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Truck der Gießencr Verlagsdruckcrci, Albin Klein.
Nr. 76. Telephon Nr. 382. Mittwoch, den 4. September 1918. Telephon Nr. 382. 31. Jahrg.
Resnltatlose große feindliche Entfcheidungskämpfe.
16666 n. 15666 Br.-R-T. ^ zusammen 31666 Gr.-R.-T. versenkt.
JlnttlicDe kleutsche Ogesberlcim.
wlb. Großes Hauptquartier, 31. Aug. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht . und Boehn.
Vorfeldkämpfe beiderseits -der Lys. Feindliche Ec- kundungsabteilungcn die über die Lawe vorstießen wurden zurückgcworfen. Auf dem Schlachtfelde südöstlich von Arras suchte der Engländer gestern crneut den Durchbruch zu erzwingen. Unter starkem Einsatz von Panzerwagen brachen am frühen Morgen auf einer Frontbceite von 20 Kilometern englische und kanadische Divisionen zwischen Straße Arras-Cambcai und südöstlich von Bapaume zum Angriff vor. Württemberger schlugen südlich der Straße den Feind vor ihren Linien ab. Im Verein Mit rheinischen Bataillonen warfen sie den nördlich von Hendceourt vorgedrungenrn Feind wieder zurück. Südlich von Hendecourt brachten Kavallerie Schützen Regimenter den feindlichen Ansturm zwischen Vaulx Ocan- court und Frcnicourt zum Scheitern. Sie nahmen Hende- court, dasvoiübergehkndverloren ging, wieder, gingen nach Abwehr des Feindes selbst zum Angriff vor und warfen ihn beiderseits von Bullecourt und über den Westrand dcs Ortes zurück. Südlich von Ecouft schlugen westpreußische Regimenter in erbittertem Kampfe mehrfache Angriffe des Feindes ab. Selbständiges Eingreifen des Oberleutnants Mann mit Kompagnien des Infanterieregiments Nr. 175 ermöglichte die Wiedecnahme des vorübergehend verlorenen Ortes Ecouft. Beiderseits von Bapaume brachten preußische, sächsische und bayerische Regimenter den feindlichen Ansturm zum Scheitern. Am Nachmittage warf der Feind beiderseits der Straße Acras--Cambrai frische Divisionen in den Kampf. Erneuter Masskneinsatz von Panzerwagen und Infanterie sollte die Ei.tscheidung herbeifühcen. Am späten Abend war die Schlacht zu unseren Gunsten entschieden. Die aus dem Sensce Grunde heraus über Eterpigny—Han- court und südlich der Straße aus Bis Eherisy anstürmcw den dichten Linien des Feindes brachen in unserem Feuer und in erbittertem Nahkampf zusammen. Seine Panzerwagen wurden zerschossen, die Infanterie des Feindes erlitt außergewöhnlich hohe Verluste. Nördlich der Somme wurden englische Angriffe zwischen Morval und Clery abgewiescn. Wo der Feind unsere Linien erreichte, warf ihn unser Gegenstoß in seine Ausgangs, stellungcn zurück. Nördlich der Oise griffen Franzosen den Kanalabschnitt Zwischen Libermont und nordöstlich von Noyon mit starken Kräften an. Ihre Angriffe kamen meist schon auf dem Westufer in unserem Feuer zum Stehen. Aus Chevilly, auf dem östlichen Ufer, wurde der Feind nach hartem Kampfe wieder geworfen. Mehrfache aus Noyon heraus geführte Angriffe scheiterten im Feuer und durch Gegenstoß. Heftiger Artillcriekampf und Jnfanteriegefechte an der Ailette. Nördlich von Soiffons nahmen wir den zum Pasly Kopf vorspctngen- den Frontabschnitt in die kürzere Linie Juvigny—Bucy le Long zurück. Juvigny blieb bei gestrigen Angriffen des Feindes in seiner Hand.
Wir schossen in den beiden letzten Tagen 52 feindliche Flugzeuge ab. Oberleutnant Lörzer errang seinen 32. und 33., Leutnant Könnecke seinen 32. und Leutnant Laumann seinen 28. Luftsieg.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
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Berlin, 31. Aug., abends. Der Engländer hat heute die seit einigen Tagen erfolgte Verkürzung unserer zwischen Ipern und La Bassee auf Hazebrouck vorspringenden Front bemerkt und ist unseren am Feinde belassenen Eckundungsabteilungen über den Kemmel-Vailleul Neuf Berquin und über die Lawe gefolgt. — Südöstlich von Arras sind englische Teilangriffe gescheitert. Kämpfe nördlich der Somme. — Beiderseits von Noyon und zwischen Oise und Aisne haben sich am Nachmittag nach stärkstem Artilleriekampf französische Angriffe entwickelt.
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&t&. GroßcsHauptquartier, 1. Sept., 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Zwischen Ipern und La Bassee verkürzten wir unsere Front durch Aufgabe des auf Hazebrouck vocspcingenden
Bogens. Wir überließen den Kemmel dem Feinde. Die vor einigen Tagen durchgeführten Bewegungen blieben ihm verborgen. Gestern stieß der Engländer mit stärkeren Kräften gegen unsere alten Linien vor. Unsere im Vorgelände der neuen Stellungen belassenen gemischten Abteilungen stehen mit ihm in Gefcchtsfühlung. Der Feind hat den Kemmel besetzt und ist über Batlleul- Neuf Berquin und über die Lawe gefolgt. An der Straße Arras—Eambcai brachen englische Jnfanterieangriffe vor unseren Linien zusammen. Starke bis zum Abend mehrfach wiederholte Angriffe des Feindes zwischen Hendeccurt und Vaulr. Vcaucouct scheiterten. In wechselvollen Kämpfen blieben Bullccourt und Ecoust in , eindeshand. Zwischen Morval und Peronne griffen englische und australische Divisionen nach heftigem Feuer an. Bei Morval und südwestlich von Bancourt wurden sie abgewiesen. BouchavesneS wurde durch Gegenangriffe gehalten. Weiter südlich verläuft unsere Linie nach Abschluß der Kämpfe an der Straße BouchavesneS—Peronne. Uebergangsvcrsuche des Feindes über die Somme bei Brie und St. Christ wurden vereitelt. — Stacke Angriffe der Franzosen zwischen Somme und Oise, gegen die Kanalstellung und den Höhenblock nordöstlich von Noyon. Französische Divisionen, die Abend belderseits von NeSle vorstießen, blieben im Feuer vor unseren Linien liegen. Bei Rony wurde der Feind im Gegenstoß zurückgcworfen. Gegen Mittag zwischen Beaulieu und Morltncourt einheitlich geführte Angriffe brachen unter schweren Verlusten für den Feind zusammen. Am Abend erneut angesetzter Angriff zersplitterte sich in Einzelvorstößen, die überall abgewiesen wurden. Stärkere feindliche Kräfte, die nördlich von Baresnes und über die Oise bei Bcetigny vorstteßen, wurden zurückgewocfen. — Zwischen Oise und Aisne hat gestern Abend nach stärkstem Artillerie- feüer die Jnfantecieschlacht von neuem begonnen. Dicht südlich der Oise kamen Angriffe des Feindes im Artillerie- und Maschinengewehcfeuer nicht vorwärts. Beiderseits von Ehamps stieß der Feind mit starken Kräften aus der Ailette-Ntedecung vor. Durch Gegenangriff wurde die alte Lage wtederheraestellt. Zwischen Ailette und Aisne gingen den Angriffen Tetlvocstöße des Gegners voraus. Hierbei setzte Vizefeldwebel Haas der Maschinen- gewehrkompagnie Ersatz Regiment Nr. 29 4 feindliche Panzerwagen außer Gefecht und nahm ihre Besatzung gefangen. Am Abend brach der Feind mit starken Kräften zu einheitlichem Angriff vor. Bet und südlich Crecy au Mont schlugen wir den Feind teilweise im Gegenstoß zurück. Oeftlich von Juvigny stieß ec bis Terny-Socny vor. Dort brachten ihn örtliche Reserven zum Stehen. Südlich anschließend bis zur Aisne sind die mehrfach wiederholten Angriffe des Feindes vor unseren Linien gescheitert.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
Berlin, 1. Sept., abends. Kampf zwischen Scarpe und Somme. Englische Angriffe sind biec im großen gescheitert. An einzelnen Stellen drückten sie unsere Linien örtlich zurück. — Zwischen Oise und AiSne wurden Teilangriffe der Franzosen abgewiesen.
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wtb. GroßcsHauptquartier, 2. Sept. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und Boehn.
Vorfeldkämpfe beiderseits der Lys. Zwischen Scarpe und Somme setzte der Engländer auf der 45 Km. breiten Front seine Angriffe fort. Artilleriewirkung gegen die Bereitstellungsräume des Gegners südöstlich von Arras und beiderseits von Bapaume trug wesentlich zu ihrer Abwehr bei. Brennpunkte des Jnfanteriekampfes waren Hendecourt und Moreuil, die Trichterfelder östlich von Bapaume und zwischen Rancourt BouchavesneS. Der Feind, der nördlich von Hendecourt auf Eagniecourt Boden gewann, wurde durch Gegenangriff wieder auf Hendccourtzurückgeworfen. Beider,eitsVaulx—Vcoucourt vorbrechende Panzerwagenangriffe scheiterten. Hierbei schoß die Besatzung eines Flugzeuges der Fliegerabteilung 252 — Leutnant Schwertfeger und Vizefeldwcbel Günter — einen Panzerwagen mit dem Maschinengewehr in Brand und zerstörte einen zweiten durch gut geleitetes
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Artilleriefeuex. Südöstlich von Bahaume wiesen wir mit dem Schwerpunkt gegen Villers au-Flos gerichtete Angriffe des Gegners ab. Nördlich der Somme brachten wir den Feind, der seit frühem Morgen mit starken Kräften vocstieß, in der Linie Sailly—St. Pierre Baast- Wald und östlich von BouchavesneS—Mont Quentin zum Stehen. Peronne wurde vom Feinde besetzt. — Beiderseits von Nesle setzte der Franzose seine Angriffe fort. Nach stärkstem Trommelfeuer suchte er erneut in tiefgegliederten Jnfantexieangriffen die Kanalstellung zu durchbrechen. Nördlich der Bahn Nesle—Ham brachte das Res. Inf.-Regiment Nr. 56 unter Führung seines Kommandeurs Major v. Loebbcke jeden feindlichen Ansturm zum Scheitern. Bei erneuten Angriffen am Abend warf es im Verein mit hessischen Kompagnien den eingedrungenen Feind aus seinen Linien wieder heraus. Feldarttllerie, die mit der vordersten Infanterie zum Gegenstoß vordrang, hatte an dem Erfolg wesentlichen Anteil. Südlich der Bahn Nesle—Ham wiesen Branden- bucgec und Schlesier den Feind restlos vor ihren Linien ab. Hart südlich von Libermont brachen am Abend Angriffe der Franzosen zusammen. Beiderseits von Royou blieb die feindliche Infanterie nach den schweren und für sie verlustreichen Kämpfen des 31. August gestern untätig. Auch zwischen Oise und AiSne blieb die Gefechts- tätigkeit meist auf Actllleriekampf beschränkt. Teilangriffe des Feindes in der Mette-Niederung und nördlich von Soiffons wurden abgewiescn.
Der Erste Genecalquartiermeistcr; Ludendocff.
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Berlin, 2. Sept., abends. Englische Angriffe zwischen Scarpe und Somme. Südöstlich von Arras und nördlich von Peronne gewannen sie Boden; Reserven fingen den Stoß auf. Beiderseits von Bapaume wurde der Feind abgewiesen. — Zwischen Oise und Aisne haben sich nachmitts nach stärkstem Feueckampf französische Angriffe entwickelt.
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Berlin, 2. Sept. Im mittleren Mittelmcer versenkten unsere U-Boote 15000 Bruttoregistertor.nen, darunter einen Tcanspoctdampfec von über 6000 Brutto- cegistectonnen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
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wtb. Großes Hauptquartier, 3. Sept. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppen Kronprinz Nupprecht und Boehn.
Zwischen Ipern und La Baffee erfolgreiche Jn- fanteciegefechte im Borgeiände unserer neuen Stellungen. — Zwischen Scarpe und Somme setzte der Engländer seine Angriffe fort. Südöstlich von Arras gelang es ihm durch Einsatz stark überlegener Kräfte, unsere Jnfanterte- linien beiderseits der Chaussee Arras—Eambcai cinzu- stoßen. In der Linie Etaing—Ostrand Hury — östl. Cagniceurt — nocdwestl. Queant — Nocdrand Noceuil fingen wir den Stoß des Feindes auf. Mehrfache Versuche des Gegners, über die Höhen von Dury und östlich Cagnicourt gegen den Kanal weiter voczudrängen, scheiterten an dem Eingreifen unserer bereitstehenden Reserven. Beiderseits von Bapaume teilweise mit Panzerwagen, teilweise nach stärkster Artillerievorbereitung vor- aetragene Angriffe des Feindes wurden abgewiesen. Nördlich der Somme haben wir nach heftigen Kämpfen die Höhen östlich Von Sailly—Moislaine—Aizecourt le Haut—Oftrand Peronne gehalten. — Beiderseits der Bahn Nesle—Ham schlug das iu den letzten Kämpfen besonders bewährte Reserve-Jnfanterie Regiment N r. 271 auch gestern wieder mehrfache Angriffe der Franzosen ab. Sonst zwischen Somme und Oije nur Artilleric- tätigkeit. — Nach mehrstündiger stärkster Artillerievorbereitung griffen Franzosen, durch marokkanische und amerikanische Divisionen verstärkt, am Nachmittage zwischen Oise und Aisne an. Die aus der Ailette-Niederuug gegen Ptecrmande und Folembray vocbcechenden Angriffe scheiterten in unserem Feuer. An einzelnen Stellen warf unser Gegenstoß den Gegner zurück. In den Waldstücken westlich und südlich von Couch le Chateau drückte der Feind unsere vorderen Linien etwas von der Ailette ab.
(Fortsetzung auf der 4. Seite.)


