Für den Krieg verantwortlich.
Die feindlichen Wortführer Wilson, Lloyd George, Balfour und Genossen, heben neuerdings in ihren Reden mit besonderem Nachdruck hervor. Deutschland sei für den Krieg verantwortlich, es müsse daher die Folgen tragen. Von Verhandlungen über einen Verstän- ständigungsfrieden könne deshalb keine Rede sein. Diese Männer unterschlagen also einfach sowohl die akten- mäßigen Tatsachen über die Kriegsvorbereitungen der heutigen Entente, wie die bis zur allerletzten Stunde fortgesetzten deutschen Bemühungen, den Frieden zu erhalten. Hätte Deutschland im Juli 1914 gewußt, wieweit die Gegner in ihrem Vorhaben, uns zu überfallen, schon gekommen waren, es hätte sich seine Arbeit für den Frieden sparen können. Aber so konnte es sich wenigstens nicht vorwerfen, seine Pflicht versäumt zu haben.
Die Einleitung der Kriegsaera begann schon ein Jahrzehnt vor dem Kriegsausbruch durch König Eduard von England. Er wollte die Konkurrenz Deutschlands für Englands W e l t p o l i t i k lahm legen und begann darum seine Politik der Einkreisung. Seiner Gewandtheit gelang es, was kein britischer Diplomat zu versuchen auch nur gewagt hatte, die Entente mit Frankreich und Rußland, die bisher die politischen Nebenbuhler Großbritanniens gewesen waren, herbeizuführen. Der König Eduard hatte alle anderen Neigungen eher, als militärische, und wir wollen darum nicht behaupten, daß er keine andere Möglichkeit ins Auge gefaßt hätte, als durch einen Krieg den deutschen Handel einzuschränken. Aber dieser Krieg war unvermeidlich, seitdem die deutschfeindlichen Kreise in Paris und Petersburg erkannt hatten, daß sie für ihre Angriffspläne gegen Deutschland auf eine so große militärische Macht rechnen konnten, wie sie sich durch den Anschluß Englands an ihre Politik ergab. Um Deutschlands Freundschaft zu suchen, war die Entente nicht vereinbart, also blieb als Mittel für die Degradierung Deutschlands nur der Krieg übrig. Und der ist gekommen.
Die treibenden Kräfte waren in England die merkantile Habsucht und Welt-Geldherrschaft, in Frankreich der Chauvinismus und in Rußland die Ländergier und die Angst vor der Revolution, die im Westen doppelt und dreifach einheimsen wollte, was sie im Osten verloren hatte. Die geistigen Treiber dieser Tendenzen standen nicht im Vordergründe, aber sie wußten die Männer, die sie in den Vordergrund geschoben hatten, wirksam zu beeinflussen. Es waren in London der eigentliche Leiter des Auswärtigen Ministeriums, der Unterstaatssekretär Nicholson, der Hand in Hand mit dem französischen Botschafter Cambon und dem Russen Jswolski arbeitete. In ihren Wegen wandelten der Minister des Auswärtigen Grey in London und der russische Großfürst Nikolaus Nikolajewitsch, der Onkel des Zaren.
Diese Verschwörergruppe gegen den europäischen Frieden brachte 1913 in Paris den eitlen Poincaree auf den Präsidentenstuhl der Republik, und damit war der Kriegsbund fertig. Das sind die Männer, die der Einkreisungspolitik König Eduards die praktische und so blutige Verwirklichung gegeben haben, die heute von Wilson, Lloyd George und Clemenceau weitergeführt wird, die sich anstellen, als wüßten sie nicht, wie alles eingefädelt ist. Wilson schwamm lange vor der offiziellen amerikanischen Kriegserklärung im englischen Fahrwasser, er war nur in Verlegenheit, welchen Krregsgrund er geltend machen konnte.
Wie man uns für dies ftiedensseindliche Treiben verantwortlich machen kann, das sich jahrelang in der Verborgenheit rührte, bis es endlich ausgereift war und offen zutage trat, ist schwer erfindlich, aber jetzt ist alles möglich. Schließlich sind wir auch noch für die Kriegsverluste verantwortlich, weil Berthold Schwarz das Schießpulver erfunden hat.
Die Wahrheit ist in diesem Jahrhundert schlecht sortgekommen, wäre sie stets hochgehalten, so würde kaum die Welt dermaßen von den Presse- Lügen der Entente vergiftet worden sein, wie es geschehen ist. Was ist Deutschlands Schuld in allen diesen Jahren gewesen? Daß es alle geheimen Verträge, die auf Landraub hinausliefen, abwies und am alten Grundsatz festhielt: „Ehrlich währt am längsten." Und wenn auch heute die Politik der Redlichkeit mit „Brief" notiert wird, der Aera der politischen Kriegsspekulation wird doch wieder die Zeit der großen Völkereinsicht folgen, die an den Taten die wah- > ren Träger der Friedenskultur erkennt und diese würdigt. H. 0. W.
Die englische „Knockouk"-Politik
„Ter Kampf wird sortdaucrn bis zur Niedcrschmette- rung Deutschlands."
Das hat Lloyd George schon im September 1916 zu einem Vertreter der amerikanischen „United Preß" mit rücksichtsloser Offenheit ausgesprochen. Und hat dabei den Ausdruck „Knockout" gebraucht. Das Wort ist drüben in der Boxersprache gebräuchlich. Es bedeutet den letzten Hieb, der die Hirnschale zerspaltet, die Kiefer zermalmt, der den Gegner umwirft, daß er wie tot zusammenstürzt. Der Ausdruck in seiner ganzen zynischen Brutalität besagt nichts anderes, als daß England den K?ieg so lange fortsetzen will, bis Deutschland durch das „Knockout" den Genickfang, politisch und wirtschaftlich vollständig vernichtet, nicht nur dem Siechtum überantwortet ist.
Die Engländer haben in unseren Kolonien den deutschen Handel vom Erdboden vertilgt, unsere Landsleute schlimmer behandelt als die eingeborenen Verbrecher. Und wie dachten sie sich ein siegreiches Eindringen in Deutschland? Die englische Zeitung „Engineer" schrieb:
„Ein Mittel gibt es wohl, durch das wir das Ziel, das wir uns vorgesetzt haben, erreichen können. Mitleidlos, grausam ist das Mittel freilich, doch hervorragend einfach. Wir meinen die wohlüberlegte organisierte Zerstörung aller G e b ä u d e. der gesamten maschinellen Ausstattung der deutschen Industrie, eine organisierte Zerstörung, die auch die großen Eisen- und Stahlwerke Deutschlands treffen müßte."
Das ist kein Kampf gegen den „Militarismus" mehr. Das ist Wahnsinn, aber dieser Kriegslvahnsinn hat ftlbst Harmloft fönte erfaßt. Das Londoner Rent-
nerolatt „Daily Cronrcle", sonst liberal, schrieb am 9. Oktober 1916:
„Die arbeitenden Klassen Deutschlands werden auch in Zukunft — und zwar härter als zuvor — zu arbeiten haben, aber nicht mehr für deutsche Kapitalisten, sondern für fremde Regierungen."
Und der Lernichrungswille, die Knockout-Politik ist nicht zurückgegangen, hat sich verbösert, gesteigert. England hat sich berauscht an diesen Bildern des verblutenden sterbenden Deutschlands — 1917 schrieb das in den breiten Massen gelesene Wochenblatt „John Bull":
„Millionen von Mark müssen noch in L>eutfch- land sein, die nur darauf warten, den Besiegten entrissen zu werden. Wir brauchen keine Angst zu haben, Deutschland wird zahlen können. Wir werden Deutschland sein Geld abpressen und so selber größer und fette r (!!!) werden. Also los aufs Ziel mit erneuter Kraft! Gold winkt dem Sieger! Deutschland kann uns zahlen: Zwingen wir es dazu!"
Englands Erdrosselungspolitik hat in den Gedanken des Wirtschaftskrieges gegen Deutschland nach dem Kriege seinen zielbewußten Abschluß gefunden. Wir können es nicht laut und oft genug unserem ? ganzen Volke einhämmern. England will uns nicht i nur besiegen, es will uns auch vernichten, für alle Zukunft, so gründlich, daß wir uns nie mehr a uf- richten können. Tag für Tag tönt es uns. von drüben herüber. Bei einem Abendessen im Eonstitu- tional-Elub in London am 20. November 1917 sagte, der englische Minister, Advokat E a r s o n (jener infame Schurke, der den Verräter an seinem iris chen Volke spielte), in bezug auf den Handelskrieg:
„Die Vereinigten Staaten und wir — um von Frankreich, Italien und den anderen Verbündeten ganz zu schweigen — haben den Strick in der Hand, den wir Deutschland um den Hals legen können, und wir werden es auch tun."
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Bezeichnenderweise fallen die meisten dieser jedes Maß übersteigenden Entwicklungsausbrüche in Perioden, da England schwere Schläge erhalten hatte. Alan kann fie daher nur als ein Ergebnis periodischen Irrsinns buchen; eines Irrsinns, der nur die Folgen einer maßlosen Angst des ganzen englischen Volkes vor den Nachwirkungen des Krieges sein kann, nur ern Ausfluß der Sorge, daß das britische Volk die Wahrheit trotz der eifrigen Pressemache erkennen und an seinen Gewalthabern das „Knockout"-Prinzip zur Anwendung bringen könnte.
Es ist doch Krieg!
Tie „Wahrheitssucher" und die Lügner.
Kriegsminister v. Stein hat sich in bemerkenswerter Weise über die Geschichtenträgerei in Deutschland und die Lügenverbreitung durch den Feind ausgesprochen.
Er verweist darauf, daß der Feind an der Westfront, trotzdem er dort vor zwei Jahren 100 Divisionen mehr als wir hatten, in vielen Atonalen schweren und opfervollen Ringens nicht einmal das erreichen konnte, was wir in wenigen Tagen zu erreichen imstande waren.
Nun haben unsere letzten Operationen uns nicht den Erfolg gebracht, den wir von ihnen erhofft hatten. Wir haben einige Rückschläge und — sagen wir es kurz heraus — auch eine Schlappe erlitten. Ja, geht es denn nicht sonst im Leben ebenso? Nicht, daß man einmal einen Mißerfolg erleidet, ist bedenklich, sondern | bedenklich wäre es, wenn man nicht die Kraft hätte, sich mit dem Mißerfolg abzufinden und auszugleichen, j Er zeigt uns, daß der Krieg noch nicht beendet ist. und daß wir alle Kräfte anfpannen müssen, um ihn zu einem glücklichen Ende zu führen. Dazu aber gehört der starke und einige Wille des ganzen Volkes. Es kommt jetzt darauf an, die feindlichen Angriffe abzuschlagen und die eigenen Kräfte zu schonen. Wir Soldaten bleiben, wenn einmal eine schwierige Lage sich ergibt, sehr viel ruhiger und gelassener, als fern Stehende, besonders wenn wir mitten darinsitzen. Aus der Ferne erscheint natürlich das Bild der Lage an der Front vielfach verzerrt, und zu dieser Verzerrung tragen die Erzählungen kopfloser Leute bei, die nur einen verschwindenden' Bruchteil des Ganzen sehen konnten. Sie sind häufig die Urheber jener albernen Gerüchte, die allenthalben umlaufen und die gleichsam mit einem wollüstig-gruseligen Behagen weitergetragen werden, desto eifriger, je toller und törichter sie sind. Gewiß ist dabei auch ein Streben nach Wahrheit, aber leider sehen wir, wie dieses Streben sich in Irrwege verliert.
Zu der Neigung, alles Unangenehme auf Verrat zurückzuführen, sagte der Minister: Die Vorstellung von Verrat, die in den Köpfen der Leute spukt und die Vorstellung, die sie sich von der Ueberläuferei und ihrer Ausdehnung machen, ist barer Unsinn.
In der Propaganda, fuhr der Minister fort, ist uns der Feind ohne Zweifel über. Seine Anschauung ist da eine ganz andere als die unsrige. Vor zwei Jahren fingen wir einen englischenOffizier ,dec nach Alter, Lebensstellung, Familie und Bildung eine hervorragende Persönlichkeit war. Als man ihn fragte, wie es denn möglich sei, daß die englische Regierung so haarsträubende Verleumdungen über uns in der ganzen Welt verbreiten lasse, während sie doch genau wisse, daß alles Lüge sei, lächelte der Offizier und sagte: „Ja, es ist doch Krieg!" Er hielt also die Lügen für ebenso erlaubte Waffen wie Gewehre, Granaten, Geschütze usw. Auf dieses Gebiet können wir unseren Feinden nicht folgen, und wir haben es auch nicht nötig.
Pöbel bis obenhin.
Im Anschlüsse an diese Erklärung hielt der Minister den Feinden einen Spiegel der Tatsachen vor: „Wenn ein erregter Pöbel Gefangene mit Steinen bewirft, sie mit Stöcken schlägt und sie beschimpft, so ist das eben ein Ausbruch der Pöbelnatur, mag der Pöbel vornehm oder gering fein. Wenn aber ein französischer Arzt zu einem verwundeten deutschen Offizier sagt: „Ich sehe die Aufgabe meines Lebens darin, dem Feinde wenig brauchbare Leute zurückzuliefern", oder wenn französische Krankenpflegerinnen verwundete deutsche Soldaten in ekelhafter Weise beschmutzen, so versagt jedes menschliche Verständnis angesichts dieser sittlichen Verwahrlosung und moralischen Verkommenheit.
Präsident Wilson hat nun in seiner neuesten Botschaft gegen die Lynchjustiz die Dreistigkeit, zu behaupten, die amerikanischen Lyncher folgten dem schmachvollen Beispiele Deutschlands, das seine eigenen Armeen zu Lynchern gemacht habe. — Damit dürfte der Präsident der Vereinigten Staaten in Lüge. Bosheit und Niedertracht alle Konkurrenten geschlagen haben."
Englands Terror in Rußland.
Bittere Heimsuchung Ostfinnlands.
Wo der Engländer sich aufhält, da treibt er es wie der Herr. So jetzt auch gegenüber der armen Bevölkerung in Ostfinnland, die er angeblich befreien will:
Nach Mitteilungen finnischer Blätter nimmt das Vordringen derEngländer in Karelien immer bedrohlichere Formen an. Finnische Rotgardisten stehen unter Leitung englischer Offiziere in der Nähe der finnischen Grenze nördlich von Uhtua. Petrosa- vodsk ist nach den Berichten von Augenzeugen bereits in den Händen der Entente. Die Engländer haben nicht nur finnische Aufrührer — die sogenannten Rotgardisten —. sondern auch bei der Murmanbahn beschäftigte Karelier, aus Russisch-Karelien, letztere unter falschen Vorspiegelungen, angeworben. Man hat ihnen erzählt, sie würden bei der Rückkehr in die Heimat von finnischen Weißgardisten, die ihre Höfe ausgeplündert und^ niedergebrannt hätten, niedergeschossen werden. Diese Lügen sowie der in Aussicht gestellte Monats- lohn von 450 Rubel veranlaßten die Karelier. ..zur Befreiung der Heimat" in das englische Heer einzutreten. Groß war ihre Enttäuschung, als sie nicht nach der Heimat marschieren durften, sondern die Stadt Kem miterobern mußten.
Tie Bolschewiki-Flotte auf dem Amur.
An der Mündung des Sungari in den Amur in Ostasien, dicht an der mandschurischen Grenze, haben sich stärkere Kräfte der Bölschewiki, die von größeren Einheiten ihrer Flotte unterstützt wurden, festgesetzt. Die von Flug kommandierten Tschecho-Slowa- ken und Weiße Gardisten griffen die sich tapfer wehrenden Bölschewiki an und warfen sie zurück.
Bisher hat die ententliche Expeditionsarmee noch keinen irgendwie beachtlichen Erfolg erzielt; und es scheint sogar, als seien die Massen dagegen in den Aufruhr getrieben worden.
Ein Haftbefehl gegen die Menschewiti-Fnhrcr.
Gegen die sich in Stockholm aufhaltenden Führer der Menschewiki (zahme Sozialisten in Englands Dien- , sten) und Sozialrevolutionäre Axelrod und Russanod, die an die internationalen Sozialdemokraten einen gegen die Bölschewiki gerichteten 2lppell richteten, wurde von dem Volkskommissar Bontsch-Brujewitsch ein Haftbefehl erlassen.
rlrbeitskräfte zur Ausbeute.
Wilson ist wieder einmal „menschlich". Der Arbeitermangel zeigt sich empfindlich, und da ist er zufrieden, neue Opfer mit gleißnerischen Phrasen heranholen zu können: Wilson teilte dem Kongreß den Beschluß mit, die Cinwanderungsgesetze für Kriegsflüchtlinge bis zu einem halben Jahre nach dem Kriege aufzuheben. Die Entschließung enthält den Plan, 1800 serbische Flüchtlinge einschließlich 500 Kindern, die sich jetzt in Rußland befinden, zuzulassew. Wilson befürwortete die Annahme der Entschließung aus Gründen der Menschlichkeit.
Die amerikanische „Menschlichkeit" aber werden diese Opfer des Krieges in den Uankee-Fabriken zu kosten bekommen.
Allgemeine Kriegsnachrichterr.
Mann gegen Mann.
In de,' Schlachten der Tanks und Fluggeschwader, ] des riesenhaften Artillerie-TuellS und der Gasgeschosse lebt auch der Kamps Mann gegen Mann wieder auf. ^ Wiederholt ist es im Schützengrabenkriege zum Handgemenge gekommen, und auch jetzt kann der deutsche Soldat beweisen, daß er das Bajonettieren nicht umsonst gelernt hat. Er steht seinem Mann und er zwimgt \ seinen Gegner, wie er 1870 die heulenden Turkos und ' Zuaven zwang. Das Bajonett räumt auf. Die feindlichen Verluste wachsen unaufhörlich, und die Beru- ; sung des Gegners auf die amerikanischen Massen wird bald anderen Betrachtungen weichen. Der Nachschub i von drüben wird bald nicht mehr so reichlich fliehen, . die Ziffern der Verlustliste sprechen eine gar zu beredte Sprache. England hat das bei seinen Übersee- ' ischen Soldaten schon recht empfindlich gemerkt. Aus - Australien hat beispielsweise die Zahl der Ersatz-Mannschaften sich sehr verringert. 30 000 Mann waren nach Europa gekommen, von denen über ein Drittel tot oder dauernd kampfunsühig geworden ist. Die Kanadier sind noch schlimmer mitgenommen. Für diese und für die Franzosen sollen die Amerikaner einspringen. Unsere Feldgrauen werden ihnen zeigen, was sie können, ' sefts auch Mann gegen Mann!
Eine Tauerschlacht bei 30 Grab im Schatten.
Bei 30 Grad und mehr im Schatten liegt jetzt an der Westfront bei Tage eine furchtbare, windlose Schwüle über dem weiten Schlachtfelde, das sich in dicken, undurchdringlichen Staub einhüllt, der Bäume und Wiesen mit demselben einförmigen Zementgrau überzieht. Bei Nacht sind die Täler mit kalten Nebeln erfüllt. Das Wetter gleicht genau dem vor vier Jahren, und an die Ausdauer der Truppen werden ungeheure Anforderungen gestellt. Ueber dem Nebel- und Staubmeere des Blachseldes entwickeln sich ständige Großlustschlachten.
Tie amerikanische Hilse war anders gedacht.
Ein Kriegsberichterstatter schreibt v)n der Front:
„Aus die Stimmung des französischen Soldaten drückt die Erkenntnis, daß die große Menge von Amerikanern. auf deren HUse man ihn seit Jahr und Tag ocrlrüstet hat, ihm nicht mehr fühlbare Entlastung verschaffen konnte. Tie Hauptblutar- beit müssen — das haben sie wieder gesehen — die Franzosen leisten. Es erfolgt jetzt der naturgemäße Rückschlag aus die übertriebenen Hoffnungen, die man genährt hat. Viele Gefangene machen sich bitter lustig über die Aussicht, daß noch viel mehr Amerikaner konimm und tm »äMeo Lahre die SlttMibunü drin,


