stadl und £a»d.
wtb. GroßesHauptquartter, 30. Okt. 1918 Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
In der Lys - Niederung zwischen der Lys und Schelde, bei Famars und Engle Fontaine wurden heftige Teilangriffe des Feindes abgewicsen. Das englische Feuer gegen die Vorstädte von Tournai und die Ortschaften
gebracht.
Anordnung einer allgemeinen UoikszäMnng für den 4. Dezember l-is.
Für bic praktische ^ urchführung der Vcrsorgurrgs- regelung ist eine regelmäßige einwandfreie Feststellung der Bcvölkcrungszahl des Reichs, der Bundesstaaten, der
Alle nicht unbedingt notwendigen Reifen mit dev Giferibrchri sind zu rrrrterlassrrr, diese wiederholte Ermahnung der Eisenbahnverwaltung muß ein jeder nun endlich beachten. Wie aus dem Anzeigenteil der heutigen Nummer ersichtlich, ist es abermals notwendig geworden, auf den verschiedenen Eisenbahnstrecken unserer Gegend noch mehr Züge ausfallen zu lassen.
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wer Banknoten hamstert
und varlehenskassenscheine. handelt töricht. Sie sind zinslos, bei Drandfäilen und viehstählen tritt völliger Verlust ein.
Ael Kriegsanleihe zeichnet, handelt Ring.
' Sein Geld ist ebenso sicher angelegt mir Banknoten, und noch nützlicher, denn er erhält halbjährlich totsicher seinen Zins.
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