Ausgabe 
3.8.1918
 
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Berlin. 3l, Juli. Auf dem nördlichen schauplatze versenkten unsere Unterseeboote 1S1W0

Bruttoregistectonnen.

Der Chef des Admiralstabes der Mar ne.

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wib. Großes Hauptquartier, 1. Aug. 1918.

Wcstlicher Kriegsschauplatz:

Heeresgruppe Kronprinz Rnpprccht.

Zwischcn Yp-rn und Bailleul am frühen Morgen voiübcrgchcnd lebhafter Feuerkamp. Die tagsüber mäßige Artillerielätigk-rt lebte am Abend an vt.bn Stellen der Front in Verbindung mit Erkunduugs-

aefcchten auf. ^ ^ .

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Oestlich von Fere en-Tardenois fitzte der Franzose am Nachmittag wiederholt zu heftigen Teilangr p an. Wir warfen din Feind im Gegenstoß in seine Ausgangslinien zurück. An der übrigen Kampffront Artilleriefeuer wechselnder Stärke. Kleinere Voffeld- gcfechte. Nordöstlich von Perthes versuchte der ^eind nach starker Fcuervorbereitung den ihm am 30. Juli entrissenen Stützpunkt wieder zu nchmen. Ec wurde unter Verlusten abgewiescn. Erfolgreicher eigener Vor stoß südlich des Fichtelberges und in den Argonnen.

Heeresgruppe Herzog Albrecht.

Jnfanteciegefechte an der Mosel und am Parroh Walde. Wir machten hierbei Gefangene.

Der Gegner verlor gestern an der Front, im Lust- kampf und durch Abschuß von der Ecde aus 25 Flug­zeuge. Weiterhin wurde ein im Angriffsfluge gegen Saarbrücken befindliches englisches Geschwader, von 6 Großkampsflugzeugen von unseren Front' und Heimat jagdkräften, bevor es seine Bomben abwerfen konnte, vernichtet. Aus einem zweiten ihm folgenden Geschwader schossen wir ein weiteres englisches Großbampsflugzeug ab

Der Erste Generalquartiermeistec". Luden d orff

Berlin, 1. Aug-, abends. Nordwestlich Fere en Tardenois heftige Kämpfe. An der übrigen Fror t nichts Wesentliches.

Berlin, 1. Aug. Im Kanal und an der West' küste Frankreichs wurden 5 Dampfer aus teilweise,stark

gesicherten Geleitzügcnherausgeschosscn,zusammen 160V0

Bruttoregistertonnen.

Der Chef des Admiralstabcs der Marine.

eittverffänflnis

Berlin. Besprechungen mit der russischen Räte- reaieruna über einige wichtige politische Angeleqenhttten haben zu einer völligen Einigung geführt. Zu diewn Fragen gehört auch die der Loslösung Livlands und Esthlands vom russischen R-eiche, gegen die von der Moskauer Räteregierung, entsprechend tojn von ihr verkünd.rcn Selbstbestimmungsrechte d r Volker kkine Bedenken mehr erhoben werden. Die Rate regier ung Hot sich mit der Loslösung der beiden Provinzen in­zwischen grundsätzlich abgcfundcn und eine demcnl wachende E'klärung nach Berlin gelangen lasten. TaS aleichc gilt von einer Re he anderer politischer Frag n, über die keine wtserttlichen Gegensätze mehr zu verzeichnen find, wcnn auch eine vollzogene E nigung noch nlchl vorliegt. 9

Die russische Abordnung für de russisch-finnischen Frie den^ ver Handlungen, die in Berlin stattfinden werden, ist in Berlin ttngttroffin.

liefert haben, gerat-.n werden, einen Anzug sofort abzu-

liefern. .

Wer bis jetzt keinen Anzug abgeliefert hat, muß die Unanchmltchkeiten und Nachteile, die mit der Ein­reichung und Nachprüfung des Bestandsverzeichnisses ver­bunden sind, in Kauf nehmen.

Britifcbe Trwltat.

Berlin. 28. Juli Hans Kaiser drahtet derB. Z. a. M-": In den Abendstunden des 22. Juli stiegen 10 englische Bombenflugzeuge, die von etwa 40 Schutz- fltcaern begleitet waren, von der Atsne Marne-Front zu einem großen Angriff- aus. Es gelang ihnen, unsere Sperrkette zu durchbrechen, und gegen 6 Uhr rrschienen sie über den großen, mit dem Genfer Roten Kreuz deut­lich versehenen Lazarettanlagen Von Mont Notxedame, die mit ihren fcanzöstschen Angestellten und ihrem , ge samten Gerät bet unserem Atsneangriff tn unsere Hände gefallen waren. Im Laufe von 5 Minuten warfen die Engländer 10 große Bomben mitten in die mit deutschen, französischen und englischen Verwundeten Voll- gefüllten Lazarette. Eine von ihnen zerstörte eine Ruhr, barocke, zwei legten die Operationssäle in Trümmer. Ueber 80 Tote und 70 Verwundete sind zu beklagen, Ein deutscher Oberarzt, ein bekannter Professor der Chirurgie auS Fretburg. wurde während einer Operation gelötet. Einem französischen Arzte wurden beide Beine abgerissen. Im Nanem der im Lazarett beschäftigten 18 französischen Oberä-zie und 12 französischen Unter, ärzie und der 24 französischen Schwestern druckte der leitende fccmzösstche Arzt unserem leitenden Arzte sein schmerzliches Bedauern übte die gröbliche englische Ver« lctzung dec Genfer Abmachung aus. Auch die 5 eng- lijchen Aerzte schlossen sich dieser Kundgebung an.

wib. Großes Hauptquartier, 2. Aug. 1918 Westlicher Kriegsschauplatz.

Heeresgruppe Kronprinz Ruppcecht.

Die Artillerietätigkeit lebte am Abe d vielfach auf Rege Erkundungstäligkeit wähcenü dec Nacht.

Heeresgruppe Deutscher Kronprinz.

Zwischen Soissons und Fernen Tardenois fitzte der Feind gestern seine vergeblichen Angriffe fort. Nach ihrer Abwehc und nach Aufräumen des gestrigen Schlacht scldcs haben wir während der Nacht in der großen Nachhutschlacht unsere Bewegungen plangemäß fortgesetzt. Starker Artillerrekampf ging den feindlichen Angriff.;, voraus, die sich am Vormittage gegen unsere Front beiderseits von Villemontoire richteten und sich am Nachmittage bis südlich von Hartennes ausdehnten. Sie wurden voc unseren Linien teilweise im Nnhkampf abgewiesen. Ohne jeden Gcländegewinn hat der Fttird hier wiederum einen vollen Mißerfolg erlitten. Unter Einsatz stärkster Kräfte griffen englische und französische Divisionen am früh n Morgen aus der Linie nördlich von Grand Pozoy Fere.en Tardenois an. Beider­seits von Bcugneux konnten ihre Panzerwagen über unsere vordere Linie hinaus die Höhen nördlich des Ortes gewinnen. Hier schoß unsere Artiller.ie sie zu- sammen. Nach erb tterlem Kampfe wurden auch die Infanter.ieangnffe des Feindes an den Nocdhäng'N der Höhen zum Scheitern gebracht. Auch am Nachmittage erneuerte feindliche Angriffe wurden hier blutig abge­wiesen. Zwischen Cramaille und Fere en Tardeno's brachen die ebenfalls sehr starken Jnsanterie. und Panzer­wagen anguffe des Feindes bereits vor unseren L'-nien zusammen. Starkem feindlichen F uec zwischen F^c- rn Tardenois und dem M nniecewalde. sol^ttn Jnfan- terieang' ffe nur nöchiich von Giergis. Sie wurden abgcwiesen. An dec stbrtcen Kampfs ont hei-schte Ruh-'. In der Champagne erfolgreiche VocseldkÄmpfe iüd- lich vom Ftchrelberge und östlich des Sulppes. Nord westlich von Perthes drängten wir im örtlichen Vorstoß den Feind aus seinen vorderen Linien zurück und wiesen nördlich von Le Mesnil Teilangriffe des FrindeL ab.

Heeresgruppen Gallwitz und Herzog Albrecht.

Erfolgreiche Jnfanteriegesechte westlich der Mosel und an dec Selle.

Wir schossen gestern 14 feindliche Flugzeuge und 4 Fesselballone ab ' Hauptmann Berthold errang sttnen 40. Lustsieg. Unsere' Bombcnflieger waren während der Nacht fihr tätig und vernichteten II. o. ein großes französisches Munitionslager nördlich von Ehalons.

Der Erste Generalquartiermeistec: Ludendocsf.

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Berlin, 2 Aug., abends. An der Kampffront lockere Gefechtssühlun/; mit dem Feinde.

KtH^wirlfcbatiSicocs.

Keschlagnahmc und Kestiindserhrbmig Am

1 August 19i8 ist eine Bekanntmachung (Re. 0. 11 700/7. 18. K. R. A), betreffend Beschlagnahme, Bc- slandseihebung und Höchstpreise von Leichtö!, Rohbenzol, Bcnzoi, Toluol, Benzin und sonstigen benzvl- oder benzm- altigen Köipirn in Kraft getreten. Wärend cs bezüg­lich der Beschlagnahme von Rohtoluol, gereinigtem Tolno! und Reintoinol be, den Bestimmungen der Be­kanntmachung Ch.- I. 1/8. 16. K. 31. A. ve. bleibt, sind i.unmihc auch Rohbenzol etnschließiich der benzolhalttgen Bore, Zeugnisse der Gasanstalten, Leichtöie aus der Steinkohlen- und Braunkohlen Teerdestillation bestimmt btt der weiteren Aufarbeitung dec Rohbenzole und Leicht öle entstehende bcnzolattige Körper und bestimmte sons tige benzol und d nzinartige Körper beschlagnahmt. Dle Veräußerung, Lieskiung ur^d Verwendung dev be schlagnahmtcn Stoffe ist nur noch mit Erlaubnis der Königlich Preußisch.« Inspektion der Krastsahrtruppen und dle Ausarbeitung von Rohbenzole und Lelchwle nur unter Jnnehaltung besonderer Vorschriften gestattet. Gewtnnungs- und Ausarbettungsanstalten haben monat- lich über ihren Bestand an beschlagnahmten Stpffcn und andere Besitzer oder Gttvahcsamshaltec über den beim Beginn des 1. Arigust vorhandenen Bestand, sofern ec 100 Kg übersteigt, bis zum 15. August Meldungen an dle Königliche Preußische Inspektion der Kcaftsahrtrup pm (Bttriebsstoff-Adttilung) in Berlin aus Len dort anzufordecnden amtlichen^Meldrscheinen zu erstatten. * 510 tt Meldeflichtige hat ein L^gerbuch zu führen. Gleichzeittg setzt die wLue Bekanntmachung füc verschiedene der durch sie betroffenen Stoffe Höchstpreise -fest. Der Wortlaut der Bekanntmachung, dec eine größere Anzahl Einzelve. stimmungen eitthält, die für die betroffenen Kreise von Wichtigkeit sind, ist imAmtsblatt" emzusehen.

jRbüeRrisng der flnaiige.

Die Verordnung der Reichsbttletdungsstelle, die die öttlichm Bekletduugsstellen anweist, von denjenigen ab- gabesählgen Personen, die bis j^tzt einen Anzug zu der x Sammlung getragener Herrenobettleidung nicht abge- lufeit haben, ein vollständiges Verzeichnis ihrer Anzüge einzusordern und dw Rtchttgkeit und Vollständigkeit des Bestandsverzeichnisses durch Nachforschung nachzuplüfen, ist erschienen. Wec trotz Auforderung das Bestandsver­zeichnis nicht oder nicht rechtzeüig einreicht, oder unvoll­ständige Angaben wacht, wird mir Gesängnis-bis zu emcm Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark bestraft; auch kann die Verurteilung öffentlich bekannt gemacht und auf Verlust d.r bürgettichen Ehrenrechte er­kannt werden.

Wer jetzt noch rechtzeitig einen Anzug odlusert, !ft von der Vorlegung eines Bestandsverzeichnisses befreit und entgeht dec Nachprüfung desselben in seiner Woh- nstng oder sonstigen Aufbewahrungsräumen. Es kann deshalb nur dringend allen abgabcsähigen Personen, die einen getragenen Anzug bis jetzt noch picht abge-

-im Siads « Casid.

* Umsatzsteuer. Am 1. August ist das Gesetz

über die ei höhte llmsatzsteuec in Kraft g-ckreten Die Stcucv beträgt j tzt ü 3Rk. von ,e Tausend Mark Umsatz.

Änstandsehnng des Winterschul,wrrlrs. Die

warme Jahc>sztit bict-t nicht nur Geiegcnhcit, durch Tiaacn von Sandalen und leichtem Schuhwerk den kost­baren Rest brauchbar en Winterschuhwerks zweckdienlich zustrecken", sondern sie ist gleichzeitig besonders ge­eignet, das gegenwärtig in Ruhe befindliche Wintec- schuhw-'lk für die später- Benutzung entsprechend in Stand sitzen zu lassen. Wer die Reparaturen an seinem 'Schuhwerk bis in die Wintermonate verschiebt, lauft Gefahr, dann unter dem allseitigcn Andrang bei den Schuhmachern monatelang warten zu müssen.

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* Girstrn Dem Pcovinzialdirektor Geh. Rat Dr.

U sin »er hat Se. Mas. der Kaiser das Eiserne Kreuz am weißen Bande verliehen. Außerdem haben erhalten das preußische Verdienstkreuz für KriegShti,- der Lehrer Daab in Lollar, Rechnungscat Schisfnte in Gießen und Altbürgermetster Leun tn Großen-Linden.

- Main», 27. Juli. Aus dem hessischen und bayri­schen ^Maintal und aus Rhemhessen wird fast überemstem- mend über rapides Fallen der Ferkelprerse berichtet. In Rheinhessen sind die Preise um fast die Hälfte mnsrhalb 3 Wochen zurückgegangen. Heute kann man Ferkel über­all schon zu 80 100 Mk. erhalten.

* Marburg. Nun ist auch Marburg a. L. in die Reihe der Universitätsstädte getreten, in denen der V o 1 k s- bund für Freiheit und Vaterland festen Fuß gefaßt hat. Mitte des vor. Monats hat Geheimrat Prof.

Dr. Goetz aus Leipzig in einer vomBolksbund em- berufenen Versammlung über das ThemaDeutschland und seine Zukunft" gesprochen. Er bezeichnet-^es dabei als die Aufgabe/ desDolksbundes" dre besonnenen Elemente in der äußeren und inneren Politik zu sammeln.

DerVolksbund" ist der Ansicht, daß sich innere und äußere Politik nicht trennen läßt. Er steht auf dem Standpunkt eines Derständigungsfriedens, der keineswegs ein Verzicht- oder Hungersriede genannt werden kann. tLr fordert die Wiederherstellung unserer Kolonien, wie es den Bedürfnissen und der Machtstellung Deutschlands entspricht und volle Lntwicklungsmögkchkeit unserer weltwirtschaft­lichen Stellung. In der belgischen Frage stimmte der Redner den Ausführungen des Reichskanzlers zu. Wer Velaien annektieren wolle, müsse zunächst England aus die Knie zwingen und Amerika vollkommen besiegen.. Zweifelhaft vechält es sich auch mit dem Erzwingen einer Kriegsentschädigung an Rohstoffen, die wirke, einem voll­kommenen Sieg wohl erzielen könnten ohne aber m cher Lage zu sein, auch den Absatz unserer Waren m den feind­lichen Ländern sicher zustellen. Die Gründung erner Ortsgruppe desVolksbundes" ist msolge dieses mck Beifall aufgenommenen Vortrages m die Wege geleitet.

Mesterholt. Treue Kameraden bis in den Tod waren die beiden Musketiere Theodor Gosmann und Her­mann Mihler von hier. Von Jugend auf befreundet, traten beide zu gleicher Zeit ins Heer ein und wurden derselben Kompagnie zugeteilt. Schulter an Schmier kämpf­ten sie auf den Kriegsschauplätzen im Osten und nn Westen. Und wie sie gemeinsan, gekämpft, so ereilte sie auch Jam der Tod. Ein und dasselbe feindliche Geschoß nahm beiden das junge Heldenleben.

Wrinbeim a. K. Wegen heimlicher Schlachtungen und SchlciPhandcls mit Bi^h verurteilte dus htcs.ge Schöffengericht den Inhaber des Putz, Wall- und W-- warergesihästS Anton Hellstern zu fünf Monaten Ge- fängnis.

* Jena. Wie dieJenaer Volksztg.", ein Blatt der sarbentragenden Studenten berichtet, hätte der Senat der Universität Jena das Tragen von Mutze und Band verboten, weil die Arbeiter der Zcißwerke daran An< stoß genommen und daraufhin das Hau« Z- bei der Universität Jena Beschwerden eingelegt hätte. Das Blatt bemalt hierzu:Wir können uns nicht denken, daß die Meldung in dieser Form Zutnfft Sollten sich die Arbiitcr über die bunten Blützev wiiklich aufgeregt haben, so läge doch j eensalls kein Ablaß vor, einer solchen Laune zuliebe einen einwandfreien alten stnden- lischen Brauch zu verbieten."

UliAS kann »ns rette« ans aller Uot. Wir müssen in Deutschland w'.cd.c Raps onbauen. Dann Wird cs auch nie wieder sehlrn an. H-cttt und Flefia)' Milch und Brotgetictde. Die ausländische Konkurrenz hot. d..nch ihr Klima begünstigt, den Rapsbau in Deutsch- wnd berauSgcdrängt. Wir haben ,n Deutschland über 30 Millionen Hekiac Kulturland. Mn, n wir nur 3 Ptount davon wieder mit 3 tops-an, so ii-N.N uns d rs 31aps .rsich etwa 30 Millionen Z- ntnec Oel und etwa M Millionen Zentner Rapskuchen; o>e er, der beste aller Oclkochcn, liefert unsere Lcbensm ltcliivt ist im Grunde eine Futtermittelnot - das nahrhaftest« Futter für unser Mast- unb Milchvieh, dann haben wir wieder Fletsch, und Milch und sehr viel mehr Liotgetre dL als b shei denn Raps als Borfrucht erhöht belrachtlich dic Gcte d atiüae. 31ur müßte ein Schutzzoll die ausiandffch« j Konkurrenz für immer fernhalten. Das zu reiche»