Kießener Aeitung
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Expedition: Südanlage 21 .
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Nr. 74,
Telephon Nr. 362.
Mittwoch, den 28 . August 1918 ,
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Telephon Nr. 362.
31. Jahrg.
feindliche Seeftreitkräfte amf der Dirnlircheu-Reedc von deutschen Seestreiikräs eu angegriffen.
Nene feindliche Durchbrnchsverfuche abgefchlKKen.
15ÄÄ6, 17000 n. 22000 Br -R -T. — zusammen 54000 Br.-R.-T. versenkt.
Amtliche üeulscbe csgezbericbtr.
Berlin, 23. Aug. In der Nacht vom 22. zum 23. August haben leichte Streitkcäfte des Marinekorpr feindliche Seestreitkcäfte auf Dünktrchen-Reede angegriffen. Gegen 3 feindliche Torpedoboote wurden Torpedotreffer erzielt. Zwei der Fahrzeuge sind gcsunken. Trotz scharfer Gegenwirkung sind unsere Strcttkräste vollzählig und ohne Verluste wieder eingetcoffen.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
wtb. Großes Hauptquartier, 24. Aug. 1918.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht und Boehn.
Der Engländer hat seine Angriffe nach Norden bis südöstlich Arras, nach Süden über die Somme hinaus bis Chaulnrs ausgedehnt. Die Armeen der Generale v, Below und v. d. Marwitz brachen den Ansturm des an Zahl überlegenen Feindes. — Stärkster Artillcciekampf von Arras bis Chaulnes leitete mit Tagesanbruch die Schiacht ein. Dem beiderseits von Boyelles vorbrechcndcn Gegner wichen unsere Bortruppen befehismäßig auf Croisill.es— St. Leger kämpfend aus. Nordwestitcb von Bapaume nahmen wir den -Kampf in der Linie St. Leger
Achietie-Grand—Miraumont an. An ihr brachen die Fcühangriffe des Feindes zusammen. Am Nachmittage erneuter Ansturm gewann in Richtung Mary Boden. Preußische Regimenter, aus nordöstlicher Richtung zum Gegenangriff angcsctzt, warfen den über Mocy vorge- drungenen Feind wieder zurück. Die in Richtung Bapaume geführten feindlichen Angriffe drängten unsere Linien auf Bchagniks—Pys zurück; hier brachten örtliche Reserven den Feind zum Stehen und schlugen um Abend noch mehrfach wiederholte stark- Angriffe ab. Beiderseits von Miraumont zerschellte viermal wiederholter Ansturm vor unseren Linien. Bizewachtmeister Baucmeister der zweiten Batterie Reserve-F-ldartillerie-Regiment 21 vernichtete hier mit einem Geschütz allein 6 Panzerwagen des Gegners. — Oestlich von Hamei faßte der Feind auf dem östlichen Ancce-Ufer Fuß, Seine Angriffe aus Albert heraus brachen östlich der Stadt zusammen. Zur Gewinnung des Anlchlusses bei Pys setzten wie unsere Linie von Miraumont bis östlich Albert von der Ancce ab. Südlich der Somme schlugen preußische Truppen, die schon am 9. August dort den englischen Durchbruch verhinderten, auch gestern die gegen Cappy—Foucaucourt —Bermandovillers gerichteten englischen Angriffe westlich dieser Linie zurück. — Beiderseits der Avre, an der Oise und Atlctte kleinere Jnfanteriegefechte. Zwischen Ai leite und Aisne setzte der Franzose seine Angriffe fort. Am Bormittage wurden Teilangriffe abgewiesen. Am Abend brach der Feind nach stärkstem Trommelfeuer zu großem einheitlichen Angriff vor; er ist völlig gescheitert, ^m Gegenangriff warfen wir vorübergehend auf Ccecy- au-Mont, bei Juvigny und Chavigny vorgedrungenen Fe.nd auf seine Ausgangsstellungen zurück. Bcceitstel- lungen und Kolonnen der Gegner wurden in den Schluchten von Vezaponin mit besonderem Erfolge von unseren Schlachtstaffeln angegriffen.
Leutnant Udet errang seinen 59. und 60. Luftsieg. g* den letzten Tagen errang Leutnant Laumann seinen 25. und 26., Vizefeldwebel Dörr seinen 22. und 23., Oberleutnant Äuffaith seinen 22., Oberleutnant Greim und Leutnant Büchner ihren 20. Lnftfieg.
Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
wtb. Großes Hauptquartier, 25. Aug. 1918 Westlicher Kriegsschauplatz:
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht und Boehn.
Erfolgreiche Vocfeldkämpfe südwestlich von Vpern beiderseits von Bailleul. Nördlich des La Bassee Kanal schlugen wir feindliche Tetlangciffe vor unseren Linien ab. Zwischen ArcaS und der Somme setzte der Engländer seine Angriffe sott. Starke, von Panzerwagen geführte Infanterie stieß am frühen Morgen zwischen Neuville und Lt. Leger vor. Sie brach unter schweren Verluden vor unseren Linien zusammen. In St. Leger stehende Posten wichen befehlsgemäß auf die Kampflinien östlich des Ortes aus. Auch vor Mory scheiterten Angriffe des Feindes. Staxke feindliche Kräfte stürmten mehrfach gegen unsere nach den Kämpfen des 23. August westlich Bchagnies—Bapaume—Warlancourt verlaufende Front an. Der Schwerpunkt der Angriffe unter Einsatz zahlreicher Panzerwagen war gegen Bapaume selber gerichtet. Die Angriffe brachen zusammen. Leutnant Engelhardt schoß hier in den letzten Tagen 8 Panzerwagen zusammen. Gegen unsere von der Anccc abgesetzten Linien drängte der Feind scharf nach und brach am Nachmittag aus Courcelette und Pozieces hinaus zum Angriff gegen Martinpuin—Bazeutin vor. Preußische Truppen stießen im Gegenstoß in die Flanke des Feindes und warfen ihn über Pozieres hinaus zurück. Von östlich Albert bis zur Somme suchte der Feind in mehrfachen starken An- griffen unsere Linien zu durchstoßen. In sechsfachem Ansturm gegen die Mitte der Kampffront führte der Feind wieder zahlreiche Panzerwagen voran. Preußen, Hessen und Württemberger schlugen den Feind zurück. Sic stießen ihm bis La Boiselle und über die Chaussee Albert- Braye hinaus und fügten ihm schwere Verluste zu. Die hier nach Abschluß der Kämpfe aus der Gesamtfront weit in den Feind hinein vocspringenden Linien wurden während der Nacht zurückverlegt. — Bon der Somme bis zur Oise blieb die Gefechtstätigkeit auf Artillerie- feuec und kleinere Jnfanteriekämpfe nördlich von Roye und westlich der Oise beschränkt. An der Ailette flaute die Kampftättgkeit ab. — Zwischen Ailette und Aisne folgten gegen Erecy au-Mont und beiderseits von Chavigny heftigem Feuer mehrfache stacke, im besonderen bei und südlich von Chavigny in dichten Wellen vorgetragene Angriffe. Sie wurden unter schwersten Verlusten für die Franzosen abgewiesen. Kavallexieschützenregimentec taten sich hlerbei besonders hervor.
Unsere Bombengeschwader warfen in der Nacht zum 25. auf Hafenanlagen, Bahnhöfe, militärische Anlagen und Truppenlager des Feindes 75000 Kg. Bomben. ' Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff.
Einsatz an Infanterie und Panzerwagen sollte hier den Durchbruch durch unsere Front erzwingen. Wo der ^einb im Feuer und durch Gegenstoß abgewiesen wurde, trugen frische Kräfte den Angriff immer wieder rrncut vor. Seine Angriffe sind im großen gescheitert.
Im einzelnen war der Verlauf der Schlacht etwa folgender: Der Feind drang in unsere westlich von Mory—westlich von Bapaume—Martinpuich verlaufende Linie ein. Nördlich von Bapaume brachten örtliche Bereitschaften und Reserven den Feind am Ostcande von Mory, Favceuil und wlstlich von Bapaume zum Stehen. Weitere Angriffe brachen vor diesen Linien zusammen. Südwestlich von Bapaume stieß der Feind zwischen Thilloloy und Martinpuich auf Guend^court —Flers vor. Preußische Reservercgimcnter und Marine» Infanterie warfen ihn im kcaftvollen Gegenangriff in die Linie Thilloloy—Martinpuich zurück. Beide Orte wurden wiedecgenommen. Zahlreiche Panzerwagen liegen Zerschossen vor und hinter unseren Linien.
Gegen unsere von der Ancrefront abgesctzten Linien Bazenttn — Le Petit Earnoy—Susanne arbeitete sich der Feind im Laufe des Nachmittags heran. Stärkere Angriffe, die am Abrnd Zwischen Earnoy und der Somme erfolgten, wurden abgewiesen.
Südlich der Somme setzte sich der geinb bei mchr> fachen Angriffen in Cappy und Pontaine fest. Beiderseits der Römerstraße schlugen wir seine Angriffe zurück. Zwischen Somme und Oise keine besondere Gefechts tätigkeit.
Südlich der Aillette griff preußische Garde den Feind westlich von Ccecy an Mont an, gewann die Höhe südöstlich von Pont St. Macd und schlug im Verein mit deutschen Jägern sehr starke Angriffe weißer und schwarzer Franzosen ab. Etwa 400 Gefangene wurden eingebracht. Auch nördlich der Aisne brachen am Abend starke feindliche Angriffe zusammen.
Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.
Teilgefechte an der Beste.
Der Erste Generalquartieemeiftec: Ludendorff.
Berlin, 25. Aug., abends. Schwere englische Am griffe zu beiden Seiten von Bapaume. Der mit gewaltigen Kcäfteeinsatz versuchte Durchbruch des Feindes ist gescheitert. Eigene Gegenangriffe zur Wiedergewinnung des verlorenen Bodens sind noch im Fortschceiten. Biest ! zerschossene Panzerwagen liegen vor und hinter unseren Linien. — Starke Angriffe der Franzosen südlich der Ailette, deren Hauptkcaft durch eigenen erfolgreichen Angriff gebrochen wurde.
Berlin, 26. Aug., abends. (W. B. Amtl.) Ausdehnung der englischen Angriffe bis nördlich der Scarpe. Beiderseits vonBapaum' und röcdlich der Somme heftige Kämpfe. Die Angriffe des Feindes find im großen gescheitert, teilweise sind Gegenangriffe noch im Gange. Longucval Montauban, vorübergehend verlogen, wurden wieder gewonnen. Zwischen Somme und Oise außer örtlichen Kümpfen nördlich der Avre ruh gec Tag. Teil- kämpfe nördlich der Aisne.
Berlin, 24. Aug., abends. Kampf zwischen Scarpe und Somme. Englische Angriffe südöstlich Arras gegen Bapaume scheiterten. Südwestlich Bapaume gewann der 8'ind östlich Thikpval Boden. Mehrfache englische An- gcisse östlich Albert bis zur Somme brachen verlustreich zusammen. Zwischen Ailette und Aisne wurden Angriffe der Franzosen abgcwiesen.
Berlin, 24. Aug. An der Ostküste Englands versenkten unsere U-Boote außer mehreren kleinen Fahr-
« nn a m an J?' cr aus Geleitzügen heraus ingesamt 15 000 Bruttoceglstertonnen.
Der Chef des Admiralstabes der Marine.
Berlin, 25. Aug. Jin östlichen und mittleren Mittelmeer versenkten unsere U-Boote etwa 17 030 Bcuttoregistertonnen Schiffsraum, darunter 3 größere beladene Tankdampfer.
Der Chef des Admiralstabs der Marine.
wtb. Großes Hauptquartier, 26. Aug. 1918.
Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht und Boehn.
Vorfeldkämpfe bei Bailleul und nördlich der Scarpe. Westlich von EroisilleS blieben feindliche Angriffe in unserm Feuer liegen. Vizefeldwebel Göbel schoß mit seinem Maschinengewehrzug 4 Panzerwagen, Unter» offizicr Hene mit leichten Mtnenwerfern 3 Panzerwagen zusammen.
Beiderseits von Bapaume setzte der Feind zwischen St. Leger und Martinpuich seine Angriffe sott. Hoher
wtb. GroßesHauptquartier, 27. Aug. 1918.
Westlicher Kriegsschauplatz: Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht und Boehn.
_ Tagsüber schwerer Kampf Zwischen Arras und der Somme. Oestlich von Arras griff der Feind beiderseits der Scarpe an. Nördlich des Flusses blieben seine Angriffe vor unserer auf Roeux zucückgebogenen Kampslinie im Feuec liegen. Südlich der Scarpr wichen unsere Bor- truppen den mit Zahlreichen Panzerwagen und starker Infanterie vorgctcagenen feindlichen Angriff.» auf Befehl auf die Höhe von Monchy aus. Dort empfing den Feind das Feuer unserer Abwchc bereit stehenden Infanterie und Artillerie. Nach erbittertem Kampfe drang der Gegner über Monchy und Guemappe vor. Unser Gegenangriff warf ihn an die Ostränder der Orte wieder zurück. Mehrfach gegen Ch.tt.sy gerichteter Ansturm brach vor den Orten zusammen. Unter starkem Einsatz von Panzerwagen setzte der Feind seine Angriffe betdeiscils von Bapaume sott. — Nördlich von Bapaume war die Höhe südöstlich von Mory und Bengnatre Brennpunkt des Kampfes. Auf der Höhe faßte der Feind nach mehrfachem vergeblichem Ansturm am Abend Fuß. Bengnatre blieb nach langem Kampfe in unserer Hand. Südwestlich von Bapaume setzte sich der Feind in Thilloy und Martinpuich fest. Im übrigen brachen die hier auf breiter Front bis zum späten Abend wiederholten An- (Foxtsetzung auf der 4. Seite.)


