Ausgabe 
4.9.1918
 
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Der Tag wird kommen."

Der Kanzler zur Lage.

Reichskanzler Dr. Graf v. Hertling empfing am Sonnabend die Vertreter des Verbandes katholischer Studentenvereine Deutschlands, welche ihm anläßlich seines 75. Geburtstages eine Glückwunschadresse über­reichten. Nachdem er den Herren gedankt und einige Worte der Erinnerung an die katholischen Studenten­vereine, deren Mitglied ec gewesen, gesprochen hatte, betonte der Reichskanzler die Last des Krieges und kam dann auf die seelischen Entgleisungen der Völker im Kriege die Kriegspsychose:

Bei unseren Feinden tritt sie auf in Form eines an Wahnsinn grenzenden Hasses gegen die Zentralmächte, vor allem gegen Deutschland, ein Hatz, der durch eine un unterbrochene Kette der ungeheuerlichsten V e r l e u m d u n- gen genährt wird und sich in unerhörten Schmähungen alles dessen Luft macht, was uns wert und heilig ist. Bei uns dagegen äußert die Kriegspsychose ihre Wirkung vor allem nach innen, in der Verstärkung der Neigung zur Kri­tik, die nun einmal den Deutschen eigen ist, und die sich mit Vorliebe gegen die Negierung und ihre Maßnahmen wen­det und in der Verschärfung der P a r t e i g e g e u s ä tz e. Und darin, meine Herren, liegt zweifellos eine Gefahr .Was wir brauchen, ist ein einheitliches festes Zusam­menstehen von Kaiser und Reich, Regierung und Volk. Hel­fen also auch Sie, wo Sie können, eine solche einträchtige . Stimmung herbeizuführen, die Einheitsfront in der Heimat zu verstärken und weithin sichtbar ins Licht zu setzen.

Und nun noch zum Schluß ein ganz kurzes Wort über

die militärische Lage, vor allem ein Wort rückhaltloser Bewunderung für die fast übermenschlichen Leistungen der Armee in der vergangenen Woche . Sodann aber darf ich sagen, daß unsere Oberste Heeresleitung die Lage mit voller Ruhe und Tierheit an- sieht, auch wenn sie sich aus strategischen Gründen veranlaßt gesehen hat, unsere Linie an mehreren Stellen zurückzulegen Wir haben den Krieg vom ersten Tage an als Verteidigungs krieg geführt, wir haben ihn in Feindesland getragen, um dort unsere Grenzen zu verteidigen und die heimatlichen Fluren zu schützen. Wir werden dort weiterkämpfen, un­sere herrlichen Truppen werden fortfahren, den gewaltigen Ansturm feindlicher Massen zurückzuschlagen, bis di- Gegner einsehen, daß sie uns nicht vernichten können und daher auch ihrerseits zu einer Berstänvigung bereit sind.

Und dieser Tag wird kommen,

Werl er kommen muß, soll nicht Europa verbluten und die europäische Kultur in Elend und Barbarei versinken. Wir flehen zu dem Allmächtigen, der uns bisher so sichtbar beigestanden hat, daß dieser Tag nicht allzu lange mehr auf sich warten lassen möge.

In einem Interview, das Lord Cecil einem Korrespondenten gegeben hat, begründet er seine Zuversicht auf den militärischen Endsieg mit dem ständigen Zuströmen amerikanischer Truppen. Abgesehen von diesem offenen Bekenntnis zum Militarismus, den uns die Entente nun seit Kriegsbeginn vorwirst, erinnert mich dieses Hoffen an die vergangenen Jahre des Krieges, in denen zuerst das treulose Jtalren, dann Rumänien den Endsieg bringen sollte Lord Cecrl vergißt aber dabei, daß wir inzwischen mit Rußland und Rumänien Frieden geschlossen haben und so­mit unsere Streitkräfte im Westen ganz erheblich stär­ken konnten.

Ter andere Punkt ist die Behauptung CecilS, die En­tente könne nicht Frieden schließen, solange Deutsch­land von den Alldeutschen regiert werde Meine Herren l In Deutschland regiert bekanntlich der Kaiser im verfassungsmäßigen Zusammenwirken mit BundeSrat und Reich Stag. Für di« Beschlüsse des Reichstags ist noch niemals eine einzelne Partei, sei es die alldeutsche oder eine andere Partei, maßgebend ge- wesen. Ich kenne auch als Kanzler des Deutschen Reiches lediglich deutsche Parteien und eine deutsche Po- lrtik. Diese zu vertreten, ist meine Pflicht und wird es bleiben."

schärfere Tonark an, als sein australischer Kollege, der Minister und ehemalige Arbeitersekretär Hughes So erklärte Gompers kürzlich erst wieder:

Wir sind entschlossen, Amerika beizustehen, bis der Krieg gewonnen ist. Ties ist die einmütige Ueberzeugung der organisierten Arbeiterbewegung in den Verelnigren Staaten und die Gesinnung des ame­rikanischen Volkes."

Aus den Reihen dieser geschäftstüchtigen Gewerk- schafismach^r ist insbesondere auch eine angeblichso­zialdemokratische Liga" hervorgegangen, die heraus­fordernd verkündet, daß ihre siebenköpfige Mission in Europa, die sich gegenwärtig in Frankreich und Jta- uen aufhält, in keinerlei Verbindung mitKaiserr- schen, Bolschewiken, Prodeutschen, pazifistischen Fana­tikern und Neutralen" treten werde. An der Spitze die- ser^Nlssion steht der ehemalige Sozialist John Spargo, früher ein sehr geräuschvoller Freund und Verehrer Deutschlands und der deutschen Sozialdemokratie, Ver- saiser ernec miserablen Biographie Karl Marx', offen- durch die Munitionsfabrrkanten zu einerbesseren Auffassung"bekehrt". '

Ihrerstes artilleristisches Stückchen".

Wie die Amerikaner in Frankreich Hausen.

InNewyork Times" vom 4. Juli finden wir folgenden Kabelbericht des Kriegskorrespondenten Ca- meron Mackenzie, datiert vom 3. Juli:

_ ,,Heute morgen begab ich mich nach Vaux. Der

G i!L. IT l einer 8ahrt war, mich durch Augenschein von der Wirkung des e rst e n a rt r l le r i st i s ch e n S t ü ck - chens zu überzeugen, daß die amerikanische Armee in diesem Kriege geleistet hat. Was ich bei meiner Au­gust sah, stellt eine schreckliche Warnung für ore Hunnen dar. Genau zwölf Stunden, bevor un­sere Infanterie angrifs, waren die amerikanischen Ka- nonen mit ihren amerikanischen Granaten und ihren ausschließlich amerikanischen Bedienungsmannschaften und Geschützführern aufgefahren. Als sie auffuhren, war Vaux noch vollkommen unversehrt (completely intactX Es war noch eine richtige Stadt, war noch eme Wohnstätte der Menschen, und jedes Haus hatte noch seine vier gesunden Wände. Fast jedes Haus in Vaux war aus Steinett gebaut. Auf diesen festen Platz hämmerte nun die amerikanische Artillerie am Montag zwölf Stunden lang. Und heute ist Vaux ein völliges Ruinenfeld, nur noch ein Haufen zertrüm­merter Steine. Kein Gebäude steht mehr Die Stadtmitte, auf die sich das amerikanische Feuer zu­meist richtete, t st z u r Flache g e st a m p s t. Der Weg nach Ehateau-Thierry, der durch das Herz der Stadt iP Hügeln gewaltiger Steintrümmer zuge- deckt. Aber, um einen Vergleich gewinnen zu können, seht euch die Bilder der Städte Apern, ArraS und Bapaume an, wie sie sich in der Mitte des vergan­genen Winters dem Beschauer boten. Kein einziger dieser Orte ist von den Deutschen so völlig zerschla­gen worden (reduced to the completely rebilitated con- dttron), wie jetzt Vaux von uns. Die amerikanische Artillerie hat die Fähigkeit bewiesen, in sehr kurzer Zett ein wahres Meisterstück der Zerstörung (a veri- table masterprece of demolition) zu vollbringen "

Friedensgeraurre in der Welt.

^ Der /psychologische Moment" gekommen?

^utralen,' den Engländern zugeneigten Presse ist wiederholt die Auffassung vertreten worden, ore Gegner würden nur dann Friedensbestrebungen entgegenkommen können, wenn sie militärische Vorteile erzielt hatten, womit sie gegenüber ihren Volksmassen den Eindruck verschleiern könnten, daß sie geschlagen seien. Diesen so zu charakterisierenden Augenblick nannte man m den Friedens-Erörterungen der Neu­tralen denpsychologischen Moment".

PnJc eifelI of -gerade jetzt ein solcher Moment ^kommen. An sich laßt sich mit der Eroberung einer Wüste, die strategisch zudem immer einen sehr un- günstrgen Gürtel zwischen beiden Gegnern bildet, nicht

Staat machen, aber was leistet die gegnerische m al l c * ^^^rtreibungen! Also glaubt

man rn England und Frankreich und so weiter in der Welt an die Siege des Verbandes, von denen ^ Presse so viel redet, und wäre daher vielleicht geneigt, der Regierung zuzustimmen, wenn diese auf Verhandlungen mit Deutschland einginge, ehe das so

^L 6 i fene Knock-out-Weißbluten des Gegners er- rerchr wäre.

Will Lloyd George diesen Augenblick benutze»?

Tags hieß es er werde am Dienstag auf antworten. Jetzt berichtet das Londoner f S nf v- bat x Ö i n städtischen Reichtums, der

Men hif tn einer ber kommenden

Mc ""Herten Regierungen wahrscheinlich eine

Aussehen erregende politische Erklärung erlassen wer­den als Ergebnis der in London abgehaltenen Konfe- renzen der alliierten Regierungen.

*

Die Sozialisten streiten heftiger.

.... Der Kamps um eineinteralliierte Sozia-^ lrstenkonferenz" wird wieder lebhaft. Am 17. Sev^ tember soll in London eine solche Konferenz begin­nen, und da streitet man sich darum, wer zugelassen werden soll. Jnsbe,ondere wollen die amerikanischen u » ^S e ? f ner Aminen, um gegen den Schurken Gom- pers Stellung zu nehmen; dieser sucht das zu hinter- Dieser ^öldling der Munitions-Kriegsgewinn­ler schlagt gegenüber den Friedensfreunden eine noch

Ein mindestens ebensolches Meisterstück ist die Ge­müts roh eit, mit der die Amerikaner sich hier der gelungenen Zerstörung einer zum Gebiet des Verbün­deten gehörenden Stadt rühmen. Auch diese journa­listische Leistung der Amerikaner dürste unerreicht da­stehen. '

Sie dürfen versichert sein, eine solche bodenlose Gemeinheit rächt sich einmal. Wenn im nächsten Jahr­zehnt die Gelben aus Japan über die Vereinigten Staaten herfallen werden, dann werden diese sich an dieses Rezept derNewyork Times", einer führenden amerikanischen, der Negierung nahestehenden Zeitung übrigens, halten dürfen.

Revolverattentat auf Lenin.

Lenin verwundet. Arbeiterführer Uritzky getötet.

di Petersburger Telegraphen-Agentur meldet vom 31. August:

Heute nacht erhielten wir die telegraphische Mit­teilung von einer neuen Verzweiflungstat der Bour­geoisie und ihrer Anhänger. Beim Verlassen einer Arbeiterversammlung von Angestellten der Fabrik von Michelsen in Moskau wurde der Führer des russischen Proletariats Genosse Lenin durch zwei heimtückisch ab- gefenerte Schüsse hinterrücks getroffen und verwundet. Der Volkskommissar für innere Angelegenheiten der nördlichen Arbeiterkommune, Genosse Uritzky, wurde ermordet. In Moskauer Arbeiter- und Soldaten­kreisen herrscht ungeheure Erregung.

Eine spätere Meldung besagt:

Zu dem Attentat aus Lenin wird nachträglich mit- geterlt, daß kein edles Organ verletzt ist. Der 43atient füt)It sich Wohl und ist heiterer Stimmung. Die Attentäter sind verhaftet.

*

Wer ist Lenin?

Wladimir Jlitsch Uljanow, genannt Lenin, ent­stammt einer Adelsfamilie in Simbirsk. Der Vater L D£ ?!l in Nishnr-Nowgorod Gymnasialdirektor. Seine beiden Sohne studierten an der Universität Kasan, wo der Aeltere in die Kreise der terroristischen Gruppe geriet. Er führte den Decknamen Lenin, ward zu emem Attentat gegen den Zaren Alexander III. bele­hrt, nach vereiteltem Anschlag gehenkt und hinter- Uetz dem damals 19 Jahre alten Bruder den Revolu­tionsnamen Lenin und den glühenden Haß gegen die Unterdrücker des ru,fischen Vr. machte octmt

den üblichen Werdegang des russischen Revolutionärs durch. 1897 wurde er nach «Sibirien verbannt, cnt- sloh von dort und entkam glücklich nach der Schweiz,

" das erste mqximalistischc Organ Rutzlanbs schuf.

9 April 1917 brachte ihn ein plombierter Wagen J. Genoi,en von der badisch-schweizerischen Grenze nach Rußland, wo er nach dem Sturze Kerenskis auf dem Wege der Diktatur den Zukunstsstaat auf sozialer Grundlage zu errichten am Werke ist. ä

Allgemeine Kriegsnachrichten.

Folgen desfreien Handels" in Archangelsk.

T^ ie Engländer und Franzosen haben in Arc^an- gelvk und den übrigen von ihren Truppen eingenom­menen Orren den freien Handel proklamiert. Dieses bat ^ lnec .Erhöhung der Preise für Gebrauchsgegen- stande geführt. Die Arbeiter, welche wegen der Li­quidierung von Unternehmungen massenhaft entlassen werden, wobei sie bei der Abrechnung nur 20 Proz ihrer Forderungen erhalten, find in einer sehr schlim­men Lage.

Unentgeltliches Getreide für die russische Front.

~ S«itmenen der Otamvsch- und Tochtamysch- Bezirte haben beschlossen, dem llr,egskommtssariat das an der Front benötigte Getreide völlig unentgeltlich m Uelern. Deshalb oaten sie den Befehlshaber, den rccen 1 beS töetreiDe0 und die Bäckereien zu organi-

Befreiung vom religiösen Betrug."

In Woronesch hat sich ein religiös-sozialistischer "ound orgalllsrert, der sich zum Ziele gesetzt hat, oas russische Volk von dem jahrhundertelangen religiös- >,?^ 0 U.lZen Betrug zu befreien, mit dem die- russische Geistlichkeit es bisher beherrscht hat.

Gegen die Zaren-Denlmäler.

.An Moskau werden Arbeiter mobilisiert, um die zaristischen Deiikmäler zu entfernen und an ihrer lVrelle Denkmäler für die Helden der Revolution zu er­richten.

Amerika erkennt die Ukraine an.

v M Meldung des Ukrainischen Pressebureaus ist die Regierung der Vereinigten Staaten bereit, die Selv- stErgkeit der Ukraine demnächst vssizlett anzuer-

Tie Räumung Albaniens.

Nach Meldungen von der italienischen Grenze find tn Barr, Brindisi und Tarent über 2000 Italiener aus dem befetzteu Albanien erngetroffen. Die Landes­regierung von Albanien in Valona hat mit den Nie­derlassungen der italienischen Banken am 25. August Valona vorübergehend verlassen.

Mailänder Blätter bereiten auf neue Maßnahmen rn Albanien vor. DerCorrrere" schreibt, daß aus den italienischen Häsen Verstärkungen nach Albanien abgehen.

Bon der russischen Flotte.

..... In der Newa ankern augenblicklich sämtliche rus- fiqsen Kriegssahrzeuge mit Ausnahme der großen Schlachtschiffe, die sich auf der Reede von Kronstadt befinden. Auch die aus Helsingfors und Sweaborg entkommenen kleinen Kreuzer, Torpedoboote und Mr- nenleger sind in den Petersburger Gewässern ern- 6.^ossen. Zurzeit wird eifrrgst daran gearbeitet, die lLchrfse wieder seetüchtig zu machen.

Sicherheitsmaßnahmen für Bescler.

Rach Warschauer Meldungen polnischer Blätter werden im Zusammenhang mit den bekannten terrvri- strschen Attentaten außergewöhnliche Srcherhertsmatz- nahmen getroffen. Der Zutrrrt zur Audienz bei Be- seler wurde wesentlich erschwert. Der Beloedere-Patast, rn dem Beseler wohnt, ist stark bewacht. Der öffentliche Park ist wgh'rend des Spazierganges des Gouver­neurs für das Publikum geschlossen. Bec der Fahrt Beselers zum Gottesdienste am Geburtstage Kaiser Karls schlossen Militärpatrouillen einige Gassen ab.

Wagen war von sechs bewaffneten Radfahrern umgeben.

Tie Stärke der Entente im Murman.

Die Streitkräfte der Engländer und Franzosen emschließlich der russischenFreiwilligen ' o. .-agcn nicht mehr als 5090 Mann. Die Verbündeten gehen mit ihren Kräften äußerst sparsam um; rn den Kämpsen haben Verluste meistens liur die Freiwilligen, was in ihren Reihen Unzufriedenheit und Meuterer Hervorrust.

Nach den letzten Nachrichten sind die Kämpfe an der nördlichen Düna für die Sowjelherrschast gün­stig ausgefallen. Sie haben dort die große Station Tugawsk eingenommen.

Negcrfang für den Westen.

Die französische Regierung hatte den Negerabge­ordneten Diagne, den Vertreter der Negerkolvnie aus Senegal, als RegierungSkommissar nach Französisch- Westafrrka geschickt zur Anwerbung von schwarzen Truppen für dre französische Armee. Dragne ist jetzt nach Bordeaux zurückgetehrr, und es ist ihm gelungen, Tausende von neuen Siegern einzufangen, dre gegen­wärtig ausgebildet werden. ,

Wcttfiicde aus demokratischer Grurrdlage.

Die französischen Radikalsozialisten und Sozialisten haben sich dahin geeinigt, für die Gründung einer Ge­sellschaft der Nationen mit dem ProgrammWeltfrie­den auf demokratischer Grundlage" eifrigste Werbe­tätigkeit zu entwickeln^ In der Kammer werden nach derHumanitee" die linksseitigen Hauptredner für die Notwendigkeit dieser Propaganda im Interesse der Festigung der Grundlagen der französischen Republik energisch eintreten. Clemenceau ist Gegner der Ge­sellschaft der Nationen, weil er dahinter vorzeitige Friedensanbahnungen wittert. Die Debatte verspricht sehr bewegt zu werden.

Schweizer Blätter melden aus Italien: Wegen des Verbotes der italienischen Zensur, die Antwort der deutschen Sozialisten Oesterreichs an die Entente- sozialisten imAvanti" zu verossentlichen, hat der sozialistische Abgeordnete Earoti eine Interpellation an den Atinisterprüsidenten und den Minister des In­nern gerichtet. #

Die Franzosen in Rußland werden eingesperrt.

Die Bolschewiki wollen sich diese Quertreiber mit Gewalt vom Halse schaffen: Auf Stationen um ^tzo- logda (im Norden, Uebergang zwischen Mittelrußland und dem nördlichen Kriegsschauplätze) wurden Weiß­gardisten verhaftet, die auf Waldpfaden gruppenweise nach Archangelsk zu kommen versuchten. Bei vielen fanden sich falsche Ausweise vor. Die allrussische, außerordentliche Kommission verfügte die Verhaf­tung aller französische »Bürger unter 48 Jah­ren als Geiseln; ältere werden nach Klärung ihrer Nichtbeteiligung an Handlungen gegen die Sowjet- Gewalt freigelassen.