Ausgabe 
22.10.1918
 
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Der Durchbruch nach Oftafrika.

Der stellvertretende Gouvernevr für das deutsch­ostafrikanische Küstengebiet Geh. Baurat Brandes, der bis Anfang 1917 in Tabora weilte, und jetzt in Berlin wirkt, berichtet uns in interessanten Schilde­rungen von den Großtaten unserer ostafrikanischen Verteidigung

Nach seiner Darstellung trugen zu der Möglichkeit des Turchhaltens die beiden Hilfsschiffe ganz wesentlich bei, die von der Heimat mit Munition, Kriegsgerät und Ausrüstung, sowie Medikamenten und Verpflegungsmitteln nach Teutsch-Ostafrika gesandt wurden. Trotz der überaus regen Ueberwachung des Seeverkehrs durch unsere Feinde gelang es diesen Schiffen, vom Feinde unbemerkt die Fahrt von Deutsch­land um das Kap der Guten Hoffnung herum bis zu den ostafrikanischen Gewässern zu vollbringen und die überaus rege, mit vielen Schiffen von England durch­geführte Blockade der deutsch-ostafrikanischen Küste zu durchbrechen, so daß die für die Schutztruppe so uner­meßlich wertvolle Ladung ihr Ziel wirklich erreichte. Diese Schiffe waren nicht etwa Handels-U-Boote, son­dern gewöhnliche Handelsdampfer von beträchtlicher Größe. Sie mußten die ganze Fahrt ohne 'Unter­brechung, ohne Kohlenergänzung unb Ausbesserungs- Möglichkeit ausführen, wobei noch naturgemäß nicht die kürzeste Linie, sondern große Umwege gefahren wurden.

Während das zweite Schiff gänzlich unbemerkt vom Feinde in eine Bucht des Schutzgebiets einlaufen und die gesamte Ladung ungestört löschen konnte, wurde das erste beim Durchbrechen der Blockade von einem feind­lichen großen Kreuzer bemerkt und verfolgt. Trotz der durch den englischen Kreuzer bereits auf weite Entfernung aufgenommenen Beschießung und trotz einiger Granattresser gelang es der umsichtigen und sühnen Führung, das Schiff in die Mansabucht, eine größere Bucht im Norden des Schutzgebietes, hinein­zusteuern und die Ladung vor der Vernichtung zu retten. Als der englische Kreuzer aus seiner Ver­folgungsfahrt, mit größter Geschwindigkeit herandamp- send, vor der Einfahrt zur Mansabucht erschien, um sein durch das Granatfeuer begonnenes Vernichtungs- feuer aus größerer Nähe zu vollenden, sah er den Dampfer bereits brennend in sinkendem Zustande, Er sah daher von weiterer Beschießung ab, faubte in die Bucht eine Pinasse, die, in weitem Bogen den sinkenden und brennenden Dampfer umkreisend, sest- stellte, daß die Besatzung bereits sich an Land gerettet hatte und dampfte dann, wohl in der Annahme, durch seine Granaten den Dampfer in Brand geschossen, zum Sinken gebracht und dadurch alles zur völligen Vernich­tung getan zu haben, wieder seewärts. Die List der Blockadebrecherbesatzung war also geglückt. Man hatte, sobald die schützende Bucht erreicht und man für einige Zeit der Sicht des verfolgenden Kreuzers entzogen war, einen Teil der Deckladung in Brand gesetzt und durch Oeffnen der Ventile den Dampfer an einer nicht zu tiefen Stelle sinken lassen, worauf dre Mannschaft in den Booten sich an das durch Man­grovenbusch geschützte User rettete. Wenn auch das Feuer bereits weiter als beabsichtigt, um sich griff und dadurch einen Teil der Ladung, insbesondere Medika­mente, vernichtete, so konnte doch der bei weitem größere Teil der Ladung, vor allem Waffen und Munition, nnt Hilfe von Tauchern aus dem gesunkenen Schiffe an Land gebracht werden.

Das zweite Schiff durchbrach, wie schon gesagt, völlig unbenierkt die Blockade. Es lief wohlbehalten

in die im Süden des Schutzgebiets Üegende Sudi- bucht ein und konnte seine Ladung ganz ungestört v vom Feinde löschen. Erst nach achtzehntägiger Lie­gezeit, nachdem bereits alle Ladung an Land gebracht war, begann das englische Blockadegeschwader, an­scheinend durch Spionage von dem Vorhandensein des Blockadebrechers in Kenntnis gesetzt, mit Unter­stützung durch Flieger die Küste von Norden an­fangend abzusuchen. Nachdem nunmehr der Liege­platz bald ermittelt worden war, versuchten die klei­nen Wachtschiffe des Blockadegeschwaders (für diesen Zweck ausgerüstete und und bewaffnete Walfischfang­dampfer) in die Sudibucht einzudringen. Glücklicher­weise hatte der zweite Blockadebrecher aber mo­derne Artillerie mitgebracht, die auch bereits zur Abwehr eines etwaigen Angriffs an der Ein­fahrt der Sudibucht eingebaut worden war. Als 'die anlaufenden Walfischfänger nun von dieser modernen Haubitzbatterie mit Granaten begrüßt wurden, zogen sie es vor, anstatt den Kampf aufzunehmen, sich beschleunigt, aus dem Bereich des Granatfeuers zu­rückzuziehen. Dasselbe taten auch die großen Kreuzer und eröffneten nun aus größerer Entfernung ein heftiges Feuer auf den Blockadebrecher. Dank der großen Entfernung wurde trotz einer Beschießung mit etwa dreihundert Granaten jedoch das Schiff nur wenig und die an Land aufgestapelte Ladung gar nrcht beschädigt.

Ta das englische Geschwader nach der Beschießung, wahrscheinlich in der Annahme, alles vernichtet zu haben, davondampfte, konnte die Ladung ohne Verlust rn Sicherheit gebracht und die wenigen Beschädigungen des Schrffes mit den im Schutzgebiet vorhandenen Hilfs­mitteln wieder ausgebessert werden. Es gelang dem. Schiff sogar kurze Zeit später, die Bucht zu ver­lassen und - zum zweiten Male die Blockade durch­brechend - das neutrale Ausland, Holländisch-Jndien, zu erreichen.

*

Ta ja bekanntlich unsere Schutztruppe nur mit dem alten Gewehr, Modell 71, ausgerüstet war und an Artillerie lediglich einige alte als Salutkanonen ver­wandte Geschütze älterer Konstruktion besaß, da außer­dem die vorhandenen Munitronsbestände nur sehr be­schränkt waren, wird man ermessen können, was die durch diese kühnen Blockadebrecher hereingebrachten Waffen und Munition für die Schutztruppe bedeuteten, ohne die auch der heldenmütigste Geist der Truppe dem Ansturm der Feinde auf so lange Zeit nicht hätte widerstehen können.

Kein Friede in diesem Jahre?

Tie Entente verzweifelt an einem schnellen Kriegsersolge

Tie Erfolge der Gegner im letzten Vierteljahr muß

lngg als bedeutend anerkennen. Aber sobald man sie

auf einer Gesamtkarte ansieht, erkennt man, daß der Weg, den die Feinde bis zur Grenze durch Belgien zurücklegen müssen, doch noch furchtbar lang ist.

Und jene, die in Feindesland ihre Stimme nicht nach dem von oben vorgeschriebenen Geschrei der Zei­tungen einstellen, sondern die selber urteilen, fangen denn auch an einein Endersolge in diesem Jahre'zu verzweifeln Nach holländischen Meldungen stimmen die Ansichten der englischen Milttärkreise über den Zustand an der Westfront darin überein,

daß die deutschen Heere durchaus nicht am Nande einer allgemeinen Auflösung stehen. Tie deutsche Linie ist ungebrochen, die deutschen Heere sind intakt geblieben und vorläufig ist alles andere eingetreten, als eine allgemeine Demo­ralisation.

yiu&ei'öeni haben die deutschen Heere die Sicher­heit, daß sie, sobald das Wetter schlecht wird, die Zeit zum 2Ucn,hören bekommen werden, wie es ja auch jetzt schon alle Augenblicke geschieht. Tatsächlich kann nichts den Feind daraii hindern, sich zurückzuziehen, um irgendeill Unheil zu vermeiden.

Tie Kriegshetzer in Frankreich sündigen weiter an der Zukunft der Völker. Sie wollen Wilson nachahmen. In einer aus W a s h i n g t o ii über­mittelten o f f i z i ö s e li Meldung der f r a n z ö s i s ch e ii Zeitungen vom 17. 10. wird wörtlich mitgeteilt:

In der Umgebung des Präsidenten Wilson er­wartet man, daß Deutschland eine weitere Note fenben werde, zu dem Zwecke, die Aussprache über den Frieden fortzusetzen. Wenn das zutrifft, so darf man sicher sein, daß Deutschland sich unnötigerweise bemüht hat."

England gegen die Freiheit der Meere.

Ern Teil der Engländer unterstützt dieses krieas- feindliche Treiben. In Zuschriften an die englische Presse verwahrt sich der bekannte englische Marine- Imperialist Thomas Gibson Bowles auf das energischste gegen den 2. Punkt des Präsidenten Wilson, der sich mrt der Freiheit der Meere befaßt. Sogar die sonst nicht kriegshetzerische liberale Londoner Massenzeitung Daily News" führt aus, daß die Wiederaufnahme dieses alten amerikanischen Programmpunktes eine Be­drohung der englischen Lebensinteressen darstelle und von England zurückgewiesen werden müsse. England dürfe sich jetzt weniger denn je seine a n ge­stammten Seerechte verkrüppeln lassen.

Tie Vergewaltigung der Meere einangestammtes" englischesRecht", das ist wirklich eine seltsame Auf­fassung.

England und Rumänien.

Aus der bulgarischen Hauptstadt Sofia wird be­richtet, daß die Entente mit großem Nachdruck au emem Sonderabkommen zwischen Bulgarien und Ru­mänien arbeitet, natürlich nur, um auf diese Weise einen Einfluß auf die wirtschaftlichen Verhältnisse bei­der Länder zu erlangen und deren Naturschätze sich dienstbar zu machen. Besonders hat man es dabei auf die rumänische Petroleum-Industrie abgesehen, deren Ausnutzung durch Deutschland der Entente natnrqeniäß besonders im Magen liegt.

Dasselbe England, das vorher die Industrie zerstört!

Der frühere Syndikus der Bukarester Handels­kammer, A. Kutschbach, der zur Zeit Rumänien im Aufträge der Zeitungskorrespoudenz Wiemann bereist, a-eeib: darüber:

Als cun 0 . Dezember 1916 die deutschen Truppen ui oas Prahova-Tal vor- und eindrangen, das die Rumänen oben an den Kämmen der Karpathen bei Predeal und Azuga lange und hartnäckig verteidigt hatten, da war und auch später noch tagelang die Luft erfüllt von völligen, rüstigen Schwaden, der die Gesichter der Deutschen schwarz färbte wie das der Neger und eine Kruste auf ihre Uniform legte, an der sie dann lange bürsten, kratzen und putzen mutzten, bevor sie wieder verschwand. Der Schwaden rührte von den Sonden und Oeltanks her, die von den Rumänen auf Geheiß der in ihrem Lager befindlichen Engländer auf dem ganzen Petroleumgebiete in Brand ' gesteckt worden waren. Was hier in langjährigen Mühen mit einem Auswande von vielen Millionen geschaffen wor­den war, das gaben die Engländer leichten Herzens der Vernichtung preis, denn es sollte nicht in die Hände des verhaßten Feindes fallen und dann war es ja auch nicht ihr Eigentum.

Mit Tränen in den Augen vollzogen die Ru­mänen den ihnen von dem englischen Marinetachee Oberst Thomson, erteilten Auftrag, der ihn auch seiner­seits denn er war ein Gentleman, und ich habe ihn in den beiden Balkanckriegen, wo ich häufig mit chm in Berührung kam, nie anders kennen gelernt nur mit Widerstreben und erst aus wiederholte Rückfrage in London, von wo aus die Weisung ergangen, gab. Was die Rumänen hier vernichten sollten, das bildete, wie sie sehr wohl wußten, nächst ihrem Ackerbau den Hauptreichtum ihres Landes. Eine Riesenfackel nach der andern lohte zum Himmel enipor und färbte denselben weithin purpurrot. Nahezu alle Petroleum- brunnen oder Sonden in und bei Campina, Bustenari, Baicoiu, Moreni, Gura Ocnitzei, Tlrgoviste, Ochiuri und Arbanasi, alle dabei befindlichen Reservoirs und Raffinerien, auch die in Ploesti, gingen in Flammen auf. Allein an versandfähigen Oelprodukten gingen 893 000 Tonnen zu Grunde. Tage-, ja wochenlang wütete das eine entsetzliche Hitze verbreitende Feuer, und wo es nicht möglich gewesen war, solches mit Aussicht auf völlige Zerstörung des Objektes zu legen, da hatte man durch Heraowersen aller möglichen Gegen­stände in die Bohrlöcher oder durch Zerschlagen der Maschinerien die Ausnutzung der Anlagen unmöglich zu machen gesucht. Auch das elektrische Zentralwerk in Campina, von dem aus die meisten Oelbetriebe ihre Kraft empfingen, war durch Zerstörung seiner Maschi­nen außer Betrieb gesetzt.

So war denn mit einem Schlage die in raschem Tempo zu hoher Entwickelung gelangte rumänische Pe- troleumlndustrie vernichtet worden. Alle Eijsnteile der

kritischen Januar-

'Linlagen ausgeglüht, gebogen, zerborsten, die Fabrik­gebäude eingestürzt wohin man blickte, ein grauen­haftes Chaos, d

Und die Teiitschen bauten wieder aus!

Aber vor welcher Aufgabe wären die Deutschen je zurückgeschreckt? Zeigt nicht gerade der gegenwärtige Krieg fast täglich, daß sie das unmöglich Erscheinende möglich zu machen wissen? So gingen sie denn als­bald an die Wiedergutmachung des angerichteten Scha­dens. Denn selbst für den letzten Soldaten war es klar, daß die Oelselder so rasch wie möglich wieder der Aus­nutzung zugeführt werden mußten. Galt es doch, neue Vorräte für den gewaltigen Oel- und Benzinbedarf der U-Boote, der Kraftfahrzeuge und der Flugzeuge, sowie für den Bedarf der Zivilbevölkerung zu beschaffen.

Rasch war unter sachkundiger Leitung ein Opera­tionsplan für die Wiederinstandsetzung soweit sich solche ermöglichen ließ entworfen und mit unge­beugtem Mute ging man an die Arbeit. Die alte Ar­beiterschaft, von der noch etwa 3500 Mann vorhanden war, wurde eingestellt, über 2000 Gefangene hinzuge­zogen und ihnen 2000 deutsche Soldaten, diese meist zur Leitung, Aufsicht und Bewachung, beigegeben. So gingen die Aufräumungs- und Wiederherstellungsar­beiten ziemlich rasch vonstatten, so schwierig sich die­selben zuweilen, namentlich die Esttstopfung der Bohr­löcher, and) gestalteten, und schon nach 8 Tagen war die erste Sonde entnagelt. Nach und nach bedeckten sich die Felder wieder mit Türmen und Maschinen- hansern, und wo eine Sonde nicht zu entstopfen war, da wurde, wenn der Versuch verheißungsvoll erschien, dicht daneben eine neue Sonde gebohrt. Die deutschen, neutralen und kleinen Gesellschaften, soweit sie unter diesen Verhältnissen wieder in Betrieb gelangten, ar­beiten jetzt wieder auf eigene Rechnung, die feindlichen unter Zwangsverwaltung, und manches, was noch brauchbar war, wurde aus seindlichem Besitz in deut­schen überführt.

Deutsche Zweideutigkeit

gegenüber Wilson?

Boltzmann nimmt das Wort.

In einer Zeitungsdebatte über die Schuld Beth- mann - Holwegs an der Kriegserklärung Amerikas nimmt jetzt eine Bethmann-Holweg nahestehende Seite Stellung. In einer Zuschrift an dieFrankfurter- Zeitung" wird sestgestellt:

Die Dinge haben sich in den tagen 1917 folgendermaßen zugetragen:

Wilson ließ dem Grafen Bernstorff, unser Ge­sandter in Washington, durch einen Vertrauensmann sagen, der Präsident werde sich ernstlich bemüh­enden Frieden zustande zu bringen. Es werde ihm von besonderer Wichtigkeit sein. Ge­naueres über die deutschen Friedensziele zu erfah­ren. Das Telegramm Bernstorsfs, das hierüber be­richtet, ging am 28. Januar in Berlin ein. Damals war schon der uneingeschränkte U.-Boot- krieg bereits beschlossen und alle Vorbereitun­gen für seinen am 1. Februar festgesetzten Beginn waren getroffen. Ein Gegenbefehl wäre eine tech­nische ll n m ö g l i ch k e i t gewesen. Gral Bernstorff, der. a ls er sein Telegramm absandte, bereits in dem Besitz der am 31. Januar abgegebenen Note wegen der Eröffnung des uneingeschränkten U-BootkriegeS war und gebeten hatte, diese Note auf Grund der Mitteilungen des Wilsonschen Vertrauensmannes einstweilen zurückhalten zu dürfen, wurde in um­gehender Beantwortung seines Telegramms beauf­tragt, der amerikanischen Regierung bei der Ueber- gabe der Note zu sagen, daß die d e u t sch e R e g i e - rung die Absicht Wilsons auf das r m st e begrüße, und zur Förderung seiner Absicht ihre Friede nSbe dt ngun gen dem Präsidenten Wilson zur eigenen persönlichen Information bekannt, gebe.

Das Friedensprogramm, das für die von den Mittelmächten am 12. Dezember 1916 vorge'chl.igenen Verhandlungen ausgestellt war, wurde zu die­sem Zweck in dem Telegramm an den Grasen Bernstorff eingehend entwickelt. Graf Bernstorff wur­de ferner beauftragt, dem Präsidenten Wilson zu sagen, daß der etngeschlagcne U-Bootkrieg, da dce U-Boote mit ihren neuen I.strnktionen auf dem Weae und größtenteils drcchtlos nicht mehr zu er- reichen seien, aus technischen Gründen nicht abge­stoppt werden könne, daß aber die ReichZregierung bereit sei, Befehl zur Einstellung des U- Bootkrieges zu geben, sobald es den Bemühun­gen Wilsons gelungen sei, eine Erfolg verspre­chende Grundlage für Friede nsverhand- lungen zu sichern. Die amerikanische Regierung hat trotz dieser Eröffnung die Mitteilung des unein­geschränkten U-Bootkrreges mit dem Abbruch der diplo­matischen Beziehungen geantwortet. Aus diesem Sach­verhalt ergibt sich, daß der Vorwurf der Zweideutigkeit gegen die deutsche Politik nicht a n f r e ch t e rh a lte n werden kann.

Ebensowenig berechtigt ist der gleichfalls erho­bene Vorwurf, daß die politische Leitungdie an­deren entscheidenden Instanzen" von dieser Frage nicht unterrichtet habe. Selbstverständlich war die politische Leitung auch über diese Vorgänge mit dem Großen Hauptquartier in ständiger Fühlung. Spe­ziell die Antwort auf das am 28. Januar 1917 eingegangene Telegramm ist nach einbehender Bera­tung im Großen Hauptquartier, wohin der Kanzler sich am Abend des 28. Januar zu d iesem Zweck begeben hatte, festgelegt worden. Im übrigen ist dieser Depeschenwechsel im Wortlaut Den Mitgliedern des Hauptausschusses des Reichstages am 31. Ja-, nuar 1917 in einer geheimen Sitzung mitgetcilt worden.

Die Lage der Bevölkerung im Kampfgebiet.

Tis Städte werden nicht mehr zwangsweise geräumt.

Auch in einem Teil der neutralen Presse finden zu unserem Bedauern die verleumderischen Behaup- , tungen französischer und englischer Blätter Widerhall, ! wonach die deutschen Truppen auf dem Rückzug plün­dern und brennen, unnötige Zerstöruligen annchtelt