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Druck der Eichener VcrlagSdrnckcrei, Albin Klein.
ExpeSition: Südanlage 21.
Kr. 82.
Telephon Nr, R 2 . Domierstag. dm 19. September 1918. Telephon Nr. ML 31. Jahrg.
Wir kämpsstzL ÄöcrM westlich unserer alten Sicgfrredstcllnnß.
flmtlicfa üerllsebe LZgesdericblr'
wtb. Großes Hauptqu artier, 17. Sept. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht.
In Flandern rege ErkundungstaLigkeit. Südlich von Upern scheiterten Teilanguffe des Feindes. An der Kanulstellung brachten pvmmerschc Grenadiere von erneuten Vorstößen gegen den Feind bei Sauchy—Cauchh Gefangene zurück. In der Gegend von Havri«court steigerte sich der Artillerickampf am frühen Morgen vorübergehend zu großer Stärke. Keine Jnsanterieiättg- fett.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Zwischen Ailette und AiSne dauerten die heftigen Angriffe des Feindes fort. Wir nahmen den Ostrand der Höhe östlich von Vauxaillori, auf der der Feind Fuß faßte, wieder. An der von Laffaux nach Osten führenden Straße drückte uns der Feind etwas Zurück. Am Nachmittage nach stärkstem AUillerirfeuer erneut vorbrechcnde Angriffe des Feindes scheiterten an den Gegenstößen der hier kämpfenden hannoverschen, braunschweigischen und oldenburgischcn Neserveregimenter. Sie schoben am Abend ihre Linien zum Teil wieder vor. Auch die südlich anschließende Brandenburger fünfte JnfanLersidivision schlug mehrfach durch Panzerwagen unterstützte Angriffe des Feindes ab Im Südtcil v n Bailly dauerten Kleinkämpfe an. In der Champagne wurde ein nächtlicher Vorstoß des Feindes südlich von Nipont abgewiesen.
Heeresgruppe G a! l w i tz.
An der Cote Lorraine, bei St. Hilaire und westlich von Jonville führten wie erfolgreiche Unternehmungen durch. Teilangriffc des Feindrs gegen Haumont und nordöstlich von Thiaucourt wurden abgewicsen. Die Artillerietätigkett beschränkte sich auf StölUngsstuN.
Wir schossen gestern 41 feindliche Flugzeuge ab. Oberleutnant Lörzer errang seinen 40., Leutnant Rumch seinen 35. und Leutnant Thuy seinen 30. Luftsieg.
Der Erste Gcneralquartiermeistec: Ludendorff.
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Berlin, 17. Skpt., abends. Zwischen Ailette und Aisne scheiterten erneute Angriffe des Feindes. Von den anderen Fronten nichts Neues.
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Berlin. 17. Sept. Unsere Mittelmeer-Unterseeboote versenkten 0000 Bc.-Reg.Tonnen Schiffsraum.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartlec, 18. Scpt. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Nuppcecht.
Bei Ipern wurden Vorstöße, beiderseits des La Bassee-Kanals mehrfach wiederholte Teilangriffe des Gegners abgcwtesen.
Heeresgruppe des Generaloberst v. Borhn.
Versuche des Feindes, sich nördlich vom Holnon« Walde an unsere Linien heranzuarbeiten, soivie Tetlan- grtffe gegen Holnon und Essigny le-Grund scheiterten.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz
Zwischen Ailette und Aisue sctzte der Franzose seine Angr-ffe fort. Am Vormittage stieß ec zwischen Vauxaillon
und Allemani, am Nachmittage nach stärkstem Feuer auf der ganzen Front mit starken Kräften vor. Der Feind, d^r zunächst auf Pinon und südlich der Straße Laffaux —Chavignon in unsere Linien eindrang, wurde im Gegenstoß wieder zurückgewocfen. Die gegen die übrige Front gerichteten Angriffe scheiterten vor unseren Linien.
HeeresgcuppeGallwitz.
Keine besondere Gefechtstätigkeit.
Heeresgruppe Herzog Albrecht.
Kleinere Erkundungsgefechte an der lothringischen Front und in den Vogesen.
Mazedonischer Kriegsschauplatz:
Ocstlich der Tscherna stehen die Bulgaren seit dem 15. September im Kampf mit Franzosen, Serben und Griechen. Zur Abwehr des Feindes sind auch deutsche Bataillone eingesetzt worden.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludcndorff.
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Berlin, 18. Scpt., abends. Englisch-französische Angriffe auf breiter Front vom Walde von Havnncourt bis zur Somme. Gegen den auf Mitte des Schlachtfeldes zwischen Hargicourt und Onignonbach eingedrungenen Feind ftno Gegenangriffe im Gange. An der übrigen Front sind Angriffe des Feindes gescheitert. Wir kämpfen überall westlich unserer alten Siegfrlcdstcllung.
Jfli» Stadt sad £aad.
* Erhöhung der Brotration. Es besteht die
Absicht, vom 1. Oktober ab die Brotration wieder auf den alten Stand zu bringen, derart also, daß die Mehlration wieder auf 200 Gramm festgesetzt wird. Außerdem sollen aber 10 Prozent Streckungsmitte! gegeben werden. Die erforderlichen Beschlüsse werden schon in den nächsten Tagen getroffen werden Die gewünschte Erhöhung der Kortoffelration auf 10 Pfund per Kopf und Woche ist jetzt noch nicht möglich, da sich die Kartoffelernte noch nicht übcrsth-m läßt. Eine Entscheidung wird voraussichtlich erst Mitte Oktober getroffen werden können.
*
* Die neuen Kahntarife für Kartoffel». Man
schreibt uns: Mit dem Beginn dieses Monats ist ein neuer Ausnahmetaris für frische Kartoffeln zur Einfüh' rung gelangt. Durch Einrechnung des KciegszuschlageS haben sich die Tarifsätze wiederum erhöht, nachdem bereits am 1. Oktober vorigen Jahres durch die sogenannte Berkehrsabgobe eine Erhöhung eingetreten war. Gegenwärtig nähert sich der KriegStarif stark dem vor dem Kriege gelten den sogenannten Rohstofftartf. Auch die Kartoffelfabrikate erfahren durch den Krtegszuschfag eine Erhöhung um etwa 15 Prozent. Die Vergünstigung, die bisher für frische Kartoffeln zur Herstellung von Trockenkartoffel' und Stärkemehl zur Brotbereitung bestand, ist aufgehoben. Endlich bringt der neue Tarif die Wiedereinführung des sogenannten Saatguttarifs, d. h. der Frachtermäßigung für Saatkartoffeln als Stückgut. Diese war am 1. Juli ds. Js. außer Kraft getreten, ist aber hetzt wieder eingeführt. ES werden also Kartoffeln zu Pflanzzwecken als Stückgut fj'ir daö halbe wirklich-- Gewicht der Sendung befördert Dabei muß der Frachtbrief einen amtlichen Vermerk tragen, daß die Beförderung als Pflanzgut behördlich genehmigt ist- _ '
* Aus dem Salzbödetal. Eine gewaltige Einnahme für die Einwohner der Ortschaften des Salz- bödetals bildet tu diesem Herbste der Reichtum an Zwetschen. Anläßlich der Ernte dics-.r begehrten Frucht herrschte auf der Bahn Niederwalgern Herborn in der letzten Woche ein außerordentlicher starker Verkehr. Der Zentner Zwetschen kostete 20. Mark.
* Höchst a M. Die Laubheusammlung ist von den Kindern des Kreises mit solchem Eifer betrieben worden, daß 1000 Sparkassenbücher über mehr als 100 000 Mark ausgestellt werden konnten.
* Kaffel. Der Vorstand der LandesversicherungS- anstalt Hessen-Nassau hat tu seiner Sitzung am 10. September d. I. beschlossen, sich an der kommenden Kriegsanleihe wiederum mit 10 Millionen Mark zu beteiligen. Damit wird die Gesamtbeteiligung der La«- desverficherungsanstalt Hessen - Nassau an allen Kriegs, anleihen auf 85 Millionen Mark steigen.
* Jen«. Die fürstlich reußischen Regierungen erteil- ten, wie man uns aus Jena meldet, der Firma Karl Zeiß die Genehusiaung zu Vorarbeiten zu einer Schale- talfperce bei Saalourg, mit 215 Millionen Kubikmeter Inhalt. Diese würde die g rößtc Tal sp erre Deutschlands werden.
Ein trauriger Gedenktag für das üeulscde Volk!
Zum vierten Male feiern in diesen Tagen unsere Feinde den Gedenktag der Schlacht an der Mame. Mit Recht! In unwiderstehlichem Ansturm waren in jenen denkwürdigen Augusttagen des Jahres 1914 die deutschen 'Heere über Belgiens und Frankreichs Gefilde dahingebraust ; Sieg auf Sieg erkämpfend, waren sie bis vor die Tore von Paris vorgedrungen. Da kam der Rückschlag! Die Franzosen rafften alle verfügbaren Kräfte zum Schutze der bedrohten Hauptstadt zusammen und entrissen unseren tapferen Truppen den Sieg, den sie schon in den Händen zu haben glaubten. Die Marneschlacht gab ihnen seitdem die Kraft zum hartnäckigen Widerstand, den wir bis heute noch nicht zu brechen vermochten. Wie kam das? Weil wir im entscheidenden Augenblick nicht die nötige Anzahl von Truppen zur Stelle hatten, um den letzten Schlag zu führen. In langen Friedensjahren hatten wir eine furchtbare Vergeudung mit unserem kostbarsten Menschenmaterial getrieben. Wir ließen seit dem letzten krieg jedes fünfte Kind, das in Deutschland geboren wurde, zugrunde gehen, noch ehe es das erste Lebensjahr vollendet hatte, und haben dadurch mehr als 10 Millionen Menschenleben verloren, die uns hätten erhalten werden können. Durch eine großzügige Mutter- und Säuglings- fürsorge hätten wir die Sterblichkeit unserer Kinder mit Leichtigkeit auf die Ziffern Frankreichs und Englands vermindern können. Dann hätten nicht unsere Feinde, sondern wir in jenen verhängnisvollen Septembertagen an der Marne die Uebermacht gehabt und den entscheidenden Sieg erfochten. Wir werden ihn doch noch erringen. Furchtbar hat sich die Sorglosigkeit der Vergangenheit an uns gerächt. Doch was wir in diesen vier schweren Jahren seit der Marneschlacht an Leid und Entbehrung erdulden mußten, möge uns eine unvergeßliche Lehre für die Zukunft sein. Jeder helfe den Schatz hüten, der uns in unseren Kindern anvertraut ist! „Deutschlands Spende für Säuglings- und kleinkinderjchuh" soll dazu beitragen, ein gesundes, tüchtiges Geschlecht heranzuziehen, dem kein Feind die Früchte seines Fleißes zu entreißen wagt.
BodeaSieorijeilung, Frichliitge,
Saal, Ernte und Verardellang im Hans.
Jos. C. Huber s Verlag, Diesseu vor
Das soeben erschienene Buch: Der Tabakbau in der H eim a 1. Eine Kurze Anleitung über Anbau und Verarbeitung des Tabakes im Hause. Bon Kgl. Ockonomicrat Hofsmann, Landestabakbausachverständiger. Enthält genaue Angaben über Boden, Fruchtfolge, Düngung, Bodenbearbeitung, Auspflanzungen, Ausbessern, Hacken, Häufeln, Schädlingebekämpfung, Ent- gipfeln oder köpfen, Ausgeizen, Reife, Emte, Verarbeitung, sowie 2 Abbildungen geschnittener Blätter zum Zigarrenwickcln. Preis des Buches geg. Doreinsend. v. 80 Pfg. oder Einzahlung von 90 Pfg. auf Postscheckkonto „München 5566" oder Nachnahme 1 Mk.
Müuchcu.


