Zur FrieSensnsLe unseres Bunde:
soll
»er
Während vor einigen Tagen der Heeresbericht mitteilte, daß österreichische Truppen Schulter an Schulter mit unfern eigenen dein Anstürmen der Feinde Trotz geboten haben, wurde Deutschland von dem Friedensschritt der österreichungarischen Negierung überrascht. Man muß diese beiden Tatsachen nebeneinander sehen, wenn man die diplomatische Aktion unserer Bundesgenossen richtig bewerten will. Hof- fentlich haben auch die Feinde hierfür den richtigen Mick und lassen sich nicht etwa zu der Auffassung verführen, als hätte Österreich-Ungarn durch seine Friedensnote einen Schritt abseits des Bündnisses getan. Nach dem ganzen Charakter unseres Bündnisses hat Österreich-Ungarn genau so wie wir völlige Handlungsfreiheit; wenn die österreichungarische Regierung darum zu der Überzeugung gekommen war, daß der gegenwärtige Augenblick für einen Friedensversuch geeignet ist, so konnte sie sehr wohl diesen Schritt selbständig ausfübren, auch wenn Deutschland ihn mitzumachen nicht geneigt war.
Nun wissen wir nicht genau, wieweit Graf Burian den Staatssekretär v. Hintze bei dessen Anwesenheit in Wien von den, Vorhaben der österreich-ungarischen Regierung unterrichtet hat; es darf aber wohl als feststehend angenommen zverden, daß Deutschland sich zur Zeit von solch einem Schritt nur sehr wenig versprechen kann. Gerade Graf Burian, der ja bereits vor einigen Tagen öffentlich die Anregung gab, daß Vertreter sämtlicher kriegführenden Staaten zu einer intimen Besprechung zusammenkommen sollten, hat von der feindlichen Presse eine heftige Abfuhr bekommen. Auch sonst scheint die Atmosphäre in den uns feindlichen Staaten nichts weniger als friedensfähig zu sein. Immerhin, gewisse Möglichkeiten, daß die feindlichen Regierungen dem öfterreich, ungarischen Vorschlag nähertreten, sind vorhanden. Schließlich ist die Kriegsmüdigkeit auch bei der Entente dauernd im 'Wachsen, wie dies im besonderen soeben erst der englische Gewerkschaftskongreß bewiesen hat. Den Gedankengüngen der österreich-ungarischen Note, besonders der eingehenden Darlegungen über die Zwecklosigkeit der Kriegsfortsetzung und darüber, daß die Weltlage hinlänglich geklärt ist, um einen Abschluß zu »rächen, werden sich die Völker der feindlichen Staaten nicht ganz entziehen können. Kommt es nun zu einer Verhandlung zwischen Österreich-Ungarn und der En tente, dann allerdings wird auch für Deutschlands die Frage akut, ob es weiterhin abseits stehen bleiben soll oder ob es seinem Bundesgenossen zur Seite tritt. Wie man hört, st viefe Frage von den Parlamentariern gemeinsam mit d Reichsregierung bereits erwogen werden. Einer Entschei düng zum Beitritt steht schon darum nichts Grundsätzliches im Wege, weil Graf Hertling selbst des öfteren derartige intime Besprechungen zwischen den Kriegführenden für zweckmäßig erklärt hat.
Die Überreichung der Note.
TU. Die Note Durians ist den akkreditierten Vertretern der neutralen Mächte in Wien, welche die Vertretung der feindlichen Staaten übernommen haben, sowie den Vertretern der verbündeten Mächte Sonntag nachmittag 5 Uhr überreicht worden. Sämtliche Regierungen haben gleichlautende Noten erhalten und zwar in französischem Text. Nur die Note, die dem Nuntius für den Papst überreicht wurde, hat einen etwas anderen Wortlaut und erwähnt zugleich die Bemühungen des Papstes um den Frieden.
WTB. Budapest, 17. Sept. (Ungar. Korrefp.-Dureau.) Die Blätter besprechen die Note des Grafen Burian mit größter Anerkennung, verhehlen sich jedoch nicht die Schwierigkeiten^ welche dem vollen Erfolge des Schrittes entgegenstehen. Ster „Pester Lloyd" schreibt: Die bisherigen gemeinsamen Friedensschritte der Monarchie erlitten einen Mißerfolg auch deswegen, weil die gegnerischen Staatsmänner zu ihrer Abweisung von vornherein entschlossen waren und ihre Völker für die Ablehnung mit der Begründung zu gewinnen verstanden, daß der Versuch nicht aufrichtig gemeint sei und daß man eher noch der Monarchie die Ehrlichkeit der Friedensgesinnung Zutrauen dürfe, aber annehmen müsse, daß sie im abgekarteten Spiel von seinen Verbündeten benützt würde, um sozusagen mit ihrem besseren Ruf die wirklichen Absichten zu verdecken. Diese Ausflucht ist fortan unmöglich. Den selbständigen Friedensschritt der Monarchie wird man auf diese Weise nicht verdächtigen können. Den Erwartungen der Friedensfreunde versucht Burian zu genügen. Er rechtfertigt sie durch einen, alle Kontroversen überragenden unparteiischen Ton seiner Rote und durch die Sprache eines Staatsmannes, der dem Zweck des Friedens zuliebe von der Tatsache abstrahiert, daß er selbst leitender Staatsmann einer kriegführenden Mcht ist. — „A Dillag" sagt: Welck>es immer das Schicksal der Note sein wird, im Innern der Monarchie wird sie einen höchst wohltätigen und heilsamen Einfluß üben. — Das „Neue Pester Journal" sagt: Selbst bei größter Skepsis muß der Note Burians große Bedeutung Anerkannt werden. Es muß den Statsmännern der Entente immer und immer wieder gezeigt werden, daß sie eigentlich nicht nur mit den Zentralstaaten, sondern mit den tief, sten Herzenswünschen ihrer eigenen Völker im Kriege stehen.
— „Az Uffag" sagt: Falls die Note auch keinen direkten Erfolg haben sollte, so werden die Nebenprodukte sich reichlich lohnen. Falls unsere Gegner die Note als einen Akt der Schwäche auszulegen geneigt sind, so können wir uns darauf berufen, daß unsere Widerstandskraft in den abgelaufenen vier Jahren ihre diesbezügliche Annahme schon oft entschieden widerlegte. — „Pesti Hirlap" sagt: Es ist zu bemerken, daß die Note von einer Macht herrührt, auf deren Gebiet kein Feind ist, mü) deren Truppen auf dem Gebiet des Gegners stehen. — „Dudapesti Hirlap" schreibt: Sollte die Note etwa auf Grund einer vorherigen Fühlungnahme mit den feind- 'lichen Mächten erlassen worden sein, so ist ihr Erfolg ganz Mer.
Die Auffassung ht Berlin.
TU!. Die Berliner parlamentarischen! und polttffcherr Konferenzen über die allgemeine Lage, die durch die Frie- densnote Österreich-Ungarns geschaffen worden sind^ wer- den noch fortgesetzt werden. Es läßt stchk in dem Augenblick noch nicht mit Sicherheit übersehen, welche Wirkung die Note auf die Stellungncchme der Regierung haben wird. Die Be- sprechmgen der Mehcheitsvertreter mit dem Reich-kanzler am Svmrtcw hatten den Erfolg, daß die Regien mg nunnrehr ungeachtet oer Zweifel, die über die Ursack« der Note des Grafen Burian bestehen, die Bestrebungen de» -sterreichffch. »»-arische« Ministerium» Unterstützen 'wird.
Die Antwort der e Äe.
rrr. Reute, meldet an« London löir erfahren «sc Kreise«, daß die ösicrrcichischamg^vifche lote von de« Verbündete» eine sorgfältige Prüfung erfahre r,
«gfe» MMW «W «A Mtzk %m Hm '-in
Antwort erteilt werden kann. Inzwischen gibt man der Meinung AusdrAck, daß von ei«er Konferenz wenig zu erwarten sei, ehe nicht von den Mittelmächten den einzelnen bestiTurnisn Punkte» zugr stimmt worden ist. Dazu grhöct dis Anerkennung der Notweutzitzkeit einer Entschädigung an Bskgte» lArrbtcn durch die M'ttelmSchte« Der offizielle Wortlaut der Note befindet sich immer noch nicht in den Händen der englische» Regierung, da die amtlichen Telegramme von auswärts auf einem Uuuoege einlaufru»
Die Ablehnung der österreichische» Friebeusnote durch die Feinde.
TU. Die Agen« Havas sagt, daß die osterreichffch-ungari- scheu Friodensvorschläae keine lkberrafchung iu politischen Kreisen hervorgerufen habe, wo in ihnen eine Folge der Militärischn Erfolge der Alliierten in den letzten Wochn gesehen wird. Die Situation hat sich tu der Tat sehr geändert in der letzten Zeit, und der jetzige Vorschlag ist weit entfernt von der Rode Wilhelms 2. über feine Aufftrssung des Preußenfviedens. Der allgemeine Eindruck ist der, daß die neue Friedensoffensive unter den jetzigen Uurständen nichts aUsrichten wird. Im Palais Bourbon ist man der Ansicht, daß die Kriegsziele Frankreichs und seiner Alliierten hinreichend bekannt sind, nämlich Integrität des Vaterlandes, Gleichgewicht der Welt, Befreiung aller unterdrückten Völker, Wiedergutnmchung des verursachten Schadens. Die französeschen Deputierten sprachen sich dahin aus, daß während aller Wechselfälle des Krieges das Programm Frankreichs nicht gewechselt habe. Unsere Feinde, die schwach geworden sind, halten den Sieg durch die Waffengewalt nicht mehr für möglich. Wir sind anderer Ansicht. Frankreich und seine Verbündeten zweifeln nicht daran, daß chre siegreichen Armeen ihnen die Verwirklichung chres unabänderlichen Programms sichern werden. Unsere Feinde brauchen nur die Bedingungen anzmrehnwn. Eine Versamm. lung oder Konferenz ist näht nötig.
TA. Balsour lehnt den österreichisch-ungarischen Vorschlag ziemlich schroff ab.
bb. In einer Betrachtung über die österreichische Frie- densnote sagt „Daily Ehronicle": Das österreichische Anerbieten ist die erste direkte Annäherung der einen kriegführenden Partei an die auöere, welche in diesem Kriege stattgcsun- den hat. Nach dieser Richtung hat der neue Schritt besondere Bedeutung. Zwei Beweggründe dürften die Note diktiert haben: 1. daß Österreich-Ungarn den Ententemächten Schwierigkeiten bereiten will, indem es das Odium der Fortsetzung des Krieges auf sie laden will. Der zweite Grund ist ein wirtliches Schmachten nach dem Frieden. In Berlin und Wien begreift man jetzt zum ersten Mal, daß die Mittelnrächte m diesem Kriege den Sieg nicht erringen können. Niemand, der auch nur ein bischen Mitleid besitzt, würde den Todes- kmnpf dieses Krieges auch nur für einen Tag länger ausdehnen, als absolut notwendig wäre. Aber je nach alledem, was sie erlitten haben, beabsichtige die Ente icke nicht, sich nnt einem Frieden zu begnügen, der ein weichlicher Frieden ist. — „Daily Telegraph" schreibt: Den österreichischen Vor- schlag erkennt man auf den ersten Mick als ungereimt und unaufrichtig. Wir fragen uns jetzt natürlich, warum der jetzige Augenblick für einen Schritt dieser Art gewählt wurde und welche Gründe maßgebend waren. Der wahre Grund ist zweifellos der, Zeit zu gewinnen, um die Reorganisation der zerrütteten Streitkräfte vorzunehmen, welche Hindenbura und Ludendorff notig haben. Was die Argumente anbelangt, die die österreichische Regierung anführt, nämlich, daß alle Natronen gemeinichaftlich entdeckt haben, daß ein Sieg durch die Waffen nicht mehr möglich sein wird, so sind wir anderer Ansicht.
. Rew-York, 17. Sept. (NeutermeLung.) Der Vertreter der Mocmtcd Preß in Washington telegraphiert: Die amt- Uche Ansicht der amtlichen Kreise in Washington gegenüber dem österreichisch-ungarischen Vorschläge auf eure Friedens- beMechung ist folgende: Österreich-Ungarn ist im Zusammen- brechen. Anstatt dle Zell mit Friedensgeschavätz zu veraeu- den, das schlimmer als nutzlos sein würde, ist jetzt die richtige oen, es aufs härteste zu treffen. Solange eine förmliche Be- prechung des österreichisch-ungarischen Vorschlages nicht möa.
- l J*'kec amtliche Wortlarrt noch nicht eingeganaen ist, soll doch von befugter Seite festgestellt worden, daß jeder Schritt der von den Vereinigten Staaten getan werden konnte, rm Einverständnis mit den Alliierten geschehen wird Die amtlichen Regierungskrerse lassen bekannt werden, daß gegenüber der in der Presse erschienenen Fassung des österreichisch-ungarischen Angebots nur eine Antwort möglich sei, und das sei der Schlußsatz aus Wilsons Rede in Baltimore un Apru. Deshalb ist für uns nur eine Antwort hieraus moglrch: Gewalt! Gewalt bis zum äußersten! Gewalt ohne Beschränkung und ohne Begrenzung!
Die Beurteilung in der Schweiz.
TU. Die Berner polltischen Kreise find durch die Frie- densnote in die allerlebhafteste Erregung geraten. Da sich zufaülg der Nationalrat versammelte, so war auch in den Wanoelgängeu des Schweizer Parlaments von nichts anderem i)ie Rede, als von dem Schritt Österreich-Ungarns. Es ist z^ffellos, daß die Note auf die große Mehrzahl der Deutsch- Schwerzer, ja sogar auf gewisse Wests chweizer, moralffch einen s^r günstigen Eindruck gemacht hat. Andererseits wagt man mcht, sich irgendeinem Optimismus hinzugeben. Uber die Aufnahme in den Ententerveiten glaubt man zu wissen, daß die in der Schweiz weilenden 4tmerikaner sich ganz schroff ab- ehnend geäußert haben. Nicht viel, aber etwas anderes cheint das Urtell in den französischen und engllschen Kreisen zu fern, dre unmechin die Stimmen der friedensfreundlichen Volksteile Lu ihre Berechnungen ziehen.
Die mterstEiZNMeu AeiVrechuugen.
Von unserem politischen Vertreter.
Das Ende der vergangenen Woche war innerpolllisch des- halb so wichtig, well die interfraktionellen Besprechungen über alle schwebenden Fragen in Berlin stattsanden, denen nran da und dort mit Spannung entgegensah. Besonders dort, wo man von einer bestehenden Kanzlerkrise immer deutllchere Anzeichen zu verspüren wähnte, wuchs das Interesse. Die Sozialdemokratische Presse hat laut und deutlich die Einberufung ^es Reichstages verlangt. Diesem Drängen konnte die Regierung in diesem Augenblick nicht, enffprechen. Dmr« wurde die Frage gestellt, ob der Hauptausschuß des Rerchstages zuscunmentceten würde. Hierüber ist eine Entscheidung gefallen.
. Die Ereigrlls.e haben sich etwa folgendermaßen abgespielt: ANe die Dmge, die die Innen- und Außenpolitik betreffen, \uu gründlich erörtert worden. In allen wichtigen Punkten ist eine Einigung erzielt worden. Die vielfach befürchteten schweren Konflikte sind nicht eingetreten. Das Wichtigste ist aber, daß nach den gepflogenen Aussprachen zu einer Kanz- lerkrise nicht der mindeste Anlaß vorliegt. Was wir schon einma: -^geu Lorrntep» ist auch durch dw P^''handlunMr &
diesem reffe erneu! bestätigt worben. Eine Kanzkerkrise bestedt u'cht. Der Reichskanzler hat in den Tagen, in denen die Parleiführer in Berlin waren, diesen verschiedentlich Unterredung gewährt. Einige der Herren sind mehrmals von ihm empfangen worden/ Sie haben übrigens, was auch feftgehalten zu werden verdient, alle den Eindruck gemon. neu, daß der Reichskanzler das volle Vertrauen des Kaisers und der Obersten Heeresleitung besitzt. Die politische und die militärische Reichsleitung arbeiten zusammen, nicht gegen- einander. Gegenüber den umlaufenden Darstellungen, die oft so aussehen, als stammten sie aus gut informierten Kreisen, muß das ftstgeftellt werden. Jmnwrhin konnten sich die Parteiführer nicht der Erkenntnis verschließen, daß es zweck- mäßig wäre, wenn der Reichstag doch zu den ungelösten Fra. gen Stellung nehmen könnte, wenn auch nicht in der Form der Wiederaufnahme der Verhandlungen im Plenum. Deshalb ist an den Vorsitzenden des Hauptausschusses, den Abgeordneten Gbert, das Ersuchen gestellt worden, diese Instanz zum 10. Oktober eingubentfen. Wir wissen außerdem, daß Ebert diesem Wunsch enffprechen wird. So lagen die Dinge am Sonnabend abend. Da traf die Nachricht von Burians Note ein. Schon um 6 Uhr abends empfing Staatssekretär von Hintze wieder einige Mitglieder der interftaltionellen Besprechungen. Gegen 8 Uhr sah er die Abgeordneten Westarp, Stresemann und Haase bei sicb, mit ihnen verhan- delte der Staatssekretär ebenfalls sehr lange. Deshalb sind am Sonntag die Beratungen in den interfraktionellen Krei. fen fortgesetzt worden. Man ist der Auffassung geworden, daß der durch die Wiener Note hervorgerufene Ernst der Lage es unbedingt nöttg macht, daß der Hauptausfchrch zu eine,» früheren Zeitpunkt als dem 10. Oktober zusammen treten soll. Die Entscheidungen hierüber und ebenso die über die Einberufung des Reichstages sollen am Montag fallen. Hieraus ersieht man ohne weiteres, wie bedeutungsvoll die Wiener Note ist, da sie vielleicht alle die bis zum Sonnabend abend getroffenen Abmach,rngen auf parlamentarischem Gebiet über den Haufen zu werfen geeignet ist.
TU. Aus Berlin wird von Dkontaq nachmittag berichtet: Der interfratttvnelle Ausschuß der Mehrheitsparteien, der heute früh 10 1U,r zusammentrat, beschloß die Einberufung des Hauptcn^sfchusses für Freitag dieser Woche. Die Zustim- mung des Reichstagspräsidenten Fehrenhach, die eingeholt werden muß, könnte sich aber nröglicherrpeffe verzögern, da der Präsident sich auf einer Reise in den besetzten Gebieten befindet. Es fft nicht unmöglich, daß die Einberufung am Dienstag nächster Woche vovgenommen wird. Gegen Mittag hatte der Vorsitzende des Hauptausschusses, Ak>g. Ebert, eine Unterredung mit dem Staatssekretär des Innern Wall- raf, in der er der Regierung Kenntnis von dem Beschluß des interfraktionellen Ausschusses gab. HerKe mittag 12 Uhr empfing der Reichskanzler die Frakttonsvorsitzenden der Mn- decheit, die Abgg. Stresemann, Graf Westarp und Haase.
WTD. Berlin, 17. Sept. Die Rordd. Allg. Ztg. meldet: Der Reichskanzler empfing gestern vormittag den Reichstags- abgeovdneten Grafen Westarp, darauf den Reichstagsabge- ordneten Dr. Stresemann und später die Staatssekretäre Wallraf, Griff Roedern und Dr. Hintze.
De? teiäMe Mendtzericht.
WTB. Berli n, 16. Sept., abends. (Amtlich.) Erneute Angriffe des Feindes zwischen Ailette und Aisne find im großen gescheitert. — Au den übrigen Kampffronten nicht» Neues.
Vergebliche feindliche Angriffe.
WTB. An der Eanrbrai-Front setzte der Engländer seine Angriffe fort. Allerdings hat es den Anschein, als ob die Stoßkraft seiner Truppen durch die achttägigen, fast lchne Unterbrechtlng fortgesetzten Anstürme bereits gelitten hat. In dem durch den täglichen Granathagel zerrissenen, durch Rr. gengüsse aufgeweichten und versumpften Gelände gleiten seine Tanks und werden unverwendbar, während seine Infankerie knietief im Schlammeer versinkt und sich vergeblich durch die deutschen Stellungen vorzuarbeiten versuä)t. Der Angriff der E,rgländer am 15. Septeurber zerspUtterte zwischen Ha- vrincourt und Gouzeaucourt im deuffchen Vernichtungsfeuer m Teilvofftößen und brach trotz des Einsatzes zahlreicher tief» ftiegerLer Schlachtffieger zusammen. In dom nach Süden anschließenden Abschnitt von Gouzeaucourt bis Epehv kamen sie im deuffchen Pernichttlngsfeuer nicht zur Entwlckelung. Mit gleicher Zähigkeit griffen die Franzosen zwischen Mlette und Msne wieder an. Am Vorunttag des 15. September versuchten sie südlich der Straße Soissons-Laon vergeblich vorzugehen. Am Abend folgte dann nach mehrstüiLigem Ar- tiüeriefeuer ein geschlossener Angriff. In dem zerklüfteten, waldigen Hügellande wurde erbittert gerungen, um die Fran- zofen von der Höhe östlich Dauxaillon wieder herunter zu wer- fen. Rücksichtslos setzte Foch hier im Angelpuirkt des Ehemin des Dames seine Divisionen ein, um nun in den Ailette- Grund eirizübrechen. Die frvnzösffchen Truppen lltten schwer. Das gleiche trifft laut übereinstimmenden Truppenmeldungen und Gejangenenaussagen auf die französischen Angriffe zwischen Aisne und Vesle zu. Hier wurden außerdem 200 Gefangene von drei verschiedenen Divisionen ge- macht und 24 Maschmengewehre eingebracht. Das Dorf Glennes, das die Sonogatefen am 12. September batten er- obern können, wurde ihnen am 16. September wieder entrissen. Zwischen der Cotes Lorraine urid der Mosel fühlten die Fmnzosen und Engländer gegen die neuen deutschen Stellungen vorsichtig vor. Der Mißerfolg, den die geplante Abschnürung der deuffchen Divisionen im St. Mihiel-Bogen erlitt, suchen die Amettkaner durch täglich sich steigernde, maßlose Übertreibungen der Gefangenen- und Beutezahlen zu verwischen.
Fliegerbombe« auf Paris.
TU. Paris wurde in der Nacht zum Montag zweimal 07,. deuffchen Fliegenr überflogen, die einige Bomben auf die ftanzösifche Hauptstadt warfen. Wie Havas meldet, habe das Bombardement einige Opfer an Menschenleben gesoroect und Materialschaden verursacht.
4 englische Flugzeuge i« Holland gelandet.
TU. Iu der holländischen Provinz Zeeland landeten am Samstag und Sonntag 4 Flugzeuge, sie mit 8 englischen FUegeroffizieven bemannt waren. Sie wurden sämtlich mtev.nert.
Die amerttanischeu SotzlaUqen gegen de« Zdrieg.
TU. Die amerkanischen Sozialisten find nach wie vor gegen den Krieg. Der Sozialistische Iahrerckongreß. der jetzt in Chicago stattfand, hat einmüüg die Stellung ta, Kongresses von St. Louis gutgeheiße» und dir wineafoitecb» Goq. nerschaft des amerikanische« S^üÄlsums gegen fco, Ri-iso aufs neue bekräftigt. In oea angenommene» Esffchüeß ' - gen heißt es, daß die Krms.^rMrrmg der Bereinigte« icn ein Verbrechen gegen W) DvU der BerrdchAt»« £3» und gegen dir PötLer im * * '


