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Nr. 94,
Telephon Nr. 362.
Dienstag, den 22. Oktober 1918.
Telephon Nr. 362.
31. Jahrg.
Geordnete Rückverlegung der deutschen Front in Belgier?.
Amtliche üemscde Cagcsberkble.
wtb. GcoßcsHauptquartier, 19. Oft. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz^
Zwischen Briigge und der Lhs wiesen wir in ihr- fache feindliche Angriffe ab. Rordösllich von Koitcik warfen wir Teile des Gegners, dle sich seit den letzten Kämpfen noch auf dem Ostufer der Lys hielten, Uber den Fluß zurück. Südwestlich von Kortrik wurden Uebec- gangSvecsuche vereitelt. Oestlich von Lille und Douai war der Feind gestern bls zur Lirile Ascg — Templeuvc— Flienes — Marguettc gefolgt.
Zwischen Le Catrau und der Oise dauerten die heftigen Angriffe des Gegners an. Südöstlich von Le Cateau drang er bis Bozuel, lm Walde von Andiguy bis an den Südrand Von Wassigny Vor. An der übrigen breiten Augriffssront ist der Ansturm des Feindes vor und in unseren vordersten Linien gescheitert. Bazuel wurde im Sturm wieder genommen. Die bei und südlich von Aisonville kämpfenden Truppen schlugen auch gestern olle Angriffe des Feindes ab, In den Abendstunden und während der Nacht setzten wir hier unsere Linien vom Gegner ab. An der Oise sind bet und nördlich von Ocigny erneute Angriffe des Feindes gescheitert.
An der Aisne setzte der Feind seine Angriffe bei Oiizy und Grandprs fort und dehnte sie über Vonziers nach Norden bis Vnvcg aus. Bet Bandy und bei Fa- iatse faßte er aus dem östlichen Aisneufcr Fuß. Seine Versuche, unter starkem Feuerschutz auf den Höhen östlich der Aisne weiter vorzudringen, wurden durch Gegenstoß vereitelt. Zwischen Olizh und Gcandp.ä sind erneute Angriffe französischer und amerikanischer Divisionen vor unseren Linien gescheitert. Beiderseits der Maas v rllef der Tag int Siö ungsfeuer und kleineren Jnfantecic- gefechten.
Der C sie Generaiquartiermeistcr: Ludcndorff.
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&3tclin, 19. Ott. In Flandern und auf dem ^chlachrfelde zwischen Le Cateau und der Oise ruhiger Tag. Nördlich von Laon sind feindliche Angriffe gescheitert. Nordöstlich von Vonziörls halnn sich Teile' des Feind s auf d. m östlichen Aismufer festge sitzt. Von der Maas nichts Rems.
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Berlin, 20. Okt, abends. Oestlich von Kortrik dauern heftige Kämpfe an. Beiderseits von Solcsmes und Le Cateau sind auf breiter Front starre Angriffe des Feindes gescheitert. Erolgdiche Teilkämpfe im Scrreabschnttt und auf den Höhen westlich der Aisne. Oestlich von Vonziäcrs wurden feindliche Angriffe abge- wiesen.
wtb. Großes Hauptquartier, 20. Okt. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
In Flandern haben wir in Fortführung der am 18. Ol:ober gemeldeten Bcwcgunnen Brügge, Thielr und Kortrik geräumt und neue Stellungen bezogen. Vor diesen sandin übhafre Voeseldkämpse statt. Am Abend stand der Feind südöstlich von SkuiS an der belgischholländischen Grenze, westlich von Heldegen — llrsi!, bei Poeke und^Btarkegen. Nordöstlich von Kortiik stieß ec mit Teilen über die Lys vor. Südlich von Kortrik hat ec die Straße Koitrik—Tournai erreicht und war beider- seits von Donai bis östlich der Linie Occhics — Mar- chienncs gefolgt.
An der Schlachtsront zwischen Le Cateau und der Oise trat gesternt eine Kampfpause ein. In unseren neuen Linien am Seuubre - Oise - Kanal und an der Oise stehen lüic in Gefechtsfühlung mit dem Gegner.
Der Serre- und Soucheabschnitt war tagsüber das Ziel starke fundlicher Atlgriffc. Der nordöstlich von La Fece auf dem nördlichen Serreufer zum Angriff vorbccchende Feind wurde im Feuer und im Nahkampf abgewicsen. Cbcnso scheiterten südlich von Cieey mit starken Kräften gffi'ch te Angriffe im Gegenstoß sächsischer Bataillone. An der Straße Laon — Marie saßte‘ der Gegner in kleinen Tellen unserer Stellung Fuß. Beiderseits der Souchcniederung wurde ec nach heftigem Kampfe abgewiesen. Auch aus dem Nordufer der Aisne griff der Feind nach starker Artillcricvoibereitung an und drängte nordöstlich von St. Germainrnont unsere Vorposten etwas Zurück.
An der Atsncfront zwischen Attigny und Oiizy nimmt die Gefechtstätigkeit des Gegners zu. Betdcr- scids von Vonziers setzte ec sich bei crneuten Anglifsin auf den Höhen am östlichen AiSncusir fest. Der Kom- mandeuc der 199. Jnfanterirdivision Generalleutnant v. Puttkamec brachte durch persönliches Eingreifen den feindlichen Angriff auf den Höhen östlich von Bandy zum Stehen. Zwischen Olizy und Grandp.e wieselt lothringische, schlcswig - holsteinische Reginlenter und Jägecbataillone erneute heftige Angriffe des Gegners vor ihren Linien ab.
Auf beiden Maasusiln blieb die Gcfechtstätigkeit auch gestern aus Slöcungsfeuec blschränkt.
Südöstlicher Kriegsschauplatz:
Am Bukovik nordwestlich von Alekstnac wurden feindliche Angriffe abgewies n. Cajicar im Timoktale wurde vom Gegner besetzt.
Der Erste Genecalquartiecmeistec: Ludendocff.
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wtb. Großes Hauptquartier, 21. Okt. 1918. Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Ru pp recht.
In Flandern wurde vor und um den Lysablchnitt zwischen Ursel und Kortrik heftig gekämpft. In Lomec- gen vorübergehend eingedrungenen Feind warfen wir im Gegenstoß wieder, zurück. Beiderseits von Beyuze setzte sich der Gegner auf dem Westusec der Lys fest. Teile, die südlich der Stadt über den Fluß vordrangen, wurden zum großen Teil gefangen genommen; ein Fcanzoscnnest blieb auf dem östlichen Ufer zurück. Oest» lich von Kortrik stieß der Feind über Deerlijk und Zwe- vegem vor. Auf den Höhen wcstl'ch und südwestlich voll Blchte brachten wir seine Angriffe zum Stehen, Nöcd- itch der Schelde wieselt wir den Fund vor unseren Linien ab. Nördlich von Tournai hat der Gegner die Schelde erreicht, südlich von Tournai standen wir mit ihm in der Linie St. Amand, östlich voll Denain und auf den Höhen östlich und nordöstlich von Naspres in Gefechts- süh'ung.
Beiderseits von Solcsmes und Le Cateau griff der Engländer gestern in Ausdehnung seiner am 17. und
18. 10. zwischen Le Cateau und Oise geführten Angriffe mit starken Kräften an. Zwischen Sommaing und Bcr- tarn blieben seine Angriffe auf den Höhen westlich der Larptesniederung in unserer Abwehcwirkung liegen. Beiderseits von SolcsmeS brachten wir den über unsere Vordren Limen hinaus vordringcnden Feind auf den Höher', östlich und südöstlich der Stadt zum Stehen. Nommerics und Amerval gingen verloren und wurden im Gegenstoß wieder genommen. Beiderseits von Le Ceteau haben wir unsere Stellungen nach hartem wechsel- vollem Kampfe im allgemeinen behauptet. Die branden- bnrgtsche 44. Rcservedivision unter Führung des Gene, ralmajors Haas hat sich hier besonders bewährt. Der Nltt großen Mitteln unternommene Angriff des Feindes ist somit auf der ganzen 20 Kilometer breiten Front bis auf örtlich beschränkten Bodengewinn des Gegners an der Zähigkeit unserer durch Artillerie wirksam unterstützter Jnsantrie geschottert.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Nördlich der Ser re wurden erneute Angriffe des Feindes abgewiesen. Beiderseits der Straße Laon—Marie säuberten wir im Gegenangriff Teile unserer noch in Feindeshand verbliebenen Linien und wiesen starke Gegenangriffe ab. Westlich derAisne nahmen ostpreußische Bataillone mit) das in den letzten Kämpfen besonders bewährte Jzfantric-Regiment Nr. 231 tm Gegenangriff ihre Stellung wieder und schlugen feindliche Angriffe ob. Oestlich von Vonziers suchte der Feind seine am
19. 10. errungenen örtlichen Erfolge durch Fortsetzung seiner Angriffe zu erweitern. Vornehmlich sind sie om Gegenangriff des Jnsantrie-Regiments Nr. 411 und an der zähen Abwehr der 7. Kompanie bayerischen Infam trie Regiments Nr. 24 gescheitert.
Heeresgruppe Gollwitz.
Oestlich von Banthrville wurden Teilangriffe der Amerikaner abgcwiescn. Im übrigen blieb die Gefechts^ tätigkett beiderseits der Maas in mäßigen Grenzen.
Südöstlicher Kriegsschauplatz:
An der Morawa schlugen wir erneute Tctlangriffe der werben ab.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
Berlin, 21. Okt., abends. Der Feind beschränkte sich an den Kampffronten aus Teilangr ffe, die von uns abgcwiesen wurden. Unser Gegenangriff gegen die vom Feinde besetzten Höhen auf dem östlichen Aisneusic bei- derscits Vonziers ist in gutem Fortschreiten.
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Staatssekretär §ischb eck über öle Kriegsanleihe:
Deutschland wird niemals eine Negierung haben, die nicht einmütig hinter der Kriegsanleihe steht.
Hsnottellagerung.
Die Zeit der Kartoffeleinkellerung steht wieder vor der Tür, sie sollte aber nur dort erfolgen, wo auch die geeigneten Räume zur gutrn Unterbringung der Kartoffeln vorhanden sind. In vielen Landesteilen ist man ja seit jeher gewohnt, den ganzen Winterkartoffelvorrat schon im Herbst cinzukaufen, und ist auch darauf eingerichtet. In den Großstädten ist daS aber vielfach nicht der Fall. Gerade hier muß man daher der Kartoffelpflege ganz besondere Aufmerksamkeit widmen.
Die häufig gehörte Befürchtung, daß die Kartoffeln in diesem Jayu infolge der vielen Rcgensälle wenig haltbar seien, entb-hrt zunächst der Becvündm g. Die Einwirkung der Wirterung auf du Haltbarkeit fco. Kartoffeln ist noch n'.cht genügend er forscht. J .dulfalls haben w'.r feuchte Jahre gehabt, in tunen die Karioffel sich doch recht gut hielt. Aurv im vergangenen Jahr befürchtete man allgemein eine geringe Widerstandsfähigkeit der Knollen, und doch h bcn sich die Bestände im allgemeinen gut gehalten. Es liegt also bislang keine Veranlassung vor, mit besonderem Mißtrauen an die Wintcraufbewahrung heranzugehen.
Für die Beurteilung der Haltbarkeit der Kartoffel spielt auch die Sorte eine Rolle. Nicht alle Sorten eignen sich für lange Lagerung. Weiche Sorten, wie Imperator, Up to date und ähnliche verbrauche man daher zuerst. Auch bei den sitzt tm September ausgemachten Kartoffeln bedarf cs einer gewissen Vorsicht, da nicht alle Kartoffclsortcn schon im September reifen; soweit die jetzt gekauften Kartoffeln schmierig und naß sind, wird man gut daran tun, sie nicht allzu lange lagern zu lassen.
Die besten Bedingungen für die Kartoffellagerung bieten die Keller. Vielfach werden sic aber auch auf Böden gelagert werden müssen, da nicht alle Haushaltungen über geeignete Keller verfügen. Die beste Lagectemperatuc ist 2—6 Grad Reaumur. Keller, die sich nicht so weit abkühlen lassen, sind für die Lagerung ungeeignet, da die Kartoffeln sehr bald zu jaulen beginnen. Daß die Kartoffeln Frost nicht ertragen, ist bekannt. Böden sind daher weniger als Keller zur Aufbewahrung geeignet; wo sie dennoch benutzt werden müssen, wird man gut tun, die Kartoffeln b.i Frostgefahr, aber auch nur dann, mit Tüchern gut einzudeckcn.
Einer der häufigsten Fehler ist eine zu hohe Schich- tung, welche das Faulen sehr begünstigt und die Kontrolle erschwert. Eine Schütthöhe von 80 cm sollte nicht über« schritten werden; bei größeren Mengen ist dabei ein Gang sceizuhalten und kleine Durchzugskanäle unzu- bringen. Besteht der Raum aus Zement, so legt man noch einen Lattenrost unter, damit unter den Karioffeln Durchzug stattfindet. Die Bestände müssen dann dauernd unter Aussicht bleiben und etwa alle 2 Wochen neu verlesen werden, damit die faulen Kartoffeln, von denen sich die Fäulnis sehr schnell vubreitu, sofort entfernt werden. Ausbewahrung in Säcken und geschlossenen Kisten ist ganz zu verwerfen, da die Kartoffeln hier sehr schnell faulen. Dagegen haben sich in den letzten Jahren die sogenannten Kartoffelkisten wohl bewährt; sie sind allerdings reichlich teuer, man kann sich geeignete Kisten aber auch selber Herstellen und cs wäre jetzt die Zeit in dieser Beziehung vorzusorgen.


