Ausgabe 
4.9.1918
 
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99 Fahre Gefängnis

verhängte das Kriegsgericht zu El Paso in den Ver­einigten Staaten gegen Korporal Joyn C. A. Kramer,

E-Krn-.pagnie» 21. Maschinengewehr-Bataillon. JU.ei*

wurde schuldig befunden, in einem Brief geschrieben zu haben:Ich bin mit ganzem Herzen für Deutsch­land. und ich hoffe, daß Deutschland siegen wird!" Generalvajor Holbrook bestätigte das Urteil.

Kleine Kriegsnachrichien.

" Der amerikanische Senat hat die Bill, die sich für die vollständige Einstellung der Erzeugung und des Verkaufs alkoholischer Getränke ausspricht, ange­nommen.

" Die Vereinigten Staaten haben England einen neuen Vorschuß von 400 Millionen Dollar gegeben.

" In Kanada ist die Einbringung der Ernte durch Mangel an Leuten sehr schwer gefährdet.

" Bei Pau verunglückten innerhalb einer Stunde fünf französische Militärflieger tödlich. Bei Chartres zwei. -Alle sieben bei Versuchsflügen mit neuen Ap­paraten.

" In den Luftkämpfen der letzten Zeit sind u. a. die englischen Jagdflieger Hauptmann Hannock, Haupt­mann Bürge und Hauptmann Brown gefallen.

" DasJournal de Geneve" klagt, Deutschlands Neubauten seiner Handelsflotte seit Kriegsausbruch seien mit 8OO O00 Tonnen nicht zu hoch gegriffen.

Politische Rundschau.

:: Graf Hertling beging am Sonnabend seinen 75. Geburtstag. Auf seinen besonderen Wunsch war von allen Festlichketten und offiziellen Empfängen Ab­stand genommen worden. Im NeichskanzlerpalaiS wa­ren schon in den frühen Morgenstunden viele Glück­wünsche eingetroffen. Ter Kaiser hatte eine wert­volle Onyxvase mit eirzem Glückwunschtelegramm ge­sandt. Auch die Kaiserin sprach drahtlich ihre Wünsche au«. Ferner hatten drahtlich gratuliert: König Ludwig von Bayern, der Herzog von Anhalt, viele Preußische und bayerische Minister, Generalfeldmarschall von Hin- denburg und der erste Generalquartiermeister Luden­dorff hatten gleichfalls in herzlichen Worten ihre Wünsche übersandt.

:: Neber Erzbischof Tr. Hartmann und die preu­ßische Wahlrechtsreform hatte dasBerl. Tageblatt" mitgeteilt, der Tiözefanpräses der katholischen Arbei­tervereine Dr. Müller sei dieser Stellung entsetzt wor­den, weil er einen entschiedenen Kamps für die Wahl­rechtsreform in Preußen geführt habe. Dazu schreibt jetzt dieGermania", das führende Zentrumsorgan:

,,Ganz abgesehen davon, daß zunächst abzuwarten blerbt, ob die Nachricht desBerliner Tageblattes" sich überhaupt bestätigen wird, möchten wir dringend vor dem Versuch warnen, Maßnahmen der Bischöfe ohne weiteres zu politischen Aktionen oder gar gleich zu Maßregelungen im Interesse der Bekämpfung des gleichen Wahlrechts zu stempeln. Wir halten eine solche polttrsche Maßregelung für ganz ausgeschlossen, zumal ine katholischen Arbeiter sich in der Wahlrechtsfrage durchaus einig wissen. Es dürfte wohl in Bälde eine zuverlässige Nichtigstellung zu erwarten sein, da Dr. Müller sich in den Kreisen der katholischen Arbeiter großer Beliebtheit erfreut und die Meldung desBerl. Tageblattes" darum doppelt Aufsehen erregen muß."

:: Angestellte bis 70vv Mark versichcrnngspflichtig. Der Bundesrat hat eine neue Verordnung über die Ausdehnung der Versicherungspflicht in der Angestell- tenversicherung erlassen. Danach bleiben Angestellte, die aus der Versicherungspflicht wegen Ueberschrei- tens der Gehaltsgrenze von 5 000 Mark aus- scheiden würden, bis auf weiteres versicherungspflich­tig. solange ihr JahreSarbeitsverdienft 7000 Mark nicht übersteigt. Angestellte, die nach dem 1. August 1914 versrcherungsfrei wurden, weil ihr Jahresarbeitsver­dienst über 5000 Mark betrug, werden mit dem An­fänge des Monats, der auf die Verkündigung der Ver­ordnung folgt, wieder versicherungs p f l i ch t i g , sofern der Jahresarbeitsv^rdienst nicht über 7000 Mark hin­ausgeht.

Von den Rechten der freiwilligen Versiche­rung für die zurückliegende Zeit kann Gebrauch ge­macht werden; diese Beiträge werden unter gewissen Voraussetzungen als Pflichtbeiträge im Sinne des §48 des Versicherungsgesetzes angesehen. Außerdem besteht sur Angestellte die Berechtigung, sich auch dann frei­willig weiter zu versichern, wenn sich ihr Jahres- arbeitsverdienst auf über 7000 Mark erhöht oder erhöht

:.° Gegen die sittliche Verwahrlosung der wei

Nchcn Eugens richtet sich ein Erlaß des Ministers d, ^^rn, rn dem eS u. a. heißt:Mit strafrechtlichc Maßnahmen allein wird nian bei älteren auf den Wc des Lasters geraetnen Personen eine Abhilfe nicht tre fen können. Es muß vielmehr mit ihnen die weite auszubauende Fürsorgearbeit Hand in Hand gehe, ^re offene Fürsorge von amtlich angestellten, entspr chend vorgebildeten Fürsorgerinnen unter Mitwirkur ehreanmtltch berufener Personen, Fürsorgeschwester r:nd Vereinen ist dabei von besonderem Wert T« dieser Schutzaufsicht xft, dafür zu sorge, daß dre betreffenden weiblichen Personen wieder eine, geordneten Lebenswandel durch Nachweis von Arbe oder Beseitigung sonstiger angeblicher Hindernisse zucr führt werden. In solchen Fällen unterbleibt die pol ^llrche Ausjlcht. Gegebenenfalls ist bei Minderjährige ore Mitwirkung des Vormundschaftsgerichts herbeUi jUhren Vielfach wird die geschlossene Fürsorge eintr. ten müssen, die in Unterkunftshäusern zu vorüberaeber dem Aufenthalt, in Zufluchtshäusern und -Heime zu längerer, dauernder Unterbringung auf dem Laut zu üben sein wird."

:: Tie Verhandlungen der Litauer. Ueber das E gebn s des Besuches der litauischen Abordnung bei Staatssekretär v. Hintze glaubt die dem Abg. Er zur Verfügung stehende Zentrums-Parlament Korrelpondenz sagen zu können, es bestehe begründe x! lU ürw- rJ?°^v C ne Einigung erreicht wird und d< dre Wunsche des litauischen Volkes nach einer ko ^f^^onellen Monarchie mit dem Herzog von Ura als König und Wilna als Hauptstadt baldigst erfü werden .-gletchzettig dürfte der B ü n d n i S v e r t r l zwischen Litauen und Deutschland abgeschlossen werd«

V. Rückkehr der be.'chleppie», Ers..ß-Loihrlttgcr. Mit den beiden Transporten am l5. Juli und am 1. August sind auch zahlreiche elsaß-lothringische Zivil- personeu, die im August 1014 nach Frankreich ver­schleppt wurden, auf deutschen Boden zurückgekehrt. Sie berichten empörende Einzelheiten über die Miß- handlungen, denen sie bei ihrer Verhaftung und bei dem Transport durch Frankreich ausgesetzt waren. Friedliche Arbeiter sind tagelang in Fesseln transpor­tiert worden. Leute, die im August 1914 in Paray le Monial einer empörenden Behandlung unterworfen waren, beklagen sich bitter über derartige Beweise der gallischenBrüderlichkeit". Sie erzählen, daß in ganz Frankreich sich jetzt die Elsaß-Lothringer zu den Behör­den drängen, um ihren Abtransport nach der deut­schen Heimat durchzusetzen.

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Rumänien: Tie Austeilung des Großgrundbesitzes.

J Die konservative rumänische Regierung nimmt, an­scheinend nicht ohne deutsche Anregung, nämlich ganz nach dem Muster des Ansiedlungssystems im sog. Baltikum, die Austeilung der großen Güter sehr energisch in die Hand. Ein neuer Gesetzentwurf will alle Besitzer von Gütern ver­pflichten. einen Teil des anbaubaren Bodens zur Ver­fügung zu stellen . Von den Gütern von 100250 Hek­tar werben bis 10 Prozent, von 250500 Hektar bis 20 Prozent, von 5001000 Hektar bis 50 Prozent und auf­steigend bei Latifundien über 3 0,0 0 0 H e k t ar vis 95 Prozent des anbaubaren Bodens für die Zwangs-Ver­pachtung bestimmt. Von den Gütern des Staates, der Distrikte, der Gemeinden, der Ruralkaffe, der Wohltätig- keitöanstalten, der Schulkasse, der Gesellschaften und Stif­tungen ist der gesamte anbaubare Boden den Zwangs- Verpachtungen unterworfen. Die Verpachtung er­folgt an bäuerliche Genossenschaften und nur ausnahms­weise an Einzelpersonen. /

Die Zeitdauer der Pachtung beträgt höchstens fünf Jahre. Wenn bis dahin die Bodenverteilung noch nicht geregelt oder die Agrarbank den der Zwangsverpach­tung unterworfenen Güteneil nicht gekauft hat, so wird die Verpachtung für den neuen Zeitraum unter gleichen Bedingungen verlängert. Offenbar will man mit dieser Bestimmung die Großgrundbesitzer beruhigen. In Wirk­lichkeit ist die F-Mimachung des Landes für landlose Bauern geplant.

Aus aller Welt.

A Tie Rechtslage bet der Postpakcttontrollc behan­delt ein Richter tmBerl. Lok.-Anz.". Ta heißt: , ^Die Polizeibeamten schreiten zu einer Durch- fua)ung der Postpakete lediglich in ihrer Eigenschaft als Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft, die ihnen der 8 153 des Gerichtsverfassungsgesetzes beilegt. Und fer­ner ist durch 8 99 der Strasprozcßordnung ausdrücklich auch eine Beschlagnahme von Briefen und Sendungen auf der Post zugelassen.

Allein eine solche Beschlagnahme hat zur Voraus­setzung, daß jene Sendungen an einenBeschuldigten" gerichtet sind, oder daßin Betreff jener Sendungen Tatsachen vocliegen, au§ welchen zu schließen ist, daß sie von dem Beschuldigten herrühren oder für ihn be- stimmt sind, und daß der Inhalt für die Untersuchung Bedeutung habe".

Von einem Beschuldigten oder einer Untersuchung kann aber immer nur dann gesprochen werden, wenn bereits der ausreichende Verdacht einer strafbaren Handlung vorliegt.

Eine polizeiliche Durchsuchung von Postpaketen ist daher zulässig, wenn ein hinreichender Verdacht vor- Uegt, daß durch die Versendung jener Pakete unter Verletzung einer Kriegsvorschrift Gegenstände, z. B. Nahrungsmittel, unerlaubt von dem Absender über­sandt werden sollen.

Nun leuchtet aber doch ein: die bloße Tatsache, daß in der Kriegszeit jemand ein Paket der Post zur Beförderung übergibt, ist noch lange nicht hinrei­chend, um die Annahme jenes Verdachts zu begründen. Hierzu ist vielmehr das Vorliegen ganz bestimm- j. er / jenen Verdacht begründender Tatsachen ersorder- Uch. Und daher wird es nicht zu umgehen sein, daß drejentge Instanz die, wie es heißt, im Ein­verständnis mit der Postverwaltung, die polizei­liche Durchsuchung von Postpaketen veranlaßt hier­für den Polizeibeamten ganz bestimmte, den Voraus­setzungen des 8 09 der Strasprozeßordnung anzupas- sendc Vorschriften erteilt."

Die Zuschrift weist dann auf das Beschwerde­rech t hin.

. .. **2ic gesuchtesten Leute im wetngesegneten Rhein­oelsen srnd zurzeit die Weinbergschützeu, die jetzt wegen der enorm hohen Weintraubenpreise in weit größerer Zahl angestellt werden als früher, zumal die Trauben- dlebstähle schon jetzt, wo die Trauben erst halbreif sind, in erschreckender Weise zunehmen. Der frelwtt- Uge r)-eldhilfsschutz muß eben wett mehr als früher von den Winzern selbst übernommen werden; denn den ihnen überlassenen Kriegsgefangenen den Wetnberg- schutz anzuvertrauen, hieße den Bock zum Gärtner machen.

älartofteln int Mtstwageu. Ein Erbenheime Landwirt und Milchhändler fuhr mit einem mit Mis beladenen Wagen nach Wiesbaden. Als er in ein Hote der Frankfurter Straße eiufahren wollte, erschien plötz lich der in Erbenheim stationierte Hilfögendarm, unter suchte den Wagen und fand zwölf Zentner Kartoffel, unter dem Mist versteckt. Die Kartoffeln wurden be schlagnahmt und Anzeige erstattet.

** Schleichhandel im Packwagen. In Ondrup be obachtete ein Hilfsgendarm, daß der Frühzug voi Dülmen nach Dortmund fahrplanwidrig anhielt. Unte Aufsicht eines diensttuenden Beamten wurde eit Handwagen mit mehreren schweren Körben, so Koffer an den Zug herangefahren uni c ^/puckstücke mit großer Eile in den Packwager geschafft, worauf der Zug seine Fahrt fortsetzte. De Gendarm schwang sich unbemerkt auf das Trlttbret des letzten Wagens und fuhr mit nach Lüdinghausen Hier wurden bei der Durchsicht in den Gepäckstücke, u^hr als fünf Zentner Fleisch, ferner Butter und ein Anzahl E er gefunden. Der Fletschschmuggel schein schon seit längerer Zeit in großem Umfange betriebe, worden zu sein.

** Schließung von Gaststätten. Nach

Zem in München kürzlich ein großes volkstümliche- Wirtshaus, derSchottenhammel", au- eigenem An

' krrebe ferne Pforten geschlossen hat, teilt nun auch ein anderes großes Gasthaus, das HotelDeutscher Kaiser" seinen Gästen durch Anschlag mit, daß es zu Ende dieses Monats den Betrieb eiustellen werde.i.Be­

sitzer liege es fern, durch diese ihn selbst schädigende Maßnahme Demonstrationszwecke zu verfolgen. Die Schwierigkeiten in der Versorgung mit Lebensmitteln feien jedoch für ihn zu groß geworben. Auch andere große Gaststätten sollen mir ähnlichen Absichten um­gehen.

** Masscnvergistung durch verdorbenes Pferde­fleisch. In Kamen bet Hamm t. W. srnd über 300 Personen nach dem Genuß von verdorbenem Pferde­fleisch unter schweren Vergiftungserfcheinungen er­krankt. Neun Todesfälle sind bis jetzt gemeldet, weitere werden befürchtet. In einzelnen Familien sind sämtliche Angehörigen erkrankt.

** VertriePssteUe falscher Militärpapiere. In Schweidnitz wurde ein schwunghafter Handel mit Miti- tärpapieren sestgestellt, dessen Leiter der 24jahrige Rentner (!!) Spielvogel in Schweidnitz war. Er sowie eine Anzahl Helfer machten sich an Personen heran, von denen sie genau wußten, daß sie Militär-Papiere mit der Bezeichnung d. u. oder tvu. besaßen. Diese Papiere kauften sie für außerordentlich hohe Preise auf. Wie die Ermittelungen ergaben, gingen die Pa­piere nach den Z i g e u n e r ansiedelungen in der Nähe von Schweidnitz. Die jungen, kräftigen Mitglieder der Banden, die nicht zum Heeresdienst eingezogen werden wollten, ließen sich unter erheblichen Geldaufwän- den die falschen Militärpapiere beschaffen, um ihre Herkunft, ihre militärischen Verhältnisse und ihren richtigen Namen zu verschleiern und ihre Befreiung vom Militärdienst Nachweisen zu können. Wann wird denn endlich einmal gegenüber den Zigeu­nern gründlich durchgegriffen?

** Schließung des Familicnbades in Binz. Um demzügellosen Leben" in den pommerschen See­bädern ein Ende zu machen, hat vas 2. Armeekorps neue, einschränkende Bestimmungen für den Badever­kehr erlassen. Die vorläufige Schließung des Fami­lienbades in Binz auf Rügen ist angeordnet worden. Außerdem sind die Landräte angewiesen worden, dem Generalkommando in Stettin Mitteilung zu machen, falls durch sittenloses Verhalten weitere Schließun­gen in den Badeorten notwendig werden sollten. Auch in dem westpreußischen Ostjeebad Zoppot. sollte kürzlich das Familienbad vorzeitig geschlossen wer­den. Die angedrohte Maßregel wurde aber wieder rückgängig gemacht. Gegen die Kriegsgewinnler scheint nur Gewalt zu Helsen.

** Eine Marke zu 500 Mark wird von der Reichs- druckerei hergestellt und demnächst ausgegeben. Dieses wertvolle Stückchen Papier ist 5 Zentimeter hoch und

3 Zentimeter breit. Es ist dies der höchste Wert von Grundstücks stempelmacken, mit denen Abgabe­beträge dis zu 1000 Mark entrichtet werden. Die Marke ist btauviolett und in Kupserdruck ausgesührt. Das Mittelfeld zeigt in ovalem Nahmen aus dunklem Grunde das Brustbild einer mit Kaiserkrone und Eichenkranz geschmückten Germania. Der Raum neben dem ovalen Rahmen ist mit Eichenlaub gefüllt. Der obere Rand trägt die InschriftDeutsches Reich". Diese Stempelmarken werden lm Werte von 10, 20, 40, 50 Pfennig, 1, 1,50, 2, 2,50, 3, 4, 5, 10, 15, 20, 25, 50, 100, 200, 300, 400 und 500 Mark ausgegeben.

* Eine tolle Jagdgeschichte. Im Frühjahr 1918 er­tappte ein Landwirt aus Neuenkirchen auf feiner Vieh­weide an der Weser sechs Männer, die dort regelrecht Hasenjagd hielten. Der Landwirt, der Jäger ist, Flinte und Hund bei sich haue, und mit seinem Knecht gekommen mar, um Vieh aus einer Weide in die andere zu treiben, wurde mit einem Schuh begrüßt, die Schrotkörner prallten an seiner Joppe ab. Die Hauptladung ging an seiner rech­ten Seite vorbei. Dann begann ein Schnellfeuer von beiden Seiten. Die Entfernung war aber so groß, daß keine ernste Gefahr bestand, der Landwirt duckte aber den Kopst damit der Schrothagel nicht die Augen treffen konnte. Es sollen wohl zwanzig oder mehr Schüsse abgefeuert worden sein. Die Wilddiebe entkamen, wurden aber ermit­telt und zur Verantwortung gezogen. Es waren sechs Fischer aus Hammclwarden. die mit einem Motorboot über die Weser auf die hannoversche Seite kamen,um Hasenjagden in den Weiden zu veranstalten. Da aber dort Vtthdiebstahlö zur Tagesordnung gehören, auch in dl'fein Jahre acht Kopf Hornvieh abhanden gekonunen lind, ist der Verdacht gerechtfertigt, daß diese Fischer gar nicht so harmlos sind, sondern im Motorboot auch Rind­vieh mitnehmen könnten wenn sie mit sechs Mann auf- treten und dre ankommenden Eigentümer nutt Schrott feuer empfangen. Zwei der Haupttäler sind tot, zwei wa­ren in der Verhandlung vor der Verdener Strafkammer als Zeugen anwesend, zwei saßen in der Anklagebank. Diese erhielten je drei Monate Gefängnis und 200 Mark Geldstrafe.

* Der reiche Grieche. Ein Hochstapler und Heirats­schwindler wurde in Dresden festgenommen. Als Tr. med. EdjoroeZ, Speziali,i für Haut-, Geschlechts- und Frauen­leiden aus Berlin-Eharlottenburg wußte sich der Haus­diener Edwin Jordan m zahlreichen Fällen nut heirais- Instigen Damen bekannizumachen Diesen schwindelte er vor. er sei ein reicher Grieche und sei in Kliniken als Assistenr tätig. Der elegant auftretende Schwindler wußte in geschickter Weise seine augenblickliche Geldverlegenheit vorzubringen und erlangte so mühelos hohe Summen.

* Königstöchter nehmen HaushalLungsunterricht. Die beiden jüngsten Töchter des Königs von Sachsen, die Prinzessinnen Maria Alice und Anna nehmen länge- ren Anfentbali in München zur Ausbildung in allen HauehaltungSgebtelen.

Volkswirt, chaftlill! ss.

A. 31. Ang. Sehr fest bei lebhaftem Geschäft.

Die zuversichtliche Stimmung der letzten Da c prägte sich 0,1 der heutigen Börse noch lebhafter aus. selten

des Publikums eine größere Anzahl von Kaufauftr etngelaufen war, war die Haltung auf den einzelnen Markt­gebieten sehr fest. Auch war die Geschästtt.ilig5ei: lebhafter als an den vorvergangenen Tagen.

D, Berlin, 3l. Aug. (Warenhandel.) Serradella 85 bis 0^. Inkarnatklee 100176. Spörgel bis 135. Saet- lupinen 4. Heidekraut bis 3,304 für 50 Kkgr. ab 5ttnou. (5legelfti* 4,75 bis 5,25. Preßstrvh 4,75. Mafcheuen roh

4 dis 4,25.