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Druck der Gicstencr Berlagsdrnckerci, Albin Klein.
Nr. S3.
Telephon Nr. 362.
Samstag, dm 19. Oktober 1918
Telephon Nr. 363.
31. Jührg.
Mehrere große feindliche Durchbrnchsvcrsttche in Nsedfrankrerch und abgeschlagen.
Das deutsche Volk einig und fest zur Regierung. KmMde SMfche csgesdsriedrr.
wtb.
GcoßesHauptquarLier, 15. Okt. 1918.
. Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppen Kronprinz Ruppcecht In Arndern hat der Feind seine Angriffe auf breiter Front zwischen Zaires und der- Lys wieder ausgenommen. Es gelang ihm, über unsere vordere Stellung hinaus vorzudringen. Gegen Mittag kam der Kamps in der Linie Koitemork — östlich von Noesclace, das nach hartem Kampf in Feindeshand fiel, südwestlich von Jsegem und nordöstlich von Menen zum Stehen. Menen und Wervtk wurden gegen starke Angriffe behauptet, Uebergangsversuche des Feindes über d:e Lys bei Kamen vereitelt. Bei erneuten Angriffen am Nachmittage gingen HandZame und Kortemark verloren. Stacke mit Panzerwagen geführte Angriffe beiderseits von Gits scheiterten. Zwischen Jsegem und Menen konnte der Feind am Nachmittage»ur noch wenig Boden gewinnen- Erfolgreiche Borseldkämpfe westlich von Lille und am Hautc- DeuleKanal. Am Selleabschnitt nördlich von Haussy und St. Sorplet scheiterten Teilan^riffe des Gegners. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz In dichtem Morgennebel brach der Feind östlich von St. Quentin über die Oise vor und faßte vorüber« gehend auf den Höhen südlich von Macquigny und nöcd* tich von Origny Fuß. Umfassend angcsetzter Gegenangriff warf ihn von den Höhen aus die Oise wieder zurück. Heftige Teilkämpse vor der neuen Front nördlich von Laon, westlich der Aisne und im Aisnebogen, füo« westlich von Grandpre.
Heeresgruppe Gal!Witz.
Zwischen der Aire und der Maas griff der Amerikaner mit starken Kräften an. Schwerpunkt der Kämpfe lag östlich der Aire und beiderseits der von Chacpenrry auf Bautheville führenden Straße. Die teilweise bls zu vier Mal wiederholen Angriffe sind bis auf örtlichen Geländcgew'.nn beiderseits von Nomagne gescheitert.
Südöstlicher Kriegsschauplatz:
Auf dcn Höhen '.nordwestlich und nördlich von Nisch fanden kleinere Kämpfe statt.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
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Berlin, 15. Oktober, abends. An dex Kampffront in Flandern setzte der Feind seine Angriffe fort. Ec konnte einige Geländevorteile in beschränktem Umfange erringen. Westlich der Maas entschieden sich Teil- kämpfe zu unseren Gunsten.
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Berlin, 15. Oktober. Im Atlandischen Ozean haben unsere U Boote 41060 Bcutto-R To. Handelsschiffsraum, darunter mehrere Tankdampfer und mit Kriegsmaterial beladene Dampfer, versenkt.
Der EheLdes Admiralstabs der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 16. Okt. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronpriuz Nupprecht.
In Flandern setzte der Feind seine Angriffe fort. Ihr Hauptstoß richtete sich ans Torhout und gegen die Bahn Jsegen—Kortrik. Auch gegen die übrige Kampffront führte der Feind vielfach durch Panzerwagen un- lerstützte heftige Angriffe. An einzelnen Stellen haben Misere Truppen ih^e Linien behauptet; an anderen Stellen wichen sie kämpfend aus und mehlten den Feind an rückwärtigen Stützpunkten vielfach durch Gegenstöße ab. Auf dem nördlichen Angriffsflügel blieb Torhout in unserer Hand. — Versuche des Feindes, zwischen Werken und Torhout in nördlicher Richtung vorzustoßen, wurden in erster Linie durch Truppen der 38. -- v
Land-
wehr-Division verhindert. Südlich von Torhout haben wir die Linie Lichtervelde—Jsegem gehalten. Südlich von Jsegem gelang es dem Gegner, über die Bahn Siegern—Kortrik hinaus voczudringen; östlich der Bahn brachten wir ihn zum Stehen. Westlich und südlich von Lille setzten wir unsere Linie etwas vom Feinde ab.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Zwischen Bohain und der Oise griff der Feind erneut nach starker Artilleriewirkung an. Nördlich der Straße Bohain—Aisonville hielten wir ihn durch unser Feuer wieder, Aisonville wurde nach heftigem Kampfe gegen den beiderseits des Ortes und gegen den Ort selbst mit starken Kräften mehrfach anstürmendcn Gegner gehalten. Auch der nördlich der Oise vorbrechende feindliche Angriff scheiterte vor unseren Linien. Die seit Wochen säst ununterbrochen im Kampfe stehende 6. Bayerische Infanteriedivision zeichnete sich wiederum besonders aus.
Kämpfe vor unseren neuen Stellungen nördlich und nordöstlich von Laon und westlich der Aisne, in denen wir dem Gegner vielfach schwere Verluste zusügten. Der Feind steht hier südlich der Serre und etwa in Linie Liesse — Sisonne — Le Thour — St Germainmont.
An der Aisncfront Erkundigunsgesechte. Der zwischen Olizy und Gcandpre auf Monccon entlang der Aisne vorspringende kleine Stellungsbogen wurde geräumt. Die dort kämpfende Truppe hat den Feind auch gestern wieder zu mehrfachen für ihn verlustreichen Angriffen veranlaßt und damit den mit dem vorübergehenden Halten des Bogens beabsichtigten Zw:ck voll erreicht.
Heeresgruppe Gallwitz.
Zwischen den Argonen und der Maas sind erneute heftige Angriffe der Amerikaner in unserem Feuer und an unseren Gegenstößen gescheitert. Der Feind hat auch gestern trotz Einsatz weit überlegener Kräfte, starker Artillerie und trotz Unterstützung durch Panzerwagen nur wenig Gelände gewonnen. Nördlich von Juvin, am Walde von Banthevtlle und nordöstlich von Cunel fanden die Kämpfe bei Einbruch der Dunkelheit ihren Abschluß. Auf dem östlichen Maasufcr zersplitterten sich dre zwischen der Maas und nordwestlich von Beaumont gerichteten Angriffe in dem sehr unübersichtlichen Waldgelände in sehr heftige Teilkämpfe, die zu unseren Gunsten endigten. Der Amerikaner erlitt auch gestern wiederum außerordentlich schwere Verluste.
Der Erste Genecalquacttecmeistec: Ludendocff.
Abschnitt drang der Gegner bei Haussy in unsere Linien ein. Nadsahrec - Bataillone warfen den Feind im Gegenangriff Zurück und nahmen die alte Stellung wieder. Die Beschießung der Stadt Denain durch englische Artillerie hält an und hat weitere Opfer unter den französischen Einwohnern und Flüchtlingen gefordert.
Heeresgruppe Deuts 1; er Kronprinz.
An der Aisnefcont zeitwckltg Artilleriekämpfe. Erneute Angriffe der Franzosen nördlich von Ocigny wurden abg.'w^sen. An der Aisne und an der Aire scheiterten starke französische Angriffe vor unseren neuen Lienien westlich von Gcandp:6.
Heeresgruppe Gallwitz.
Oestlich der Aire wurden amerikanische Angriffe, deren Hauptstoß sich gegen Champlgneullcs und Land- res richtete, vbgcwiesen. Beide Orte wurden gehalten. Die Höhe südöstlich von Landres blieb nach wechsel- vollem Kampfe in Fetndrshand. Auch auf dem Ostufec der Maas scheiterten erneute Angriffe des Feindes. Bei Abwehr des westlich von Flabas mit Panzerwagen vor- dringenden Gegners zeichnete sich die erste Landwehr- division besonders aus.
Südöstlicher Kriegsschauplatz:
Vor unserer neuen Front Zwischen Jagodina und Nisch hat der Feind die westliche Morava — C.usovac — und Aleksinac erreicht. Teilangriff, die er aus dieser Linie heraus führte, wurden abgewiesen.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
Berlin, 17. Okt., abends. Zwischen Le Catcau
und der Oise hat der Feind erneut auf mehr als 35 Kilometer breiter Front angegriffen. Der mit großen Mitteln angesetzte Durchbruchsversuch wurde vereitelt. Seine Anrisse sind teils vor unseren Linien gescheitert, teils fingen wir sie vor unseren Artilleriestellungen auf.
In Flandern, an der Aire und Maas nur örtliche Kämpfe.
Berlin, 16. Okt., abends. Nordwestlich von Nocsselace, am Stelleabschnitt bei Haussy, zwischen Aire und Maas und auf dem Ostufer der Maas sind feind- ltche Angriffe gescheitert.
Die von französischen Flüchtlingen angesüllte Stadt Denain liegt unter dauerndem Feuer schwerer englischer Artillerie. Der Feind beschoß gestern die von uns während des Krieges sorgsam geschonte Wallfahrtsstätte von Lieffe.
1918.
wtb. Großes Hauptquartier, 17. Okt.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht.
Auf dem Kampffelde nohmen wir unsere Front in die Linie östlich von Torhout — Koolskamp — Inge! Münster, im Anschluß hieran hinter die Lys zurück. Nach stärkstem Feuer auf das geräumte Gelände fühlte der Feind an unsere neuen Stellungen heran. Beiderseits von Koolskamp griff ec sie mit starken Kräften, bet Torhout und Jngclmüstec in Tetlvorstößen an. Auch gegen die Lys-Front bei Kortrik und Menen führte er heftige Angriffe. Der Feind wurde überall abgewtesen. — Gegen unsere neue Front Zwischen Lille und Douai ist der Feind gestern bis in Linie Capinghen — Allo.ics Ieö Marals — Calvin — Olgnies gefolgt. Am Selle-
Staatssekretär Scheiüemann über öle Kriegsanleihe:
Seid pflichtbewußt! 6# unserem Lanöe! Gedenket der Soldaten und ibrer Familien! Mer Geld hat, der zeichne! Es ist kein Opfer, sein Geld mündelsicher zu fünf Prozent anzulegen.
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Jfus Start u-.d Osts.
Kriegsanleihe. EZ wird darauf hingewstfen, daß die Zmsschetnc aller Neichsanleihen, also auch d r Kriegsanleihen, vom 21. des dem Fälligkeitstage vorhergehenden Monats ab nicht nur bei allen Postanstaltcn — einschließlich der Postagentuccn — sondern auch von den hessischen Staatskasse», den Kreis, Stadt- und größeren Gemctndekassen in Zahlung genommen werden. Die Einlösung der Zinsscheine ist damit dcn Besitzern der Kriegsanleihe außerordentlich leicht gemacht. Dies wird hoffentlich recht vielen und vor allem auch der Landbevölkerung dcn Entschluß zum Zeichnen der 9. Keiegöan- leihe erleichtern.
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